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32-Bit EFI

Achtung!

Die Verwendung dieses Howto geschieht auf eigene Gefahr. Bei Problemen mit der Anleitung melde dies bitte in der dazugehörigen Diskussion und wende dich zusätzlich an den Verfasser des Howtos.

Hinweis:

Diese Howto-Anleitung wurde zuletzt von MarkStemmler am 26.06.2020 unter Ubuntu 20.04 erfolgreich getestet.

Problembeschreibung

Einige Rechner aus dem Jahre 2006 haben eine 64-Bit CPU, jedoch ein 32-Bit EFI. Um auf solchen Rechnern Ubuntu zu booten, muss man das Ubuntu-ISO-Abbild verändern.

Beispiele für solche Rechner sind :

  • Apple Rechner aus Ende 2006 mit Core2Duo-Prozessoren (iMac 5,1 - iMac 5,2 - iMac 6,1 - Macbook 2,1 - MacBook Pro 2,1 – MacBook Pro 2,2 - Mac Pro 1,1 - Mac Mini 2,1)

  • "BayTrail" Intel CPUs (Atom, Celeron, Pentium mit Produktionsstart in den Quartalen 3/2013 bis 3/2014)

  • Asus Eeepc

  • Asus T100TA], Asus X205TA

  • HP Stream 7 (Tablet Computer)

  • Toshiba CB35-B3330

  • Lenovo 100S (100S-11IBY)

Anleitung

Voraussetzung bei Rechnern mit installiertem Mac OS

Um die geführte automatische Installation von Ubuntu auf der gesamten Festplatte durchzuführen, muss man die Formatierung der Festplatte vorher entfernen (z.B. mit GParted), da es sonst zu Fehlern während der Installation kommt.

Achtung!

Das Entfernen der Festplattenformatierung löscht alle auf dieser Festplatte gespeicherten Daten unwiderruflich. Wenn es sich um die Festplatte mit dem Betriebssystem handelt, wird der Rechner danach nicht mehr ohne externes Installationsmedium booten. Firmwareupdates sollte man aus dem nativen Betriebssytem (z.B. Mac OS) vorher durchführen.

Alternativ kann man die Festplatte manuell formatieren und dieses bei der Installation berücksichtigen, oder ein Dual-Boot-System einrichten.

Zusammenfassung

  • Falls ein Apple-Rechner vorliegt: Für das erste Booten den rEFInd Boot Manager verwenden (eine Installation von rEFInd ist nicht nötig)

  • Dem ISO-Abbild die Datei grubia32.efi (den 32-Bit-EFI-Grub-Bootloader) hinzufügen

Diese Datei kann den ISO-Abbildern (Verzeichnis /EFI/boot/) von Linux-Distributionen entnommen werden, die für 32bit-EFI gedacht sind, beispielsweise:

Einzelschritte

1. Falls ein Apple-Rechner vorliegt: Den rEFInd Boot Manager herunterladen und auf einen USB-Stick übertragen

Den rEFInd Boot Manager herunterladen.

Abbild entpacken und auf einen USB-Stick übertragen, beispielsweise im Terminal mittels dd:

sudo dd if=refind-flashdrive-0.12.0.img of=/dev/sdX bs=1M oflag=sync status=progress 

"refind-flashdrive-0.12.0.img" ist durch den tatsächlichen Dateinamen zu ersetzen. sdX ist hier der Platzhalter für die Laufwerksbezeichnung.

Achtung!

Das Programm dd ist nur für erfahrene Nutzer geeignet, da bei Fehlbenutzung Datenverlust droht: Eine falsche Ziellaufwerksbezeichnung hat einen kompletten Datenverlust auf dem fälschlicherweise bezeichneten Ziellaufwerk zur Folge!

Die Laufwerksbezeichnung kann man im Terminal mittels lsblk

lsblk 

herausfinden. Eine Orientierung ist z.B. durch die Laufwerksgröße möglich. Die Laufwerksbezeichnung kann z.B. "/dev/sdc" lauten.

2. Ubuntu herunterladen und Prüfsumme überprüfen

Ubuntu 20.04 LTS herunterladen und md5-Summe prüfen.

3. Die Datei grubia32.efi herunterladen (das ist: der Grub-Bootloader für 32bit-EFI)

z.B. aus einer Linux-Distribution extrahieren, die 32-Bit-EFI unterstützt, beispielsweise aus Debian Netinstall.

4. Die Datei grubia32.efi in das Ubuntu-Abbild integrieren (hier: mittels ISO Master beschrieben)

Im Terminal ausführen:

sudo apt-get install isomaster 

  • ISO Master starten, z.B. durch Ausführen folgenden Befehles im Terminal

isomaster 

  • .iso-Datei im oberen Fenster aufsuchen und mit linker Maustaste doppelt anklicken

  • im oberen Fenster im Verzeichnis /EFI/boot/ die Datei ‚grubia32.efi‘ aufsuchen, mit linker Maustaste markieren, dann "Zum Abbild hinzufügen"-Symbol unten anklicken

  • ‚Datei‘ - ‚Speichern unter‘ → neues Abbild benennen (z.B. „ubuntu-20.04-desktop-amd64-bootia32-efi.iso“) → 'Speichern'

  • Das Abbild wird nun geschrieben.

