Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.
Laut Wikipedia ist "ein Dateimanager ein Computerprogramm, mit dem man den Inhalt von Datenträgern auf einem Computer ansehen und manipulieren kann. Grundfunktionen sind das Auflisten aller Dateien in einem Verzeichnis sowie die Darstellung der Verzeichnisstruktur. Man kann Dateien und Verzeichnisse verschieben, kopieren, umbenennen, löschen, ihre Attribute ändern und neue Verzeichnisse anlegen. Ferner kann man Dokumente mit den ihnen zugeordneten Programmen öffnen."
Für viele Einsteiger ist es verwirrend, dass sie Dateien in Systemordnern nicht ohne weiteres bearbeiten, kopieren etc. können. Diese Einschränkung ist ein essentieller Baustein des Sicherheitskonzepts von Linux. Möchte man beispielsweise Dateien mit einem Dateimanager in einen Systemordner kopieren oder ausführbar machen, so muss man sich zuerst die dazu nötigen Rechte mit dem Befehl sudo bzw. seinen grafischen Varianten geben.
| Desktop-Umgebung | ||||
| GNOME | KDE | Xfce | LXDE | |
| Befehl | gksudo nautilus | kdesudo dolphin | gksudo thunar | gksudo pcmanfm |
Dies nur als kurzer Hinweis zum Thema Benutzerrechte. Einsteiger werden gebeten, sich in die Grundlagen von sudo und Dateirechten einzulesen.
Nautilus ist der Standard der Desktop-Umgebung GNOME und damit von Ubuntu. Nautilus will den Umgang mit Dateien leicht machen. Er bietet Vorschauen für diverse Dateitypen, kann Webseiten darstellen und besitzt ein umfangreiches Kontextmenü. Man bezeichnet Nautilus daher auch als grafische Shell. Er lässt sich durch zusätzliche Skripte leicht erweitern. (mehr)
Thunar ist der Standard der Desktop-Umgebung Xfce, der Nautilus äußerlich ähnelt, jedoch nicht so schwergewichtig ist. Er beschränkt sich auf die wesentlichen Funktionen eines Dateimanagers, bietet aber z.B. mit vielfältigen Möglichkeiten zum Umbenennen von Dateien und benutzerdefinierten Aktionen nützliche Komfortmerkmale. (mehr)
PCMan File Manager ist der Standard der Desktop-Umgebung LXDE. Ähnlich wie bei Firefox kann man mehrere Ordner in Tabs öffnen. So kann man in verschiedenen Ordnern schnell und übersichtlich arbeiten. Da das Programm nicht viele Ressourcen braucht, ist es auch auf einem älteren Rechner schnell geladen. Es bietet Unterstützung für "Drag&Drop", Vorschauen und Lesezeichen sowie zahlreiche andere Funktionen. (mehr)
Rox-Filer ist ein Dateimanager, der einfach zu bedienen ist und den man sehr gut seinen Wünschen entsprechend anpassen kann. Um den Rox-Filer kann man sich eine eigene Desktop-Umgebung bauen. So wurde Rox-Filer früher von Xfce als Dateimanager genutzt. (mehr)
emelFM2
ist ein Dateimanager für Linux/Unix-Systeme. Das Programm benutzt ein einfaches und bewährtes Konzept ähnlich dem des Norton Commanders: das Programmfenster ist in drei Teile unterteilt. Zwei davon zeigen den Inhalt des jeweiligen Ordners an, eines zeigt die Ausgabe von Befehlen, die innerhalb des Programmes ausgeführt werden. emelFM2 kann über die Paketverwaltung mit dem folgenden Paket installiert werden [1]:
emelfm2 (universe)
Gentoo
(nicht mit Gentoo verwechseln) ist ein Dateimanger, der Directory Opus des ehemaligen Betriebssystems AmigaOS als historisches Vorbild hat. Das Programm kann über das folgende Paket installiert werden [1]:
gentoo (universe)
Leider ist die Version aus den Paketquellen nicht aktuell. Wer die neueste Version verwenden will, muss das Programm selbst aus dem Quelltext erstellen.
