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Ubuntu Installation

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel beschreibt die Installation von Ubuntu vom Desktop-Installationsmedium – das kann eine DVD oder ein entsprechend eingerichtetes USB-Laufwerk bzw. ein USB-Stick sein. Die Installation erfolgt über den Installationsassistenten Ubiquity auf ein im Rechner eingebautes Laufwerk – der Assistent unterstützt auch die parallele Installation zu einem bereits vorhandenem Betriebssystem wie z.B. Windows, einschließlich der dann meist notwendigen Verkleinerung bereits bestehender Partitionen.

Die Installation auf ein externes Laufwerk ist im Artikel Installation auf externen Speichermedien beschrieben.

Voraussetzungen

Minimalanforderung (für die Nutzung von Internet, E-Mail und einfachen Office-Anwendungen)

  • CPU: 2 GHz dual core

  • Arbeitsspeicher: 1,5 GiB RAM

  • Festplatte/SSD: 8 GB + Platz für Daten je nach Anforderung

  • Grafiksystem: Auflösung 1024x768, 3D-Grafikbeschleunigung, 256 MiB eigener Speicher für den Grafikprozessor

  • Für die Installation: Boot von DVD-Laufwerk oder USB-Anschluss muss unterstützt werden

  • Zugang zum Internet ist hilfreich und wird für Updates und vollständige Sprachpakete benötigt

Empfohlene Ausstattung (für ein komfortables Arbeiten mit vielen Anwendungen)

  • Arbeitsspeicher: 4 GiB RAM

  • Festplatte/SSD: 16 GB + Platz für Daten je nach Anforderung

Die Installation auf Netbooks mit einer Grafik-Auflösung von 1024x600 ist auch möglich. Allerdings werden dann manche Dialog-Fenster unten leicht abgeschnitten.

Die allgemeinen Mindestanforderungen an die Hardware sind im Artikel Alte Hardware näher beschrieben.

Nach der Installation der jeweils aktuellen Version von Ubuntu und einer ersten Aktualisierung belegt das System auf der Festplatte ca. 5-6 Gigabyte. Hinweise und Empfehlungen zur geeigneten Festplatteneinteilung findet man im Artikel Partitionierung.

Seit etwa 2012 sind fast alle Rechner mit EFI Bootmanagement ausgestattet, welches für die 64-Bit-Variante von Ubuntu vom jeweiligen Standard-Installationsmedium direkt unterstützt wird. In den meisten dieser Geräte ist auch ein BIOS-Emulation "CSM" möglich. Grundsätzlich ist aber auch, z.B. auf schwachbrüstiger EFI-Hardware, die Installation des leichtgewichtigeren 32-bit-Ubuntu möglich. Wenn andere schon installierte Betriebssysteme wie Windows beibehalten werden sollen, gilt es, manches zusätzlich zu beachten.

Es wird empfohlen alle Betriebssysteme im selben Modus zu installieren, d.h. in der Praxis richtet man sich bei der Ubuntu-Installation in der Regel nach einem evtl. schon vorinstallierten Windows (ab Windows 8 in der Regel (U)EFI).

Wenn Ubuntu als einziges Betriebssystem genutzt werden soll, ist das von den Möglichkeiten der Firmware bzw. vom Rechner-Setup abhängig. Es muss im Setup eines (U)EFI-Rechnern geprüft werden, ob "Legacy Mode" oder "CSM" angeboten wird, dann kann auch auf diesen Rechnern Ubuntu im BIOS-Modus installiert werden. Eine (U)EFI-Installation wird empfohlen.

Vorbereitungen

Datensicherung

Wenn sich auf dem Computer schon ein Betriebssystem (wie beispielsweise Windows, Mac OS X oder ein anderes Linux-System) oder wichtige Daten befinden, sollte vor einer Installation unbedingt eine System- bzw. eine Datensicherung erstellt werden. Wie bei jeder Veränderung am Computer kann immer auch etwas schiefgehen.

