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Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.
In Linux müssen Dateisysteme, welche sich auf internen oder externen Geräten bzw. Datenträgern befinden, in das System eingebunden werden, damit man auf den Inhalt des Dateisystems zugreifen kann. Einige sehr häufig genutzte Synonyme für das Einbinden eines Dateisystems sind auch: "Ein Dateisystem wird gemountet", "Ein Dateisystem wird aufgesetzt" oder "Ein Dateisystem wird eingehängt".
Partitionen, die beim Installieren von Ubuntu bereits verfügbar sind, können durch einen automatisch erstellten Eintrag in der Datei /etc/fstab automatisch so ins System eingebunden werden, dass sie immer gleich nach dem Systemstart verfügbar sind. Dies gilt auch für Partitionen mit den Windows-Dateisystemen FAT und NTFS. Externe, über USB angeschlossene Datenträger werden von den Desktop-Umgebungen GNOME und KDE bei jedem Systemstart oder dank udev auch beim Einstecken im laufenden Betrieb ("HotPlug") erkannt und automatisch eingebunden. In diesen Fällen braucht sich der Benutzer meist um das Einbinden nicht zu kümmern.
Externe Datenträger werden in GNOME und KDE beim Systemstart automatisch erkannt und eingebunden, nicht aber neu eingerichtete interne Partitionen, die bei der Installation von Ubuntu noch nicht verfügbar waren.
Um Datenträger so ins System einzubinden, dass sie bei jedem Systemstart sofort verfügbar sind, genügt ein entsprechender Eintrag in der Datei /etc/fstab. Man spricht hier von "statischem Einbinden" oder von "statischem Mounten". Näheres dazu siehe hier.
Von "temporärem Einbinden" oder "temporärem Mounten" spricht man dann, wenn der Datenträger im laufenden Betrieb je nach Bedarf ein- und wieder ausgehängt werden kann. Dies macht man dadurch möglich, dass man in /etc/fstab im Eintrag für diesen Datenträger die Option noauto (eventuell zusammen mit user oder users) anfügt (siehe hier), oder auch dass man für diesen Datenträger auf einen Eintrag in etc/fstab ganz verzichtet.
Der Befehl zum temporären Einhängen eines Datenträgers ist mount; mit dem Befehl umount lässt sich dieser wieder aushängen. Die Syntax dieser Befehle hängt davon ab, ob für den Datenträger ein Eintrag in /etc/fstab besteht oder nicht; von den Optionen in diesem Eintrag hängt es ggf. auch ab, ob für die Befehle Root-Rechte (siehe sudo) nötig sind oder nicht.
"mount" und "umount" sind Bestandteil jedes Linuxsystems und müssen nicht extra installiert werden. Selbst dann, wenn man es überwiegend mit automatisch eingebundenen Datenträgern zu tun hat, ist eine gewisse Grundkenntnis zu mount durchaus vorteilhaft, da z.B. nicht unbedingt immer alle Windowslaufwerke richtig eingebunden werden. Außerdem unterstützen nicht alle Live-CDs (Rettungs-CDs) das automatische Einbinden von Laufwerken bzw. Datenträgern.
Bei Geräten (Dateisystemen usw.), für die noch kein Eintrag in /etc/fstab besteht, müssen in der mount-Befehlszeile alle Parameter, das Gerät und der Einhängepunkt angegeben werden. Da außerdem in diesem Fall grundsätzlich Root-Rechte nötig sind, lautet die Syntax von mount dann folgendermaßen [1]:
# allgemein: sudo mount [<Parameter>] <Gerät> <Einhängepunkt> # Beispiel: sudo mount -t ntfs -o umask=007,gid=046,uid=0,nls=utf8 /dev/sda1 /media/winxp
Wie das Beispiel zeigt, kann dies eine recht lange Befehlszeile ergeben, die dann bei jedem temporären Mounten einzugeben ist. Bei häufiger gebrauchten Geräten ist es deshalb besser, das temporäre Mounten durch einen Eintrag in /etc/fstab vorzubereiten, bei dem das automatische Einbinden beim Systemstart über die Option noauto unterbunden wird. Alle Parameter werden dann dort fest eingetragen. Mit einer der Optionen user oder users kann zudem das Mounten ohne Root-Rechte erlaubt werden:
#Beispiel: UUID=8A4831E44831CFA5 /media/winxp ntfs umask=007,gid=46,uid=0,nls=utf8,noauto,users 0 0
Die obige Befehlszeile vereinfacht sich dann zu
# allgemein: mount <Einhängepunkt> #Beispiel: mount /media/winxp
Ohne Parameter eingegeben bewirkt der Befehl mount die Anzeige aller systemweit eingebundenen (gemounteten) Geräte. Root-Rechte sind hierfür nicht nötig. Nicht angezeigt werden dabei Geräte, die mittels FUSE oder direkt über Hilfsmodule wie mount.cifs, mount.NFS oder mount.davfs eingebunden wurden.
