Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.
Das Portable Document Format (PDF) wurde vor mehr als 15 Jahren von Adobe Systems entwickelt. Adobe-PDF-Dateien haben sich rasch zum Standard für den Dokumentenaustausch entwickelt. Die mit Acrobat 8 eingeführte PDF-Version 1.7 wurde – neben speziellen älteren Versionen – zudem zum ISO-Standard erhoben
.
PDF weist mehrere Vorteile gegenüber anderen Formaten auf:
Offenes Format: PDF ist als De-facto-Standard für den sicheren und zuverlässigen Austausch elektronischer Daten von Regierungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen weltweit anerkannt und mit Branchenstandards wie PDF/A, PDF/X und PDF/E kompatibel.
Plattformunabhängigkeit: PDF-Dateien lassen sich auf sehr vielen Plattformen anzeigen und ausdrucken, z. B. unter Macintosh, Microsoft Windows und UNIX sowie auf vielen mobilen Geräten.
Wahrung der Datenintegrität: PDF-Dateien behalten das Erscheinungsbild der Originaldokumente bei und bewahren alle Informationen des Ausgangsdokuments – so Text, Zeichnungen, 3D- und Farbgrafiken, Fotos und sogar die Business-Logik –, unabhängig davon, welche Anwendung bei der Erstellung eingesetzt wurde.
Leistungsstarke Suchfunktionen: PDF-Dokumente können nach Wörtern, Lesezeichen und Datenfeldern durchsucht werden.
Barrierefreiheit: PDF-Dokumente unterstützen technische Hilfsmittel, die Anwendern mit Behinderungen den problemlosen Zugriff ermöglichen.
PDF ist ein Seitenbeschreibungsformat und damit in erster Linie ein Exportformat. Daher sollte man nach Möglichkeit das Originaldokument (z.B. .odt, .lyx, .tex, etc.) aufheben, um auch später noch Änderungen mit dem Ursprungsprogramm durchführen zu können. (Ausnahme: Nicht nötig bei ins .pdf eingebetten Quelldaten, z.B .odt.)
Mit Linux lassen sich PDF-Dateien anzeigen, erstellen und auch bearbeiten. Dazu gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Programmen, von denen einige im Folgenden vorgestellt werden:
Ein alternatives, kompakteres und dabei qualitativ besseres – und zudem noch freies – Format ist DjVu.
Unter Linux ist das Anzeigen von PDF-Dokumenten problemlos möglich, es gibt dafür viele verschiedene Programme. Hier sollen nur die wichtigsten aus dem Umfeld von Ubuntu vorgestellt werden. Auch das Kopieren von Text aus PDF-Dateien ist kein Problem, solange diese nicht geschützt sind.
Evince
ist der Dokumentbetrachter der GNOME- sowie der Xfce-Desktopumgebung und unter diesen das Standardprogramm zum Anschauen von PDF-Dokumenten. Das Programm ist sehr übersichtlich, bietet eine Vorschau in der Seitenleiste, verfügt über Auswahlfunktionen für Text sowie einen Präsentationsmodus. (Evince)
Okular
ist der Standarddokumentbetrachter unter KDE, er fügt sich aber auch gut in andere Desktopoberflächen ein. Das Programm ist vielfältig konfigurierbar, verfügt über einige Auswahlfunktionen, einen Präsentationsmodus sowie die Möglichkeit, Notizen und Markierungen in die Dokumenten einzufügen. Okular gilt unter den quelloffenen Dokumentbetrachtern als der mit der besten Darstellung. (Okular)
zathura
ist ein kleiner, leichtgewichtiger PDF-Betrachter mit minimalistischer grafischer Oberfläche. Die Bedienung erfolgt komplett über die Tastatur. (zathura)
ePDFView ist ein Nachbau von Evince, der ohne die GNOME-Bibliotheken auskommt. Durch den Verzicht auf Überflüssiges unter Beihaltung aller im Alltag wichtigen Basisfunktion ein besonders schlankes Programm.
Xpdf ist ein schneller und schlanker PDF-Betrachter, dessen grafische Oberfläche heute allerdings überholt wirkt. Er unterstützt zur Zeit PDF bis Version 1.5. Die wenigen Texte im Menü sind englisch und leider nicht auf Deutsch übersetzt.
Der Adobe Reader
ist der PDF-Betrachter mit den meisten Funktionen und der besten Darstellung. Er kommt von Adobe, dem Unternehmen, das das Format PDF entwickelt hat. Nachteile des Adobe Readers sind sein Ressourcenbedarf, seine vergleichsweise lange Startzeit, die nicht offen gelegten Quellen und häufige Sicherheitslücken. (Adobe Reader)
Google bietet auf der Seite https://docs.google.com/viewer
die Möglichkeit, PDF-Dokumente ohne lokal installiertes Programm anzuzeigen und auszudrucken. Dies funktioniert allerdings nur mit Dokumenten, die über das Internet verfügbar sind.