5. Verändertes ISO-Abbild auf ein Installationsmedium übertragen

ISO-Abbild auf DVD brennen

oder auf einen USB-Stick übertragen (siehe Punkt 1), beispielsweise im Terminal mittels dd:

sudo dd if=ubuntu-20.04-desktop-amd64-bootia32-efi.iso of=/dev/sdX bs=1M oflag=sync status=progress 

"ubuntu-20.04-desktop-amd64-bootia32-efi.iso" ist durch den tatsächlichen Dateinamen zu ersetzen. sdX ist hier der Platzhalter für die Laufwerksbezeichnung.

Achtung!

Das Programm dd ist nur für erfahrene Nutzer geeignet, da bei Fehlbenutzung Datenverlust droht: Eine falsche Ziellaufwerksbezeichnung hat einen kompletten Datenverlust auf dem fälschlicherweise bezeichneten Ziellaufwerk zur Folge!

Die Laufwerksbezeichnung kann man im Terminal mittels lsblk

lsblk 

herausfinden. Eine Orientierung ist z.B. durch die Laufwerksgröße möglich. Die Laufwerksbezeichnung kann z.B. "/dev/sdc" lauten.

6. Im Falle eines Nicht-Apple-Rechners

  • Ubuntu-USB-Stick in den Rechner einstecken und Rechner vom USB-Stick booten (ggf. Boot-Sequenz anpassen).

  • Punkt 7. überspringen.

7. Im Falle eines Apple-Rechners

  • Ubuntu-USB-Stick und den Refind-Stick in den Rechner einstecken.

  • Den Apple-Rechner einschalten und dabei die ‚Alt‘-Taste so lange gedrückt halten, bis das Boot-Menü erscheint. Wenn noch ein Mac OS auf der Festplatte ist, Doppelklick auf "EFI boot"-Symbol, dann erscheint das Refind-Auswahlfenster. Wenn die Formatierung der Festplatte aufgehoben wurde, dann erscheint direkt das Refind-Auswahlfenster.

  • Im Refind-Auswahlfenster mithilfe der Cursor-Tasten das Ubuntu-Symbol aktivieren, das die Bezeichnung trägt:

„Boot EFI\BOOT\grubia32.efi from Ubuntu 20.04 LTS amd 64“

Dann die Enter-Taste drücken. Danach landet man in der Grub-Kommandozeile.

8. Grub einstellen und Ubuntu booten

Nun muss Grub noch die Bezeichnung des zu bootenden Laufwerkes mitgeteilt werden. Wir suchen mit der Grub-Kommandozeile das Laufwerk, in dem ein iso-Format liegt.

Da Grub eine US-amerikanische Tastatur voraussetzt, helfen folgende Informationen:

Tastaturentsprechungen
Deutsche Tastatur Englische Tastatur
) (
= )
- /
' =

Man sucht nun nach der Bezeichnung des zu bootenden Laufwerks (hdX, wobei X eine Zahl ist).

Der Befehl ls teilt die vorhandenen Laufwerke mit, z.B. (hd0)

ls (hd0) ergibt z.B. „(hd0): Filesystem is iso9660.“

ls (hd0)/boot/grub

Nun werden folgende Befehle eingegeben (statt hd0 muss die tatsächliche Bezeichnung des Laufwerkes eingetragen werden!):

  • set root=(hd0) [Start-Datenträger festlegen]

  • set prefix=(hd0)/boot/grub [prefix-Variable setzen]

  • insmod normal [lädt das Modul normal.mod aus dem grub-Verzeichnis]

  • normal [setzt den normalen Grub-Modus in Gang]

Es erscheint die Boot-Auswahl, die ‚Ubuntu‘ anbietet.

Menüpunkt ‚Ubuntu‘ auswählen und Enter drücken, dann bootet Ubuntu.

9. Ubuntu im Live-System ausprobieren

10. Festplatte vorbereiten

- Im Falle eines vorher bestehenden Mac OS mit z.B. dem Programm GParted die die Formatierung der Festplatte, auf die Ubuntu installiert wird, löschen, sonst funktioniert die geführte automatische Installation nicht.

Achtung!

Das Entfernen der Festplattenformatierung löscht alle auf dieser Festplatte gespeicherten Daten unwiderruflich. Wenn es sich um die Festplatte mit dem Betriebssystem handelt, wird der Rechner danach nicht mehr ohne externes Installationsmedium booten. Firmwareupdates sollte man aus dem nativen Betriebssytem (z.B. Mac OS) vorher durchführen.

Alternativ kann man die Festplatte manuell formatieren bzw. partitionieren und dieses bei der Installation berücksichtigen, oder ein Dual-Boot-System einrichten.

11. Ubuntu installieren

Nun kann man Ubuntu installieren: Desktop-Symbol „Ubuntu installieren“ doppelt anklicken. Es folgt eine geführte Installation. Dabei gilt das oben unter "Voraussetzung" Gesagte.

Getestete Hardware

  • Mac Mini 2,1 (2007)

Diese Revision wurde am 26. Juni 2020 23:16 von MarkStemmler erstellt.
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