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MPlayer

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./mplayer-logo.png MPlayer 🇬🇧 ist ein kommandozeilenbasierter Medienplayer. Er zeichnet sich durch die Unterstützung einer Vielzahl von Betriebssystemen und Medienformaten (Audio und Video) aus. Er eignet sich auch zur DVD-Wiedergabe oder für TV-Empfang. In Entwicklung ist Unterstützung für Blu-ray und HD-DVD. Hervorzuhebende Besonderheiten sind der Einsatz auf der Kommandozeile (ohne eine grafische Desktop-Oberfläche) und VDPAU im Zusammenspiel mit Grafikkarten von Nvidia (derzeit nur in aktuellen Entwicklerversionen).

./mplayer.jpg
GMPlayer

Zusätzlich zum eigentlichen Abspielprogramm entwickelt das MPlayer-Team auch die desktop-unabhängige grafische Oberfläche GMPlayer und das Transkodierungsprogramm MEncoder. Für MPlayer gibt es eine Vielzahl alternativer grafischer Oberflächen 🇬🇧. Die bekanntesten für Linux sind:

Andere beliebte Medienplayer sind xine und VLC. mpv ist dagegen eine Abspaltung (Fork) von MPlayer und MPlayer2.

Installation

Folgende Pakete stehen zur Auswahl [1]:

  • mplayer (multiverse, MPlayer für die Bedienung nur per Kommandozeile)

  • mplayer-gui (multiverse, GMPlayer als zusätzliche grafische Benutzeroberfläche zu MPlayer)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mplayer mplayer-gui 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://mplayer,mplayer-gui

Optional können die folgenden Pakete installiert werden:

  • mplayer-fonts (multiverse - zusätzliche Schriftarten für Untertitel und das On-Screen-Display (OSD) (nicht mehr verfügbar für 20.04, Ersatz unbekannt))

  • mplayer-skins (multiverse - zusätzliche Erscheinungsbilder für GMplayer)

  • mplayer-doc (multiverse - Dokumentation)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mplayer-fonts mplayer-skins mplayer-doc 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://mplayer-fonts,mplayer-skins,mplayer-doc

Kompilierung

MPlayer kann auch selbst aus dem Quelltext übersetzt werden, siehe MPlayer/Kompilieren.

Konfiguration

MPlayer verwendet zwei Konfigurationsdateien: ~/.mplayer/config und ~/.mplayer/gui.conf für die grafische Oberfläche GMPlayer.

Profile

Mit Profilen lässt sich der ansonsten unbequeme Umgang mit diversen Programmoptionen auf der Kommandozeile umgehen. Mehr Informationen sind der Manpage 🇬🇧 zu entnehmen.

Codecs

MPlayer kann sowohl bei der Übersetzung (Kompilieren) eingebundene als auch externe Codecs verwenden. Um unter Ubuntu unfreie Codecs zu verwenden bzw. zu installieren, bietet sich das folgende Metapaket an:

  • ubuntu-restricted-extras (multiverse)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ubuntu-restricted-extras 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://ubuntu-restricted-extras

Design

Die nicht für jeden Geschmack passende Standard-Oberfläche von GMplayer lässt sich mit Erscheinungsbildern (sog. Skins) ändern. Vorschaubilder und die Möglichkeit, Designs herunterzuladen, gibt es auf der Downloadseite 🇬🇧 von MPlayer. Dort findet sich auch eine Anleitung zum Installieren eines Designs.

Bedienung

Kommandozeile

MPlayer kann ohne grafische Oberfläche benutzt werden. Das gilt insbesondere beim Einsatz der Konsole. Mit dem Befehl

mplayer -vo fbdev /PFAD/ZUM/FILM 

bzw:

mplayer -vo fbdev2 /PFAD/ZUM/FILM  

wird ein Film gestartet. Wer das Programm dagegen in einem Terminal-Fenster [2] innerhalb einer grafischen Oberfläche starten möchte, nimmt den Befehl:

mplayer /PFAD/ZUM/FILM 

Eine Liste der verfügbaren Ausgabetreiber kann man mit:

mplayer -vo help 

ausgeben.

Möchte man die grafische Oberfläche GMPlayer nutzen, benutzt man statt mplayer den Befehl gmplayer (nicht mit GNOME MPlayer verwechseln).

