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Virtuelles Ubuntu in native Installation umwandeln

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

In dieser Anleitung wird beschrieben, wie man ein bereits in einer Virtuellen Maschine installiertes und konfiguriertes System in eine native Installation "umwandeln" kann.

Unterstützt werden dabei folgende VM-Containerarten:

Vorbereitungen

Benötigt wird eine Live-DVD bzw. ein Live-USB-Stick.

Hinweis:

Für den Fall, dass die Systempartition von Microsoft_Windows verkleinert werden muss, um die für Ubuntu notwendigen Partitionen anlegen zu können, sollte dies mit der windowseigenen Datenträgerverwaltung getan werden, da sonst unter Umständen die Windows-Installation nicht mehr startet.

Partitionierung

Vor der Installation von Ubuntu müssen bereits die gewünschten Partitionen für die Installation angelegt werden, beispielsweise mt GParted.

Hinweis:

/dev/sdXY muss im Folgenden immer durch die tatsächliche Bezeichnung der Partition ersetzt werden!

Zwei Partitionen werden benötigt:

  • /dev/sdXY, hier soll Ubuntu installiert werden.

  • Swap-Partition

    • Ist bereits eine Swap-Partition vorhanden, kann diese von beiden Systemen gemeinsam genutzt werden.

Weiterhin empfiehlt sich eine eigene Partition für das Homeverzeichnis, ist jedoch nicht zwingend notwendig. Weitere Details hierzu findet man im Artikel Manuelle Partitionierung.

libguestfs installieren

Für den Zugriff auf den VM-Container wird libguestfs benötigt.

  • libguestfs-tools (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libguestfs-tools 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://libguestfs-tools

Wird ein Ubuntu-Live-System genutzt muss vorher noch die universe-Paketquelle hinzugefügt und die Quellen aktualisiert werden.

sh -c 'echo "deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu $(lsb_release -sc) universe" >> /etc/apt/sources.list' && sudo apt-get update 

Zugriff auf den VM-Container

Die Container werden mittels FUSE eingebunden.

Nach dem Anlegen eines Arbeitsordners mittels

sudo mkdir /media/virtual 

und dem Einbinden der Partition, auf der der VM-Container liegt, kann dieser mittels

sudo guestmount -a /PFAD/ZUM/CONTAINER -i /media/virtual 

eingebunden werden.

Zielpartitionen einhängen

Jetzt müssen die vorher erstellen Zielpartitionen eingebunden werden, auch hierfür empfehlt es sich, Arbeitsordner zu erstellen.

sudo mkdir -p /media/root 

Werden weitere Partitionen gewünscht sind, diese entsprechend zu ergänzen, für eine eigene Homepartition wäre das

sudo mkdir /media/home 

Nun wird die neue Systempartition eingehängt

sudo mount /dev/sdXY /media/root 

das selbe dann - so gewünscht - für eine eigene Homepartition.

sudo mount /dev/sdXY /media/home 

Soll alles auf eine Partition geschrieben kann man jetzt per

sudo rsync -a /media/virtual/ /media/root 

das gesamte System kopieren. Bei einer separaten Homepartition wird hierbei das Homeverzeichnis zuerst ausgelassen

sudo rsync -a --exclude=home /media/virtual /media/root 

und anschließend auf die separate Partition kopiert

sudo rsync -a /media/virtual/home/ /media/home 

Anpassung der Systemdaten

Da die Partitionen nicht die selben UUIDs haben wie im virtuellen System muss noch die fstab entsprechend angepasst werden.

Hier müssen die neuen UUIDs eingetragen werden, die sich per

sudo lsblk -o NAME,UUID 

herausfinden lassen.

Anschließend muss noch GRUB 2 neuinstalliert werden.

Hinweis:

Während ein chroot in ein 32-Bit-System auch von einem 64-Bit-System aus möglich ist, ist dies umgekehrt nicht möglich.

Der VM-Container kann abschließend per

sudo guestunmount /media/virtual 

wieder ausgehangen werden.

Nach einem Neustart steht das System als native Installation zur Nutzung bereit.

Diese Revision wurde am 27. April 2019 21:55 von BillMaier erstellt.
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