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Mobiler Datentransfer

Wiki/Icons/globe.png Normalerweise kann ab Ubuntu Intrepid Ibex 8.10 für die Nutzung der inzwischen weit verbreiteten UMTS-USB-Sticks der vorinstallierte Network-Manager (ab Version 0.7) zur Einwahl genutzt werden. Allerdings erfordert UMTS-Hardware oft den Einsatz von USB ModeSwitch, um sie unter Linux in Betrieb nehmen zu können.

Auf der Seite UMTS_per_Mobiltelefon wird die kabelgebundene Verbindung mit einem Mobiltelefon und die Einwahl ins Internet beschrieben. UMTS per PCMCIA behandelt dies unter Nutzung einer entsprechenden PCMCIA-Karte.

Grafische Einwahlprogramme gestalten die Nutzung komfortabel. Das Programm UMTSmon kann alternativ zum oben erwähnten Network-Manager benutzt werden und ermöglichen darüber hinaus den Versand von SMS (letzteres auch den Empfang) und kommen besser mit PCMCIA-Karten zurecht.

Hinweis:

Unter Lubuntu fehlt evtl. das Paket modemmanager, das zwingend für die Nutzung eines UMTS-USB-Sticks notwendig ist. Dieses Paket sollte daher zuerst nachinstalliert [1] werden, bevor man sich lange herum ärgert.

Providertabelle A-Z

Achtung!

Die folgenden Angaben sind auf der Internetpräsenz des Internet-Providers oder im lokalen Vertriebsladen zu überprüfen! Die Einstellungen können vom jeweils gewählten Tarif abhängen! Teltarif.de bietet einen sogenannten Mobilfunk Datenrechner {de} an. Prepaid/Vorkasse Angebote ohne Langzeitverträge werden wie folgt angezeigt: Nutzungsdetails: | (Eingabefeld freilassen) | Megabyte monatlich

Weitere Tabellen mit Zugangs-Informationen für mobiles Internet gibt es auch bei diesen Anbietern:

Zugangs-Informationen für mobiles Internet
Provider Benutzername Passwort Initialisierungsstring DNS 1 DNS 2 Service Einwahlnummer
1&1 {de} beliebig beliebig ? per DHCP zugewiesen GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA *99***1#
E-Plus {de} eplus gprs AT+CGDCONT=1,"IP","internet.eplus.de", "0.0.0.0", 212.23.97.2 212.23.97.3 GPRS, EDGE, UMTS *99#
AldiTalk / Monats-Flat {de} eplus gprs AT+CGDCONT=1,"IP","internet.eplus.de", "0.0.0.0", 212.23.97.2 212.23.97.3 GPRS, EDGE, UMTS *99#
AldiTalk 24h-Flat {de} eplus gprs AT+CGDCONT=1,"IP","tagesflat.eplus.de", "0.0.0.0", 212.23.97.2 212.23.97.3 GPRS, EDGE, UMTS *99#
O2 Online {de} beliebig beliebig AT+CGDCONT=1,"IP","surfo2" 62.134.11.4 195.182.110.132 GPRS, EDGE, UMTS O2o *98# , O2o Prepaid *99#
Fonic {de} beliebig beliebig AT+CGDCONT=1,"IP","pinternet.interkom.de" per DHCP zugewiesen GPRS, EDGE, UMTS noch unbekannt
T-Mobile D {de} beliebig beliebig AT+CGDCONT=1,"IP","internet.t-mobile","0.0.0.0", 0,0 193.254.160.1 193.254.160.130 GPRS, EDGE, UMTS *99#
TIM {it} beliebig beliebig AT+CGDCONT=1,"IP","ibox.tim.it","0.0.0.0",0,0 213.230.155.94 213.230.130.222 GPRS, EDGE, UMTS *99#
ONE {at} wap wap AT+CGDCONT=1,"IP","web.one.at","0.0.0.0",0,0 per DHCP zugewiesen GPRS, UMTS, HSDPA noch unbekannt
BOB {at} data@bob.at ppp AT+CGDCONT=1,"IP","bob.at" per DHCP zugewiesen GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA noch unbekannt
Tchibo {de} ohne ohne AT+CGDCONT=1,"IP","webmobil1" per DHCP zugewiesen GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA noch unbekannt
Vodafone {de} beliebig beliebig AT+CGDCONT=1, "IP", "volume.d2gprs.de" per DHCP zugewiesen GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA *99***1#

GNOME-PPP

Hinweis:

Obwohl GNOME-PPP immer noch benutzt werden kann, empfiehlt sich die Verwendung alternativer Programme (siehe Einleitung).

Um den Modem bequem konfigurieren zu können, wird im folgenden das Programm gnome-ppp verwendet. Hinweise zur Installation finden sich im Artikel Einwahlprogramme.

Modemeinstellungen

Unter "Gerät:" wird das Mobiltelefons eingetragen. Sollte die Funktion "Erkennen" offensichtlich unsinnige Einstellungen eintragen, aktiviert man im Dateimanager die Spalte "Zugriffszeit" und öffnet den Ordner dev. Durch Klicken auf das schwarze Dreieck in der Kopfzeile der Spalte "Zugriffszeit" werden die aktuellsten Einträge als erste Listeneinträge angezeigt.

Nach Verbinden des Mobiltelefons per USB-Kabel erscheint im Normalfall der neue "mount point" des Mobiltelefons. Gegebenenfalls ist die F5 -Taste zum Aktualisieren zu drücken. Der aufgelistete Einhängepunkt, z.B. /dev/ttyACM0, wird unter "Gerät:" eingetragen. Meistens wird sich kein neues Fenster, wie beim Einstecken eines USB-Speicherstiftes, öffnen. Weiterhin ist als "Typ: USB-Modem" auszuwählen.

Initialisierungsstrings

Der korrekte CGDCONT-Initialisierungsstring kann mit einer Suchmaschinene herausgefunden werden, z.B. für den Provider E-Plus Deutschland "CGDCONT" site:eplus.de Weitere umfangreiche Providerinformationen gibt es bei Teltarif.de {de} und inside-handy.de {de} . Die Übergabe von speziellen Initialisierungsstrings ist sehr stark vom Internetprovider abhängig.

So akzeptiert z.B. der italienische Internetprovider Telecom Italia Mobile (TIM) sowohl Einwahlverbindungen mit dem Initialisierungsstring AT+CGDCONT=1,"IP","ibox.tim.it","0.0.0.0",0,0 als auch Einwahlverbindungen ohne zusätzliche Initstrings. Im Falle von TIM ist die Verwendung eines zusätzlichen Initialisierungstrings (subjektiv) eher hinderlich.

Netzwerkeinstellungen

In den meisten Fällen wird eine "IP-Adressen: dynamisch" und der "DNS: automatisch" zugewiesen. Eine Liste von primären=DNS 1 und sekundären=DNS 2 kann mit den gprs-easyconnect-apn.txt {dl} gefunden werden.

Optionen

Hier sollte unbedingt die Funktion "Ignoriere Terminalstrings (stupid mode)" aktiviert sein. Siehe auch Ignoriere Terminalstrings (stupid mode) Funktion und Man-in-the-Middle Szenarien.

Probleme und Lösungen

Eine Liste mit Tipps, Hinweisen und Problemlösungen für UMTS (Mobiles Internet) bzw. UMTS-Surfsticks findet sich im Artikel UMTS-Checkliste.

Die Telefonnummer wird nicht übernommen

Nach der Konfiguration sollte gnome-ppp geschlossen und neu gestartet werden.

gnome-ppp bleibt bei der Passwortabfrage hängen

Im Hauptmenü den Haken bei Passwort speichern setzen.

Die Verbindung wird nach wenigen Sekunden wieder getrennt

Zur Behebung ist die Datei /etc/ppp/options im Editor [2] zu öffnen. In der options-Datei sollten dann die Zeilen

lcp-echo-interval 30
...
lcp-echo-failure 4

auskommentiert bzw. an den Zeilenanfang an erster Position eine Raute (#) eingefügt werden.

Zur Diagnose der Fehlerbehebung ist es hilfreich, den Debug-Modus zu aktiveren. Dazu muss am Anfang der Zeile

#debug

die Raute entfernen werden.

Terminate Request vom Einwahlserver unterbricht die Verbindung nach der erfolgreichen Einwahl

Bei der erstmaligen Einwahl kann es im Terminalfenster (wvdial) oder in der Logdatei von gnome-ppp zu folgender Fehlermeldung kommen:

--> Terminate Request
--> ***** no quoted text found in `rcvd [LCP TermReq id=0x3 05 00 00 0a 00 00 00 00 00 00]' ***** 

Diese Fehlermeldung wird wahrscheinlich durch eine unvollständige Registrierung der SIM-Karte bzw. einer fehlenden Registrierungsdatei (String) auf dem Mobiltelefon ausgelöst. Zur Registrierung von in Deutschland gekauften Mobiltelefonen wird ein normales Telefongespräch geführt. Bei Mobiltelefonen, welche außerhalb von Deutschland gekauft wurden, empfiehlt es sich, über die Website des Mobilfunkanbieters eine Konfigurationsdatei per WAP-Push-Nachricht zuschicken zu lassen. Diese enthält ein WAP-Profil, welches auf dem ausländischen Mobiltelefon aktiviert werden muss. Aufgetreten bei einem italienischen Mobiltelefon und AldiTalk/Medionmobile.