Startmedium (DVD oder USB-Datenträger) herstellen

Auf der Downloads-Seite hier im Wiki findet man die Links zu den ISO-Images der verschiedenen Ubuntu-Varianten. Das heruntergeladene Image ist anschließend mit einem geeigneten Programm auf einen DVD-Rohling zu brennen oder als Live-USB-Medium einzurichten. Für ein USB-Medium ist das Vorhandensein von EFI Bootmanagement beim Rechner zu überprüfen und der USB-Stick ggf. speziell für den Start im EFI-Modus einzurichten. Bei aktiviertem BIOS-Modus kann man auf einen USB-Stick auch eine persistente Installation erstellen.

Start

Beim Start des Computers muss die Ubuntu-DVD im optischen Laufwerk eingelegt bzw. das vorbereitete USB-Medium an den Rechner angeschlossen sein. Bei Netbooks ohne DVD-Laufwerk bleibt nur die Möglichkeit der Installation über letzteres – oder einem über USB angeschlossenen externen DVD-Laufwerk. Wenn der Computer trotzdem wie gewohnt von der Festplatte startet (oder gar nicht startet, wenn auf der Festplatte kein Betriebssystem installiert ist), ist er nicht für den automatischen Start von DVD bzw. einem externen USB-Medium eingerichtet. In dem Fall kann man die Festplatte/SSD aus- und in einen geeigneten anderen Rechner einbauen, und dort Ubuntu ohne hardwarespezifische Treiber (speziell für die Grafik) installieren. In den allermeisten Fällen lässt sich ein so installiertes Ubuntu auf beliebigen Rechnern starten. Dort kann dann die Nachbearbeitung erfolgen.

Die entsprechende Einstellung erfolgt im Setup – sei es ein herkömmliches BIOS, sei es ein (U)EFI-Setup –, oder es wird das (bei Rechnern der letzten Jahre normalerweise vorhandene) Bootmenü aufgerufen. Die genaue Vorgehensweise dafür ist der dem Computer oder der Hauptplatine (Mainboard) beigelegten Anleitung zu entnehmen (vgl. etwa diese Seite 🇩🇪. Die jeweilige Taste sollte man nach dem Einschalten des Computers sofort mehrfach drücken, gerade auch dann, wenn nichts am Bildschirm zu sehen ist.

Als erstes sollte die Desktop-DVD im Standardmodus verwendet werden, bis der Willkommensbildschirm erscheint (Abbildung siehe unten). Um besondere Startoptionen festzulegen (z.B. beim PAE-Fehler; siehe auch Bootoptionen (Abschnitt „Optionen-bei-Live-Medien“).

Die Installation aller Ubuntu-Varianten kann sowohl im herkömmlichen BIOS-Modus (auch "Legacy Mode" oder "CSM") als auch im (U)EFI-Modus gestartet werden. Besonders wenn der Computer beide Modi unterstützt, ist es von der Einstellung im Setup-Menü abhängig ob die Anzeige des BIOS- oder der (U)EFI-Modus erscheint .

Internetverbindung

Bei der Installation muss der Rechner nicht unbedingt eine Internetverbindung haben. Mit einer solchen können aber – wenn man dies während der Installation auswählt – (teilweise) die zusätzlichen (deutschen) Sprachpakete, verfügbare Aktualisierungen und weitere Multimedia-Pakete automatisch gleich mitinstalliert werden.

Eine Verbindung über ein Netzwerkkabel wird in der Regel automatisch erkannt und genutzt.

