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Ubuntu Installation

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel beschreibt die Installation ab Ubuntu 11.04 mit Hilfe der Desktop-CD oder "Desktop-DVD" (im Folgenden wird der Einfachheit halber der Begriff CD verwendet). Im Gegensatz zur Alternate-CD gibt es hier einen grafischen Installationsassistenten (Ubiquity). Die CD ist so ausgelegt, dass man mit wenigen Handgriffen ein System installieren kann.

Vorbereitungen

Wenn sich auf dem Computer schon ein Betriebssystem (wie beispielsweise Windows, Mac OS X oder ein anderes Linux-System) oder wichtige Daten befinden, sollte von den wichtigen Daten unbedingt eine Sicherung erstellt werden. Wie bei jeder Veränderung am Computer kann immer auch etwas schief gehen.

Voraussetzungen

Diese Installationsvariante benötigt einen Computer mit mindestens 512 MiB Arbeitsspeicher, empfehlenswert sind 1 GiB oder mehr. Für Systeme mit weniger Arbeitsspeicher sollte die "Alternate-CD" verwendet werden, deren Installationsprogramm ohne grafische Oberfläche auskommt. Ubuntu funktioniert sowohl mit 2D- als auch mit 3D-fähigen Grafikkarten. Die Standard-Desktopoberfläche Unity ist zwar per Voreinstellung auf 3D eingestellt, schaltet aber bei nicht 3D-fähiger Hardware in den 2D-Modus um.

Nach der Installation der aktuellsten Version von Ubuntu und einer Aktualisierung belegt das System auf der Festplatte ca. 3-4 GiB. Hinweise zur Festplatteneinteilung findet man im Artikel Partitionierung.

Herunterladen

Zuerst sollte die CD heruntergeladen werden. Auf der Downloads-Seite hier im Wiki findet man die entsprechenden Links. Das heruntergeladene CD-Abbild ist anschließend mit einem geeigneten Programm zu brennen.

Installation

Start der Desktop-CD

Beim Start des Computers muss die Ubuntu-CD in das CD-Laufwerk eingelegt sein.

Hinweis:

Wenn der Computer trotz eingelegter CD wie gewohnt startet, ist er nicht für den Start von CD eingerichtet. Diese Einrichtung wird im BIOS vorgenommen. Die genaue Vorgehensweise dafür verrät die dem Computer oder Mainboard beiliegende Anleitung, dieses Dokument {dl} {de} oder das Bios-Kompendium {de} . Meist gibt es auch eine Auswahl über eine Taste, mit der sich beim Start ein Laufwerk auswählen lässt. Beim BIOS-Start wird diese oft angezeigt, Beispiele sind F8 , F10 oder F12 .

Installation oder Live-Modus

1_natty_sprache.png

Zunächst erscheint dann ein Fenster, in dem man gefragt wird, ob man die Live-CD nutzen oder installieren möchte. Hier ein Überblick der relevanten Startoptionen:

Startoptionen
Möglichkeit Erklärung
"Ubuntu testen" Hierbei startet man erst einmal nur Ubuntu von der CD, am Rechner wird nichts verändert. Trotzdem hat man später auch die Möglichkeit, Ubuntu noch zu installieren.
"Ubuntu installieren" Man installiert Ubuntu direkt auf der Festplatte bzw. auf das später noch auszuwählende Laufwerk.

Hier wählt man die gewünschte Option aus, vorher sollte man in der Auswahlliste links die Installationssprache auswählen, z.B. "Deutsch".

Vorbereitung der Installation

2_natty_vorbereitung.png

Als Nächstes erscheint ein Hinweis, welche Punkte (grüne Haken) zur Installation erfüllt sein müssen. Zumindest bei Notebooks sind eine Stromversorgung über das Netzteil und eine Internetverbindung (leider) zwingend erforderlich! Falls der WLAN-Adapter nicht automatisch erkannt wird, sollte man ein Netzwerkkabel benutzen.

Es wird mindestens 4,4 GiB freier Festplattenplatz benötigt, damit man später noch Platz hat, weitere Software zu installieren, bzw. beim Umstieg ("Upgrade") auf spätere Ubuntu-Version keine Platzprobleme bekommt. Manchmal wird hier ein übertrieben großer freier Speicherplatz verlangt (bei Lubuntu z.B. 5,3 GiB) - dieser Fehler insbesondere bei Netbooks kann aber einfach umgangen werden.

Weiterhin kann man noch auswählen, ob direkt nach der Installation der noch aktualisierte Pakete und Sprachpakete herunterladen werden sollen – eine funktionierende Internetanbindung vorausgesetzt. Außerdem kann man auswählen, ob das Installationsprogramm zusätzlich nach der Installation weitere Codecs einspielen soll, z.B. um MP3-Dateien abspielen zu können. Aktuelle Pakete, Codecs sowie jede weitere Software lässt sich natürlich auch jederzeit nachträglich über die Paketverwaltung installieren.

