Es kann immer mal vorkommen, dass sich ein Computer spontan aufhängt oder aus irgendwelchen Gründen nicht so funktioniert, wie er funktionieren sollte. Die Gründe sind vielfältig: Fehlerhafte Hard- oder Software, falsche Konfigurationen oder eine missglückte Programminstallation.
Es gibt auf jeden Fall ein paar Dinge, die der Nutzer nicht machen sollte und andere Dinge, die man zur Rettung der Daten versuchen kann. Die folgenden Seiten sollen Wege aufzeigen, wie ein Notfall zu lösen ist.
Das Thema "Notfall" ist in mehrere Kapitel unterteilt
Falls man sich nicht einloggen kann, weil man sich aus dem Homeverzeichnis ausgesperrt hat
Falls die Ubuntu CD nicht startet (z.B. als Rettungs- und Notfallsystem)
und im Folgendem Grundlagen bei Problemen und Fehlern.
Auch wenn das System nicht mehr zu reagieren scheint, so darf man nicht einfach einen Hardwarereset durchführen oder den Rechner abschalten, ohne alle anderen Möglichkeiten (s.u.) versucht zu haben.
Eine Neuinstallation ist nur in zwei Fällen sinnvoll:
Wenn man nicht weiß, wo genau das Problem liegt oder welches Gerät defekt ist. Z.B. kann man bei Datenverlusten durch Festplattenfehler oder nach einem Hackerangriff nie genau sicher sein, was am System beeinträchtigt bzw. manipuliert wurde.
Wenn die Reparatur aufwändiger als eine Neuinstallation wäre, und das ist bei Linux-Systemen eher selten der Fall, obwohl auch die Installation nicht gerade kompliziert ist.
Es ist damit zu rechnen, dass man den Fehler nicht beseitigt, sondern den Überblick über die eigenen Aktionen verliert, wenn man nicht genau weiß, was man tut. Viele Reparaturaktionen können, fehlerhaft ausgeführt, fatale Folgen haben. Im Zweifelsfall also nachfragen, ob der geplante Schritt sinnvoll ist.
Tritt beim Befolgen einer Anleitung ein Fehler auf, nicht einfach fortfahren, sondern mit der genauen Fehlermeldung um Hilfe bitten. Bevor ein eigenes Thema im Forum aufgemacht wird, bitte eine Suchmaschine der Wahl bemühen und die Forensuche benutzen.
Wenn das System nicht zu reagieren scheint, ist das noch kein Grund gleich den Reset-Knopf zu drücken oder den Netzstecker zu ziehen. Zuvor gibt es verschiedene andere Möglichkeiten.
Sollte die graphische Oberfläche nicht starten oder nicht korrekt starten, so kann man meist immer noch in der Textkonsole arbeiten.
Mittels der Tastenkombination Strg + Alt + F1 kann man in eine Textkonsole wechseln, in der man das Problem nach dem Einloggen eventuell lösen kann.
Die grafische Oberfläche einschließlich aller in ihr gestarteten Programme kann man mit Strg + Alt + ⌫ gewaltsam beenden. Normalerweise wird sie danach neu gestartet.
Seit Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope ist die Tastenkombination Strg + Alt + ⌫ deaktiviert. Die grafische Oberfläche lässt sich aber dennoch mit Alt + Druck + K beenden. Daraufhin wird sie normalerweise automatisch neu gestartet. Siehe hierzu auch Magic SysRQ.
Sofern man die ursprünglichen Tasten nutzen möchte, muss die xorg.conf bearbeitet werden. Für den Gnome-Desktop kann man das auch über GNOME Tastenkürzel einstellen.
Die Reaktion auf diese Tastenkombinationen erfolgt unter Umständen deutlich verzögert und sehr langsam.
Sollte es Probleme mit dem XServer geben, hilft der zugehörige Artikel weiter.
Auf der Konsole löst die Tastenkombination Strg + Alt + Entf einen kontrollierten Neustart aus.
Dies funktioniert nicht innerhalb der grafischen Oberfläche, daher muss man vorher wie oben beschrieben in eine Textkonsole wechseln.
Der Rebootvorgang wird unter Umständen deutlich verzögert eingeleitet und kann sehr langsam erfolgen.
Das ist bei den folgenden Notkommandos, die - nacheinander ausgeführt - einen möglichst schonenden Neustart unmittelbar erzwingen etwas anders:
Die Tasten Alt + Druck stehen für S-Abf. Bei manchen Tastaturen (insbesondere bei Notebooks) kann dafür eine andere Tastenkombination erforderlich sein, beispielsweise Fn+Einf bzw. Fn+Entf. Bei Tastaturen mit einem nicht-deutschen Layout kann die Taste auch Sys Rq heißen. Die folgenden Tastenkombinationen sind entsprechend anzupassen.
Für den Magic-SysRQ muss man bei den meisten Rechnern Alt + Druck drücken, bei manchen aber auch Alt Gr + Druck - egal wie die "tatsächliche" Belegung ist! Die folgenden Tastenkombinationen für die Notkommandos sind entsprechend anzupassen.
| Notkommandos | |
| Taste(n) | Beschreibung |
| Alt + Druck + R | nimmt der graphischen Oberfläche den Zugriff auf Tastatur. |
| Alt + Druck + E | sendet allen Programmen (außer Init) das SIGTERM-Kommando, worauf diese sich nach Möglichkeit beenden und dabei ggfs. ihre Daten sichern. Danach sollte man einige Sekunden warten. |
| Alt + Druck + I | sendet allen verbleibenden Programmen (außer Init) das SIGKILL-Kommando, so dass diese Programme zwangsweise beendet werden. |
| Alt + Druck + K | sendet allen Programmen des virtuellen Terminals (in der Regel X) das SIGKILL-Kommando, so dass diese Programme zwangsweise beendet werden. |
| Alt + Druck + S | führt dazu, dass anstehende Schreibvorgänge auf Datenträger ausgeführt werden. Auf diese Art gehen keine Daten verloren. Dies kann einige Sekunden bis Minuten dauern, je nachdem wie beschäftigt das System ist. In diesem Schritt wird man ausgeloggt. Es kann notwendig sein, mehrmals eine Taste zu drücken, bis alle Meldungen durchgelaufen sind. |
| Alt + Druck + U | führt dazu, dass alle Datenträger nur lesbar eingebunden werden. Wieder einige Sekunden warten. |
| Alt + Druck + B | führt zum sofortigen Neustart des Systems. Alternativ kann man das System mit Alt + Druck + O abschalten. |
Details hierzu findet man im Artikel Magic SysRQ,
Es ist möglich, von einem laufenden Linux-System aus in ein anderes zu "wechseln" und sich in diesem praktisch so zu bewegen, als hätte man es direkt gestartet. Dies kann man sich zunutze machen, wenn das installierte System nicht mehr starten will. Siehe dazu: chroot/Live-CD.
Diese Revision wurde am 20. November 2011 um 15:13 Uhr
von aasche erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet:
Einsteiger, Notfall
2004 – 2011 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten