Nemo

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Verwenden eines PPAs

  3. mit Root-Rechten arbeiten

  4. Starten von Programmen

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
    1. PPA (Ubuntu 16.04)
      1. Nemo 3.x
      2. Nemo 2.x
      3. Erweiterungen
      4. Folder Color
  2. Konfiguration
    1. Als Standarddateimanager einrichten
  3. Bedienung
    1. Oberfläche
    2. Suche
    3. Zusätzliche Leiste mit Inhalten
    4. Erweiterungen
    5. Skripte
    6. Arbeiten mit Root-Rechten
  4. Problembehebung
    1. Dropbox
    2. Menüleiste wieder einblenden
  5. Links

./nemo_logo.png Der Dateimanager Nemo ist eine Abspaltung (Fork) des Dateimanagers Nautilus 3.4. Während mit Nautilus 3.6 und neueren Versionen einige wesentliche Merkmale entfallen sind (v.a. die Zwei-Spalten-Ansicht), knüpft Nemo an die Ausstattung früherer Nautilus-Versionen an und baut diese weiter aus, berücksichtigt aber auch Funktionsmerkmale neuerer Nautilus-Versionen.

Nemo bietet mit seinen vielfältigen Funktionen gerade fortgeschrittenen Benutzern eine leistungsfähige Datei-Verwaltung, während sich Nautilus ab Version 3.6 tendenziell eher auf Grundfunktionen beschränkt. Nemos Bedienoberfläche bleibt dabei trotzdem übersichtlich. Bei Linux_Mint mit der Desktop-Umgebung Cinnamon ist Nemo der Standard-Dateimanager. Eine weitere Nautilus-Abspaltung ist Caja.

Installation

Wiki/Icons/synaptic.png

Nemo kann direkt aus den offiziellen Paketquellen installiert werden. Es muss folgendes Paket installiert werden [1]:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install nemo 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://nemo

Optional ist dagegen die Installation folgender Pakete:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install nemo-fileroller nemo-gtkhash 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://nemo-fileroller,nemo-gtkhash

Weitere Erweiterungen sind aktuell nicht in den Ubuntu-Paketquellen enthalten, siehe Fehlerbericht.

PPA (Ubuntu 16.04)

Nach einer gewissen Laufzeit einer Ubuntu-Version, insbesondere LTS, können aktuellere Versionen über ein "Personal Packages Archiv" (PPA) [2] bezogen werden. Das Team von Web Upd8 🇬🇧 stellt zwei zur Verfügung.

Darin finden sich auch zusätzliche Erweiterungen, wie z.B. nemo-audio-tab und nemo-compare.

Hinweis:

Vor der Nutzung des WebUpd8-PPAs müssen eventuell andere aktivierte PPAs für Nemo, insbesondere cinnamon-nightly, entfernt werden!

Nemo 3.x

Nur für Ubuntu 16.04 verfügbar.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:webupd8team/nemo3

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams webupd8team zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen erfolgt die Installation wie oben angegeben.

Nemo 2.x

Nur für Ubuntu 16.04 verfügbar.

Es werden außer dem Paket cinnamon-translations keine weitere Cinnamon-Abhängigkeiten installiert. Standardmäßig werden in der Unity-Schnellstartleiste alle Nemo-Lesezeichen als Kontextmenü und Kopiervorgänge mit einem Fortschrittsbalken angezeigt. Zudem wurde Nemo so angepasst, dass das Hintergrundbild wie gewohnt direkt mit einem Rechtsklick rechte Maustaste auf dem Desktop geändert werden kann.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:webupd8team/nemo

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams webupd8team zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen erfolgt die Installation wie oben angegeben.

Erweiterungen

Beide PPAs enthalten zusätzlich Erweiterungen für Nemo. Beispiele:

  • nemo-audio-tab, ppa, Eigenschaften von Audio-Dateien anzeigen (im Ggs. zu Nautilus im Basispaket nicht möglich)

  • nemo-compare, ppa, Dateien über das Kontextmenü rechte Maustaste vergleichen

  • nemo-dropbox, ppa, Dropbox-Integration

  • nemo-fileroller, ppa, File Roller-Integration

  • nemo-gtkhash, ppa, siehe GtkHash

  • nemo-media-columns, ppa, Anzeige von Metadaten bei Bildern (Exif), PDF- und Musikdateien

  • nemo-pastebin, ppa, Nutzung von Pastebin-Diensten

  • nemo-python, ppa, Einbindung der Programmiersprache Python

  • nemo-rabbitvcs, ppa, Integration von RabbitVCS, das Zugriff auf Versionsverwaltungen wie Subversion ermöglicht

  • nemo-seahorse, ppa, Seahorse-Integration (das Paket nautilus-seahorse muss vorher deinstalliert werden!)

  • nemo-share, ppa, Ordnerfreigabe über net usershare (Samba)

  • nemo-terminal, ppa, Eingebettetes Terminal, welches mit F4 angezeigt oder versteckt werden kann. Weitere Einstellungen können im dconf-Editor unter "org → nemo → extensions → nemo-terminal" vorgenommen werden.

Leider wird das Nemo 3.x PPA schon länger nicht mehr aktualisiert. Wie man dennoch an die zahlreichen Erweiterungen trotz deren Fehlen in den Ubuntu-Quellen kommen kann wird hier und hier beschrieben.

Weitere exotische Erweiterungen sind hier in Entwicklung. Auch das Erstellen von Programmstartern ist mittels Arronax-Erweiterung bald wieder möglich.