Experten-Info:

  • Sollte wirklich keine Möglichkeit vorhanden sein, eine Internetverbindung zu nutzen, kann man versuchen, im BIOS des Rechners die Netzwerkkarte/n vorübergehend zu deaktivieren (oder auszubauen). Dann ist aber die Installation von Sprachpaketen nicht möglich und man erhält ein englisches Ubuntu.

  • Sollte man im Besitz einer Grafikkarte mit Nvidia Optimus-Technologie sein, empfiehlt es sich, den Haken bei "Software von Drittanbietern installieren" nicht zu setzen, da es sonst zu Problemen mit der Grafikkarte kommen könnte. Nachträglich sollte man zusätzlich Bumblebee installieren, da sonst die Grafikkarte nicht benutzt werden könnte.

Auswahl der Partition / Partitionierung und Bootloader

Im nächsten Schritt wird festgelegt, wo Ubuntu und der Bootloader, welcher den Startvorgang von Ubuntu initiiert, installiert werden sollen.

Je nachdem, ob man eine unbenutzte (neue) Festplatte oder eine bereits teilweise belegt hat, sieht das erscheinende Fenster etwas anders aus.

Bei einer neuen Festplatte erscheint folgendes Fenster:

3_natty_festplatte.png

Möchte man auf dem Rechner nur Ubuntu und kein andere Betriebssystem nutzen, so kann man den ersten Punkt "Festplatte löschen und Ubuntu installieren" wählen. Ubuntu nutzt dann die gesamte Festplatte und kopiert den Bootloader in den Master Boot Record (kurz: MBR) der ersten Festplatte.

Achtung!

Alle auf der Festplatte vorhandenen Daten werden dabei unwiderruflich gelöscht!

Möchte man Ubuntu nicht alleine auf dem Rechner nutzen bzw. benötigt man eine spezielle Aufteilung oder möchte ein anderes Dateisystem als das standardmäßig genutzte ext4 nutzen, so muss man den Punkt "Etwas anderes" wählen. Dieser Punkt ist ebenfalls zu wählen, falls der Bootloader nicht in den MBR der ersten Festplatte installiert werden soll.

Hat man bereits ein anderes Betriebssystem installiert, so sieht das Fenster ähnlich dem folgenden aus:

3a_natty_festplatte2.png

Hat man – wie hier – bereits die unmittelbar vorhergehende Ubuntu-Version installiert, bietet das Installationsprogramm, eine Aktualisierung ("Upgrade") auf Natty durchzuführen. Alternativ kann man beide Versionen parallel installieren. Die anderen beiden Möglichkeiten sind bereits weiter oben beschrieben.

Für die Partitionierung wird GParted verwendet.

3-2_natty_partitionierung.png

Hat man "Etwas anderes" ausgewählt, erscheint das Fenster „Festplattenspeicher zuweisen“. Hier kann die Festplatte manuell aufgeteilt werden. Allgemeine Hinweise findet man im Wiki-Artikel Partitionierung. Die Partitionierung startet man, indem man bei neuen oder unbenutzten Festplatten auf "Neue Partitionstabelle" klickt bzw. bei bereits in Benutzung befindlichen Festplatten eine Partition zur Verkleinerung auswählt (siehe unten) bzw. einen freien Bereich auf der Festplatte wählt und auf "Ändern" klickt.

Außerdem kann man hier im Auswahlmenü "Bootloader" im unteren Teil des Fensters auswählen, wo der Bootloader GRUB 2 installiert werden soll. Voreingestellt ist immer der MBR der ersten Festplatte. Mögliche weitere Ziele sind aber auch jeder andere MBR von weiteren Festplatten bzw. an der Anfang einer vorhandenen Partition.

Achtung!

Wer hier nicht sicher ist was er tut, sollte die Voreinstellung für den Bootloader beibehalten! Bei der Installation werden vorhanden Installationen in der Regel zuverlässig erkannt – inklusive Windows-Installationen, auch für Windows 7. Für diese werden dann automatisch die passenden Starteinträge vom Bootloader angelegt, so dass die vorhandenen Betriebssystem nach der Installation von Ubuntu weiterhin problemlos gebootet werden können.

Hat man den Punkt "Neue Partitionstabelle" ausgewählt, so geht es nun an die manuelle Partitionierung. Durch einen Klick auf "Hinzufügen" kann man neue Partitionen anlegen.

Achtung!

Hierbei wird die gesamte Festplatte gelöscht, und alle vorhandenen Daten gehen verloren!

3-3_natty_partitionierung2.png

Einstellbar sind der Partitionstyp, die Größe, die Position, mit welchem Dateisystem die Partition formatiert werden soll, sowie den Einhängepunkt. Ein Klick auf "Ok" übergibt die Einstellungen an das Ubuntu-Installationsprogramm ("installer"). Dieser Schritt kann dann so oft wiederholt werden, bis alle Partitionen wie gewünscht angelegt sind.