Bis Ubuntu 16.04

Um die Internetverbindung während der Installation zu aktivieren, wählt man im bereitstehenden NetworkManager (Abschnitt „Benutzung“) rechts oben im Systembereich eine Verbindung aus, wobei (entsprechende Hardware vorausgesetzt) auch eine Mobilfunk-Verbindung möglich ist. Um sich mit einem WLAN zu verbinden, klickt man das Symbol für den Netzwerkmanager an, wählt ein WLAN aus und gibt in der darauf erscheinenden Abfrage den zugehörigen WLAN-Schlüssel ein.

im BIOS-Modus

00_Willkommen_deutsch.png
Willkommensbildschirm

Bitte abwarten bis der Willkommensbildschirm 🇬🇧 erscheint, hier kann dann die Sprache Deutsch eingestellt werden (ggf. mit den Tasten oder ), dann die Schaltfläche „Ubuntu installieren“ wählen. Mit "Ubuntu ausprobieren" kann auch der Live-Modus gestartet werden.

im EFI-Modus

122_Startfenster-efi.png
GRUB-Startbildschirm

Zur direkten Installation hier innerhalb 5 Sek. mit der und -Taste "Install Ubuntu" auswählen. Ohne weitere Eingriffe startet nach wenigen Sekunden automatisch das Ubuntu-Live-System 🇬🇧 auf Englisch (mit US-Tastaturbelegung sowie englischen Ordnernamen). Mittels "Install Ubuntu ..." kann aber dann dennoch eine deutsche Installation vorgenommen werden. Die Umstellung auf eine deutsche Tastatur kann dann über das Terminal (Tastenkombination Strg + Alt + T ) erfolgen mit dem Befehl: setxkbmap de

Installation

Einstiegsbildschirm und Tastaturbelegung

01_Sprachauswahl_LS.png 02_Tastaturbelegung.png
Einstiegsbildschirm in die Installation Tastaturbelegung

Wird die Installation gestartet, erscheint ein Auswahlbildschirm, mit dem die Sprache und die Tastatur für das nun zu installierende (!) System festgelegt wird.

Die Voreinstellung für die Tastatur muss man nur ändern, wenn man eine fremdsprachige oder beispielsweise eine DVORAK-Tastatur verwendet. Die richtige Tastatur-Einstellung für deutsche Tastaturen (egal, ob separat oder am Notebook) ist in der Regel "Deutschland" (bzw. "Germany") oder "Deutschland - Akzenttasten deaktivieren" (bzw. "Germany - Eliminate dead keys").

Weitere Optionen

Über den ersten Dialog kann nun eine Funknetz-Verbindung hergestellt werden, sofern noch keine Netzwerk-Verbindung (z. B. über LAN-Kabel) besteht. Anschließend muss man sich entscheiden, ob man Ubuntu in der Standardausstattung installieren will oder ob man die Minimal Installation (erst ab 18.04 angeboten) verwenden möchte, die nur einen Webbrowser und grundlegende Systemprogramme enthält.

03_Funknetzwerk.png 04_Updates_third-party_Minimal-Installation.png 04_Updates_third-party_yes_normal_Secure_Boot_Bionic.png
Mit einem Funknetzwerk verbinden Weitere Optionen Weitere Optionen bei aktiviertem Secure Boot

Im zweiten Dialog ist noch über die beiden Checkboxen im unteren Teil ("Other Options") zu wählen – eine funktionierende Internetanbindung vorausgesetzt, ob direkt während der Installation noch Aktualisierungen des Systems und grundlegende Sprachpakete (müssen später vervollständigt werden) herunterladen werden sollen und ob das Installationsprogramm auch Codecs (z.B. für MP3-Dateien) von Drittanbietern einspielen soll. (Aktuelle Pakete, Codecs sowie jede weitere Software lassen sich natürlich auch nachträglich noch über die Paketverwaltung installieren.)

