Server Installation

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Inhaltsverzeichnis
  1. Vorbereitungen
  2. Installation
  3. Booten
  4. Netzwerk einrichten
  5. Partitionierung
  6. Installation des Grundsystems
  7. Benutzer anlegen
  8. Servertyp auswählen
  9. Installation beenden
  10. Problembehebung
  11. Links

Wiki/Icons/ubuntu_server.png In diesem Artikel wird die Installation von Ubuntu in der Server-Variante erläutert. Ein solcher Server stellt Desktop-Rechnern (Clients) Serverdienste wie beispielsweise einen LAMP-Server oder eine zentrale Musikverwaltung zur Verfügung.

Ein Linux-Server wird in der Regel über die Kommandozeile administriert. Gerade Ein- und Umsteiger von Windows möchten ihren Server aus alter Gewohnheit lieber grafisch konfigurieren und pflegen. Dies ist zwar durch die nachträgliche Installation einer beliebigen Desktop-Umgebung ohne weiteres möglich. Allerdings wird dabei häufig vergessen, dass Linux dafür nicht ausgelegt ist und die vorhandenen grafischen Verwaltungswerkzeuge sich in der Regel auf die Konfiguration von Desktop-Systemen beschränken.

Einen Ausweg kann Zentyal sein – ein auf Ubuntu basierender Server mit einer integrierten Weboberfläche zur grafischen Verwaltung. Dennoch sollte man auch hier bereits wissen, wie ein Linux-Server generell funktioniert. Sonst ist Frust vorprogrammiert.

Vorbereitungen

Zuerst sollte die CD heruntergeladen werden. Über den Artikel Downloads sind – nach Auswahl der gewünschten Ubuntu-Version – die Links und weitere Informationen zu finden. Das heruntergeladene CD-Abbild ist mit einem geeigneten Programm auf CD-ROM zu brennen.

Außerdem sollte man prüfen, ob das BIOS das Booten von CD unterstützt und ob die Bootreihenfolge stimmt.

Installation

Die Installation von Ubuntu Server deckt sich im Wesentlichen mit der Installation von Ubuntu mit der Alternate-CD. Es gibt aber ein paar kleine Besonderheiten, auf die hier eingegangen werden soll. Nachdem von der CD gebootet wurde, wird zuerst nach der bevorzugten Sprache gefragt. Danach erscheint dieser Splash-Screen:

./Bootmenu.png

Booten

Man kann aus diesen Optionen wählen:

Falls die Standardeinstellungen der Installation geändert werden müssen, (etwa die Sprache oder die Bildschirmeinstellungen), so kann dies durch Drücken der entsprechenden F-Tasten getan werden (das F-Tastenmenü am unteren Ende der Bildschirmausgabe beachten).

Einstellungen
Taste AuswahlBeschreibung
F1 Help Zeigt den Hilfe-Index an
F2 Language Hier kann man die Installationssprache auswählen. Nach der Änderung ändert sich das grafische Installer-Menü auch auf diese ausgewählte Sprache.
F3 Keymap Hier lässt sich das Tastatur-Layout einstellen
F4 VGA Bildschirm-Auflösung
F5 Accessibility Barrierefreie Einstellungen
F6 Other Options Weitere Optionen. Hier kann man dem Kernel weitere Optionen mitgeben

Sollten diese Optionen nicht ausreichen, kann man mit der ESC-Taste Esc das grafische Installer-Menü abbrechen und gelangt zu dem Textmodus-Installer. Dort kann man mit den F-Tasten weitere Optionen abfragen.

Sobald die Einstellungen den Bedürfnissen entsprechend konfiguriert sind, kann man durch Wählen der gewünschten Option mit der Installation fortfahren. Daraufhin wird der Installer starten und man sollte einige Textnachrichten für etwa zwei Sekunden aufleuchten sehen. Dann wird man auch schon vom Sprachenwählbildschirm begrüßt.