Hinweis:

Für die Partition, auf die Ubuntu installiert werden soll, muss als Einbindungspunkt / (bedeutet "Root") ausgewählt werden, sonst beschwert sich das Installationsprogramm, dass keine Root-Partition festgelegt wurde. Dazu klickt man zuerst auf die Partition, auf die Ubuntu installiert werden soll, anschließend auf "Ändern" und wählt dann als "Einbindungspunkt" / .

Installiert man (Ubuntu) Linux zum ersten Mal auf dem Rechner, so müssen zumindest eine Installationspartition (/) und eine Swap-Partition angelegt werden. Allgemeine Hinweise und Informationen findet man im bereits weiter oben erwähnten Artikel Partitionierung.

Möchte man parallel zu einem bestehendem System installieren und trotzdem manuell partitionieren, so muss man zuerst eine vorhandene Partition auswählen und dann auf "Ändern" klicken. Dann erscheint folgendes Fenster:

3-4_natty_partition_aendern.png

Jetzt kann man die Größe der Partition ändern und anschließend mit "Ok" bestätigten. Den so gewonnenen Platz kann man nun für neue Partitionen nutzen, wie bereits oben beschrieben.

Ist man bereit zur Installation, so klickt man auf "Jetzt installieren".

Achtung!

Im Gegensatz zu früheren Ubuntu-Versionen beginnt das Installationsprogramm bereits in diesem Moment, die Partitionen anzulegen und Daten zu kopieren, obwohl noch weitere Installations-Dialoge folgen, d.h. mit dem Klick auf "Jetzt installieren" werden Daten auf die Festplatte geschrieben und, je nach Art der Installation bzw. Art der Partitionierung, vorhandene Daten überschrieben!

Zeitzone einstellen

4_natty_zeitzone.png

Seit Karmic Koala ist nach der Sprachwahl bereits die entsprechende Zeitzone voreingestellt, ansonsten wählt man eine Stadt aus, die sich in der eigenen Zeitzone befindet. Die Voreinstellung "Berlin" ist für Deutschland korrekt.

Tastaturlayout wählen

5_natty_tastatur.png

Auch die Voreinstellung für die Tastatur muss man nur ändern, wenn man eine fremdsprachige oder beispielsweise eine DVORAK-Tastatur verwendet.

Die richtige Tastatur-Einstellung für deutsche Tastaturen (egal ob normale Tastatur oder Laptop) ist in der Regel "Deutschland - Akzenttasten deaktivieren" bzw. "Germany - Eliminate dead keys".

Benutzerdaten eingeben

6_natty_nutzerdaten.png

Nun müssen einige Daten zum Hauptbenutzer des Computers eingegeben werden. Dieser Nutzer kann nach Eingabe seines Passwortes wichtige Systemeinstellungen verändern. Das Passwort sollte sorgfältig gewählt werden. Alle Wörter, die auch in einem Wörterbuch auftauchen, können leicht erraten werden und sind deshalb nicht gut geeignet. Sehr gut sind dagegen willkürliche Folgen von Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben, die allerdings schwer zu merken sein können. Der Benutzername für die Anmeldung am System darf nur Kleinbuchstaben und keine Umlaute enthalten.

Außerdem kann hier ausgewählt werden, ob das Homeverzeichnis direkt verschlüsselt werden soll. Hinweise zur Nutzung findet man hier im Wiki.

Datenübernahme

Hat man auf der Festplatte, auf der installiert wird, bereits ein anderes Betriebssystem installiert, so erscheint das folgende Fenster:

6b_natty_datenuebernahme.png

Hier bietet das Installationsprogramm an, bestehenden Daten wie Lesezeichen und Maileinstellungen von der Partition den anderen Installationen zu übernehmen. Dazu muss man die Auswahloption in der entsprechende Zeile anklicken. Wählt man keinen Eintrag aus, so werden keine Daten übernommen.

Hinweis:

Da die Datenübernahme nicht immer wie gewünscht funktioniert, ist sie nicht in allen Ubuntu-Versionen vorhanden.

Neustart

8_natty_neustart.png

Ist die Installation abgeschlossen, so muss man den Rechner einmal neu starten.

Nach der Installation

Ubuntu ist zwar direkt nach der Installation bereits vielseitig verwendbar, aber aus verschiedenen Gründen muss an vielen Stellen oft angepasst werden. Wie man am besten dabei vorgeht, wird in den ersten Schritten erklärt.

  • HowToUbuquityPreserveHome - Home auf derselben Partition wie das System auch bei Neuinstallation statt Upgrade behalten (mit Bildschirmfotos)

Diese Revision wurde am 9. Juni 2013 09:39 von aasche erstellt.
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