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Konsole

Achtung!

Dieser Artikel beschreibt den Terminal-Emulator von KDE. Der Begriff "virtuelle Konsole" wird im Artikel Terminal (Abschnitt „Virtuelle-Konsole“) erklärt, "Konsolen-Emulatoren" sind im Artikel Spiele/Hilfsprogramme (Abschnitt „Emulatoren“) zu finden.

Man sollte auf Grund der Mehrdeutigkeit insbesondere im Forum stets deutlich machen, ob man mit "Konsole" das hier beschriebene KDE-Programm, ein Terminalfenster oder etwas anderes meint.

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/Oxygen/terminal.png ./konsole.png Konsole 🇬🇧 ist der bei KDE mitgelieferte Terminal-Emulator. Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten und hohe Funktionalität zeichnen Konsole aus. So wird beispielsweise Tabbing, das Setzen von Lesezeichen sowie ein beliebig großer durchsuchbarer Verlaufsspeicher unterstützt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Terminalprogrammen baut Konsole nicht auf xterm auf, sondern wurde komplett neu programmiert.

Installation

Bei Kubuntu ist Konsole standardmäßig vorinstalliert. Wer das Programm unter Ubuntu/Xubuntu verwenden möchte, muss das Paket konsole installieren [2]. Ab Ubuntu 18.04 ist außerdem das Paket keditbookmarks notwendig, um Lesezeichen sinnvoll einsetzen zu können.

  • konsole

  • keditbookmarks

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install konsole keditbookmarks 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://konsole,keditbookmarks

Benutzung

Konsole starten

Konsole kann über "K-Menü → Anwendungen → System → Terminal (Konsole)" oder alternativ über KRunner und die Eingabe des Befehls

konsole 

gestartet werden [1]. Unter Gnome findet es sich unter "Anwendungen → Systemwerkzeuge → Konsole".

Die Konsole kann auch in andere Programme wie z.B. den Dateimanagern Dolphin, den Browser Konqueror oder den Editor Kate direkt eingebettet werden oder über diese Anwendungen geöffnet werden.

Unterfenster

Konsole verwendet Unterfenster (auch bekannt als Tabs oder Reiter) und somit können in einer Konsole mehrere Terminals gleichzeitig geöffnet sein. Im Unterschied zu vielen anderen Anwendungen wie Browsern werden die Reiter in der Voreinstellung am unteren Fensterrand angezeigt. Neben der Bedienung mit der Maus können Unterfenster auch per Tastenkombination oder Menüpunkt kontrolliert werden:

  • Ein neues Unterfenster kann über die Tastenkombination Strg + + T oder über "Datei → Neues Unterfenster" geöffnet werden. Über die Tastenkombination Strg + + W oder "Datei → Unterfenster schließen" kann das aktuell geöffnete Unterfenster geschlossen werden.

  • Über die Tastenkombinationen + und + kann zwischen den Unterfenstern mit Hilfe der Tastatur gewechselt werden. Ein Unterfenster kann mittels der Tastenkombinationen Strg + + und Strg + + in der Reihenfolge nach links oder rechts verschoben werden.

  • Ein einzelnes Unterfenster lässt sich auch verselbständigen, d.h. in ein eigenes Konsole-Fenster heben. Dazu klickt man auf "Ansicht → Sitzung verselbständigen" (alternativ Tastenkürzel Strg + + H ).

Für die Bedienung mit der Maus empfiehlt es sich, die Knopfe für das Öffnen und Schließen von Unterfenstern anzuzeigen ("Einstellungen → Konsole einrichten ... → Unterfensterleiste → Knöpfe "Neues Unterfenster" und "Unterfenster schließen" anzeigen").

Ansichten

./ansichten.pngDas Konsolenfenster lässt sich in verschiedene Ansichten teilen. Somit erhält man eine ähnliche Funktionalität wie durch den Einsatz von Screen oder kachelnden Fenstermanagern. Die Verwaltung der Ansichten lässt sich über das Menü "Ansicht → Ansicht teilen" vornehmen. Man kann die Ansicht entweder horizontal über "Ansicht → Ansicht teilen → Ansicht Links/Rechts teilen" (alternativ Tastenkürzel Strg + + 8 ) oder vertikal über "Ansicht → Ansicht teilen → Ansicht Oben/Unten teilen" (alternativ Tastenkürzel Strg + + 9 ) teilen. Eine Kombination aus horizontal und vertikal geteilten Ansichten ist nicht möglich.

Wenn mehrere Ansichten verwendet werden, wird die Unterfensterleiste in jeder Ansicht angezeigt. Es ist also möglich verschiedene Unterfenster gleichzeitig zu sehen.

Die Größe der einzelnen Ansichten kann über die Trennleiste zwischen den Ansichten mittels der Maus verändert werden. Alternativ kann man auch über das Menü "Ansicht → Ansicht teilen → Ansicht vergrößern" und "Ansicht → Ansicht teilen → Ansicht verkleinern" die Größe verändern.

Über "Ansicht → Ansicht teilen → Aktive Ansicht schließen" (alternativ Tastenkürzel Strg + + S ) wird die aktuell benutzte Ansicht geschlossen. Über "Ansicht → Ansicht teilen → Andere Ansichten schließen" (alternativ Tastenkürzel Strg + + O ) werden alle anderen Ansichten geschlossen.

