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Matroska

matroska-logo3.png Der Matroska 🇬🇧 Multimedia-Container, benannt nach den russischen Puppen, ist ein offenes und freies Container-Format. Eine Containerdatei kann eine unbegrenzte Anzahl von Audio-, Video- und/oder Untertitelspuren in einer einzigen Datei beherbergen. Das Format verwendet EBML, ein binäres XML-Format, zur Beschreibung des Containers. Matroska-Dateien sind oft kleiner (ca. 10%) als vergleichbare Dateien in anderen Formaten, da die Datenstruktur des Containers nur einen geringen Overhead erzeugt.

Die Entwickler verstehen das Format als Alternative zu bereits bestehenden Containerformaten wie AVI, OGM/Ogg, ASF, MOV oder MP4. Diese sind teilweise proprietär oder bieten weniger Umfang. Die Spezifikationen des Formats sind öffentlich einsehbar und können frei in Anwendungen verwendet werden. Die Kernbibliotheken wurden unter der GNU LGPL veröffentlicht, der Parser steht unter der BSD-Lizenz.

Ein (modifizierter) Matroska-Container kommt auch bei der MPEG-4 AVC (H.264)-Alternative Webm zum Einsatz.

Dateiendungen

Die von Matroska verwendeten Dateisuffixe sind:

  • .mkv für Videodaten (mit Tonspur)

  • .mka für reine Audiodaten

  • .mks für die Untertitel

  • .mk3d für dreidimensionale Inhalte

Als MIME-Typ wird video/x-matroska oder audio/x-matroska verwendet.

Unterstützte Codec-Arten

Matroska unterstützt Codecs wie MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4, H.264, WMV, REALvideo, Dirac, Theora, AAC, AC3, DTS, WAV, MP3, Vorbis, FLAC und mehr. Außerdem werden zusätzliche Formate für Untertitel (VobSub) und erweiterte Metainformationen unterstützt.

Eigenschaften

Das Format zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Schnelle Suche in Dateien

  • Menüs, ähnlich wie bei DVDs

  • Ermöglicht Unterteilung von Dateien in Kapitel

  • Unterstützung von Metadaten

  • Auswählbare Untertitel und Tonspuren

  • Hohe Fehler-Robustheit auch bei beschädigten Streams

  • Streamingfähigkeit in Netzwerken

und mehr...

Nutzung

Erstellung

Um vorhandene Containerdateien umzuwandeln oder neue zu erstellen, stehen mehrere Programme zur Verfügung. Daneben gibt es noch ein französisches Projekt, mit dem man die Inhalte eines MKV-Containers wieder herauslösen kann.

  • MKVToolNix - Werkzeuge, mit denen das freie Format auf vielfältige Art und Weise bearbeitet werden kann

  • MakeMKV - kommerzieller Konverter, welcher auf das Matroska-Format setzt

  • MKV Extraktor Gui - grafische Oberfläche, um Inhalte aus Matroska-Containern herauszulösen

Medienplayer mit MKV-Unterstützung

Von den Software-Medienplayern, die in Ubuntu offiziell verfügbar sind, unterstützen faktisch fast alle Matroska als Wiedergabeformat:

Falls Probleme beim Abspielen auftreten, sollte man kontrollieren, ob die im Container eingebundenen Codecs vom jeweiligen Medienplayer unterstützt werden.

Tags

Auch ein Matroska-Container lässt sich mit Tags versehen. Jedoch handhabt Matroska das wesentlich flexibler und generalisierter: es können beliebige Daten in den Container geschrieben werden. Allerdings müssen diese Tags in einem XML-Format vorliegen. Beispiel:

mkvextract tags film.mkv > tags.xml                        # Schreibt die Tags in die Datei tags.xml
# Nun kann man die xml-Datei wunschgemäß verändern. Dazu gibt es vielerlei Werkzeuge.
mkvmerge --global-tags tags.xml -o film_neu.mkv film.mkv   # Schreibt die veränderten Tags in die Datei film_neu.mkv

In diesem Fall wird nicht neu kodiert, sondern kopiert. Näheres dazu findet sich in den manpages der betreffenden Befehle.

Leider sind nur wenige Player in der Lage damit umzugehen, denn es gibt keinen verbindlichen Standard dafür. Meist, wenn überhaupt, werden nur die üblichen Definitionen aus dem MP3-Standard (ARTIST, YEAR, GENRE, usw) erkannt und angezeigt.

Diese Revision wurde am 29. Dezember 2019 19:30 von pepre erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Audioplayer, Videoplayer, MKV, Containerformat, Multimedia, Matroska, Codec