Eine grundsätzliche Einführung zu Geräten unter Linux findet man in den Artikeln Datenverwaltung sowie (spezieller) Datenträger. Die Bezeichnung "Gerät" wird im Folgenden sehr allgemein verwendet, sie kann z.B. auch eine einzelne Partition einer partitionierten Festplatte bedeuten. Streng genommen wird mit <Gerät> nicht das Gerät selbst, sondern das Dateisystem des betreffenden Gerätes bezeichnet.
Alle beim Systemstart erkannten Geräte sind in dem Ordner /dev aufgeführt. Beim temporären Mounten ist es am einfachsten, das jeweilige Gerät durch seine Bezeichnung in diesem Ordner zu identifizieren (z.B. /dev/sda1), während man bei Einträgen in /etc/fstab die UUID oder ein Label bevorzugt.
Um ein Gerät einhängen zu können, muss zuerst ein Einhängepunkt (Mountpunkt) eingerichtet werden. Dies ist ein zunächst leerer Ordner, der sich prinzipiell in jedem Verzeichnis befinden kann. Üblich sind jedoch die Verzeichnisse /media oder /mnt. Über diesen Einhängepunkt wird dann später auf das eingehängte Dateisystem zugegriffen. Weil in diesen Verzeichnissen neue Ordner nur mit Root-Rechten angelegt werden können, gibt man folgende Zeile in einem Terminal ein:
#allgemein: sudo mkdir <Einhängepunkt> Beispiel: sudo mkdir /media/winxp
In manchen Fällen (z.B. bei Netzwerk-Dateisystemen) verwendet der Befehl mount Hilfsprogramme (z.B. mount.cifs), die verlangen, dass der Mountpunkt besitz desjenigen Benutzers ist, der mountet. Soll durch eine der Optionen user oder users das Einhängen ohne Root-Rechte erlaubt werden, dann darf man in diesen Fällen nicht vergessen, die Besitzrechte für den Einhängepunkt mittels "chown" noch auf den den einhängenden Benutzer zu übertragen.
Standardmäßig werden eingehängte Dateisysteme auf dem Desktop dann angezeigt, wenn sich ihr Einhängepunkt im Verzeichnis /media befindet, nicht jedoch, wenn er in /mnt liegt.
Der Einhängepunkt (also das Verzeichnis) muss existieren, damit ein Gerät darin eingehängt werden kann, er wird nicht automatisch angelegt.
Um ein Gerät einzubinden, spielen die Rechte des Einhängepunktes in der Regel keine Rolle (Ausnahmen gelten bei Netzwerk-Dateisystemen). Nach dem Einbinden überdecken die Rechte des eingehängten Dateisystems die des Einhängepunktes. Hier gibt es prinzipielle Unterschiede, je nachdem, ob das eingehängte Dateisystem die Unix-Rechteverwaltung unterstützt (z.B. ext2, ext3, ReiserFS) oder nicht (z.B. FAT, NTFS).
Dateisysteme mit UNIX-Rechteverwaltung: Das Dateisystem nimmt die Rechte beim Einbinden an einen beliebigen Ort quasi "mit". Denn die Rechte sind im jeweiligen Dateisystem gespeichert und nicht etwa "im" oder "am" Einhängepunkt. Daher sind die Rechte des Einhängepunkt-Verzeichnisses auch nicht weiter relevant für das Einbinden - entscheidend sind die Rechte im eingehängten Dateisystem. Beim Einhängen können diese Rechte über die Einhänge-Optionen bzw. die Einträge in der fstab nur noch weiter eingeschränkt werden. Diese zusätzlichen Einschränkungen gelten dann nur für diesen Einhängepunkt und werden nicht im eingehängten Dateisystem eingetragen.
Nach dem Einhängen können die Rechte in einem solchen Dateisystem mit den Befehlen chown und chmod verändert werden; die Einhänge-Optionen legen dabei nur den Rahmen fest, innerhalb dessen dies gestattet ist.
