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fdisk

Achtung!

Veränderungen an Partitionen können das System unbrauchbar machen und sollten nie ohne vorherige Datensicherung durchgeführt werden!

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Wiki/Icons/terminal.png fdisk (für fixed disk) ist ein Kommandozeilen-Programm [1] zur Partitionierung von Datenträgern mit Legacy-MBR, der Master-Partitionstabelle (MPT) und GUID Partition-Table (GPT). Bei fdisk handelt es sich um eigenständige Programm-Module, die nicht auf libparted aufsetzen. In den meisten Fällen wird nur das Modul fdisk zum Auflisten und Analysieren der MBR-Partitionstabelle sowie sfdisk zum Erzeugen einer Backup-Datei der Partitionstabelle benötigt.

Installation

fdisk ist im Paket util-linux enthalten, das bei jeder Ubuntu-Installation automatisch installiert ist.

Das Paket beinhaltet:

  • fdisk- zur interaktiven Nutzung auf der Kommandozeile

  • sfdisk - skripting-fähige Variante

  • cfdisk - ncurses-Textoberfläche zu fdisk

fdisk

fdisk legt MBR-Partititonen an, löscht, manipuliert oder listet sie. Es kann interaktiv oder mit Optionen aufgerufen werden. Die Ausführung und Benutzung erfolgt mit Root-Rechten [1] im Terminal [2].

Syntax

Beim Aufruf mit der List-Option kann ein zu bearbeitender Datenträger [3] angegeben werden:

sudo fdisk OPTION DEVICE 

Die interaktive Nutzung erfolgt über Kommandos und ein zu bearbeitender Datenträger muss immer angegeben werden:

sudo fdisk DEVICE 

Hinweis:

Beim interaktiven Gebrauch werden alle Änderungen erst vorgemerkt. Das Programm kann jederzeit mit Q verlassen werden, ohne Veränderungen am Datenträger vorzunehmen. Erst mit dem Kommando W werden alle Informationen unwiderruflich festgeschrieben.

Eine Erklärung aller Kommandos und Optionen mit ausführlicher Information liefert die Manpage.

Optionen

Optionen für das direkte Listen einer MBR-Partitionstabelle
Option Beschreibung
-l Auflisten der Informationen zu MBR-Partitionen - alle oder ein angegebener Datenträger
-lu Auflisten der Informationen zu MBR-Partitionen mit Einheitenanzeige als Sektoren (analog zu sgdisk -p bei GPT)

Kommandos

Hauptmenü

Auswahl von Kommandos ohne Veränderungen an einer MBR-Partitionstabelle
Kommando Beschreibung
m Ausgabe eines Hilfetextes der zur Verfügung stehenden Kommandos
p Anzeige der Informationen zu MBR-Partitionen eines Datenträgers
u Umschalten der Einheiten-Anzeige
x Aufruf der Menü-Eben 2 (zusätzliche Funktionen - nur für Experten)
q Verlassen des Programms ohne Veränderungen auf den Datenträger zu schreiben

Auswahl von Kommandos mit Veränderungen an einer MBR-Partitionstabelle
Kommando Beschreibung
a (De)Aktivieren des "bootfähig"-Flag einer MBR-Partition eines Datenträgers
c (De)Aktivieren des DOS-Kompatibilitätsflags
d Löschen einer MBR-Partition
n Neuanlage einer MBR-Partition
o Neuanlage einer leeren DOS-Partitionstabelle (Typ msdos)
t Änderung des Dateisystemtyps (ID) einer Partition
w Abspeichern aller Änderungen in die MBR-Partitionstabelle eines Datenträgers

Expertenmenü

Auswahl von zusätzlichen Funktionen mit/ohne Veränderungen
Kommando Beschreibung
b Datenanfang einer Partition eines Datenträgers verschieben
f Einträge in einer MBR-Partitionstabelle in Reihenfolge bringen
r Zurückwechseln zur Menüebene 1 (Hauptmenü)
v Überprüfen einer MBR-Partitionstabelle

Beispiele

Hinweis:

In allen Beispielen wird als Datenträger /dev/sdX genutzt, dieser muss auf die eigenen Belange abgestellt werden!

Partitionen-Informationen

Auflisten der Informationen zu MBR-Partitionen - hier des Datenträgers sdX:

sudo fdisk -l /dev/sdX   

Platte /dev/sdX: 80.0 GByte, 80026361856 Byte
255 Köpfe, 63 Sektoren/Spur, 9729 Zylinder
Einheiten = Zylinder von 16065 × 512 = 8225280 Bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x92669266

   Gerät  boot.     Anfang        Ende     Blöcke   Id  System
/dev/sdX1   *           1        1305    10482381   83  Linux
/dev/sdX2            1306        3977    21462840   83  Linux
/dev/sdX3            4508        9729    41945715   83  Linux
/dev/sdX4            3978        4507     4257225   82  Linux Swap / Solaris

Listen der Informationen zu MBR-Partitionen mit Umschaltung auf die Sektoren-Anzeige - - hier des Datenträgers sdX:

sudo fdisk -lu /dev/sdX 
Platte /dev/sdX: 320.1 GByte, 320072933376 Byte
255 Köpfe, 63 Sektoren/Spur, 38913 Zylinder, zusammen 625142448 Sektoren
Einheiten = Sektoren von 1 × 512 = 512 Bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x0009a22e

   Gerät  boot.     Anfang        Ende     Blöcke   Id  System
/dev/sdX1   *          63   625137344   312568641    5  Erweiterte
/dev/sdX5        60806088   625137344   282165628+  83  Linux
/dev/sdX6             126    60806024    30402949+  83  Linux

Partitionstabelleneinträge sind nicht in Platten-Reihenfolge

Boot-Flag ändern

Interaktiver Aufruf zum Ändern des Boot-Flags einer MBR-Partition - mit Übergabe des Datenträgers.

sudo fdisk /dev/sdX 

WARNING: DOS-compatible mode is deprecated. It's strongly recommended to
         switch off the mode (command 'c') and change display units to
         sectors (command 'u').

