GNU Parted

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

  3. Administrative Rechte erlangen

  4. Systeminformationen ermitteln

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Syntax
  3. Benutzung
    1. Optionen
    2. Kommandos
  4. Beispiele
    1. Auflistung
    2. Alignment
    3. Interaktiv
  5. partprobe
    1. Syntax
    2. Optionen
    3. Beispiele
  6. Links

Wiki/Icons/gnu.png GNU Parted 🇬🇧 ist ein Programm zur Festplatten-Partitionierung und Größenänderung der Partitionen, welches auch zur Auflistung der Datenträgerstruktur genutzt werden kann. Parted unterstützt die gängisten Partitionstabellen, wie msdos, GPT, aber auch Mac, Sun, BSD ... Das Programm unterstützt voll die Dateisysteme ext2, ext3, fat (FAT16 und FAT32), ReiserFS und linux-swap. Eingeschränkt unterstützt werden die Dateisysteme HFS (Mac OS), JFS, NTFS, UFS (Sun und HP) sowie XFS.

Der Nutzen von GNU Parted zeigt sich beim Erstellen von neuem Raum für Betriebssysteme, Neuorganisation des Festplattengebrauchs und beim Kopieren von Daten auf neue Festplatten. GNU Parted ist das Standard-Werkzeug zur Festplattenpartitionierung in vielen GNU/Linux-Distributionen, wie z.B. die Laufwerksverwaltung bei GNOME und Unity, oder der Partitionmanager bei KDE.

Für allgemeine Informationen zur Partitionierung empfiehlt sich der Artikel Grundlagen zur Partitionierung.

Achtung!

Veränderungen an einer Partitionstabelle können das System unbrauchbar machen und sollten nie ohne eine vorherige Datensicherung durchgeführt werden. Parted schreibt alle Veränderungen sofort auf den Datenträger.

Um Veränderungen an der Partitionstabelle vornehmen zu können, darf die entsprechende Partition oder der gesamte Datenträger nicht eingehangen sein. Grundsätzlich empfiehlt sich der Einsatz eines Live-Mediums, das gilt insbesondere für die Systemverzeichnisse, wie z.B. / (root), /home oder Swap.

Installation

Parted ist bei Ubuntu bereits vorinstalliert[1]:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install parted 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://parted

Neben parted selbst wird auch noch das Modul partprobe mit installiert.

Je nach Dateisystemen, mit denen gearbeitet werden muss, sind noch die folgenden Pakete erforderlich:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install e2fsprogs reiserfsprogs xfsprogs hfsprogs 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://e2fsprogs,reiserfsprogs,xfsprogs,hfsprogs

Syntax

Das Programm muss immer mit Rootrechten[3] ausgeführt werden.

parted [OPTIONEN] [DEVICE] [KOMMANDOS] 

Benutzung

GNU Parted kennt drei Formen des Aufrufs zur Datenträgerbearbeitung[4]:

  1. Über Optionen, die direkt eine Auswertung aller angeschlossenen Datenträger ausführen.

  2. Mit der Option -s und Kommandos wird der sog. Batchmodus ausgeführt, dabei werden alle Aufgaben ohne Nachfragen durchgeführt.

  3. Interaktiv, dabei wird über Kommando-Eingaben jeder einzelne Schritt gesteuert.

Eine Erklärung aller Kommandos und Optionen mit ausführlicher Information liefert die Manpage.

Optionen

Auswahl von Optionen
Option Beschreibung
-a TYP Gibt das Alignment vor, das für Neuanlagen gelten soll.
-l Auflistung der Datenträgerstruktur aller angeschlossenen Datenträger[4].
-m Ausgabe in einer Form, die zur Weiterverarbeitung geeiget ist.
-s Veranlasst parted dazu, nicht nach weiteren Kommandos zu fragen - in Skripten geeignet.
-v Ausgabe der Versionsnummer.