Ist Secure Boot auf dem Rechner aktiviert, so muss bei Auswahl der Option "Installieren Sie Software von Drittanbietern für Grafik- und Wi-Fi-Hardware und zusätzliche Medienformate", sofern Treiber von Drittanbietern installiert und nicht alleine nur die zusätzlichen Medienformate genutzt werden sollen, die Option "Configure Secure Boot" gesetzt sein und ein Passwort festgelegt werden. Da später bei der Eingabe dieses Passworts beim Systemstart nur die amerikanische Tastaturbelegung zur Verfügung steht, darf es nur solche Zeichen enthalten, die über die USA-Tastaturbelegung auch eingegeben werden können. Das Passwort wird nur einmalig beim ersten Neustart des Systems nach Abschluss der Installation benötigt und verfällt nach diesem Neustart.

Hinweis:

Sollte der Rechner mit einer Hybridgrafikkarte ausgestattet sein, empfiehlt es sich bei (selten auftretenden) Grafikproblemen nach der Installation, den Haken bei "Software von Drittanbietern installieren" bei einem zweiten Installationsversuch nicht zu setzen oder den entsprechenden Treiber nachträglich zu entfernen.

Auswahl der Partition bzw. Partitionierung und Bootloader

Im nächsten Schritt wird festgelegt, wo die Systempartition von Ubuntu, ggf. weitere Partitionen und der Bootloader installiert werden sollen. Je nachdem, ob man eine unbenutzte (neue) Festplatte hat, oder ob bereits Partitionen – evtl. mit einem installierten weiteren Betriebssystem – angelegt sind, sieht das erscheinende Fenster etwas anders aus:

300_Installationsart.png 05_Installationsart.png
Installation bei leerer Festplatte Installation bei bereits vorhandenen Betriebssystemen

Varianten der automatischen oder halbautomatischen Partitionierung

Folgende Optionen können angeboten werden, je nach Plattenbelegung:

  • "Festplatte löschen und Ubuntu installieren": Möchte man auf dem Rechner nur Ubuntu und kein anderes Betriebssystem nutzen, wählt man diesen Punkt. Die ganze Festplatte wird unwiderruflich gelöscht und für die Neuinstallation genutzt. Wenn der Rechner mehrerer Festplatten hat, kann man hier auswählen, welche Festplatte verwendet werden soll. Dabei wird der Bootloader in den Master Boot Record (kurz: MBR) der ersten Festplatte geschrieben. Bei EFI Bootmanagement wird stattdessen automatisch in eine EFI-Partition auf der ersten Festplatte installiert.

  • "Ubuntu <Versionsbezeichnung> löschen und neu installieren": Eine bereits vorhandene Installation derselben Ubuntu-Version wird vollständig gelöscht und am selben Ort eine Neuinstallation ausgeführt.

  • "Ubuntu <Versionsbezeichnung_alt> auf die Version <Versionsbezeichnung_neu> aktualisieren": Hatte man bereits die unmittelbar vorhergehende Ubuntu-Version oder die vorherige LTS-Version von Ubuntu installiert, bietet das Installationsprogramm eine Aktualisierung an.

  • "Ubuntu <Versionsbezeichnung> neben <Anderes_Betriebssystem> installieren": Alternativ kann man beide Versionen parallel installieren. Unter Umständen wird in einem weiteren Dialog ein komfortabler Schieberegler angeboten, um die Platzverteilung zwischen dem bereits bestehenden Betriebssystem und dem neu zu installierenden Ubuntu einstellen zu können. Die Partition des bisherigen Betriebssystems wird entsprechend verkleinert und Ubuntu in eigene Partitionen ("Root" und "Swap", vgl. weiter unten) auf dem frei gewordenen Festplattenbereich installiert. (Vgl. auch Tutorial 🇬🇧 auf ubuntu.com.)

Fortgeschrittene Optionen: Für all diese Varianten kann auch ausgewählt werden, ob das System voll verschlüsselt werden soll ("Die neue Ubuntu-Installation zur Sicherheit verschlüsseln" bzw. "Encrypt the new Ubuntu installation for security") oder ob die Partitionen in einem LVM angelegt werden sollen ("LVM bei der neuen Ubuntu-Installation verwenden" bzw. "Use LVM with the new Ubuntu installation"). Bei der Wahl der Vollverschlüsselung wird innerhalb des verschlüsselten Bereichs seinerseits mit einem LVM gearbeitet (was dem gängigen und empfehlenswerten Vorgehen entspricht).

Manuelle Partitionierung

Möchte man die Partitionierung der Festplatte selbst vornehmen, wählt man aber den Punkt "Etwas Anderes". Das kann v.a. dann angebracht sein, wenn Ubuntu neben einem anderen schon vorhandenen Betriebssystem zu installieren ist (vgl. Dualboot) oder falls der Bootloader nicht in den MBR oder die EFI-Partition der ersten Festplatte installiert werden soll. Für die Partitionierung wird eine direkt im Installationsassistenten integrierte, angepasste GParted-Oberfläche verwendet.

Achtung!

Durch Anwahl und anschließende Bestätigung des Befehls "Neue Partitionstabelle …" in diesem Dialog wird das Löschen der gesamten Festplatte veranlasst, sodass alle vorhandenen Daten verloren gehen werden! Dies wird allerdings erst wirksam, wenn am Ende des Hauptdialogs zur Partitionierung "Jetzt installieren" gewählt und das Schreiben der Änderungen auf die Festplatte bestätigt wird.

Hinweis:

Eine manuelle Partitionierung ist für Einsteiger oft nicht nötig. Ubuntu erkennt das vorinstalliertem Windows korrekt und bietet nur dann zum Verkleinern der Windows-Partition einen Schieberegler an.

Beim EFI-Modus ist dieser Punkt: EFI Installieren (Abschnitt „Installationsart-Etwas-Anderes“) zu beachten .

Partitionierungs-Tool:

06.1_Manuell_Partitionieren_leere_Festplatte.png 06_Etwas_Anderes_Manuell_Partitionieren.png
bei leerer Festplatte, ohne Partitionen mit angelegten Partitionen

352_Partitionstabelle_anlegen.png
Neue Partitionstabelle anlegen
VERANLASST DAS LÖSCHEN DER GANZEN FESTPLATTE

Die Datenträger sind meist als sda, sdb usw. benannt, und die darauf angelegten Partitionen mit der Datenträgerbezeichnung und einer nachgestellten Zahl, also sda1, sda2 usw.

Bei neuen oder unbenutzten Festplatten legt man mit "Neue Partitionstabelle …" eine ebensolche an, um anschließend Partitionen einrichten zu können. Bei schon mit Partitionen belegten Platten kann dieser Befehl genutzt werden, um sie komplett zu löschen, ihren gesamten Speicher wieder freizugeben und neue Partitionen einzurichten. Sämtliche Änderungen können mit "Zurücksetzen" jederzeit wieder verworfen werden – solange nicht mit "Jetzt installieren" und anschließender Bestätigung die vorgenommenen Einstellungen endgültig angewandt werden.

Zum Bearbeiten der Partitionen wählt man durch Anklicken die betreffende Partition oder einen geeigneten freien Bereich aus (wichtig!).

Es können die Operationen:

  • Partition im Format ext4 anlegen (wichtig: richtiger Einbindungspunkt!)

  • Partition im Format swap anlegen (kein Einbindungspunkt nötig!)

  • Partition bearbeiten – ggf. auch Verkleinern

ausgeführt werden:

353_Partition_erstellen_ext4.png 354_Partition_erstellen_swap.png 355_Partition_bearbeiten.png
ext4-Partition anlegen (hier mit 20 GiB) swap-Partition anlegen Partition bearbeiten
  • "Partition hinzufügen": Mit "+" wird einen Unterdialog aufgerufen (s.o.), um mit einem abschließenden "Ok" die nötigen Einstellungen vorzunehmen. Dieser Schritt ist so oft zu wiederholen, bis alle benötigten Partitionen angelegt sind. Einstellbar sind:

    • die Größe in MB (1 TB = 1.000 GB = 1.000.000 MB)

    • das anzulegende Dateisystem (in der Regel ext4)

    • der Einhängepunkt ("mount point" – vgl. auch oben)

    • der Partitionstyp, d.h. ob eine primäre oder eine logische Partition erstellt werden soll (nur bei Partitionstabellen im MSDOS-Schema)

    • die Position der neuen Partition, d.h. ob sie am Anfang oder am Ende des freien Speicherbereichs angelegt werden soll

  • "Partition löschen": Mit "-" (bzw. "Löschen") kann eine Partition vollständig entfernt werden. Der Vorgang ist in der darauf folgenden Abfrage zu bestätigen.

  • "Partition ändern": Über "Change …" (bzw. "Ändern …") kann eine vorhandene Partition verändert werden – auch Verkleinern ist möglich. Den so gewonnenen Platz kann man nun für neue Partitionen nutzen (typischerweise bei einem vorinstallierten Windows, das in aller Regel zunächst die gesamte Festplatte belegt).

  • "Korrektur bei neu angelegten Partitionen": Hat man festgelegt, Partitionen neu anzulegen ("+", s.o.) kann man ebenfalls über "Change …" (bzw. "Ändern …") nachträglich noch das anzulegende Dateisystem und den Einbindungspunkt ändern – nicht jedoch die anderen Parameter wie die Größe. Nötigenfalls löscht man die Partition einfach wieder und legt sie neu an.

Hinweis:

Anleitung zur Partitionierung für Ubuntu:

  • Auf jeden Fall muss die Systempartition (auch Root-Partition) vorhanden sein, auf die das Grundsystem von Ubuntu installiert werden soll. Diese muss als Einbindungspunkt / zugewiesen werden, andernfalls ist keine Installation möglich. Bei Bedarf ist der Einbindungspunkt für die dafür vorgesehene Partition also noch anzupassen (s.o.).

  • Für die meisten Fälle ist es sehr nützlich, das Homeverzeichnis /home als eigene Partition einzurichten – ist aber optional (wird bei einer automatischen Installation auch nicht angelegt). Sollte man einmal (wider Erwarten) größere Schwierigkeiten haben mit der Systeminstallation, so kann man evtl. in kurzer Zeit das System auf der separaten Partition / neu installieren, ohne dass dabei die eigenen Dateien auf /home betroffen wären. Genauso einfach kann man ggf. die nächste LTS-Version auf / einspielen. (Einzige Ausnahme für die separate Partition: wenn noch nicht abzusehen ist, wie viel Platz man fürs System bzw. für die unter /home abgelegten Nutzerdaten letztlich brauchen wird.)

  • Für jede Ubuntu-Installation sollte normalerweise eine sog. Swap-Partition angelegt werden. Oft veranschlagt man das etwa 1,3-fache des im System verbauten Arbeitsspeichers (RAM). Swap-Partitionen haben ausnahmsweise keinen Einbindungspunkt (da sie vom System direkt angesprochen und verwaltet werden). Mehrere Linux-Installationen können – zumal sie ja nicht gleichzeitig laufen – einen Swap-Bereich gemeinsam nutzen. Da der Swap-Bereich kaum jemals zu verändern sein wird, kann es eine gute Idee sein, ihn ganz am Ende der vorgesehenen Festplatte anzulegen, sodass er bei der eventuellen Änderung anderer Partitionen nicht im Weg ist. Neuere Ubuntu-Versionen verwenden statt der separaten Partition eine Swap-Datei.

  • Wird das System mit EFI eingerichtet, ist zwingend noch die EFI-Boot-Partition anzulegen. Insbesondere bei einer leeren Festplatte wird dies der Fall sein – bei einem vorinstallierten Windows im EFI-Modus wird sie dagegen auf jeden Fall schon vorhanden sein.