Unter Linux lassen sich PDF-Dateien mit einigen Programmen direkt erstellen, dazu zählen vor allem die Textverarbeitungs-Programme OpenOffice.org bzw. LibreOffice, KOffice, Abiword und das Textsatzsystem LaTeX.
In OpenOffice.org bzw. LibreOffice kann aus einem Textdokument über den Menüpunkt "Datei -> Exportieren als PDF" eine PDF-Datei erzeugt werden. Nach dem [
-Klicken auf "Speichern" wird ein neues Menü angezeigt, in dem man weitere Optionen für PDF-Dokumente einstellen kann (siehe rechts). Weitere Hinweise zum PDF-Export unter OpenOffice.org gibt es direkt vom deutschen Projekt: exportpdfformat.pdf
(PDF-Datei, 0,6 MB) 
In Abiword wählt man einfach den "Speichern unter"-Dialog und kann das Format direkt auswählen.
Bei KOffice wählt man hierzu "Datei -> Export as PDF...". Bei der Namensgebung sollte beachtet werden, die Endung ".pdf" mit anzugeben.
CUPS-PDF ist ein virtueller Drucker, der die Daten sozusagen in eine Datei statt auf ein Blatt Papier druckt. Dadurch ist es möglich aus jeder Anwendung heraus PDF-Dokumente zu erzeugen. Im Druckdialog kann man die gewünschten Seiten angeben. Somit kann man automatisch bestimmte Seiten extrahieren und beliebig zusammensetzen lassen, z.B.: Seiten 8, 4-5, 2 in genau dieser Reihenfolge.
gscan2pdf ist ein Programm, das die Erstellung von PDF-Dokumenten aus gescannten Dokumenten erleichtern möchte. Ähnlich wie bei einem Kopierer kann man Seite für Seite einscannen und dann als PDF, DjVu oder TIFF abspeichern. (gscan2pdf)
ImageMagick ist eine Sammlung von Tools für die Kommandozeile [5]. Es unterstützt eine große Anzahl von Dateiformaten, darunter auch PDF.
Die Möglichkeiten zur Bearbeitung von PDF-Dateien sind unter Linux noch begrenzt. Das Werkzeug Adobe Acrobat gibt es leider nur für Windows und auch andere kommerzielle Werkzeuge sind nicht in einer Linux-Version verfügbar. Einige Lichtblicke gibt es jedoch.
Man kann auch aus OpenOffice.org/LibreOffice-Draw PDF-Dokumente importieren und bearbeiten. (PDF-Import.)
PDFedit ist ein recht neues Programm zur Bearbeitung von PDF-Dateien mit einem vergleichsweise großen Funktionsumfang. Mittlerweile verfügt das Programm auch über eine deutschsprachige Oberfläche. (PDFedit.)
PDF Split and Merge ist ein in Java geschriebenes Programm, dass das Zusammenfügen und Aufteilen von PDF-Dokumenten plattformübergreifend ermöglicht. (PDF Split and Merge.)
PDF Mergy
ist eine einfach zu bedienende Webanwendung, die es erlaubt, PDF-Dokumente ohne lokal installiertes Programm zusammenzufügen. Die Dateien lassen sich dazu per Drag & Drop in der gewünschten Reihenfolge anordnen. Allerdings ist dazu ein aktueller Browser notwendig. (Achtung: Das Programm verschlüsselt die Daten nicht. Sie werden zwar laut Anbieter kurz nach dem Verbinden der PDFs wieder gelöscht, man sollte aber keine Dateien mit vertraulichem Inhalt hochladen.)
Das KDE-Programm Okular besitzt einige interessante Werkzeuge wie eine Marker- und Kommentarfunktion - auch für PDF-Dateien. Allerdings werden Änderungen nicht in der PDF-Datei selbst, sondern extern gespeichert. (Okular.)
Das auf Mono-basierende PDF Mod ist ein einfaches PDF-Bearbeitungswerkzeug für GNOME. Man kann damit PDF-Dateien umsortieren, rotieren, Seiten entfernen, Bilder exportieren, Titel/Betreff/Autor und Schlusswörter ändern sowie PDFs zusammenfügen.
PDF-Shuffler ist ein relativ junges Programm, mit dem man mittels einer intuitiven grafischen Oberfläche PDF-Dokumente zusammenführen, aufteilen oder Seiten rotieren, ausschneiden oder umsortieren kann.
pdftk ist ein Werkzeug für die Kommandozeile, mit dem man PDF-Dateien manipulieren kann. (Mehr im Artikel pdftk.)
