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Samba

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Samba_Server/samba-logo.png Der Name Samba leitet sich ab vom Netzprotokoll SMB (Server Message Block). Dieses wurde bereits 1983 von IBM entwickelt. Microsoft bezeichnete die 1996 überarbeitete Version SMBv1 mit CIFS. SMBv1 blieb langezeit Standard, obwohl bereits 2006 die Version SMBv2 und dann 2012 die Version SMBv3 (SMB3.0) veröffentlicht wurden. Die aktuelle Version von SMBv3 (SMB3.1.x) wurde 2015 mit Windows 10 eingeführt. Das Protokoll SMBv1 (CIFS) gilt inzwischen als veraltet, "geschwätzig", langsam und unsicher, wird aber leider immer noch verwendet.

Mit Samba steht seit 1992 eine Implementation des SMB-Protokolls auch auf UNIX-Systemen (Linux etwas später) zur Verfügung. Ab Samba 3.6 (ab Ubuntu 14.04 LTS) wurden dann auch die Protokolle SMBv2 und SMBv3 schrittweise als Optionen nach Samba übernommen. Seit September 2017 ist nun auch in Samba SMBv3 Standard, und seit Samba 4.11 (ab Ubuntu 20.04 LTS) wird, wie auch in Windows 10, das Protokoll SMBv1 in der Grundeinstellung nicht mehr unterstützt.

Samba kann als "Server" fungieren, um Daten (Ordner, Dateien, Festplatten, CD-Laufwerke usw.) mit anderen Rechnern im Netzwerk zu teilen. Dies wird auch als Einrichten von Freigaben bezeichnet. Gibt es eine SMB-Version, die sowohl auf dem Server als auch auf dem Client automatisch (d.h. ohne Einstellungen von Hand zu ändern) aktivierbar ist, so sollte der Samba-Server auf dem (Windows- oder Linux-) Client in der Netzwerkumgebung auftauchen. Von dort aus können die Freigaben temporär, d.h. für die jeweilige Sitzung, eingebunden werden. Alternativ lassen sich regelmäßig gebrauchte Freigaben auf dem Client auch statisch als Netzlaufwerke Einbinden. Das Einrichten Allgemeiner Freigaben auf dem Server ist eine administrative Aufgabe und benötigt Root-Rechte. Damit aber jeder Benutzer seine eigenen Dateien auch ohne Root-Rechte im lokalen Netzwerk freigeben kann, wurde mit Samba 3.0.23 das Tool net usershare eingeführt. Dieses wird z.B. von den Dateimanagern Nautilus und Dolphin verwendet.

Samba dient aber auch dazu, um als "Client" auf Freigaben anderer Rechner zuzugreifen. Das in Ubuntu und Xubuntu standardmäßig eingerichtete Netzwerk-Dateisystem GVfs unterstützt neben einigen anderen Netzwerk-Diensten auch Samba. Mit dem GVfs kann man im Netzwerk vorhandene Server ermitteln ("browsen") und deren Freigaben temporär ins lokale Dateisystem einbinden. Dieses "Computer-Browsing" im Windows-Netzwerk verwendet zusätzliche Protokolle und Server. Das GVfs wird standardmäßig von den Netzwerk-Managern Nautilus, Thunar und anderen unterstützt. Außerdem gibt es für das GVfs ein spezielles graphisches Tool Gigolo. In ähnlicher Weise verwenden in Kubuntu die Dateimanager Dolphin und Konqueror einen KIO-Slave zum Einbinden von Samba-Freigaben.

Für höhere Ansprüche kann für SMB zusätzlich noch ein spezielles Netzwerk-Dateisystem CIFS-VFS installiert werden, das noch wesentlich mehr Optionen unterstützt.

In reinen Linux-Netzwerken ist NFS (Network File System) eine Alternative zu Samba.

Samba kann auch Drucker freigeben und Windows-Clients bei der Einrichtung von Druckern unterstützen. Eine Alternative für die Freigabe von Druckern ist CUPS.

