Kernel/Linux-Versionsnummern

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Bedeutung der Linux-Versionsnummern
    1. Die 2.6-er Reihe
    2. Das 3. Jahrzehnt
    3. Kernel 4.x
  2. Versionsnummern herausfinden
  3. Die Kernelversionen in Ubuntu
  4. Links

Dieser Artikel berücksichtigt nur Ubuntu. Für eine vollständige Übersicht siehe Linux (Kernel) in der Wikipedia.

Bedeutung der Linux-Versionsnummern

Die 2.6-er Reihe

Das Mainline-Versionsschema hat vier Stellen: 2.6.MINOR.BUGFIX. Während die ersten beiden Nummern unverändert sind, wird die dritte Zahl (MINOR) bei jeder Veröffentlichung eines stabilen Kernels erhöht (z.B. 2.6.32). Wenn diese Kernel Fehlerkorrekturen erhalten, wird dafür die vierte Stelle (BUGFIX) verwendet (z.B. 2.6.32.11).

Hinweis:

Bei früheren Linux-Versionen wurde die zweite Stelle zum Unterscheiden zwischen stabilen (gerade Zahl, z.B. 2.4) und Entwicklerversionen (ungerade Zahl, z.B. 2.5) verwendet. Diese Unterscheidung gibt es mit Einführung des Kernels 2.6 seit 2004 nicht mehr.

Die zugehörigen Ubuntu-Kernel haben folgendes Versionsschema: 2.6.MINOR-ABI.UPLOAD-FLAVOUR z.B. 2.6.35-6.9-generic. MINOR ist die gleiche Nummer wie bei der Mainline-Version. Die ABI-Nummer wird bei jeder größeren Änderung im Kernel erhöht. Kernel mit unterschiedlichen ABI-Nummern haben auch unterschiedliche Paketnamen, die sich parallel installieren lassen, und einen eigenen Eintrag im GRUB-Menü haben. Die UPLOAD-Nummer wird bei jeder kleineren Änderung erhöht. FLAVOUR gibt die Konfigurations-Variante an (z.B. generic oder virtual). Der letzte Kernel aus dieser Reihe war 2.6.39.

Das 3. Jahrzehnt

Seit 2011 wird anlässlich des 20. Geburtstags des Kernels ein kürzeres Versionsschema verwendet: 3.MINOR.BUGFIX. MINOR und BUGFIX haben die gleiche Bedeutung wie bei der 2.6-er Reihe.

Die zugehörige Ubuntu-Version hat folgendes Schema: 3.MINOR.0-ABI.UPLOAD-FLAVOUR z.B. 3.2.0-22.35-generic. Die dritte Stelle ist immer Null und gibt nicht die BUGFIX-Nummer an! Dadurch ist trotz des verkürzten Mainline-Versionsschemas die Upstream-Version immer dreistellig.

Kernel 4.x

Im Februar 2015 wurde beschlossen, das auf den Kernel 3.19 nicht 3.20, sondern 4.0 folgt (siehe Linux-Kernel macht Versionssprung 🇩🇪).

Versionsnummern herausfinden

Eine Möglichkeit die Ubuntu-Version herauszufinden, ist über den Befehl uname. Wenn man auch die Mainline-Version wissen will, kann man den folgenden Befehl [1] verwenden:

cat /proc/version_signature 

Das liefert dann beispielsweise:

Ubuntu 3.2.0-22.35-generic 3.2.14

Die Kernelversionen in Ubuntu

Kernel der Ubuntuversionen
Ubuntuversion Kernelversion Varianten Backport-Kernel bzw.
HWE-Stack
Ubuntu 4.10 (Warty Warthog) 2.6.8
Ubuntu 5.04 (Hoary Hedgehog) 2.6.10
Ubuntu 5.10 (Breezy Badger) 2.6.12
Ubuntu 6.06 (Dapper Drake) 2.6.15
Ubuntu 6.10 (Edgy Eft) 2.6.17
Ubuntu 7.04 (Feisty Fawn) 2.6.20
Ubuntu 7.10 (Gutsy Gibbon) 2.6.22
Ubuntu 8.04 (Hardy Heron) 2.6.24 generic, server, openvz (universe), rt (universe), xen (universe)
Ubuntu 8.10 (Intrepid Ibex) 2.6.27 generic, server, virtual, rt (universe)
Ubuntu 9.04 (Jaunty Jackalope) 2.6.28 generic, server, virtual, rt (universe)
Ubuntu 9.10 (Karmic Koala) 2.6.31 generic, server, virtual, ec2, rt (universe)
Ubuntu 10.04 (Lucid Lynx) 2.6.32 generic, server, virtual, ec2, rt (universe), preempt (universe) 2.6.35, 2.6.38, 3.0
Ubuntu 10.10 (Maverick Meerkat) 2.6.35 generic, server, virtual, ec2
Ubuntu 11.04 (Natty Narwhal) 2.6.38 generic, server, virtual
Ubuntu 11.10 (Oneiric Ocelot) 3.0 generic, generic-pae, server, virtual
Ubuntu 12.04 (Precise Pangolin) 3.2 generic, generic-pae, virtual, lowlatency (universe), lowlatency-pae (universe) 3.5, 3.8, 3.11, 3.13
Ubuntu 12.10 (Quantal Quetzal) 3.5 generic, virtual, lowlatency (universe)
Ubuntu 13.04 (Raring Ringtail) 3.8 generic, virtual, lowlatency (universe)
Ubuntu 13.10 (Saucy Salamander) 3.11 generic, virtual, lowlatency (universe)
Ubuntu 14.04 (Trusty Tahr) 3.13 generic, virtual, lowlatency 3.16, 3.19, 4.2, 4.4
Ubuntu 14.10 (Utopic Unicorn) 3.16 generic, virtual, lowlatency
Ubuntu 15.04 (Vivid Vervet) 3.19 generic, virtual, lowlatency
Ubuntu 15.10 (Wily Werewolf) 4.2 generic, virtual, lowlatency
Ubuntu 16.04 (Xenial Xerus) 4.4 generic, virtual, lowlatency 4.8, 4.10, 4.13, 4.15
Ubuntu 16.10 (Yakkety Yak) 4.8 generic, virtual, lowlatency
Ubuntu 17.04 (Zesty Zapus) 4.10 generic, virtual, lowlatency
Ubuntu 17.10 (Artful Aardvark) 4.13 generic, virtual, lowlatency
Ubuntu 18.04 (Bionic Beaver) 4.15 generic, virtual, lowlatency 4.18, 5.0
Ubuntu 18.10 (Cosmic Cuttlefish) 4.18 generic, virtual, lowlatency
Ubuntu 19.04 (Disco Dingo) 5.0 generic, virtual, lowlatency
Ubuntu 19.10 (Eoan Ermine) 5.3 generic, virtual, lowlatency

Einige Kernelvarianten in Ubuntu
Variante Verwendung
generic für Desktop-Systeme geeigneter Kernel, ab Ubuntu 12.04 auch für Server verwendet
server für Server geeigneter Kernel, nur bis Ubuntu 11.10 von generic verschieden
virtual für virtuelle Maschinen geeigneter Kernel, ab Ubuntu 12.10 wird der generic-Kernel verwendet, es werden aber weniger Abhängigkeiten installiert (keine zusätzlichen Kernel-Module und Firmware)
lowlatency, preempt Kernel mit niedrigen Reaktionszeiten
rt auf Echtzeitverhalten optimierter Kernel, der den "Realtime-Patchset" 🇬🇧 von Ingo Molnár enthielt
generic-pae, lowlatency-pae Kernel für die i386-Architektur, die mit mehr als 4 GB RAM umgehen können
LTS-Versionen ab Ubuntu 14.04 enthalten weitere spezielle Varianten (z.B. für Cloud-Plattformen und virtuelle Systeme)