Kommandos

Auswahl von Kommandos
Kommando Funktion
align-check ALIGNMENT-TYPE PARTITION Führt einen SSD/Alignment-Check bei SSD durch - optimal (opt) oder minimal (min).
check NUMBER Führt einen einfachen Check des Dateiystems auf Partition NUMBER (z.B. 1) aus.
cp [FROM-DEVICE] FROM-NUMBER TO-NUMBER Kopiert ein Dateisystem auf eine andere Partition.
help [COMMAND] Gibt allgemeine Hilfe oder Hilfe zu einem Befehl.
print [devices;free;NUMBER;all] Gibt Informationen über die Partitionstabelle, verfügbare Geräte, freien Speicher, eine Partition, oder alle Festplatten aus.
mklabel LABEL-TYPE Erstellt ein neues Disklabel (Partitionstabelle), z.B. msdos oder GPT.
mkfs NUMBER FS-TYPE Erstellt ein Dateisystem vom Typ FS-TYPE (z.B. linux-swap) auf Partition NUMBER.
mkpart PART-TYPE [FS-TYPE] START END Erstellt eine Partition, optional mit Dateisystem.
mkpartfs PART-TYPE FS-TYPE START END Erstellt eine Partition mit einem Dateisystem.
move NUMBER START END Verschiebt Partition NUMBER.
name NUMBER NAME Benennt Partition NUMBER mit NAME - nur GPT oder MAC.
rescue START END Stellt eine verlorene Partition nahe START und END wieder her.
resize NUMBER START END Ändert die Größe der Partition NUMBER und des Dateisystems darauf.
rm NUMBER Löscht Partition NUMBER.
select DEVICE Wählt die Festplatte zur Bearbeitung.
set NUMBER FLAG STATE Ändert den Status (on/off) der FLAG (z.B. boot) auf Partition NUMBER.
toggle [NUMBER [FLAG]] Schaltet den Status der FLAG auf Partition NUMBER.
unit UNIT Setzt die Standard Einheit auf UNIT (z.B GiB oder %), siehe dazu auch Dezimalpräfixe/Binärpräfixe.
version Zeigt die aktuell verwendete GNU Parted Version und Copyright Informationen.
quit Beendet das Programm.

Beispiele

Hinweis:

Im Folgenden wird, sofern eingesetzt, für alle Beispiele der Datenträger[4] /dev/sdc genutzt. Diese Angabe muss immer auf die eigenen Gegebenheiten abgestellt werden

Auflistung



Alignment

In diesem Beispiel wird das optimale SSD/Alignment der ersten Partition des Datenträgers[4] /dev/sdc überprüft:

sudo parted /dev/sdc align-check opt 1 

Interaktiv

Im folgenden Beispiel soll auf dem Device /dev/sdc eine primäre FAT32-Partition erstellt werden. Um eine Übersicht aller angeschlossenen Datenträger[4] zu erhalten, sollte man vorher eine Auflistung anfordern.

Mit dem folgenden Aufruf wird parted auf dem Datenträger /dev/sdc gestartet:

sudo parted /dev/sdc 

Muster des Begrüßungstextes:

GNU Parted 2.2
Verwende /dev/sdc
Willkommen zu GNU Parted! Geben Sie 'help' ein, um eine Liste der verfügbaren Kommados zu erhalten.
(parted)

Durch die Eingabe von help erhält man eine Übersicht aller Kommandos und mit

print 

wird die aktuelle Partitionstabelle angezeigt.

Bereits vorhandene Partitionen lassen sich jetzt mit

rm #NUMBER 

löschen, wobei #NUMBER die Partitionsnummer ist.

Um die Größe der Partition .z.B. prozentual anzugeben, muss die Standardeinheit von parted umgestellt werden. Dies geschieht mit

unit % 

Weitere mögliche Angaben sind z.B.:

MiB  Mebibyte (1048576 bytes)
GiB  Gibibyte (1073741824 bytes)
MB   Megabyte (1000000 bytes)
GB   Gigabyte (1000000000 bytes)
%    Prozentangabe (zwischen 0 und 100) 
s    Sektorenangabe (bezogen auf die logische Sektorgröße)

Wobei Angaben in MiB,GiB (also Bytes mit "i") zu empfehlen sind, da hier die PC übliche Basis 1024 beträgt.

Durch

mkpartfs primary fat32 8MiB 100% 

wird eine primäre FAT32-Partition mit dem Start bei 8MiB und dem Ende (bei 100%) des Device erstellt.

Parted lässt sich durch

quit 

wieder verlassen.

partprobe

Mit parted wird auch das Programm-Modul partprobe ausgeliefert, damit lassen sich:

Eine Erklärung aller Optionen mit ausführlicher Information liefert die Manpage.

Syntax

Das Programm muss immer mit Rootrechten[3] ausgeführt und der Datenträger[4] mitgeteilt werden.

partprobe [OPTIONEN] DEVICE 

Optionen

Auswahl von Optionen
Option Beschreibung
-d Kein Kernel-Update - unterbindet, dass die Tabelle dem Kernel neu bekannt gegeben wird.
-h Ausgabe eines Hilfetextes der zur Verfügung stehenden Kommandos.
-s Zeigt eine Zusammenfassung des Datenträgers, d.h. der Partitionstabelle und der Partitionen an.
-v Ausgabe der Versionsnummer.

Beispiele

Liste einer Zusammenfassung des Datenträgers /dev/sdc

sudo partprobe -ds /dev/sdc 

Musterausgabe:

/dev/sdc: msdos partitions 1 2 3 <6 5>

Wobei die Partitionen zwischen den < > logische Partitionen darstellen.

Die veränderte Partitionstabelle des Datenträgers /dev/sdc wird dem Kernel neu bekannt gegeben:

sudo partprobe /dev/sdc