Samba 4

Seit Ubuntu 14.04 LTS sind statt der bisherigen Versionen 3.xx nach einer sehr langen Vorbereitungsphase ausschließlich Samba-Versionen 4.xx in den Paketquellen enthalten. Die sicher wichtigste Neuerung in Samba 4.0 ist, dass nun ein Samba Server in einem Windows-Netzwerk uneingeschränkt auch die Funktion eines zum Microsoft Active Directory® (AD) kompatiblen Domain Controllers (DC) übernehmen kann. Dies ist jedoch nur für die Administration von komplexen, größeren Netzwerken von Bedeutung. Da diese Thematik sehr gründliche Vorkenntnisse und Einblicke in die Struktur von Windows-Netzwerken verlangt, übersteigt sie den Rahmen dieses Wiki. Für Interessenten befinden sich am Ende dieses Artikels Links zu weiterführender Literatur.

Hinweis:

Die Funktionen "Server" und "Client" sind in Samba nicht streng nach Rechnern getrennt. Der gleiche Rechner kann als Server Freigaben für andere Rechner bereitstellen und gleichzeitig auch als Client auf Freigaben anderer Server zugreifen.

Die Bezeichnung "Server" bedeutet in diesem Zusammenhang also nicht, dass sich die Ausführungen nur auf eine Server-Version von Ubuntu beziehen.

Gliederung und Überblick

Das Themengebiet Samba wird auf mehreren Wiki-Seiten behandelt, die sich hinsichtlich der Ausführlichkeit und des Niveaus stark unterscheiden:

Einführende Seiten, Basics

  • Samba - Überblick und Grundbegriffe (diese Seite)

Freigaben bereitstellen

Auf Freigaben zugreifen

  • Samba Client GNOME - Mit dem Dateimanager, bevorzugt GNOME/Nautilus, auf Freigaben anderer Rechner (Server) zugreifen. Mit gewissen Einschränkungen ist diese Seite auch für Xfce (Xubuntu) gültig.

  • Samba Client KDE - Mit KDE auf Freigaben anderer Rechner (Server) zugreifen

Weiterführende Seiten zu einzelnen Themen

Samba Server

Wer in Samba mehr als nur die elementaren Optionen nutzen möchte, welche die GUI bereitstellt, kommt an folgenden Seiten nicht vorbei:

  • Samba Server - Allgemeines über Samba als Server. Einrichten eines Samba-Servers auch ohne GUI (die Einrichtung eines Samba-Servers als zum Microsoft Active Directory® kompatibler Domain-Controller ist nicht Gegenstand dieses Artikels).

  • Samba Server/smb.conf - Aufbau der Konfigurationsdatei für Samba-Server, diese Datei dient jedoch auch zur Konfiguration von SMB-Clients, welche die Samba-Bibliotheken verwenden! Dies betrifft beispielsweise smbclient und über GVfs auch Nautilus und Thunar.

  • Samba Server/net usershare - Freigaben als normaler Benutzer (ohne Root-Rechte) einrichten

Samba Client

Die folgenden Seiten vermitteln Grundwissen, das vor allem für das Einbinden von Hand und für das automatische Einbinden beim Booten wichtig ist:

  • gvfs-mount – Einfacher Zugriff auf Netzwerk-Freigaben über das GVfs (unterstützt verschiedene Netzwerk-Dienste, nicht nur Samba). Gültig bis Samba 16.04 LTS.

  • gio mount – Lokale und entfernte Orte im GVfs einbinden. Gütlig ab Ubuntu 18.04 LTS.

  • Samba Client cifs – Einbinden von Freigaben ins Dateisystem des Client mit CIFS-VFS. Dieses ist deutlich anspruchsvoller als das GVfs, erlaubt aber auch mehr individuelle Optionen.

Die folgenden Seiten beschreiben grafische Werkzeuge, die das grafische Browsen und Einbinden wesentlich erleichtern:

  • Gigolo – das graphische Tool zum GVfs.

  • Smb4K – Ein vielseitiges Werkzeug speziell für KDE

  • SMBNetFS ist eine Alternative zum GVfs bzw. KIO-Slave mit etwas mehr Zugriffs-Optionen (nur für Samba).