Außerdem kann man hier im Auswahlmenü "Bootloader" im unteren Teil des Fensters auswählen, wo der Bootloader GRUB 2 installiert werden soll (vgl. wiederum die obige Abbildung). Voreingestellt ist immer der MBR der ersten (und evtl. einzigen) Festplatte im Rechner, und bei EFI Bootmanagement wird unabhängig von der Einstellung immer automatisch die EFI-Partition dieser Festplatte verwendet. Weitere Möglichkeiten sind ein anderer MBR einer evtl. vorhandenen weiteren Platte, eine andere EFI-Partition auf einer weiteren Festplatte oder der PBR (d.h. der Startbereich) einer beliebigen geeigneten Partition.

Achtung!

Wer hier nicht sicher ist, was er tut, sollte die Voreinstellung für den Bootloader beibehalten! Bei der Installation werden vorhandene Installationen in der Regel zuverlässig erkannt – inklusive Windows-Installationen, auch für Windows 7 bis Windows 10. Für diese werden dann automatisch die passenden Starteinträge vom Bootloader angelegt, so dass die vorhandenen Betriebssysteme nach der Installation von Ubuntu weiterhin problemlos gestartet werden können.

Experten-Info:

Möchte man mehrere Ubuntus bzw. Ubuntu-Derivate parallel installieren, empfiehlt es sich, diese ohne den Bootmanager GRUB 2 zu installieren. Dazu startet man die Installation aus dem Terminal des Livesystems heraus mit ubiquity -b, dadurch wird kein Bootloader installiert. Um das so installierte System in das bereits vorhandene GRUB-Menü des "Hauptsystemes" aufzunehmen, reicht es, in diesem mittels sudo update-grub die Datei /boot/grub/grub.cfg neu einzulesen.

Sind alle Einstellungen vorgenommen, so klickt man auf "Jetzt installieren". Es folgt die nachstehende Abfrage zur Bestätigung der Änderungen, durch deren Annahme mit "Weiter" ggf. Daten unwiderruflich gelöscht werden.

07_Änderungen_bestätigen.png
Änderungen bestätigen

Achtung!

Im Gegensatz zu früheren Ubuntu-Versionen beginnt das Installationsprogramm bereits in diesem Moment, die Partitionen anzulegen und Daten zu kopieren, obwohl noch weitere Installations-Dialoge folgen!

Zeitzone und Benutzerdaten

In den folgenden zwei Dialogen werden grundlegende Einstellungen für das System und den Hauptbenutzer eingestellt.

08_Zeitzone.png 09_Benutzer_PC-Name.png
Zeitzone Nutzerdaten, u.a. Name und Login-Passwort

Zeitzone einstellen

Nach der Sprachwahl ist bereits die entsprechende Zeitzone voreingestellt, ansonsten wählt man eine Stadt aus, die sich in der eigenen Zeitzone befindet. Die Voreinstellung "Berlin" ist für Deutschland korrekt.

Benutzerdaten eingeben

Nun müssen einige Daten zum Hauptbenutzer des Computers eingegeben werden. Dieser Nutzer kann nach Eingabe seines Passwortes wichtige Systemeinstellungen verändern. Der Benutzername für die Anmeldung am System darf Kleinbuchstaben, Zahlen, Bindestriche und Unterstriche enthalten, jedoch keine Umlaute.

Außerdem kann hier bis einschließlich Ubuntu 17.10 ausgewählt werden, ob sein Homeverzeichnis verschlüsselt werden soll (vgl. ecryptfs zum Verständnis der technischen Hintergründe). Ab 18.04 wird diese Option nicht mehr angeboten. ecryptfs kann aber bei Bedarf aus den Paketquellen nachinstalliert werden.

Hinweis:

* Weitere Benutzer können nach der Installation angelegt und bei Bedarf mit Root-Rechten ausgestattet werden. Standardmäßig können alle Benutzer die Inhalte des Home-Verzeichnisses jedes anderen Benutzers lesen, aber nicht schreiben. Um auch diesen Lesezugriff zu verhindern, gibt es eine einfache Lösung.

