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GNU Parted

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Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Wiki/Icons/gnu.png GNU Parted 🇬🇧 ist ein Programm zur Festplatten-Partitionierung und Größenänderung der Partitionen, welches auch zur Auflistung der Datenträgerstruktur genutzt werden kann. Parted unterstützt die gängisten Partitionstabellen, wie msdos, GPT, aber auch Mac, Sun, BSD ... Das Programm unterstützt voll die Dateisysteme ext2, ext3, fat (FAT16 und FAT32), ReiserFS und linux-swap. Eingeschränkt unterstützt werden die Dateisysteme HFS (Mac OS), JFS, NTFS, UFS (Sun und HP) sowie XFS.

Der Nutzen von GNU Parted zeigt sich beim Erstellen von neuem Raum für Betriebssysteme, Neuorganisation des Festplattengebrauchs und beim Kopieren von Daten auf neue Festplatten. GNU Parted ist das Standard-Werkzeug zur Festplattenpartitionierung in vielen GNU/Linux-Distributionen, wie z.B. die Laufwerksverwaltung bei GNOME und Unity, oder der Partitionmanager bei KDE.

Für allgemeine Informationen zur Partitionierung empfiehlt sich der Artikel Grundlagen zur Partitionierung.

Achtung!

Veränderungen an einer Partitionstabelle können das System unbrauchbar machen und sollten nie ohne eine vorherige Datensicherung durchgeführt werden. Parted schreibt alle Veränderungen sofort auf den Datenträger.

Um Veränderungen an der Partitionstabelle vornehmen zu können, darf die entsprechende Partition oder der gesamte Datenträger nicht eingehangen sein. Grundsätzlich empfiehlt sich der Einsatz eines Live-Mediums, das gilt insbesondere für die Systemverzeichnisse, wie z.B. / (root), /home oder Swap.

Installation

Parted ist bei Ubuntu bereits vorinstalliert[1]:

  • parted

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install parted 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://parted

Neben parted selbst wird auch noch das Modul partprobe mit installiert.

Je nach Dateisystemen, mit denen gearbeitet werden muss, sind noch die folgenden Pakete erforderlich:

  • e2fsprogs (Ext2/3/4)

  • reiserfsprogs (ReiserFS )

  • xfsprogs (XFS )

  • hfsprogs (universe, HFS / HFS+)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install e2fsprogs reiserfsprogs xfsprogs hfsprogs 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://e2fsprogs,reiserfsprogs,xfsprogs,hfsprogs

Syntax

Das Programm muss immer mit Rootrechten[3] ausgeführt werden.

parted [OPTIONEN] [DEVICE] [KOMMANDOS] 

Benutzung

GNU Parted kennt drei Formen des Aufrufs zur Datenträgerbearbeitung[4]:

  1. Über Optionen, die direkt eine Auswertung aller angeschlossenen Datenträger ausführen.

  2. Mit der Option -s und Kommandos wird der sog. Batchmodus ausgeführt, dabei werden alle Aufgaben ohne Nachfragen durchgeführt.

  3. Interaktiv, dabei wird über Kommando-Eingaben jeder einzelne Schritt gesteuert.

Eine Erklärung aller Kommandos und Optionen mit ausführlicher Information liefert die Manpage.

Optionen

Auswahl von Optionen
Option Beschreibung
-a TYP Gibt das Alignment vor, das für Neuanlagen gelten soll.
-l Auflistung der Datenträgerstruktur aller angeschlossenen Datenträger[4].
-m Ausgabe in einer Form, die zur Weiterverarbeitung geeiget ist.
-s Veranlasst parted dazu, nicht nach weiteren Kommandos zu fragen - in Skripten geeignet.
-v Ausgabe der Versionsnummer.