Dateisystemen ohne UNIX-Rechteverwaltung: Diese Dateisysteme haben entweder keine eigene Rechteverwaltung (wie z.B. FAT), oder diese wird ignoriert (wie z.B. bei NTFS). Stattdessen wird beim Einbinden eine Rechteverwaltung simuliert. Hierfür sind besondere Parameter vorgesehen (siehe hier). Die so festgelegten (simulierten) Rechte gelten dann immer für das gesamte Dateisystem und lassen sich nach dem Einbinden nicht mehr ändern (die Befehle chown und chmod sind wirkungslos). Die simulierten Rechte werden nicht ins Wurzelverzeichnis des Dateisystems eingetragen. Sie gelten deshalb nur für diesen Einhängepunkt und können beim erneuten Einhängen wieder ganz anders festgelegt werden.
mount kennt eine Reihe von Parametern, die beim Einhängen verwendet werden können. Die folgende Tabelle führt die gängigsten Parameter auf:
| Parameter von mount | |
| Parameter | Beschreibung |
-a | Es werden alle in der Datei /etc/fstab aufgeführten Geräte bzw. Dateisysteme eingehängt. Dies wird standardmäßig beim Systemstart durchgeführt. |
-o Option | Übergibt weitere Optionen an mount, diese sind hier aufgeführt. |
-t Typ | Es wird der Typ des einzuhängenden Dateisystems definiert. mount kennt alle gängigen Dateisysteme sowie einige "Exoten". Einige Typen sind z.B.: ext, ext2, ext3, reiserfs, nfs, iso9660 (für CDs), udf (für DVDs), vfat (=FAT32), ntfs uvm. Eine vollständige Übersicht findet man in den Man-Pages. |
-f | Simuliert die Durchführung von mount, der Befehl wird nicht wirklich ausgeführt. |
Eine vollständige Übersicht zu den Parametern findet man in den Man-Pages zu mount.
Der Parameter -o Option ist dabei besonders interessant bzw. wichtig, weil mit diesen Optionen des Verhalten des eingehängten Dateisystems sehr detailliert festgelegt werden kann.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über mögliche Optionen:
| Optionen von -o | |
| Option | Beschreibung |
atime | Access-TIME, Zugriffszeiten in der Inodetabelle speichern. Standard bis Ubuntu 7.10 |
relatime | Modifiziertes atime um die fsync Zugriffe zu reduzieren. Standard ab Ubuntu 8.04 |
noatime | Gegenteil zu atime. Wer keine Zugriffszeiten wissen möchte, kann mit dieser Option Festplattenaktivitäten reduzieren, da nicht jedesmal bei einen Dateizugriff die Inodetabelle aktualisiert werden muss. |
auto | das Dateisystem wird beim Aufruf von mount -a und beim Start automatisch mit eingehängt. Standard bei Einträgen in fstab |
noauto | Gegenteil zu auto |
defaults | das Gerät wird mit folgenden Optionen eingehängt: rw, suid, dev, exec, auto, nouser und async |
dev | Gerätedateien auf dem Dateisystem werden interpretiert |
nodev | Gegenteil zu dev |
exec | es können Binärdateien auf dem einzuhängenden Dateisystem ausgeführt werden |
noexec | Gegenteil zu exec |
ro | das Dateisystem wird nur-lesend (read-only) eingehängt |
rw | das Dateisystem wird beschreibbar (read-write) eingehängt |
sw | Swap |
suid | es können Programme mit gesetztem SetUID- oder SetGID-Bit auf dem eingehängten Dateisystem ausgeführt werden |
nosuid | Gegenteil zu suid |
sync | nach jedem Schreibvorgang wird geflusht, also der Bufferinhalt sofort auf den Datenträger geschrieben. Das ist z.B. bei USB Memory Sticks sehr hilfreich, weil man sie somit nicht unbedingt unmounten muss (bei Automountsystemen). |
async | es wird nicht immer direkt auf die Platte geschrieben, sondern es kann auch erst verspätet geschrieben werden. Das ist effizienter wenn z.B. mehrere Dateien gleichzeitig geschrieben werden sollen, kann aber eben bei CD's oder USB Sticks zu Datenverlust führen wenn nicht unmounted wird |
user | jeder Benutzer darf das Gerät mounten (hilfreich bei Wechseldatenträgen wie CD, DVD, etc.). Unmounten darf dann nur der Benutzer, der das Gerät gemountet hat. |
nouser | nur root kann das Dateisystem mounten und unmounten |
users | jeder Benutzer darf das Gerät mounten. Unmounten dürfen ebenfalls alle. |
user_xattr | "extended user attributes"; wird z.B. für den calenderserver für erweiterte Dateioptionen benötigt. |
Alle weiteren Optionen für -o findet man in den Man-Pages zu mount.