DVD-Wiedergabe

Zur DVD-Wiedergabe sind zunächst einige Vorbereitungen zu treffen. Anschließend lassen sich DVDs mit:

mplayer dvd:// 

oder (neu, mit Menü über die Bibliothek libdvdread):

mplayer -nocache dvdnav:// 

wiedergeben. Alternativ lassen sich DVDs auch über die grafische Oberfläche öffnen.

Video- und Audiofilter

Eine der großen Stärken von Mplayer sind die zahlreichen Filter. Eine Ausgabe aller Videofilter erhält man per:

mplayer -vf help 

Eine Ausgabe aller Audiofilter erhält man per:

mplayer -af help 

Ein paar Beispiele:

  • Film deinterlacen:

    mplayer -vf yadif 
  • Film auf FullHD skalieren (notwendig z.B. wenn per -vo fbdev auf einem FullHD-Monitor abgespielt wird, da Vollbild dort nicht unterstützt wird):

    mplayer -vf scale=1920,-2 
  • Tonspuren langsamer oder schneller abspielen, ohne die Tonhöhe zu verändern:

    mplayer -af scaletempo 
  • Lautstärkeregelung per Software (normalerweise sorgt die Soundkarte und/oder der Soundserver dafür, eine höhere Lautstärke per Software zu erreichen) kann den Sound verzerren. Hier Verstärkung um 10dB:

    mplayer -af volume=10 

TV-Wiedergabe

DVB-T

Als erstes muss eine entsprechende ~/.mplayer/channels.conf erstellt werden. Eine ausführliche Anleitung zur Erstellung einer geeigneten channels.conf ist hier im Wiki vorhanden.

Hinweis:

Die channels.conf muss in der azap/czap/szap/tzap/xine 🇩🇪-Syntax sein, die von w-scan2 mit der Option -X erzeugt wird.

Experten-Info:

Falls mehrere Tuner und/oder Karten vorhanden sind, können die Kanallisten in channels.conf.sat bzw. channels.conf.ter umbenannt werden. Zudem muss MPlayer die Karte im Aufruf mitgegeben werden. Die genaue Vorgehensweise steht in der MPlayer-Dokumentation 🇩🇪

Nun kann MPlayer das TV-Programm anzeigen. Ein Schnelltest erfolgt in einem Terminalfenster [2] mit:

mplayer dvb:// 

oder

mplayer dvb://SENDERNAME 

wobei SENDERNAME exakt der Bezeichnung aus der ~/.mplayer/channels.conf entsprechen muss (Leerzeichen - falls vorhanden - maskieren!). Mit den Tasten H und K wird jeweils ein Programm vor- und zurückgeschaltet, mit F zwischen Fenster- und Vollbildmodus.

Streaming

Mittels des Pakets gecko-mediaplayer lassen sich Multimedia-Inhalte eingebettet in Mozilla-basierten Browsern wiedergeben. Inwieweit das in der Praxis klappt, hängt aber von der Art der Multimedia-Inhalte und den installierten Codecs ab. Probleme treten häufiger auf, was aber nicht zwingend an MPlayer oder Ubuntu liegt, sondern an der Verwendung unfreier Software für diese Inhalte. Es kann auch bei gleichzeitiger Verwendung anderer Multimedia-Plugins für andere Player zu Problemen kommen. Siehe auch Streaming.

Online-TV oder Online-Radio

Um Internetradio abspielen zu können, muss erst das Paket totem-mozilla deinstalliert werden, danach werden die Pakete mplayer und mozilla-mplayer installiert. Nach einem Browser-Neustart sollte es funktionieren.

Tastenbefehle

Grundlegende Tastenbefehle
Taste Funktion
Esc Wiedergabe beenden
         Wiedergabe pausieren
10 Sekunden vor springen
10 Sekunden zurück springen
1 Minute vor springen
1 Minute zurück springen
Bild ↑ 10 Minuten vor springen
Bild ↓ 10 Minuten zurück springen
0 Lautstärke erhöhen
9 Lautstärke verringern
M Audioausgabe de- & aktivieren
F Vollbildanzeige de- & aktivieren
# Audiospur wechseln
J Untertitel wechseln
O On-Screen-Display wechseln

Weitere Tasten erläutert die Manpage zu MPlayer.