Kommandos

Auswahl von Kommandos
Kommando Funktion
align-check ALIGNMENT-TYPE PARTITION Führt einen SSD/Alignment-Check bei SSD durch - optimal (opt) oder minimal (min).
check NUMBER Führt einen einfachen Check des Dateiystems auf Partition NUMBER (z.B. 1) aus.
cp [FROM-DEVICE] FROM-NUMBER TO-NUMBER Kopiert ein Dateisystem auf eine andere Partition.
help [COMMAND] Gibt allgemeine Hilfe oder Hilfe zu einem Befehl.
print [devices;free;NUMBER;all] Gibt Informationen über die Partitionstabelle, verfügbare Geräte, freien Speicher, eine Partition, oder alle Festplatten aus.
mklabel LABEL-TYPE Erstellt ein neues Disklabel (Partitionstabelle), z.B. msdos oder GPT.
mkfs NUMBER FS-TYPE Erstellt ein Dateisystem vom Typ FS-TYPE (z.B. linux-swap) auf Partition NUMBER.
mkpart PART-TYPE [FS-TYPE] START END Erstellt eine Partition, optional mit Dateisystem.
mkpartfs PART-TYPE FS-TYPE START END Erstellt eine Partition mit einem Dateisystem.
move NUMBER START END Verschiebt Partition NUMBER.
name NUMBER NAME Benennt Partition NUMBER mit NAME - nur GPT oder MAC.
rescue START END Stellt eine verlorene Partition nahe START und END wieder her.
resize NUMBER START END Ändert die Größe der Partition NUMBER und des Dateisystems darauf.
rm NUMBER Löscht Partition NUMBER.
select DEVICE Wählt die Festplatte zur Bearbeitung.
set NUMBER FLAG STATE Ändert den Status (on/off) der FLAG (z.B. boot) auf Partition NUMBER.
toggle [NUMBER [FLAG]] Schaltet den Status der FLAG auf Partition NUMBER.
unit UNIT Setzt die Standard Einheit auf UNIT (z.B GiB oder %), siehe dazu auch Dezimalpräfixe/Binärpräfixe.
version Zeigt die aktuell verwendete GNU Parted Version und Copyright Informationen.
quit Beendet das Programm.

Beispiele

Hinweis:

Im Folgenden wird, sofern eingesetzt, für alle Beispiele der Datenträger[4] /dev/sdc genutzt. Diese Angabe muss immer auf die eigenen Gegebenheiten abgestellt werden

Auflistung

  • Liste aller angeschlossenen Datenträger[4]:

    sudo parted -l 

  • Liste des Datenträgers /dev/sdc mit Andruck der Sektoren:

    sudo parted -s /dev/sdc unit s print 

    Die Option -s wird verwendet, damit bei evtl. Fehlern keine Abfragen erfolgen.

    Musterausgabe:

    Modell: ATA MAXTOR STM380215 (scsi)
    Festplatte  /dev/sdc:  156301488s
    Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
    Partitionstabelle: msdos
    
    Nummer  Anfang     Ende        Größe      Typ      Dateisystem  Flags
     1      63s        20964824s   20964762s  primary  ext4         boot
     2      20964825s  63890504s   42925680s  primary  ext4
     3      72404955s  156296384s  83891430s  primary  ext4


  • Liste des Datenträgers /dev/sdb inkl. eventuellem freien Platz: (in Bytes und als Sektoren):

    sudo parted -s /dev/sdb print free unit s print free   


    Musterausgabe:

    Modell: ATA SAMSUNG HD753LJ (scsi)
    Festplatte  /dev/sdb:  750GB
    Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
    Partitionstabelle: msdos
    
    Nummer  Anfang  Ende    Größe   Typ       Dateisystem     Flags
            32,3kB  1049kB  1016kB            Freier Platz
     1      1049kB  50,3MB  49,3MB  primary   ext4
            50,3MB  51,4MB  1048kB            Freier Platz
     2      51,4MB  750GB   750GB   extended
     5      51,4MB  4347MB  4296MB  logical   linux-swap(v1)
     6      4348MB  24,3GB  20,0GB  logical   ext4            boot
     7      24,3GB  49,8GB  25,5GB  logical   ext4
     8      49,8GB  692GB   642GB   logical   ext4
     9      692GB   712GB   20,0GB  logical   ext4
    10      712GB   732GB   20,0GB  logical   ext4
    11      732GB   750GB   17,9GB  logical   ntfs
            750GB   750GB   16,8MB            Freier Platz
            750GB   750GB   909kB             Freier Platz
    
    Modell: ATA SAMSUNG HD753LJ (scsi)
    Festplatte  /dev/sdb:  1465149168s
    Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
    Partitionstabelle: msdos
    
    Nummer  Anfang       Ende         Größe        Typ       Dateisystem     Flags
            63s          2047s        1985s                  Freier Platz
     1      2048s        98303s       96256s       primary   ext4
            98304s       100349s      2046s                  Freier Platz
     2      100350s      1465147391s  1465047042s  extended
     5      100352s      8491007s     8390656s     logical   linux-swap(v1)
     6      8493056s     47552511s    39059456s    logical   ext4            boot
     7      47554560s    97351679s    49797120s    logical   ext4
     8      97353728s    1351950335s  1254596608s  logical   ext4
     9      1351952384s  1391011839s  39059456s    logical   ext4
    10      1391013888s  1430069247s  39055360s    logical   ext4
    11      1430071296s  1465114623s  35043328s    logical   ntfs
            1465114624s  1465147391s  32768s                 Freier Platz
            1465147392s  1465149167s  1776s                  Freier Platz