Es ist durchaus möglich, mehrere Optionen anzugeben. Dazu werden diese einfach mit einem Komma (aber ohne Leerstelle) voneinander getrennt, also z.B.: -o rw,suid,user
Die gleichen Optionen können auch bei Einträgen in /etc/fstab verwendet werden. Die Optionen auto und noauto sind nur dort sinnvoll.
Des weiteren gibt es noch eine Vielzahl von Optionen, die spezifisch für das jeweilige Dateisystem sind. Für das Einhängen von Windows-Dateisystemen (also FAT (vfat) und NTFS) sind dies u.a.:
| Optionen von -o für Windows-Dateisysteme | |
| Option | Beschreibung |
umask=MASKE | Setzt indirekt die Zugriffsrechte für alle Dateien, indem die Verbote angegeben werden. "MASKE" ist eine dreistellige Zahl. Die einzelnen Ziffern beschreiben dabei die Verbote jeweils des Eigentümers, der Gruppe und aller Anderen. Jede Ziffer setzt sich dabei aus kombinierbaren Einzelverboten zusammen: "4" bedeutet "Lesen verboten", "2" bedeutet "Schreiben verboten" und "1" bedeutet "Ausführen verboten". Die Kombination wird durch Summierung gebildet. Soll beispielsweise der Eigentümer sämtliche Rechte besitzen, die Gruppe nur Lesen und Ausführen dürfen und alle Anderen nichts von dem dürfen, so muss die MASKE wie folgt gebildet werden: Ziffer 1: (0) Ziffer 2: (2): Ziffer 3: (1+2+4=7), also 027 |
uid=ZAHL | setzt den Eigentümer für alle Dateien. "ZAHL" ist hierbei die ID des entsprechenden Benutzers. |
gid=ZAHL | setzt die Gruppenzugehörigkeit für alle Dateien. "ZAHL" ist hierbei ID der entsprechenden Gruppe |
utf8 | nur für FAT32 (-t vfat): es wird der UTF-8 Zeichensatz verwendet - kann dann notwendig werden, wenn Dateinamen Sonderzeichen oder Umlaute enthalten |
nls=utf8 | nur für NTFS: es wird der UTF-8 Zeichensatz verwendet - kann dann notwendig werden, wenn Dateinamen Sonderzeichen oder Umlaute enthalten |
locale=de_DE.utf8 | nur für NTFS-3G: es wird der UTF-8 Zeichensatz verwendet - kann dann notwendig werden, wenn Dateinamen Sonderzeichen oder Umlaute enthalten |
iocharset=iso8859-1 | alternativer Zeichensatz, falls es trotz UTF-8 zu Darstellungsfehlern kommt |
Unter Umständen werden Änderungen an diesen Paramtern erst nach einem Neustart wirksam - ein unmounten und erneutes mounten reicht nicht aus.
Bei Mehrbenutzer-Systemen hat sich dabei folgende Kombination bewährt: Formatierter Text
uid=0,gid=46,umask=007
Wird ein Windows-Dateisystem mit diesen Optionen eingebunden, so ist der Eigentümer aller Dateien der Benutzer "root" (uid=0), die Dateien werden der Gruppe "plugdev" zugewiesen (gid=46). Der Eigentümer hat keine Einschränkungen, genauso wenig die Mitglieder der Gruppe, und alle Anderen haben keine Zugriffsrechte (umask=007). Dies gilt dann automatisch auch für neu angelegte Dateien oder für Dateien, die auf diese Partition kopiert werden.
Nun muss nur noch sichergestellt werden, dass diejenigen Nutzer, die auf die entsprechenden Dateisysteme voll zugreifen dürfen sollen, der Gruppe "plugdev" zugeordnet sind. Das ist standardmäßig für alle Benutzer der Fall. Diese Zuordnung kann in der Benutzerverwaltung ("System -> Systemverwaltung/Administration -> Benutzer und Gruppen") individuell für jeden Anwender in dessen "Eigenschaften" über das Benutzerrecht "Automatisch auf externe Speicherlaufwerke zugreifen" beeinflusst werden.