Installation/installation_05.png

Die Sprache mit den Pfeiltasten auswählen und drücken. Es ist der eigene Standort zu wählen.

Installation/installation_06.png

Jetzt sollte das Keyboard-Layout (die Tastaturbelegung) ausgewählt werden; dabei ist zu bedenken, dass dies nicht unbedingt mit der gewählten Sprache übereinstimmen muss.

Installation/installation_07.png

Netzwerk einrichten

Der Installer wird nun versuchen, die Hardware und die Netzwerkumgebung zu erkennen. Zuerst versucht der Installer das Netzwerk automatisch via DHCP zu konfigurieren. Schlägt dies fehl, zeigt der Installer einen Fehler an und lässt nach einem Klick auf "Weiter" mehrere Möglichkeiten der Konfiguration zu:

Netzwerk
ElementBeschreibung
"IP-Adresse" die IP Adresse des Computers (diese erfährt man von einem Netzwerkadministrator oder man benutzt einen privaten Adressbereich)
"Netzmaske" der standardmäßig eingestellte Wert (255.255.255.0) stimmt in den meisten Fällen
"Gateway" die Adresse des Standard-Gateways. Normalerweise die IP-Adresse des Routers/Servers.
"DNS Server" das gleiche wie bei Gateway gilt auch für die IP-Adresse des Nameservers
"Proxy-Server" die Adresse eines eventuell vorhandenen Proxy-Servers. Wenn kein Proxy-Server benutzt wird, ist dieses Feld bitte leer zu lassen.

Falls man in ein neu aufgesetztes System die Einstellungen (/home) eines anderen Systems importieren will, sollte der/die Benutzername/n und UIDs mit dem anderen System übereinstimmen.

Partitionierung

Wenn der Partitionierer geladen wurde, erscheint ein Bildschirm mit drei Wahlmöglichkeiten:

Archiv/Installation/Partitionierung/partitionierung.png

Gesamtes Laufwerk löschen

Dies ist die einfachste Möglichkeit, wenn man nur Ubuntu auf einem neuen Rechner installieren will oder für Ubuntu eine eigene Festplatte zur Verfügung hat. Alle vorhandenen Daten auf der Festplatte gehen verloren.

Der Ubuntu-Installer löscht das gesamte Laufwerk und teilt sich alle Partitionen selber ein. Diese Methode ist für Einsteiger sehr einfach und zu empfehlen, solange keine wichtigen Daten auf der Festplatte sind.

Wie diese Partitionierung aussieht, zeigt der Installer nach der Bestätigung an. Danach hat man noch die Möglichkeit zurückzukehren.

Gesamtes Laufwerk löschen und LVM verwenden

Macht das gleiche wie oben, verwendet aber LVM für die Verwaltung der Partitionen.

Auch hier wird der Installer noch eine Zusammenfassung anzeigen.

Partitionstabelle von Hand eingeben

Dies ist die empfohlene Methode für folgende Fälle:

Größe bestehender Partitionen ändern

Auf dem folgenden Bildschirm werden alle gefundenen Festplatten mit ihren Partitionen aufgelistet. Mit den Pfeiltasten muss nun die richtige Partition ausgewählt werden.

Archiv/Installation/Partitionierung/choose-partition.png

Nach Druck auf die Eingabetaste kommt die folgende Auflistung der Eigenschaften der Partition. Hier muss die Zeile mit der Größe ausgewählt werden. Archiv/Installation/Partitionierung/choose-size-setting.png

Wiederum weiter mit der Eingabetaste. Was jetzt kommt, ist verwirrend bis beängstigend, aber seltsamerweise richtig so.

"Ja" wählen und weiter mit der Eingabetaste. Noch wird natürlich gar nichts geschrieben. Jetzt wird erst einmal die gewünschte Größe abgefragt.

