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Cinnamon

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Cinnamon 🇬🇧 (englisch für Zimt) ist eine Abspaltung (Fork) der GNOME Shell. Cinnamon wurde von Entwicklern der (teilweise) auf Ubuntu basierenden Distribution Linux_Mint ins Leben gerufen. Da die GNOME-Entwickler ein völlig neues Bedienkonzept des GNOME-Desktops mit GNOME 3 umsetzten, entschieden sich die Linux-Mint-Entwickler für eine Abspaltung der GNOME Shell, die sich optisch an das Bedienkonzept und das Layout an GNOME 2.32 anlehnt.

Cinnamon nutzt eine eigene Fensterverwaltung namens Muffin, die ebenfalls ein Fork der GNOME-Shell-Fensterverwaltung Mutter ist. Muffin vereint Elemente von Mutter und Metacity. Es stehen einfach zu bedienende Konfigurationswerkzeuge zur Verfügung. Im Oktober 2013 ist die Version 2.0 erschienen 🇩🇪, die nun nicht mehr von den ursprünglichen GNOME-Bibliotheken bzw. -Komponenten abhängig ist. Der Dateimanager Nemo ist zu einem integralen Bestandteil von Cinnamon gewachsen und wird als Abhängigkeit mit installiert.

Installation

Cinnamon ist seit Utopic 14.10 in den offiziellen Paketquellen enthalten. Folgendes Paket muss installiert werden [1]:

  • cinnamon (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install cinnamon 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://cinnamon

PPA

Eine aktuellere Cinnamon-Version (3.6.7) liefert nachfolgendes PPA für Ubuntu 16.04; die aktuelle Cinnamon-Version 4.0.9 steht nur für Ubuntu 18.04 und neuer zur Verfügung.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:embrosyn/cinnamon

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams embrosyn zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Bedienung

Um Cinnamon zu verwenden, muss man es beim Anmelden im Displaymanager auswählen. Wie das praktisch funktioniert, ist im Artikel LightDM (Abschnitt „Verwendung“) beschrieben.

Die Bedienung von Cinnamon gestaltet sich größtenteils intuitiv. Sie weicht jedoch in einigen Punkten von der GNOME Shell (Abschnitt „Bedienung“) ab: Im Gegensatz zur GNOME Shell gibt es keine Aktivitäten-Ansicht mehr. Bewegt man die Maus in die linke obere Ecke, erhält man nur eine Übersicht der geöffneten Fenster. Zudem kann man diese "Hot Corner" ("Aktive Ecken") auch deaktivieren. (Aktive Ecken sind standardmäßig deaktiviert.)

cinnamon_menu cinnamon_settings_1.3.1 cinnamon_overview
Hauptmenü Einstellungen Übersichtsmodus

Konfiguration

Cinnamon hat gegenüber der GNOME Shell ein zusätzliches Konfigurationswerkzeug. Dieses lässt sich über das Werkzeug-Symbol im Panel oder über "Menu → Einstellungen → Cinnamon Settings" aufrufen. Dort kann man Einstellungen zum Übersichtsmodus, zu Effekten, Themes, Applets, Extensions, dem Kalender und anderen Dingen vornehmen. Ab Version 1.3 wurde in dieses Konfigurationswerkzeug auch die Funktionen des GNOME Tweak Tool integriert. Weitere Einstellungen lassen sich mit den "Systemeinstellungen" der GNOME Shell unter "Menu → Systemwerkzeuge → Systemeinstellungen" tätigen.

Themes, Applets und Erweiterungen

Cinnamon ist aufgrund seiner Fensterverwaltung Muffin inkompatibel zu GNOME-Shell-Themes und -Erweiterungen. Auf der Cinnamon-Homepage 🇬🇧 werden aus diesem Grund direkt für Cinnamon geschriebene und portierte Designs 🇬🇧 (Themes), Applets 🇬🇧 und Erweiterungen 🇬🇧 (Extensions) angeboten. Auf der Cinnamon-Homepage ist ebenfalls eine Anleitung 🇬🇧 zu finden, die beschreibt, wie man eigene Cinnamon-Applets erstellt.

Problembehebung

Wie bei jeder Software kann es durchaus zu bisher unbekannten Fehlern und Problemen kommen. Ein Rechtsklick auf eine freie Stelle in der Leiste bietet zur Problemlösung ein Zurücksetzen einiger Einstellungen an. "Fehler suchen → Alle Standardeinstellungen wiederherstellen"

Einstellungen zurücksetzen

Wenn davon auszugehen ist, dass eine bestimmte Einstellung (z.B. ein bestimmtes Theme) Probleme verursacht, so kann man mit Hilfe von gsettings die Einstellungen auf die Standardwerte zurücksetzen. Dazu muss folgender Befehl in ein Terminal-Fenster [3] eingegeben werden:

gsettings reset-recursively org.cinnamon 

Dateimanager öffnet kein Terminal

Wenn Cinnamon aus den offiziellen Paketquellen installiert wurde, kann es sein, dass aus dem Dateimanager Nemo im Kontextmenü der Eintrag "Im Terminal öffnen" nicht funktioniert, weil ein installiertes Gnome-Terminal erwartet wird. Letzteres kann man entweder nachinstallieren oder die Einstellung ändern bspw. mit:

gsettings set org.cinnamon.desktop.default-applications.terminal exec 'mate-terminal' 

Schwarzer Hintergrund in Systemsteuerung

Sollten einzelne Dialoge in der Systemsteuerung von Cinnamon einen schwarzen Hintergrund haben, kann das Problem mit den Themes durch folgenden Befehl für den Benutzer gelöst werden (Quelle: GitHub):

gsettings set com.canonical.desktop.interface scrollbar-mode normal 

Compiz

Da Cinnamon die Fensterverwaltung Muffin nutzt, ist es nicht möglich, es zusammen mit Compiz zu verwenden.

Diese Revision wurde am 28. März 2020 18:48 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Desktop, GNOME 3, Cinnamon