Bei Einbenutzer-Systemen oder bei überwiegendem Zugriff durch den gleichen Benutzer empfiehlt es sich, die Partition nicht als Eigentum von "root", sondern als Eigentum dieses Benutzers einzubinden. Dafür ist dann statt "uid=0" die UID des Benutzers und statt "gid=46" die GID seiner Gruppe einzutragen (siehe hier), z.B.:
uid=1000,gid=1000
Dies hat Vorteile beim Kopieren und Verschieben von Dateien (Datum, Uhrzeit) und bei der Freigabe von Dateien in einem Netzwerk.
Ändert sich beim Kopieren oder Verschieben einer Datei oder eines Ordners auf eine FAT- oder NTFS-Partition der Eigentümer, so gilt die Datei oder der Ordner dort als neu angelegt. Das bisherige Datum und die bisherige Uhrzeit werden dann durch die momentanen Werte ersetzt.
Für Schreibzugriffe auf NTFS-Partitionen wird das Kernel-Modul ntfs-3g verwendet. Die erste stabile Version davon ist erst im Februar 2007 erschienen, und diese garantiert die Sicherheit von Schreibzugriffen erst ab der Kernel-Version 2.6.20. Deshalb ist der Schreibzugriff auf NTFS-Partitionen standardmäßig erst ab Ubuntu 7.10 Gutsy Gibbon vorgesehen.
Nähere Einzelheiten siehe hier.
Die Standard-Werte der Zugriffsrechte sind für FAT- und NTFS-Partitionen verschieden (FAT: 0755 bzw. umask=022, NTFS: 0777 bzw. umask=000)
Der Befehl "mount" kann auch zum Einbinden von Netzwerk-Laufwerken oder von einzelnen Freigaben in einem Samba- oder NFS-Netzwerk verwendet werden. Wenn das Paket smbfs bzw. NFS installiert ist, dann ruft er aber nur die jeweils eigenen Mount-Module mount.cifs (Samba) und mount.NFS (NFS) auf und übergibt diesen alle nötigen Daten und Optionen. Letztere stimmen teilweise, aber nicht vollständig mit den Optionen bei echten Dateisystemen überein. Nähere Einzelheiten siehe Samba Client cifs und NFS sowie die Manpage man mount.cifs bzw. man mount.NFS.
Das echte Einhängen von Netzwerk-Laufwerken und -Freigaben in das lokale Dateisystem hat gegenüber anderen Arten des Zugriffs (siehe z.B. Samba Client GNOME oder Samba Client KDE) den großen Vorteil, dass dann alle Anwendungen ohne Einschränkungen auf die Freigaben genau wie auf lokale Dateien zugreifen können.
Die Mount-Optionen user und users sind für cifs und NFS nur dann wirksam, wenn für die Module mount.cifs bzw. mount.NFS das SUID-Bit gesetzt ist. Um das damit verbundene Risiko zu vermindern, verlangen diese Module, dass der MountpunktBesitz des mountenden Benutzers ist.
Wie bereits in der Einleitung beschrieben, werden externe USB-Laufwerke (USB Sticks, USB Festplatten usw.) von den großen Desktop-Umgebungen GNOME und KDE automatisch erkannt und eingehängt. Es kann jedoch sinnvoll sein, diese statt dessen statisch einzubinden (z.B. wenn man sie im Netzwerk freigeben möchte). Manchmal zieht man es auch vor, externe Datenträger von Hand temporär einzubinden, weil man andere Optionen wünscht als die Standardwerte. Außerdem beherrschen nicht alle Desktop-Umgebungen das automatische Einbinden.
Für das Einbinden externer Datenträger gelten genau die gleichen Regeln wie für interne Laufwerke. Die dafür gewählten Einstellungen und Optionen haben Vorrang vor den Einstellungen und Optionen beim automatischen Einbinden.
Bei Datenträgern mit Schreibrechten werden standardmäßig zu schreibende Daten zwischengespeichert und erst beim Aushängen auf den Datenträger geschrieben. Deshalb müssen beschreibbare externe Datenträger grundsätzlich korrekt ausgehängt werden, bevor man sie entfernen darf. Eine sichere, aber deutlich langsamere Alternative ist die Option sync.
Beschreibbare externe Datenträger, die ohne die Option sync eingehängt wurden, müssen vor dem Entfernen unbedingt wieder korrekt ausgehängt werden!