  • Das Passwort sollte sorgfältig gewählt werden: Alle Wörter, die auch in einem Wörterbuch zu finden sind, können leicht erraten werden und sind deshalb nicht gut geeignet; sehr gut sind dagegen willkürliche Folgen von Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben sowie erlaubten Sonderzeichen, die man sich mit den Anfangsbuchstaben eines ausgedachten Satzes leicht merken kann. Weitere Informationen dazu gibt es im Artikel Sicherheits-Einmaleins/Passwörter.

  • Es ist in der Regel nicht ratsam, eine Vollverschlüsselung und eine Verschlüsselung des Home-Verzeichnisses (s.o.) gleichzeitig einzurichten, weil dies viel Rechenleistung fordert und diese Kombination nur dann tatsächlich von Nutzen ist, wenn man sowohl das System als ganzes schützen als auch alle Benutzer voneinander abschotten möchte.

Laufende Installation und Neustart

10_Willkommen_bei_Ubuntu!.png
Slideshow bei laufender Installation

11_Installation_abgeschlossen_klein.png
Meldung: Abschluss der Installation

Im nächsten Installationsdialog wird die Installation vollständig durchgeführt und der Fortschritt derselben dabei angezeigt. Ist die Installation abgeschlossen, so muss man den Rechner einmal neu starten. Man kann aber noch eine Weile weiter auf dem Live-System verweilen – sollte sich aber dessen bewusst sein, dass jetzt vorgenommene Änderungen am System nicht in die neue Installation übernommen werden.

MOK-Management bei aktiviertem Secure Boot und Installation von Dritt-Anbieter-Treibern

Ist auf dem Rechner Secure Boot aktiviert und wurde während des Setups die Installation von Treibern von Drittanbietern ausgewählt, so wird beim ersten Neustart des Systems das "Machine Owner Key Management"-Konsolen-Fenster von Shim angezeigt. Bei Ubuntu 18.04 muss dazu zunächst der 10-Sekunden-Countdown durch Drücken einer beliebigen Taste unterbrochen werden.

In der MOK-Management-Konsole muss der Reihe nach nun folgendes gewählt werden:

  • Bildschirm "Perform MOK Management": Enroll MOK

  • Bildschirm "Enroll MOK": Continue

  • Bildschirm "Enroll the Key(s)?": Yes

  • Eingabe des während des Ubuntu-Setups festgelegten Passworts

  • Bildschirm "Perform MOK Management": Reboot

Mit Eingabe des Passwortes erteilt man Shim die Erlaubnis, den während der Installation automatisch generierten öffentlichen Teil des Signaturschlüssels, mit welchem die Drittanbieter-Treiber signiert wurden, in das NVRAM des UEFI zu schreiben. Damit kann deren Authentizität beim Startvorgang des Systems überprüft werden, was Voraussetzung dafür ist, dass Sie geladen werden.

Nach der Installation

Ubuntu ist zwar direkt nach der Installation bereits verwendbar, aus verschiedenen Gründen müssen i.d.R. aber noch einige Anpassungen vorgenommen werden, wie der Artikel Erste Schritte erklärt. Sollte der Rechner, auf dem Ubuntu installiert wurde, während der Installation nicht online gewesen sein, so bietet das System bei der ersten Internetverbindung an, die fehlenden Sprachpakete für die vollständige deutsche Lokalisierung oder andere Sprachen nachzuinstallieren. Sehr zu empfehlen ist ein kurzer Blick in die wichtigsten grundlegenden Unterschiede zu Windows oder die Einführung für Umsteiger von anderen Linux-Distributionen.

Intern

Extern

Diese Revision wurde am 20. August 2020 17:24 von Federicus erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Einsteiger, Installation