Archiv/Installation/Partitionierung/set-size.png

Hier den gewünschten Wert eintragen, weiter mit der Eingabetaste. Das war's auch schon - wirklich auf die Festplatte geschrieben werden die Änderungen erst ganz am Schluss der Partitionierung. Dateisysteme auf den Partitionen werden dabei durch die interne Verwendung des Volume-Management-Systems EVMS automatisch angepasst. Sollte dies nicht möglich sein, wird die Größenänderung verweigert. NTFS-Partitionen werden bei der Größenänderung so markiert, dass Windows beim nächsten Start automatisch eine Überprüfung durchführt - das ist kein Grund zur Beunruhigung.

Partitionen manuell erstellen oder einbinden

Anlegen einer neuen Partition

Wenn sich auf einer Festplatte genügend freier Platz befindet, kann dieser zum Anlegen neuer Partitionen genutzt werden.

Zuerst muss der freie Platz in der Übersicht ausgewählt werden:

Archiv/Installation/Partitionierung/choose-freespace.png

Nach Druck auf die Eingabetaste erscheint die folgende Auswahl:

Archiv/Installation/Partitionierung/task-new-partition.png

Mit der Eingabetaste bestätigt man hier die Vorauswahl "Eine neue Partition erstellen". Danach gibt man die Größe der neuen Partition ein:

Archiv/Installation/Partitionierung/set-newpartition-size.png

Wiederum Bestätigung mit der Eingabetaste.

Als Typ der Partition kann meist "Logisch" gewählt werden, lediglich für die "Root-Partition" wird oft eine primäre Partition verwendet. Windows benötigt zum Booten eine primäre Partition, auch BSD-Systeme werden in primären Partitionen installiert, die dann weiter unterteilt werden. Wenn man gezwungen ist, alle primären Partitionen für andere Systeme zu verwenden, lässt sich Linux auch komplett in logischen Laufwerken installieren.

Archiv/Installation/Partitionierung/set-newpartition-type.png

Wenn die neue Partition nicht den gesamten zusammenhängenden freien Platz belegt, kann man jetzt noch die Position festlegen:

Archiv/Installation/Partitionierung/choose-newpartition-place.png

Nun wird eine Übersicht der weiteren Eigenschaften der Partition angezeigt. Hier muss vor allem der Einhängepunkt ("mount point") für die Partition gewählt werden. Dies wird im übernächsten Abschnitt besprochen.

Einbindung bestehender Partitionen

Bestehende Partitionen können für das neue System verwendet werden. Dabei lassen sie sich formatieren oder mitsamt den enthaltenen Daten einbinden.

Dazu kann die bestehende Partition in der Übersicht (erste Abbildung auf dieser Seite) ausgewählt werden. Auf der nächsten Seite muss zunächst unter "Benutzen als" der verwendete Dateisystemtyp eingestellt werden. Ist der gewählte Typ mit dem bestehenden identisch, kann man wählen, ob man die existierenden Daten erhalten will:

Archiv/Installation/Partitionierung/keep-data.png

Für die Einbindung bestehender Partitionen sollte ein Einhängepunkt angegeben werden. Bei FAT- oder NTFS-Partitionen sollten auch gleich die nötigen Optionen angegeben werden; Informationen dazu finden sich auf dieser Seite.

Sonst geht es weiter mit dem nächsten Abschnitt.

Einstellungen für neu angelegte oder zu formatierende Partitionen

Die folgende Übersicht enthält Einstellungen für eine neue oder bestehende Partition:

Archiv/Installation/Partitionierung/newpartition-overview.png

  • Als Dateisystem wird normalerweise ext3 oder ext4 verwendet.

  • Je nach Verwendungszweck der Partition muss der Einhängepunkt gewählt werden. Normalerweise wird je eine Partition für das Wurzeldateisystem ("root", /) und für die Benutzerdaten (/home) verwendet.