Dieser Abschnitt wendet sich vor allem an fortgeschrittene Benutzer
Normalerweise verwendet man den Befehl "mount", um ganze Partitionen oder Dateisysteme einzubinden. In Verbindung mit der Option -- bind lassen sich auch einzelne Ordner oder Dateien eines Dateisystems zusätzlich noch an einem eigens dafür eingerichteten, besonderen Mountpunkt einhängen. Der Ordner oder die Datei bleibt dabei innerhalb des ersten eingebundenen Dateisystems unverändert bestehen. Das Verfahren hat Ähnlichkeit mit einem symbolischen Link ("Symlink"), ist aber nicht damit identisch. Folgende Unterschiede sind zu beachten:
Im Gegensatz zu einem Symlink kann ein mit mount --bind eingehängtes Verzeichnis nicht mit rm oder rmdir gelöscht werden, auch nicht mit Root-Rechten. Man kann es lediglich mit umount wieder aushängen.
Ein mit mount --bind temporär gemounteter Ordner wird beim Herunterfahren des Systems ausgehängt und ist nach einem Neustart nicht automatisch wieder sichtbar.
Gewisse Einschränkungen für Symlinks in Netzwerk-Freigaben gelten nicht für mit mount --bind eingehängte Ordner (siehe z.B. cifs).
Syntax:
# Allgemein: sudo mount --bind <Einhängepunkt_1>/<Ordner> <Einhängepunkt_2> # alternativ: sudo mount -o bind <Einhängepunkt_1>/<Ordner> <Einhängepunkt_2> # Beispiel: sudo mount --bind /media/Daten/Downloads /home/Max/Downloads
Die Option bind lässt sich entsprechend auch bei Einträgen in fstab verwenden.
Beim Herunterfahren (Shutdown) des Systems werden alle eingebundenen internen und externen Datenträger automatisch korrekt ausgehängt. Manchmal möchte man jedoch einen Datenträger im Betrieb wieder aushängen. Insbesondere bei externen Datenträgern ist dies nötig, wenn man sie bei laufendem Rechner entfernen möchte.
Um ein Dateisystem wieder auszuhängen, existiert der Befehl "umount". Dabei sind genau die gleichen Rechte nötig, mit denen das Dateisystem auch eingebunden wurde. Das automatische Einhängen externer Geräte geschieht meist ohne, das Einhängen von Hand dagegen häufig mit Root-Rechten. Im letzteren Fall lautet die Befehlszeile:
# Allgemein: sudo umount <Gerät> # alternativ sudo umount <Einhängepunkt> # Beispiel: sudo umount /dev/sda1
Datenträger und Geräte, die ohne Root-Rechte eingehängt wurden, kann man in den grafischen Oberflächen GNOME und KDE auch per Mausklick aushängen. Unter GNOME klickt man dazu mit der rechten Maustaste auf das Desktopsymbol des Geräts und wählt man den Punkt "Auswerfen". Unter KDE wählt man im Kontextmenue des Laufwerk-Symbols auf dem Desktop oder im Dateimanager den Punkt "Aktionen -> Sicher entfernen". Nach einer kurzen Zeit verschwindet das Symbol, und man darf das Gerät (z.B. den Wechseldatenträger) nun entfernen.
PySDM
ist ein grafisches Werkzeug, mit dem sich Datenträger konfigurieren und wahlweise statisch oder temporär einbinden lassen. Das Paket
pysdm
kann aus den Paketquellen installiert werden[4].
Leider kann PySDM Datenträger nur über ihren Eintrag in /dev identifizieren. Einträge in /etc/fstab, bei denen die Identifikation über die UUID des Datenträgers oder ein Label erfolgt, werden von PySDM ignoriert und lassen sich deshalb damit auch nicht bearbeiten.
Im Folgenden einige Beispiele zur Verwendung von mount. In einigen Fällen wird dabei auf Beispiele in anderen Artikeln verwiesen, wo der Befehl mount ebenfalls eingesetzt wird.
