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HandBrake
ist ein sehr einfach zu bedienendes Programm zum Umwandeln von DVDs, Transport-Strömen (DVB) oder Videos in die Formate x264, MP4, AVI, OGM oder MKV. Es gibt Voreinstellungen für etliche Geräte, wie Apple iPod, Apple TV, Xbox 360, PlayStation Portable oder Playstation 3. Eigene Einstellungen können in Profilen abgespeichert werden.
Es basiert auf dem sehr schnellen Encoder FFMpeg. Es besitzt eine Autocrop-Funktion, kann mehrere Audiospuren sowie Untertitel in MKV-Dateien speichern und besitzt eine "Job Queue", um mehrere Projekte abzuarbeiten.
Ursprünglich wurde HandBrake für BeOS entwickelt, aber mittlerweile wurde die Software nach Mac OS X, GNU/Linux und Windows portiert. Es gibt für alle drei Betriebssysteme jeweils eine Version mit grafischer Oberfläche (GUI, bei Linux: GTK) sowie eine Kommandozeilenversion. Für Linux und Mac OS X existiert außerdem eine 64-Bit-Version.
Ein Übersicht über die verwendeten Bibliotheken
findet man auf der Homepage. Dort gibt es auch weiterführende Informationen zu den wesentlichen Funktionen
. Der Vorteil von HandBrake gegenüber anderen Programmen ist, dass das ganze Programm nur aus einer Datei besteht, in die auch alle Codecs einkompiliert sind.
Die Umwandlung von DVDs in AVI-Files, in denen DivX- oder XviD-Videos enthalten sind, ist seit der Version 0.9.4 nicht mehr möglich. Damit sind als Zielformate nur noch MP4, MKV und OGM möglich (Quelle: Winfuture 01/2010).
Alternativen zu HandBrake finden sich im Übersichtsartikel Videobearbeitung.
Es werden folgende Ausgabeformate unterstützt:
unterstützte Video Codecs:
MPEG-4 (mit FFMpeg oder Xvid als Encoder), H.264, Theora
Optionen: gleichbleibende Qualität (1-Pass Encoding), feste Filmgröße (2-Pass Encoding) oder fester Bitrate (für das Format H.264 sind mehr Einstellungsmöglichkeiten verfügbar)
unterstützte Audio Codecs:
AAC, MP3, Vorbis und AC-3 pass-through (optional können auch mehrere Tonspuren encodiert werden)
unterstützte Containerformate:
MP4, MKV, AVI und OGM
Untertitel:
DVD-Untertitel werden unterstützt, bei bestimmten Containern werden diese ins Bild eingebrannt, z.B.können diese für MKV an- und ausgeschaltet werden.
Es werden DVDs (direkt, als Iso-Datei oder aus einem VIDEO_TS Ordner als DVD .VOB-Dateien) und Transportströme (MPEG-TS von Fernsehkarten) unterstützt, sowie alle Formate, welche FFmpeg lesen kann. Handbrake kann aus rechtlichen Gründen keinen Kopierschutz für DVDs umgehen. Um DVD-Inhalte lesen zu können, welche mit CSS verschlüsselt sind, ist die Bibliothek libdvdcss2 notwendig. Eine Anleitung zur Installation findet sich hier. Alternativ kann die fehlende Bibliothek auch über Medibuntu installiert werden.
HandBrake befindet sich nicht in den offiziellen Paketquellen, kann aber aus einem "Personal Package Archiv" (PPA) installiert werden. Lt. Entwickler
kann es aber bis zur Version 0.9.4 zu Problemen mit neueren GNOME-Versionen kommen (z.B. ist es plötzlich nicht mehr möglich auf "start" zu drücken). In diesem Fall steht ein Entwickler-PPA
zur Verfügung, das aber wirklich nur bei Problemen genutzt werden sollte.
Es ist auch möglich, das Programm aus dem Quellcode selbst zu kompilieren. Dies wird im Artikel HandBrake/Kompilieren beschrieben.
Das offizielle PPA laut Homepage [1]:
Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:
ppa:stebbins/handbrake-releases
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Weitere Informationen bietet die
PPA-Beschreibung vom Benutzer/Team stebbins.
Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.
Wer Ubuntu 12.04: verwendet, wählt derzeit einfach oneiric als Paketquelle aus.
Dazu fügt man das PPA wie gewohnt hinzu, anschließend ändert man in /etc/apt/sources.list.d/stebbins-handbrake-releases-precise.list das precise zu oneiric. So dass aus
1 | deb http://ppa.launchpad.net/stebbins/handbrake-releases/ubuntu preicse main |
1 | deb http://ppa.launchpad.net/stebbins/handbrake-releases/ubuntu oneiric main |
wird.
Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann man das Programm über die folgenden Pakete installieren [2]:
handbrake-gtk (ppa, grafische Benutzeroberfläche)
oder
handbrake-cli (ppa, Kommandozeilenversion)
Eine Entwicklungsversion ist selten fehlerfrei und stabil. Es können Fehler und Probleme auftreten und im schlimmsten Fall erhält man ein nicht mehr funktionierendes System. Als Einsteiger sollte man die Finger von Entwicklungsversionen lassen!