Befehl (m für Hilfe): 

MBR-Partitionen anzeigen:

Befehl (m für Hilfe): p 

Dos-Kompatibilitätsflag aktivieren/deaktivieren:

Befehl (m für Hilfe): c 

Boot-Flag für die MBR-Partition 1 aktivieren/deaktivieren:

Befehl (m für Hilfe): a
Partitionsnummer (1-6): 1 

Boot-Flag kontrollieren:

Befehl (m für Hilfe): p 

Abspeichern der Änderungen in die MBR-Partitionstabelle:

Befehl (m für Hilfe): w 

sfdisk

sfdisk führt die gleichen Aufgaben wie fdisk durch, wird aber komplett über mitgegebene Optionen gesteuert und ist daher für Skripte geeignet.

In vielen Anweisungen wird zur Sicherung einer Partitionstabelle das Programm dd aufgeführt. Dies ist mit Vorsicht anzuwenden, da dabei oft nur die MPT gesichert wird und dadurch die Einträge zu den erweiterten, logischen Partitionen fehlen. Beim Einsatz von erweiterten Partitionen ist sfdisk zum Sichern und Rückspielen der einfachste und schnellste Weg, um die Datenintegrität zu gewährleisten.

Achtung!

Wird sfdisk mit Optionen aufgerufen, die eine Veränderung an einer MBR-Partitionstabelle herbeiführen, so werden diese Änderungen unmittelbar auf den Datenträger geschrieben und bei falschem Einsatz wird dieser evtl. unbenutzbar. Der Einsatz dieser Optionen in Skripten sollte gut überlegt werden.

Syntax

Beim Aufruf muss immer ein zu bearbeitender Datenträger angegeben werden.

sudo sfdisk OPTIONEN DEVICE 

Eine Erklärung aller Optionen mit ausführlicher Information liefert die Manpage.

Optionen

Auswahl Optionen für die Bearbeitung einer MBR-Partitionstabelle
Option Beschreibung
-d Dumpen, Ausgeben einer MBR-Partitionstabelle, aber in einem für späteres Wiedereinlesen geeigneten Formats
-h Ausgabe eines Hilfetextes der zur Verfügung stehenden Kommandos
-l Auflisten einer MBR-Partitionstabelle (analog zu sgdisk -p für GPT).
-T Auflisten bekannter MBR-Partitionstypen (ID) und deren Bezeichnung (Name)

Beispiele

Hinweis:

In den Beispielen wird als Datenträger /dev/sdX genutzt, dieser muss auf die eigenen Belange abgestellt werden!

Partitionen-Einträge anzeigen

Listen der MBR-Partitionstabelle (MPT), incl. Verweise auf ausgelagerte/logische Partitionen des Datenträgers:

sudo sfdisk -l /dev/sdX 

Festplatte /dev/sdX: 19457 Zylinder, 255 Köpfe, 63 Sektoren/Spur
Warnung: erweiterte Partition beginnt nicht an einer Zylindergrenze
DOS und Linux werden den Inhalt unterschiedlich interpretieren.
Einheit = Zylinder von 8225280 Bytes, Blöcke von 1024 Bytes, Zählung beginnt bei 0

   Gerät  boot. Anfang   Ende  #Zyl.    #Blöcke   Id  System
/dev/sdX1          0       -       0          0    0  Leer
/dev/sdX2          0       -       0          0    0  Leer
/dev/sdX3          0       -       0          0    0  Leer
/dev/sdX4   *      0+  19456   19457- 156288321    5  Erweiterte
/dev/sdX5       7008+  19456   12449-  99996561   83  Linux
/dev/sdX6        685+   7007    6323-  50789466   83  Linux

Partitionstabelle sichern

  • Eingabe: MBR-Partitionstabelle des Datenträgers /dev/sdX

  • Ausgabe: Backup_sdX.MPT im eigenen Homeverzeichnis

sudo sfdisk -d /dev/sdX >${HOME}/Backup_sdX.MPT 

Partitionstabelle zurückladen

  • Eingabe: Backup_sdX.MPT aus dem Verzeichnis /backup

  • Ausgabe: MBR-Partitionstabelle des Datenträgers /dev/sdX

sudo sfdisk /dev/sdX </backup/Backup_sdX.MPT 

cfdisk

cfdisk ist die via ncurses realisierte Textoberfläche zu fdisk. Es ist interaktiv, selbsterklärend und stellt die wichtigsten Aufgaben über eine Menüsteuerung bereit. Die Steuerung erfolgt über die Pfeilstasten und Enter.

Syntax

Beim Aufruf muss immer ein zu bearbeitender Datenträger angegeben werden:

sudo cfdisk DEVICE 

Eine Erklärung aller Optionen mit ausführlicher Information liefert die Manpage.

Intern

Extern

Diese Revision wurde am 26. April 2019 16:50 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System, Partitionierung