1. Im ersten Beispiel wird mit Hilfe des Befehls mount angezeigt, welche Geräte aktuell eingehängt sind. Dazu wird im Terminal einfach der Befehl "mount" ohne weitere Parameter aufgerufen. Hierzu sind Root-Rechte nicht nötig:
mount
Man erhält z.B. folgende Ausgabe:
/dev/sda6 on / type reiserfs (rw,notail) proc on /proc type proc (rw,noexec,nosuid,nodev) /sys on /sys type sysfs (rw,noexec,nosuid,nodev) varrun on /var/run type tmpfs (rw,noexec,nosuid,nodev,mode=0755) varlock on /var/lock type tmpfs (rw,noexec,nosuid,nodev,mode=1777) procbususb on /proc/bus/usb type usbfs (rw) udev on /dev type tmpfs (rw,mode=0755) devpts on /dev/pts type devpts (rw,gid=5,mode=620) lrm on /lib/modules/2.6.20-16-generic/volatile type tmpfs (rw) /dev/sda8 on /media/dapper type reiserfs (rw,notail) /dev/sda5 on /media/daten type vfat (rw,umask=0000) none on /dev/shm type tmpfs (rw,size=400M) binfmt_misc on /proc/sys/fs/binfmt_misc type binfmt_misc (rw)
Wie man sieht werden hier einige weitere Geräte angezeigt, die nicht in der Datei /etc/fstab auftauchen. Dies sind in der Regel Geräte, die der Kernel benötigt (z.B. das Verzeichnis /sys), und die von diesem automatisch eingehängt werden.
2. Im zweiten Beispiel wird ein FAT32-formatierter USB-Stick (Gerät /dev/sdb) nur-lesend in das Verzeichnis /media/usbstick eingehängt:
mount -t vfat -o ro /dev/sdb /media/usbstick
3. Im dritten Beispiel geht es um das Einhängen von Windows-Laufwerken. Im folgenden Beispiel wird eine NTFS-Partition auf /dev/sda1 in das Verzeichnis /media/windowsxp eingehängt:
mount -t ntfs -o umask=007,gid=046,uid=0 /dev/sda1 /media/windowsxp
Möchte man das Dateisystem lieber nur zum Lesen einhängen, so verwendet man folgenden Befehl:
mount -t ntfs -o umask=227,gid=046,uid=0 /dev/sda1 /media/windowsxp
Kommt es zu Problemen beim Zugriff auf die Partition, so kann man versuchen, das Dateisystem ohne die Option -o gid=046 einzuhängen
4. Im vierten Beispiel wird gezeigt, wie man eine Image-Datei (hier die Datei ~/loop_image.img) per Loop-Mount einhängt. Anschließend kann auf das Image wie auf eine normale Partition oder ein CD-/DVD-Laufwerk zugegriffen werden.
sudo mount -o loop ~/loop_image.img /media/loop_mount
5. Das fünfte Beispiel behandelt das Einbinden von RAM-Disks bzw. temporären Laufwerken. Diverse Beispiele hierzu findet man im Artikel RAM-Disk erstellen und auch im Artikel zu QEMU an dieser Stelle.
6. Das Einbinden von Ordnern als Laufwerke
In diesem Fall möchte man ein neues /usr-Verzeichnis anlegen und benutzt dafür den "Ordner" auf der "Partition":
mount --bind /partition/ordner /usr
Um nun dauerhaft einen Ordner einzubinden, ist in die /etc/fstab nun folgende Zeile einzutragen:
/partition/ordner /usr none bind 0 0
Das Ziel und Quellverzeichnis sind variabel, lediglich die Parameter sollten beibehalten werden. Diese Funktion ist nützlich wenn, man z.B. aus Platzgründen Teile des Systems auslagern muss, auf bereits vorhandene Partitionen, aus denen man selber aber keine weiteren mehr erstellen kann (weil es z.B. schon vier primäre Partitonen gibt). Natürlich kann man so auch die allgemeine Partitionierung größtenteils umgehen.
Ein ausführliches Beispiel der Verwendung von mounts auf Ordner wird im Artikel udev, Abschnitt "Beispiel" anhand einer Musiksammlung auf der externen Festplatte beschrieben.
fstab: Aufbau und Einträge der Datei /etc/fstab
Windows-Partitionen einbinden: Einbinden von FAT- und NTFS-Partitionen
Samba Client cifs: Windows- und Samba-Freigaben statisch und temporär einbinden
NFS: Das beliebte Netzwerk-Protokoll für Linux
Externe Laufwerke statisch einbinden: Besonderheiten beim statischen Einbinden externer Datenträger
USB-Datenträger automatisch einbinden: Der Titel sagt es.
CDemu - Image-Dateien (auch propitäre) als virtuelles CD-Laufwerk einbinden
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