Und schließlich ist auch über ein Terminal der Zugriff auf Freigaben möglich:

  • smbclient ist vor allem bei Problemen ein willkommenes, vielseitiges Hilfsmittel

Spezielle Themen für Fortgeschrittene

# Die enorme Vielseitigkeit von Samba erlaubt es, auch sehr komplexe und schwierige Probleme über Samba zu lösen. # === Samba Server ===

Benutzung von Domänenkonten

* Samba Winbind - Beschreibung, wie man Ubuntu an einer Windows-Domäne anmeldet, um die Benutzer am "Active Directory" zu authentifizieren.

Grundlagen und Begriffe

Freigaben

Dienste, die über das SMB/CIFS-Protokoll im Netzwerk verteilt werden, nennt man Freigaben. Damit ist in der Regel der Zugriff auf Dateien und Ordner im lokalen Netzwerk gemeint. Aber auch Drucker können freigegeben werden.

Allgemeine Freigaben

"Allgemeine Freigaben" (nicht zu verwechseln mit "Öffentliche Freigaben" mit erlaubtem Gast-Zugriff) werden durch einen Eintrag in die Datei /etc/samba/smb.conf mit Root-Rechten erstellt.

Persönliche Freigaben

Samba bietet mit dem Werkzeug net usershare auch gewöhnlichen Benutzern der Gruppe sambashare die Möglichkeit, für eigene Dateien und Ordner ohne Root-Rechte "Persönliche Freigaben" einzurichten (nicht zu verwechseln mit "Geschützte Freigaben", auf die nur mit Benutzername und Kennwort zugegriffen werden kann). Verschiedene Dateimanager verwenden net usershare, um Ordner und Dateien freizugeben.

Netzwerk-Protokolle

SMB

SMB ist ein auf NetBEUI/NetBIOS oder TCP/IP aufbauendes Protokoll, um Dienste im Netzwerk zu Verfügung zu stellen. Es wurde ursprünglich von der Firma IBM entwickelt und bildet auch die Grundlage für neuere Samba-Versionen.

SMBv1 (CIFS)

Bereits im Jahre 1996 wurde SMB von Microsoft erweitert und in CIFS (Common Internet File System) umbenannt. Das Protokoll SMBv1 (CIFS) wurde von Windows-xp ff. und von den Samba-Versionen 3.xx langezeit ausschließlich verwendet. Heute gilt SMBv1 als unsicher. Die Bezeichnung cifs erscheint aber immer noch im Namen verschiedener Samba-Biblheken (z.B. cifs-utils), die sich auch für neuere SMB-Versionen eignen. Seit Samba 4.11 (seit Ubuntu 20.04 LTS wird SMBv1 in der Standard-Einstellung nicht mehr unterstützt.

SMBv2

Beim Protokoll SMBv2 (Windows ab vista) wurde nicht nur die Performance verbessert (z.B. höhere Übertragungs-Geschwindigkeit). Es bietet auch eine bessere Sicherheit. Einige Optionen fielen deshalb weg. So wird mit SMBv2 vom Server z.B. keine Freigaben-Liste mehr angeboten. Ab Version 3.6.0 bietet Samba neben SMBv1 optional auch das Protokoll SMBv2 an.

SMBv3

Unter den zahlreichen neuen Optionen von SMBv3 ist wohl die "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" die wichtigste. Durch diese wird die Sicherheit wesentlich erhöht. In Windows-10 ist SMBv3 nun Standard. Samba bietet dieses Protokoll ab der Version 4.1 an (veröffentlicht Oktober 2013, Ubuntu ab Ubuntu 14.04 LTS). Bis Version 4.6 (bis September 2017) blieb aber SMB1 die Standard-Einstellung. Seither ist nun das höchste unterstützte Protokoll Standard.

Die CIFS-UNIX-Erweiterungen (gültig für SMBv1)

Um das CIFS-Protokoll auch für reine UNIX- bzw. Linux-Netze neben NFS zu einer vollwertigen Alternative zu machen, wurden von Hewlett-Packard die CIFS-UNIX-Erweiterungen (cifs UNIX Extensions) eingeführt. Schon seit der Samba-Version 2.2.4 (Mai 2002) stehen sie als Erweiterung des Protokolls SMBv1 (cifs) auch in Linux zur Verfügung. Wegen einiger Sicherheits-Lücken wurden sie aber für das nachfolgende Protokoll SMBv2 nicht übernommen.