./folder-color.png

Folder Color

Mit Folder Color 🇬🇧 kann man die Ordnersymbole einfärben. Die Programmautoren stellen ein PPA bereit.

Konfiguration

Als Standarddateimanager einrichten

Um Nemo anstelle von Nautilus als Standarddateimanager zu setzen, gibt man folgenden Befehl in einem Terminal ein:

xdg-mime default nemo.desktop inode/directory application/x-gnome-saved-search 

Zudem kann mit dem dconf-Editorverhindert werden, dass Nautilus weiterhin Symbole auf dem Desktop zeichnet.

gsettings set org.gnome.desktop.background show-desktop-icons false
gsettings set org.nemo.desktop show-desktop-icons true 

Unter Ubuntu 18.04 ist es zusätzlich notwendig, "nemo-desktop" als Befehl unter den Startprogrammen (Startup Applications) hinzuzufügen. Andernfalls hat man einen leeren Desktop ohne Symbole und kann auch keine neuen Symbole und Dateien hinzufügen.

Eine weitere Möglichkeit, Nemo als Standarddateimanager zu definieren, ist, in der Datei /usr/share/applications/nautilus-folder-handler.desktop mit Root-Rechten[3] die Zeile

Exec=nautilus %U

durch

Exec=nemo %U

zu ersetzen.

Hinweis:

Durch diesen Eingriff wird in Unity oder GNOME nicht automatisch auch der Programmstarter[4] von Nautilus durch den von Nemo ersetzt. Dies muss ggf. noch manuell geschehen, für jeden Benutzer separat. Zuständig ist die Datei /usr/share/applications/nautilus.desktop.

Bedienung

Nemo
Das Homeverzeichnis in Nemo

Die Bedienung ähnelt der früherer Nautilus-Versionen, dessen Grundfunktionen fast unverändert übernommen worden sind.

Oberfläche

Neu in Nemo sind folgende Schaltflächen:

All diese Befehle sind bis auf die Suche auch über die Menüs wählbar.

Suche

Nemo_(Suche).png
Dateisuche mit Filtern

Es gibt zwei Arten der Suche, die je nach Bedarf anzuwenden sind:

Zusätzliche Leiste mit Inhalten

Über "Ansicht -> Zusätzliche Leiste" oder mit der Taste F3 kann eine zweite, unabhängige Fläche ("Leiste") mit Inhalten eingeschaltet und so eine Bedienoberfläche ähnlich dem Norton Commander hergestellt werden. Eine Auswahl in der Seitenleiste (links) bezieht sich dann immer nur auf die gerade aktive Leiste mit Inhalten.

Erweiterungen

./nemo-plugins-manager.png
Erweiterungsmanager

Nemo bietet zusätzliche Funktionen durch die direkte Integration weiterer Programme bzw. Systemfunktionen ("Nemo Actions"). Diese Funktionen entsprechen denen von Nautilus. Nach der Installation des entsprechenden Pakets sind im Menü "Bearbeiten" und im Kontextmenü rechte Maustaste folgende Befehle verfügbar, die sich jeweils auf die aktuelle Auswahl von Inhalten (Markierung) beziehen:

Auch das Erstellen eigener Aktionen ist nicht sonderlich schwer. Ein Beispiel, um Dateien mit wipe sicher zu löschen:

[Nemo Action]
Name=Wipe File
Name[de]=Sicher löschen
Comment[de]=Dateien/Ordner sicher löschen
Exec=/usr/bin/wipe -rf %F 
Icon-Name=gtk-dialog-warning
Selection=S
Extensions=any;
Quote=double

Aktionen müssen mit der Endung .nemo_action unter:

gespeichert werden, beispielsweise als wipe.nemo_action. Wer tiefer einsteigen möchte, zieht die Datei /usr/share/nemo/actions/sample.nemo_action und den Abschnitt Links am Ende des Artikels zu Rate.

Damit neu installierte Erweiterungen verfügbar sind, muss Nemo neu gestartet werden.

Skripte

Eigene Skripte werden im Kontextmenü rechte Maustaste unter "Skripte" eingebunden. Die Skripte sind ab Version 2.6.7 im Verzeichnis ~/.local/share/nemo/scripts zu speichern, bei älteren Versionen dagegen noch unter ~/.gnome2/nemo-scripts. Auch hier muss Nemo neu gestartet werden, wenn neue Skripte hinzugefügt werden.

Hinweis:

Die Verwendung vorhandener Nautilus-Skripte ist nicht ohne weiteres möglich, da sich die vordefinierten Umgebungsvariablen unterscheiden. Das Prefix NAUTILUS_* ist durch NEMO_* zu ersetzen.

Arbeiten mit Root-Rechten

Wird Nemo mit Root-Rechten gestartet (unter Unity/GNOME: Alt + F2 -> gksudo nemo), wird unter der Symbolleiste ein roter Balken mit dem Hinweis "Erhöhte Berechtigungen" angezeigt. Auch aus einem Nemo-Fenster kann mit normalen Benutzer-Rechten über das Kontextmenü (rechte Maustaste -> "Als Systemverwalter öffnen") eine Nemo-Instanz mit Root-Rechten für den markierten Ordner geöffnet werden.

Problembehebung

Dropbox

Die Dropbox-Erweiterungen von Nemo und Nautilus können nicht gleichzeitig installiert sein.

Wurde über "Menubar -> Ansicht" die Menüleiste ausgeblendet, fehlt offensichtlich ein Maus-Befehl, um sie wieder sichtbar zu machen. Mit der Alt -Taste lässt sie sich temporär wieder einblenden und dann über denselben Menübefehl ggf. auch wieder dauerhaft verankern.