Es kann unter Umständen zum Ausprobieren neuer Features auch die Entwicklerversion interessant sein. Folgendes PPA muss dann hinzugefügt werden:
Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:
ppa:stebbins/handbrake-snapshots
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Weitere Informationen bietet die
PPA-Beschreibung vom Benutzer/Team stebbins.
Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.
Aktuelle Entwicklerversionen gibt es für Ubuntu 10.04 bis 11.10.
Nach der Installation kann Handbrake unter GNOME über den Startmenüeintrag
"Anwendungen -> Unterhaltungsmedien -> Handbrake"
aufgerufen werden. Alternativ führt man den Befehl "ghb" aus. Man gelangt direkt ins Hauptmenü.
Um Videodateien auszuwählen, klickt man auf "Source" oder geht auf "File -> Source". Daraufhin öffnet sich ein Auswahldialog. Um direkt von einer DVD auszulesen, wählt man unter "Detected Device" das Quelllaufwerk aus. Die Entwickler weisen daraufhin, dass es besser ist, die DVD auf die Festplatte zu kopieren (siehe Video-DVD kopieren). Das Laufwerk wird weniger beansprucht, außerdem ist die Festplatte schneller. Nach der Auswahl wird der Film selbständig analysiert. Bei DVDs ist es nun möglich, die gewünschten Titel sowie deren Kapitel auszuwählen.
Im Menüpunkt "Destination" kann der Zielordner über "Browse" eingestellt werden. Standardmäßig ist dies der Desktop. Wenn man zwei oder mehr Titel von einer DVD rippt, sollte man beachten, dass man den Namen ändert. Ansonsten überschreibt die zweite Datei die erste.
Unter "Container" kann das Containerformat ausgewählt werden. Welcher Container geeignet ist, hängt vom Verwendungszweck ab. Der Standardcontainer von Handbrake ist MP4. Einen guten Vergleich findet man auf Brother Johns Encodingwissen
.
Über "Preferred Language" kann die bevorzugte Sprache der Tonspur ausgewählt werden. Mit dem Schieberegler "Dynamic Range Compression" wird der Unterschied zwischen lauten und leisen Stellen im Film ausgeglichen. Empfohlen werden Werte zwischen 1.5 - 2.5. Standardmäßig wandelt Handbreak den Ton in AAC um. Bei allen Tonformaten ist es möglich, die Bitraten zu ändern. Dies beeinflusst die Tonqualität und die resultierende Dateigröße. Auch für Audiocodecs existiert ein guter Vergleich auf Brother Johns Encodingwissen
.
DVD-Untertitel werden unterstützt, diese werden direkt ins Bild eingebrannt. Es kann die bevorzugte Sprache ausgewählt werden. Wenn die Option "Allow only forced subtitles" aktiviert ist, wird der Untertitel nur an den Stellen gezeigt, an denen in einer anderen Sprache gesprochen wird.
Es werden die Kapitel einer DVD übernommen. Diese können im letzten Reiter umbenannt oder deaktiviert werden. Nur MKV und MP4 unterstützen Kapitellisten. Um diese in MP4-Containern bzw. unter Quicktime oder AppleTV nutzen zu können, muss die Endung .m4v lauten.
Nachdem HandBrake entweder als Kommandozeilenversion installiert oder wie beschrieben kompiliert worden ist, kann die Anwendung in einem Terminal durch Eingabe des Befehls [4]
HandBrakeCLI --help
aufgerufen werden, woraufhin eine Liste der Befehlsparameter ausgegeben wird.
Beispiel 1: eine DVD als AVI-File mit MPEG-4 Video, Dolby-AC3 Audio und einer Größe von 1400 MByte speichern
HandBrakeCLI -e xvid -E ac3 -2 -S 1400 -i /dev/cdrom -o MOVIENAME.avi
Hinweis: Mittlerweile ist xvid nicht mehr aktueller Bestandteil von HandBrake. https://trac.handbrake.fr/wiki/SupportFAQ#removedFeatures
Beispiel 2: konvertiert den ersten Track einer DVD in ein für den iPod Mini abspielbares Format
HandBrakeCLI -i /dev/dvd -t 1 -o /home/otto/track1.mp4 -e x264b13 -b 700 -R 44100 -B 128 -2 -w 320
Die Option -e gibt den Encoder an (hier: x264 Baseline Profile), -b die Bitrate des Videos in kbps, -R die Audio Sample Rate, -B die Audio Bit Rate in kbps, -2 steht für 2-Pass Encoding, -w gibt die Breite des Videos an (die Höhe wird dann anhand des Original Seitenverhältnises berechnet).
Weitere Infos zu den Aufrufparametern finden sich im HandBrake CLI-Guide
.
Die mit HandBrake erstellten Videodateien sollten sich zumindest mit dem VLC-Player oder mit dem Mplayer (siehe VideoPlayer) abspielen lassen.
Presets
und deren Kommandozeilen-Parameter
DVDs in Videos umwandeln mit Handbrake
- Artikel aus LinuxUser 07/2006
Diese Revision wurde am 15. Mai 2012 19:00 von Lasall erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen:
Multimedia, Shell, iPod, Video
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