Mit den "CIFS-UNIX-Erweiterungen" werden im Einzelnen unterstützt:

Um die cifs-UNIX-Erweiterungen nutzen zu können, müssen die Freigaben auf dem Client mit dem CIFS-VFS (nicht GVfs!) eingebunden sein oder über ein Terminal mittels smbclient angesprochen werden.

Hinweis:

Die ursprünglich für das Protokoll SMBv1 entwickelten UNIX Erweiterungen unterstützten die POSIX-ACL nicht und erwiesen sich zudem als unsicher. Deshalb wurden sie nicht in das Nachfolge-Protokoll SMBv2 übernommen. Eine völlige Neubearbeitung, die neben den UNIX-Dareirechten auch die POSIX-ACL und Windows-ACL unterstützt, wurde unter der Bezeichnung POSIX Extensions ab SMB 3.1.1 ins Protokoll übernommen. Die POSIX Extensions werden derzeit von Windows (Server und Client) und vom CIFS-VFS (Client), aber leider noch nicht von Samba als Server unterstützt (Stand Juni 2020, Samba 4.11.6).

Windows- und Posix-ACL

Die cifs-UNIX-Extensions arbeiten mit UNIX-Dateirechten und verwenden zur Identifikation von Benutzern und Gruppen die numerischen Werte von UID und GID. Windows kennt diese nicht und arbeitet statt dessen mit SID und eigenen ACL, die mit den in Ubuntu/Linux verwendeten POSIX-ACL leider nicht identisch sind. Deshalb ist eine Kommunikation mit Windows über die cifs-UNIX-Extensions grundsätzlich unmöglich.

Wenn auf dem Linux-Dateisystem POSIX-ACL unterstützt werden (Standard in ext3 und ext4, optional in NTFS), dann kann Samba Windows-ACL in POSIX-ACL umwandeln und umgekehrt ("mappen"). Damit können ab Samba 4.0 nun Samba-Freigaben auch von Windows-Clients aus administriert werden, was oft einfacher ist als die direkte Administration auf dem Server.

WINS

Bei WINS handelt es sich um den "Windows Internet Naming Service" und damit um die Implementierung von NetBIOS über TCP von Microsoft. Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, läuft dieser Dienst ausschließlich lokal. Viele Informationen und weitere Details enthält der Artikel Samba Winbind.

Virtuelle Netzwerk-Dateisysteme

Das CIFS-VFS ist ein virtuelles Dateisystem in Linux, das den Zugang sowohl zu modernen SMBv3-Servern als auch zu älteren SMB(cifs)-Servern gestattet Es unterstützt alle Optionen des jeweiligen Protokolls (auch die CIFS-UNIX-Erweiterungen mit SMBv1 und die POSIX-Erweiterungen mit SMBv3, s.o.). Das dazugehörigen Mountprogramm ist mount.cifs. Es ist im Paket cifs-utils enthalten.

Es gibt auch andere Netzwerk-Dateisysteme, mit denen man auf Windows- bzw. Samba-Freigaben zugreifen kann. So verwenden z.B. die Dateimanager Nautilus, Caja und Thunar oder das Tool Gigolo nicht das CIFS-VFS, sondern das GVfs.

Active Directory

Das Active Directory® (AD) ist ein Verzeichnisdienst der Firma Microsoft, der in mittleren und großen Windows-Netzwerken verwendet wird. Die aktuelle Samba-Version 4 enthält eine vollständige Implementierung von Active Directory und kann damit auch in dieser Hinsicht einen Windows-Server vollständig ersetzen. Ermöglicht wurde dies auch durch die Unterstützung, die das Samba-Projekt von Microsoft selbst erhalten hat.

Die Konfiguration eines Samba-Servers als AD-Controller sprengt jedoch den Rahmen dieses Wiki.

Intern

Extern

Diese Revision wurde am 26. Juni 2020 07:02 von kB erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Freigaben, Server, Windows, Netzwerk