Lesezeichen

Wiki/Icons/Oxygen/bookmark-new.pngKonsole unterstützt wie ein Webbrowser Lesezeichen. Man kann sich also Lesezeichnen für einzelne Ordner speichern und somit direkt in diese Ordner navigieren. Die Lesezeichen unterstützen auch entfernte Shells wie zum Beispiel SSH.

In Konsole kommt die gleiche Lesezeichenverwaltung wie im Browser Konqueror zum Einsatz und ist komplett über das Menü "Lesezeichen" zu erreichen.

Hinweis:

In der aktuellen Version von Konsole unterstützen Lesezeichen keine komplexen SSH-Kommandos. Folgender Befehl (Aufbau eines SSH-Tunnels) lässt sich beispielsweise nicht als Lesezeichenadresse speichern:

sudo ssh 10.1.1.10 -L 127.0.0.1:80:192.168.1.10:80

Als Alternative kann man den Befehl in das Feld "Kommentar" eines Lesezeichens eingeben, und dann bei Bedarf per "Kopieren & Einfügen" in das Konsolenfenster kopieren.

Profile

./profile.pngKonsole bietet die Möglichkeit, über Profile das Verhalten und Aussehen von Unterfenstern zur Laufzeit zu ändern. Alle verfügbaren Profile werden im Menü "Einstellungen → Profil wechseln" angezeigt und durch Auswahl einer der Punkte wird das Profil gewechselt. Über "Einstellungen → Profile verwalten" können neue Profile angelegt und bestehende bearbeitet werden.

Allgemeine Einstellungen

Im Reiter "Allgemein" lassen sich einige Einstellungen für das Profil vornehmen. So kann man dem Profil einen Namen geben und über "Befehl" die zu verwendende Shell einstellen. Des Weiteren kann der Ordner festgelegt werden, in welchem das Terminal in einem neuen Unterfenster gestartet wird. Standardmäßig ist dies der selbe Unterordner wie das aktuelle Unterfenster.

Unterfenster

Im Reiter "Unterfenster" kann deren Verhalten konfiguriert werden. Hier kann zum Beispiel die Beschriftung der Unterfenster für lokale und entfernte Shells individuell festgelegt werden. Es gibt dazu folgende Steuerzeichen:

Steuerzeichen Bedeutung
%n Programmname
%d Aktueller Ordner (Kurzform)
%D Aktueller Ordner (Langform)
%w Durch Shell gesetzter Fenstertitel
%# Sitzungsnummer
%u Benutzername
%h Entfernter Rechner (Kurzform)
%H Entfernter Rechner (Langform)

Erscheinungsbild

Terminalprogramme besitzen meist die Fähigkeit, Text in verschiedenen Farben darzustellen. Testen kann man die Farbdarstellung z.B. mit dieser Eingabe:

echo -e "\e[0mVordergrundfarbe\n\e[7mHintergrundfarbe\e[0m" &&
for i in `seq 0 7`; do echo -e "\e[0;3${i}mFarbe $i\e[0m"; done &&
echo -e "\e[1mIntensive Vordergrundfarbe\n\e[7mIntensive Hintergrundfarbe\e[0m" &&
for i in `seq 0 7`; do echo -e "\e[1;3${i}mFarbe $i intensiv\e[0m"; done 

./farbschema.pngKonsole bietet mehrere vordefinierte Farbschemata und die Möglichkeit diese zu bearbeiten oder ein eigenes Farbschema zu erstellen. Hierzu wählt man im Konfigurationsdialog des Profils den Reiter "Erscheinungsbild".

Im Abschnitt "Farbschema & Hintergrund" werden alle verfügbaren Farbschemata aufgelistet. Fährt man mit der Maus über einen der Punkte, so erhält man eine Sofortvorschau - die Farben der geöffneten Konsole werden direkt geändert.

Über die Schaltflächen "Neu" und "Bearbeiten" öffnet sich ein Dialog, um ein neues Farbschema zu erstellen bzw. das ausgewählte zu bearbeiten. Hier werden in einer Tabelle alle Farben aufgeführt und angezeigt. Durch einen Klick auf die Farbe öffnet sich ein Dialog zum Auswählen der Farbe.

Zusätzlich kann man eine prozentuale Hintergrund-Transparenz einstellen. Der Hintergrund wird jedoch nur transparent dargestellt, wenn ein Compositing Fenstermanager wie KWin#Arbeitsflaecheneffekte oder Compiz verwendet wird.

Problembehebung

Viele Probleme im Umgang mit Konsole beziehen sich nicht auf das Programm selbst, sondern eher auf die Benutzung eines Terminals im allgemeinen. Es empfiehlt sich daher auch immer einen Blick auf die Problembehebung im Artikel Terminal zu werfen.

Tastatureingabe funktioniert nicht mehr

Hat man aus Versehen die Tastenkombination Strg + S gedrückt, wird das aktuelle Unterfenster angehalten. Eingaben über die Tastatur sind dann nicht mehr möglich. In der Regel wird mit einem entsprechenden Hinweis am oberen Rand des Unterfensters darauf hingewiesen. Dieser Hinweis lässt sich aber auch ausblenden. Um das Unterfenster wieder zu entsperren benutzt man die Tastenkombination Strg + Q .

Die Funktion lässt sich auch im jeweiligen Profil unter "Erweitert → Flusskontrolle mit Strg+S und Strg+Q aktivieren" ausschalten.

Diese Revision wurde am 7. Februar 2020 18:12 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Terminal, System, Shell, KDE