Modem kann nicht geöffnet werden

Durch eine (kurzzeitige) unfreiwillige Unterbrechung des GPRS/UMTS-Services kann es zu einer Störung der Kommunikation zwischen dem Mobiltelefon und dem USB CDC-ACM-Modul auf dem PC kommen. Wvdial lässt sich in diesem Fall auch nicht mit administrativen Rechten beenden. Zur Behebung wird das Mobiltelefon ausgeschaltet und mit einer (blinden) gnome-ppp bzw. wvdial-Einwahl das USB-CDC-ACM-Modul auf dem PC informiert, das derzeit keine funktionsfähige Datenübertragung möglich ist. Danach wird das Mobiltelefon wieder eingeschaltet. Eine erneute Einwahl und der Aufbau einer mobilen Datenverbindung sollte nun möglich sein.

Sollte dieser Workaround nicht funktionieren, kann versucht werden, durch Aus-/Wiedereinschalten des Mobiltelefons und durch An-/Abmelden des Benutzerkontos das Problem zu lösen. Schlimmstenfalls muss das Mobiltelefon ausgeschaltet und der Computer neu gestartet werden.

Erfolgreich mit dem Internet verbunden, aber connection log zeigt mehrere Fehler

Im Reiter "Optionen" der GNOME-PPP-Konfigurationseinstellungen kann in der "Desktop Integration" u.a. festgelegt werden, dass nach erfolgreicher Einwahl GNOME-PPP im Benachrichtigungsfeld andockt. Über dieses Benachrichtigungsfeld ist u.a. auch ein Zugriff auf das connection log möglich. Sollten im connection log Fehler aufgeführt sein, ist die Verbindung zu trennen und GNOME-PPP mit administrativen Rechten [3] zu starten. Grundsätzlich ist eine Einwahl sowohl mit eingeschränkten als auch mit administrativen Rechten möglich.

--> Warning: Could not modify /etc/ppp/pap-secrets: Permission denied
--> --> PAP (Password Authentication Protocol) may be flaky.
--> Warning: Could not modify /etc/ppp/chap-secrets: Permission denied
--> --> CHAP (Challenge Handshake) may be flaky.

Ignoriere Terminalstrings (stupid mode) Funktion und Man-in-the-Middle Szenarien

Alle Funktionalen der graphischen Oberfläche gnome-ppp werden von wvdial ausgeführt. Wvdial wurde ursprünglich für den Einsatz mit analogen V90/92 (56 kbit/s) Modems konzipiert. Wvdial kennt eine Unmenge an Möglichkeiten, einen Computer mit einem Netzwerk wie z.B. dem Internet zu verbinden. Die Kommunikationsmöglichkeiten mit einem Einwahl-Server haben sich seit der ersten Veröffentlichung von wvdial eher gering erweitert.

Dagegen hat sich die Anzahl der netzwerkfähigen Geräte sehr stark erweitert. Wvdial wurde ursprünglich nicht für den Einsatz mit Mobiltelefonen entwickelt. In Verbindung mit der "stupid-mode"-Funktion eignet sich wvdial aber trotzdem sehr gut, um einen Computer über ein Mobiltelefon mit dem Internet zu verbinden. Wvdial tritt dabei sozusagen "unhöflich" eine Tür auf, an der sich kein Türschild mit Provider XYZ befindet, ohne anzuklopfen und ohne zu wissen, was sich hinter dieser Tür wirklich befindet.

GPRS/EDGE/UMTS sind kostenpflichtige Datendienste. Die Authentifizierung zwischen Mobiltelefon und der nächstgelegenen Relaisstation des Internet- bzw. Mobilfunkanbieters ist relativ gut abgesichert. Es kann davon im Regelfall ausgegangen werden, dass sich hinter der Tür der Internet-Provider befindet und nicht ein böswilliger Mithörer. Der Vorteil von wvdial im stupid mode ist, dass es sich für die unkomplizierte schnelle Einwahl auch ohne die graphische Oberfläche gnome-ppp verwenden lässt. Abhilfe für die aus der Sichtweise der Verbindungssicherheit eher unsauberen "stupid mode"-Funktion kann nur eine Weiterentwicklung von wvdial sein.

Huawei E220

Das UMTS-Modem Huawei E220 besitzt zusätzlich zum eigentlichen Modem eine "USB-CD" mit Treibern und Software für Windows (siehe auch USB ModeSwitch). Unter Ubuntu 10.04 kann es zu Problemen kommen, weil ständig versucht wird, diese "USB-CD" zu öffnen. Wird also z.B. im Netzwerk-Manager das Modem nicht angezeigt (oder es taucht nur kurz auf und verschwindet wieder), dann könnte diese Diskussion im Forum bei der Diagnose helfen bzw. Abhilfe schaffen.

Alternativer Workaround: startet man Ubuntu mit einem bereits eingesteckten Huawei E220 Stick, wird dieser auch problemlos erkannt und funktioniert einwandfrei.

Diese Revision wurde am 6. Oktober 2013 20:35 von march erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Übersicht, Netzwerk, Internet, UMTS