Ein weiterer grafischer, relativ unbekannter Dateimanager ist XFE
, der besonders durch einen extrem niedrigen Ressourcenverbrauch glänzt. Das Programm kann über das folgende Paket installiert werden [1]:
xfe (universe)
GNOME Commander
ist ein Dateimanager für GNOME in der Art des Norton bzw. Midnight Commanders. Das Programm besitzt wie diese beiden Programme eine zweigeteilte Fensteransicht. GNOME Commander kann über die Paketverwaltung von Ubuntu mit dem folgenden Paket installiert werden [1]:
gnome-commander (universe)
Dolphin ist der neue Standard unter KDE und Kubuntu. Das Programm ist schlank, schnell und besitzt alle wichtigen Funktionen eines Dateimanagers inkl. einer Zwei-Fenster-Ansicht. Dolphin wurde speziell unter dem Gesichtspunkt der Benutzerfreundlichkeit entwickelt. (mehr)
Konqueror ist ebenfalls ein Dateimanager. Das Programm ist essentieller Bestandteil von KDE. Neben der Funktion als Dateimanager kann Konqueror Webseiten darstellen, verschiedene Medienformate darstellen usw. Alles in allem ist Konqueror das Schweizer Taschenmesser unter den Dateimanagern. Konqueror war bis einschließlich Feisty Fawn 7.04 der Standard von Kubuntu und wurde danach von Dolphin abgelöst. Ab KDE 4 verwendet Konqueror intern Dolphin für das Dateimanagement. (mehr)
Krusader
ist einer der umfangreichsten Norton Commander Klone unter Linux. Man kann ihn in eine Reihe mit Total Commander
stellen. Wie üblich ist das Fenster des Programmes zweigeteilt. In jeder Seite können jedoch weitere Tabs geöffnet werden, so dass der Umgang mit verschiedenen Verzeichnissen leicht fällt. (mehr)
muCommander
ist ein schlanker auf Java basierender Dateimanager im "Norton Commander"-Stil. muCommander kann mit gepackten Dateien umgehen, Verzeichnisse über FTP, SFTP, SMB und HTTP/HTTPS öffnen, mit Lesezeichen arbeiten und umfangreich an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.
Das Programm ist nicht in den Quellen von Ubuntu enthalten. Bei Interesse kann man es von der Homepage
herunterladen, entpacken und starten.
Das Programm ist kein Dateimanager im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine grafische Benutzeroberfläche für das Zeitgeist Framework, welches ab Ubuntu 11.04 alle Benutzeraktivitäten an Dateien protokolliert. Mehr Informationen findet man im Artikel GNOME Activity Journal.
Wie das GNOME Activity Journal ist das Programm eine grafische Benutzeroberfläche für Zeitgeist. Mehr Informationen findet man im Artikel Zeitgeist Activity Log Manager.
Der Midnight Commander
ist ein Klon des Norton Commander. Das Programm ist sehr hilfreich zur Auflistung, Umsortierung, Dateisuche, Dateianzeige und vielem mehr auf einer Linux- bzw Unix-Konsole. Ursprünglich hatte Midnight Commander eine graphische Oberfläche und war der erste Dateimanager der GNOME Desktopumgebung. Nachdem man jedoch auf Nautilus umgesattelt hatte, wurden die graphischen Funktionen wieder entfernt.
Der Midnight Commander kann über die Paketverwaltung mit dem folgenden Paket installiert werden [1]:
mc (universe)
Danach kann man das Programm in einem Terminalfenster [2] mit:
mc
starten.
Möchte man anstelle von Nautilus einen anderen Dateimanager benutzen, so müssen zwei Dateien editiert werden, um den gewünschten Dateimanager festzulegen. Beispielhaft wird nun erläutert, wie man Dolphin zum Standard-Dateimanager macht:
Man öffnet die Datei [3] /usr/share/applications/nautilus-computer.desktop mit Root-Rechten [4] und ersetzt die Zeile:
Exec=nautilus --no-desktop computer:
durch
Exec=dolphin
Nun die Datei /usr/share/applications/nautilus-folder-handler.desktop mit Root-Rechten öffnen und folgende Zeile
Exec=nautilus --no-desktop %U
durch
Exec=dolphin
ersetzen. Öffnet man nun einen Ordner, wird er standardmäßig mit Dolphin dargestellt.
Um den Dateimanager unter KDE zu ändern, gibt es einen eigenen Menüpunkt in den KDE-Einstellungen.
Die Desktop-Umgebung Xfce bietet erst ab Version 4.8 bzw. Xubuntu 11.04 eine Möglichkeit, den Standard-Dateimanager zu konfigurieren. Unter älteren Ubuntu-Versionen ist es aber mit Hilfe eines kleinen Tricks dennoch möglich.
Midnight Commander - Der programmierbare Dateimanager
- Artikel LinuxUser 07/2002
Midnight Commander 4.1.X-MP
- eine Abspaltung (Fork) des MC
Diese Revision wurde am 14. Januar 2012 um 17:11 Uhr
von Heinrich Schwietering erstellt.
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