Das Vektorgrafik-Programm Inkscape hat eine PDF-Importfunktion, die es ermöglicht, PDF-Dateien bis zu einem gewissen Grad zu bearbeiten. (Inkscape.)
Mit Hilfe des Windows Programms PDF XChange Viewers, welches unter Wine läuft, kann man sehr komfortabel Kommentare und Markierungen in PDF-Dateien einfügen, die direkt innerhalb des PDFs gespeichert werden. (PDF XChange Viewer.)
Eigentlich zum Erstellen eigener Skizzen und Notizen gedacht, können mit Xournal auch PDF-Dateien importiert, bearbeitet und erneut exportiert werden. Sehr praktisch ist das Programm als „virtueller Textmarker“ und zum Einfügen grafischer Elemente. Textänderungen werden allerdings nicht in das PDF-Dokument übernommen! (Xournal.)
Whyteboard erlaubt zeichnen, markieren und schreiben auch auf importierten PDF-Dateien, ähnlich wie Xournal. Bietet Zeichenwerkzeuge für Figuren.
JPdfBookmarks
ist ein Java-Programm, mit welchem man einer bestehenden PDF-Datei Lesezeichen (z.B. für Kapitel) hinzufügen kann. Die Lesezeichen werden hierbei direkt in der PDF-Datei gespeichert.
PDFjam beinhaltet eine Sammlung von Programmen/Skripten, mit denen pdf-Dateien manipuliert werden können. (Mehr im Artikel PDFjam.)
Die poppler-utils sind eine Sammlung von Programmen für die Kommandozeile, mit denen man u.a. Text und Bilder aus PDF-Dateien extrahieren kann sowie PDF-Dokumente in Bild-Dateien oder HTML-Seiten umwandeln kann. (poppler-utils.)
pdfocr
ist ein Programm, das es ermöglicht, aus gescannten PDF-Vorlagen durchsuchbare Dokumente zu erstellen. (pdfocr.)
pdfposter erlaubt es, großformatige Poster aus PDF-Dateien zu erstellen. (Mehr im Artikel pdfposter.)
pdfsandwich
ist ein Kommandozeilenwerkzeug zum Erstellen durchsuchbarer PDF-Dateien. pdfsandwich
Das Programm pdfsizeopt
dient dem einzigen Zweck, vorhandene PDF-Dateien in der Größe zu optimieren. Schwerpunkt sind insbesondere mit TeX und LaTeX erstellte Dokumente. Weitere Hinweise zu Installation und Verwendung sind auf der Homepage zu finden.
pdf2djvu
ist seit Lucid Lynx in den Paketquellen. Es handelt sich dabei um ein umfangreiches Kommandozeilenwerkzeug zur Konvertierung von PDF-Dateien in das DjVu-Format; die Texterkennung bleibt bei der Konvertierung erhalten. Außerdem existiert mit Pdf To Djvu GUI
eine einfache grafische GTK2-Bedienoberfläche (GUI) für das Programm. (pdf2djvu)
pdf2svg erlaubt es, PDF-Dateien in das SVG-Format zu konvertieren. (Mehr im Artikel pdf2svg.)
DjVuDigital
ist ein Kommandozeilen-Programm zum Konvertieren von PDF-Dateien; auch die Formate PostScript(.ps), GZipped PostScript (.ps.gz) und Encapsulated PostScript (.eps) können verarbeitet werden. Das Programm ist Teil des DjVuLibre-Projekts
. Es stehen eine Vielzahl von Optionen zur individuellen Anpassung zur Verfügung. Bestehende Textlayer einer .ps-Datei können erhalten werden. (DjVuDigital.
Servicemenu-PDF
ist ein KDE-Servicemenü, das die Nutzung diverser PDF-Werkzeuge erleichtert, indem es PDF-relevante Aktionen in das Kontextmenü von Dolphin bzw. Konqueror einbindet. Im Servicemenü berücksichtigt werden Aktionen mit pdf2djvu, Ghostscript, poppler-utils, pdftk und pdfjam.
Postscript/PDF-Tools - vierteilige Serie im LinuxUser Magazin:
Bild und Druck
– 08/2009
Seiten-Puzzle
– 09/2009
Blattweise
– 10/2009
Bücher, Broschüren und Booklets
– 11/2009
PDF-Zerteilung nach Maß
– Artikel aus freiesMagazin (07/2009) (komplette Ausgabe als PDF
)
PDF-Betrachter im Test
– Artikel aus freiesMagazin (08/2009) (komplette Ausgabe als PDF
)
PDF-Dateien splitten und zusammenfügen
– Artikel aus EasyLinux (01/2007)
Mit pdflatex bessere PDF-Dateien erzeugen
– Artikel aus LinuxUser (04/2005)
PDF Tools
— U.a. PDF-Dokumente nach verdächtigen Elementen und (Java-)Skriptbefehlen durchsuchen
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