Nummernblock aktivieren
Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:
Bei Desktop-Rechnern ist es oftmals gewünscht, dass der Nummernblock (auch Ziffernblock genannt) beim Start der Benutzeroberfläche aktiviert ist. Bei Notebooks ohne separaten Nummernblock ist dies dagegen wegen der Doppelbelegung der Tasten eher kontraproduktiv.
Es gibt zwar in vielen BIOS-Versionen die Möglichkeit, den Nummernblock beim Computerstart zu aktivieren bzw. deaktivieren, in der Regel überschreibt das Betriebssystem bzw. die Desktop-Umgebung diese Einstellung aber. Im Folgenden wird erklärt, wie man den Nummernblock unter Ubuntu dauerhaft aktiviert (oder auch deaktiviert).
Man muss hier drei verschiedene Phasen bzw. Situationen unterscheiden:
Im Textmodus (virtuelles Terminal)
Hintergrund: Manche Desktop-Umgebungen speichern den Zustand des Zahlenblocks beim Abmelden. Hier kann es also ausreichen, den Zahlenblock zu aktivieren und sich anschließend ab- und wieder neu anzumelden. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass der Zahlenblock auch bei der grafischen Anmeldung automatisch zur Verfügung steht, da ein Displaymanager unabhängig von der eingesetzten Desktop-Umgebung sein kann.
Virtuelles Terminal¶
Dieser Abschnitt bezieht sich auf die virtuellen Terminals, die mit Strg + Alt + F1 - F6 erreichbar sind.
In aktuellen Versionen sollte sich der Ziffernblock mit ⇩ num ein- und ausschalten lassen.
Ausbaufähige Anleitung
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Anmerkung:
Oben wurde eine Beschreibung versprochen, wie man dies dauerhaft vorgibt.
Anmeldebildschirm¶
Will man, dass der Zahlenblock bei der grafischen Anmeldung automatisch aktiv ist, so muss man unterscheiden.
GDM¶
Unter Ubuntu (GNOME) ist GDM Standard. GDM merkt sich, ob man mit ⇩ num den Ziffernblock aktiviert hat oder nicht. Es spiegelt also stets der Zustand der letzten Benutzung wieder. Möchte man jedoch eine Vorgabe machen, die selbst nach versehentlichem Drücken bei jedem Neustart des Rechners wiederhergestellt wird, so muss man die Systemvorgabe ändern.
Man bearbeitet die Datei /etc/gdm3/greeter.dconf-defaults und ergänzt folgendem Inhalt [2] [3]
[org.gnome.desktop.peripherals.keyboard] # Status des Ziffernblocks # true entspricht aktiviert # false entspricht deaktiviert numlock-state=true # das Merken definitv abschalten, sonst ist es keine Vorgabe remember-numlock-state=false
Sollte bereits eine Datei /var/lib/gdm3/.config/dconf/user existieren, so würde deren Inhalt den Vorrang haben. Daher muss man sie löschen, wobei natürlich sämtliche Inhalte verloren gehen und somit sämtliche Änderungen, die im Anmeldefelder gemacht wurden; Das können nicht sehr viele sein. Nach einem Neustart erscheint das Anmeldefenster fast wie im Auslieferungszustand, jedoch mit aktiviertem Ziffernblock.
LightDM¶
Benutzer von Ubuntu Budgie, Ubuntu Cinnamon sowie Ubuntu MATE (ab 24.10) können das vorinstallierte, grafische Programm Anmeldefenster nutzen.
Unter Ubuntu Unity, Xubuntu, Ubuntu MATE (bis 24.04) oder bei einen nachinstallierten LightDM muss man zunächst folgendes Paket installieren [4]:
numlockx (universe)
Befehl zum Installieren der Pakete:
sudo apt-get install numlockx
Anschließend kann die Konfigurationsdatei /etc/lightdm/lightdm.conf bearbeitet [3] werden. Dort fügt man
im Abschnitt [SeatDefaults]
greeter-setup-script=/usr/bin/numlockx on
ein. Die Änderung wird erst mit einem Neustart des Rechners wirksam.
SDDM¶
Bei Benutzung von SDDM (der unter KDE Plasma 5 bevorzugte Displaymanager) ist die zu ändernde Konfigurationsdatei in diesem Fall /etc/sddm.conf. Dort muss in einem Editor mit Rootrechten im Abschnitt [General] die Zeile Numlock auf =on gesetzt werden. Gibt es noch keine Einstellung für Numlock fügt man sie in dieser Form hinzu:
[General] Numlock=on
(Quelle Ubuntu man page für sddm.conf 🇬🇧)
Nach der Anmeldung¶
Unter Ubuntu Budgie, Ubuntu Cinnamon, Ubuntu MATE und Xubuntu kann das vorinstallierte numlockx systemweit über die Datei /etc/default/numlockx konfiguriert werden. Dabei ist zu beachten, dass die nachfolgend beschriebenen Einstellungen für die jeweiligen Benutzer Vorrang haben.
GTK¶
In den meisten GTK-basierten Desktopumgebungen kann man im dconf-editor nach „numlock“ suchen und wird fündig. Sollten mehrere Schemata angezeigt werden, so kann man das zu org.gnome meist ignorieren, ebenso das Schema für den greeter zu LightDM. Die nachfolgende Tabelle erleichtert den Überblick:
| Desktopumgebungen | Schema | Schlüssel | einzustellender Wert |
| Budgie Cinnamon | org.cinnamon.desktop.peripherals.keyboard | numlock-state remember-numlock-state | true false |
| GNOME | org.gnome.desktop.peripherals.keyboard | numlock-state remember-numlock-state | true false |
| MATE | org.mate.peripherals-keyboard | numlock-state remember-numlock-state | 'on' false |
| Unity | com.canonical.unity.settings-daemon.peripherals.keyboard | numlock-state remember-numlock-state | 'on' false |
Xfce¶
Xfce unter Xubuntu 24.04 speichert den Ist-Zustand in der Datei .config/xfce4/xfconf/xfce-perchannel-xml/keyboards.xml. Um eine Vorgabe einzurichten, die mit der Anmeldung aktiv wird, kann man für den Autostart einen Starter für das bereits vorinstallier numlockx mit einem Editor [2] und folgendem Inhalt zu erstellen:
1 2 3 4 5 6 | [Desktop Entry] Name=Ziffernblock anschalten Type=Application Exec=numlockx on Terminal=false NoDisplay=True |
im Verzeichnis ~/.config/autostart/ unter dem Dateinamen numlockx_on.desktop abspeichern.
KDE¶
In der KDE kann der Nummernblock wie folgt dauerhaft aktiviert werden:
"Kickoff-Anwendungstarter-Menü → Anwendungen → Einstellungen → Systemeinstellungen → Eingabegeräte → Tastatur → Zahlenblock bei KDE-Start → Einschalten"
Problembehebung¶
Unter Xfce bzw. Xubuntu sollte man prüfen, ob unter "Einstellungen → Barrierefreiheit → Maus" die Mausemulation deaktiviert ist. Auch bei anderen Desktop-Umgebungen können bestimmte Einstellungen zur Barrierefreiheit für Verwirrung sorgen (meist sind diese aus Versehen aktiviert worden).
Links¶
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