Archiv/Installation/Partitionierung/choose-mountpoint.png

  • Die Verwendung als Auslagerungsspeicher ("swap") wird über den Dateisystemtyp unter "Benutzen als" eingestellt:

Archiv/Installation/Partitionierung/use-as-swap.png

Weitere Informationen zur sinnvollen Partitionierung und geeigneten Partitionsgrößen finden sich unter Partitionierung.

  • "Reservierte Blöcke" bezeichnen den Anteil am Speicherplatz, der für das System als Reserve gehalten werden soll. Normale Benutzer haben auf diesen Anteil keinen Zugriff. Während man hier bei allen Systempartitionen die Voreinstellung belassen sollte, kann man die Einstellung bei reinen Datenpartitionen verringern.

Sind alle Einstellungen gesetzt, wählt man "Anlegen der Partition beenden".

Partitionierung abschließen

Wenn alle Partitionen bearbeitet sind, kann man die Änderungen übernehmen:

Archiv/Installation/Partitionierung/write-partitiontable.png

Bevor die Änderungen tatsächlich geschrieben werden, bekommt man sie noch einmal gesammelt aufgelistet:

Archiv/Installation/Partitionierung/confirm-changes.png

Wenn man hier mit "Ja" bestätigt, werden die Änderungen vorgenommen und die Installation fortgesetzt.

Installation des Grundsystems

Daraufhin beginnt der Installer mit der Installation des Grundsystems. Das kann eine Weile dauern.

Benutzer anlegen

Im nächsten Schritt wird man gebeten, die Daten des ersten Benutzers im neuen System einzugeben. Diesem Benutzer werden auch Administratorrechte verliehen.

Servertyp auswählen

In einem Auswahlfenster kann man mittels tasksel eine oder mehrere Aufgaben auswählen, die der Server erledigen soll, z.B. einen Linux Apache MySQL PHP Server, abgekürzt LAMP. Damit wird dann eine entsprechende Vorauswahl an Paketen getroffen. Diese Auswahl kann später jederzeit wieder aufgerufen werden.

./Tasksel.png

Zum Zweck der Fernadministration sollte man zumindest die Option OpenSSH -erver wählen. Man kann weitere Pakete aber auch problemlos später installieren, insbesondere wenn man sich vielleicht z.B. aus irgendwelchen Gründen lieber einen Mailserver mit Exim und Cyrus an Stelle von Postfix und Dovecot installieren möchte.

Installation beenden

Der Installer wird nun die Installation fertigstellen und einen Neustart des Computers verlangen. Danach sollte man natürlich als erstes eine Systemaktualisierung durchführen.

Die Installation ist nun komplett und man sollte nun das neue System starten können.

Problembehebung

RAID

Ein Software-RAID lässt sich während der Installation (im Experten-Modus) erstellen. Dabei sollte mindestens RAID-1 zum Einsatz kommen. Da die Erstellung eines RAIDs viele Einsteiger überfordert, hier eine Kurzanleitung für ein minimales RAID-1:

In älteren Anleitungen findet man häufig den Hinweis, auch eine eigene Partition (bzw. RAID-Verbund) für /boot zu erstellen, da es sonst Probleme mit dem Bootloader GRUB legacy gibt. Beim Nachfolger GRUB 2, der bereits seit Ubuntu 9.10 verwendet wird, ist dies nicht mehr erforderlich.

Experten-Info:

Die obigen Praxistipps gelten für "normale" Festplatten mit einer Kapazität bis 1 TiB. Größere Platten können aufgrund einer anderen Sektorgröße (4 KiB) für weitere Fußangeln sorgen und wurden nicht getestet. Auch der Einsatz von SSDs ist ein Thema, das im Rahmen dieses Artikels nicht weiter behandelt wird.

Fortgeschrittenen sei die Beschäftigung mit dem Logical Volume Manager (LVM) empfohlen, den man auch einem RAID-1 kombinieren kann.