  • Liste aller Datenträger in einem weiterverarbeitbaren Format:

    sudo parted -slm 

  • Und hier die gleiche Auflistungsform, aber auf /dev/sdc beschränkt:

    sudo parted -sm /dev/sdc unit s print 


    Musterausgabe:

    BYT;
    /dev/sdc:156301488s:scsi:512:512:msdos:ATA MAXTOR STM380215;
    1:63s:20964824s:20964762s:ext4::boot;
    2:20964825s:63890504s:42925680s:ext4::;
    3:72404955s:156296384s:83891430s:ext4::;

Alignment

In diesem Beispiel wird das optimale SSD/Alignment der ersten Partition des Datenträgers[4] /dev/sdc überprüft:

sudo parted /dev/sdc align-check opt 1 

Interaktiv

Im folgenden Beispiel soll auf dem Device /dev/sdc eine primäre FAT32-Partition erstellt werden. Um eine Übersicht aller angeschlossenen Datenträger[4] zu erhalten, sollte man vorher eine Auflistung anfordern.

Mit dem folgenden Aufruf wird parted auf dem Datenträger /dev/sdc gestartet:

sudo parted /dev/sdc 

Muster des Begrüßungstextes:

GNU Parted 2.2
Verwende /dev/sdc
Willkommen zu GNU Parted! Geben Sie 'help' ein, um eine Liste der verfügbaren Kommados zu erhalten.
(parted)

Durch die Eingabe von help erhält man eine Übersicht aller Kommandos und mit

print 

wird die aktuelle Partitionstabelle angezeigt.

Bereits vorhandene Partitionen lassen sich jetzt mit

rm #NUMBER 

löschen, wobei #NUMBER die Partitionsnummer ist.

Um die Größe der Partition .z.B. prozentual anzugeben, muss die Standardeinheit von parted umgestellt werden. Dies geschieht mit

unit % 

Weitere mögliche Angaben sind z.B.:

MiB  Mebibyte (1048576 bytes)
GiB  Gibibyte (1073741824 bytes)
MB   Megabyte (1000000 bytes)
GB   Gigabyte (1000000000 bytes)
%    Prozentangabe (zwischen 0 und 100) 
s    Sektorenangabe (bezogen auf die logische Sektorgröße)

Wobei Angaben in MiB,GiB (also Bytes mit "i") zu empfehlen sind, da hier die PC übliche Basis 1024 beträgt.

Durch

mkpartfs primary fat32 8MiB 100% 

wird eine primäre FAT32-Partition mit dem Start bei 8MiB und dem Ende (bei 100%) des Device erstellt.

Parted lässt sich durch

quit 

wieder verlassen.

partprobe

Mit parted wird auch das Programm-Modul partprobe ausgeliefert, damit lassen sich:

  • Kurzinformationen zur Partitiontabelle ermiteln.

  • dem Kernel eine veränderte Partitionstabelle neu bekannt geben.

Eine Erklärung aller Optionen mit ausführlicher Information liefert die Manpage.

Syntax

Das Programm muss immer mit Rootrechten[3] ausgeführt und der Datenträger[4] mitgeteilt werden.

partprobe [OPTIONEN] DEVICE 

Optionen

Auswahl von Optionen
Option Beschreibung
-d Kein Kernel-Update - unterbindet, dass die Tabelle dem Kernel neu bekannt gegeben wird.
-h Ausgabe eines Hilfetextes der zur Verfügung stehenden Kommandos.
-s Zeigt eine Zusammenfassung des Datenträgers, d.h. der Partitionstabelle und der Partitionen an.
-v Ausgabe der Versionsnummer.

Beispiele

Liste einer Zusammenfassung des Datenträgers /dev/sdc

sudo partprobe -ds /dev/sdc 

Musterausgabe:

/dev/sdc: msdos partitions 1 2 3 <6 5>

Wobei die Partitionen zwischen den < > logische Partitionen darstellen.

Die veränderte Partitionstabelle des Datenträgers /dev/sdc wird dem Kernel neu bekannt gegeben:

sudo partprobe /dev/sdc 

Diese Revision wurde am 20. April 2019 14:37 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Partitionierung, Shell, System, Installation