Grafische Benutzeroberflächen

./gnome-mplayer_logo.png

GNOME MPlayer

GNOME MPlayer 🇬🇧 ist eine einfache und übersichtliche Oberfläche für den MPlayer unter GNOME. Das Programm ist in den offiziellen Paketquellen enthalten. Es kann durch Auswahl von:

./gnome-mplayer.png

  • gnome-mplayer (universe, bis 16.04)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gnome-mplayer 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://gnome-mplayer

installiert [1] werden. Nach der Installation befindet sich bei Ubuntu-Varianten mit einem Anwendungsmenü ein Programmstarter unter "Unterhaltungsmedien → GNOME MPlayer".

GNOME MPlayer lässt sich auch zur Wiedergabe von Streaming-Videos aus dem Internet verwenden. Welche Einstellungen dazu vorgenommen werden müssen, wird auf der Homepage beschrieben. Zusätzlich lassen sich Analog- und Digital-TV (DVB) wiedergeben.

DVB-T

Hier kann über "Datei → TV → Open Digital TV" die TV-Wiedergabe gestartet werden, wobei immer mit dem ersten Eintrag aus ~/.mplayer/channels.conf begonnen wird. Wenn mit dem Befehl [2]:

cat ~/.mplayer/channels.conf | cut -d ":" -f 1 | sed 's/^/dvb:\/\//' > ~/dvb-t.pls 

eine Liste der jeweils verfügbaren Sender erzeugt wurde, geht man über "Ansicht → Wiedergabeliste" oder Strg + L und öffnet dort die mit dem obigen Befehl erzeugte Senderliste dvb-t.pls. Es kann aber auch einfach ~/.mplayer/channels.conf verwendet werden.

In Kombination mit "Bearbeiten → Einstellungen → Benutzeroberfläche" bzw. Strg + P und der Einstellung "place playlist below media" lässt so sich relativ komfortabel zwischen den Programmen umschalten.

./kmplayer_icon.png

KMPlayer

KMPlayer 🇬🇧 ist eine alternative Benutzeroberfläche für KDE. Neuere Programmversion (ab Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope) erfordern KDE SC 4. Das folgende Paket muss installiert [1] werden:

  • kmplayer (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install kmplayer 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://kmplayer

Nach der Installation befindet sich ein Starteintrag im Menü unter "Unterhaltungsmedien → KMPlayer".

KMPlayer bietet über eine Lesezeichen-Funktion einen einfachen Zugriff auf gespeicherte Orte. Außerdem besitzt das Programm über das "Quellen"-Menü schnellen Zugriff auf verschiedene Quellen, wie etwa DVD, Audio-CD und TV. Das Programm kann auch mittels MEncoder oder FFmpeg Videos aufzeichnen. Die dazu nötigen Einstellungen können über "Einstellungen → KMPlayer einrichten" vorgenommen werden. KMPlayer kann auch in Konqueror eingebunden und für Streaming-Wiedergabe verwendet werden.

SMPlayer/SMPlayer_icon.png

SMPlayer

Der SMPlayer 🇩🇪 ist eine eigenständige Oberfläche (Frontend) für MPlayer zur Multimedia-Wiedergabe mit zusätzlichen Funktionen. Besonderheiten des SMPlayers sind u.a. die intuitive Bedienoberfläche und die gute Konfigurierbarkeit. Er ist besonders für Benutzer von KDE 4 geeignet. Details im Artikel SMPlayer.

./romp_logo.png

Rosa Media Player

ROSA Media Player 🇬🇧 (ROMP) ist das zweitjüngste der hier vorgestellten Programme und der Standard-Videoplayer der Linux-Distribution ROSA 🇬🇧. Die Anwendung ist nicht in den offiziellen Paketquellen enthalten, aber ein "Personal Package Archiv" (PPA) steht als Fremdquelle zur Verfügung. Siehe Install Rosa Media Player via PPA in Ubuntu 🇬🇧.

./xt7-player_logo.png

Xt7-Player

Xt7-Player 🇬🇧 ist der Versuch, die zahlreichen Möglichkeiten von MPlayer mit einer zeitgemäßen grafischen Benutzeroberfläche zu versehen, die gleichzeitig auch noch bedienbar bleibt. Die Installation ist bei Ubuntu etwas anspruchsvoller,. Durch die Verwendung von Gambas und Qt desktop-unabhängig, integriert sich optisch am besten in KDE.

Diese Revision wurde am 10. Juni 2020 14:21 von UlfZibis erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Videoplayer, TV, Multimedia