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DRM

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Einige Anbieter schützen ihre Online-Medien über eine Digitale Rechteverwaltung (engl.: Digital Rights Management, kurz DRM). Eine Einführung in diese Thematik ist dem Artikel Videoportale mit digitaler Rechteverwaltung zu entnehmen.

Adobe Flash besitzt eine integrierte Funktion zum Abspielen dieser Medien. Unter Linux setzt diese Funktion allerdings einen laufenden HAL-Daemon voraus, der nicht mehr vorinstalliert ist. Diese Methode wurde nie aktualisiert und durch modernere Lösungen ersetzt.

In Anbetracht dessen, dass die Weiterentwicklung des FlashPlayers für Linux von Adobe eingestellt wurde und dieser nur noch mit Sicherheitsupdates versorgt wird, wird sich an dieser Situation auch nichts ändern. Falls man dennoch vor hat, solche Inhalte unter Linux zu betrachten, kann man sich mit der nachträglichen Installation von HAL behelfen, um DRM-Inhalte über Flash abspielen zu können.

Hinweis:

Das HAL-Projekt befindet sich nicht mehr in aktiver Entwicklung und ist veraltet.

Einsatzbereiche

Inhalte, die über das DRM-Modul von Flash geschützt werden, finden sich zum Beispiel in Mediatheken von TV-Stationen. Auch Google schützt Filme im PlayStore 🇩🇪 über die DRM-Funktion im Flash Player. Die folgende Liste ist unvollständig und kann gerne erweitert werden:

Es wurde berichtet, dass die folgenden Portale seit September 2015 nicht mehr mit der hier beschriebenen Lösung funktionieren, es gibt aber auch gegenteilige Erfahrungen:

Installation

Für HAL sind keine Pakete mehr in den offiziellen Paketquellen vorhanden. Prinzipiell könnte man diese einfach aus einer älteren Ubuntu-Version nehmen (siehe hal) und manuell installieren[2], aber mittlerweile ist die Funktionalität nur noch sehr eingeschränkt gegeben. Die Arch-Linux-Community hat glücklicherweise einige Patches vorgenommen, die von Michael Blennerhassett auf Ubuntu übertragen wurden.

Diese gepachte Version von HAL steht in einem "Personal Package Archiv" (PPA)[3] zur Verfügung. Da es sich nur um wenige Abhängigkeiten handelt, können diese allerdings auch ohne das Hinzufügen des PPAs installiert werden. Wer auf das PPA verzichten möchte, sollte den danach beschriebenen manuellen Installationsweg in Betracht ziehen.

PPA

Bis Ubuntu Ubuntu 16.04 ist ein PPA verführbar.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:mjblenner/ppa-hal

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams mjblenner zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann man das folgende Paket installieren [1]:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install hal 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://hal

Manuelle Paketinstallation

Zunächst wird das Paket hal-info benötigt, das bis Ubuntu 14.04 weiterhin in den offiziellen Paketquellen enthalten ist:

  • hal-info (universe, bis 14.04)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install hal-info 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://hal-info

Dann werden noch folgende Pakete benötigt:

  • libhal1

  • libhal-storage1

  • hal

Im oben genannten ppa 🇬🇧 ⮷ finden sich diese Pakete für 32- und 64-Bit (i386 bzw. amd64). Um das passende Paket zu erhalten, klickt man im am Ende der Seite auf das passende Paket für seine Ubuntu-Version und sucht dort den letzten Absatz "Package files". Jetzt kann man sich die drei genannten Pakete mit der Endung .deb in der passenden System-Architektur herunterladen und diese manuell installieren. Dabei unbedingt die obige Reihenfolge beachten, da die Pakete jeweils voneinander abhängen.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Die Pakete libhal-dev und libhal-storage-dev sind für Entwickler gedacht und werden nicht benötigt.

Konfiguration

Der HAL-Daemon ist direkt bereit zur Verwendung. Unter Umständen muss das Arbeitsverzeichnis von Flash zurückgesetzt werden. Vorher sollte man auf jeden Fall sicherstellen, dass kein Webbrowser geöffnet ist:

rm -rf ~/.adobe/Flash_Player/* 

Bedienung

Der HAL-Daemon wird automatisch gestartet, wenn er gebraucht wird und anschließend wieder geschlossen.

Falls man das automatische Starten nicht wünscht und mehr Kontrolle über das Starten und Beenden des Daemons erlangen will, kann man die automatisch erstellte udev-Regel von HAL löschen.

sudo rm /usr/share/dbus-1/system-services/org.freedesktop.Hal.service 

Nun muss der Daemon vor jeder Verwendung explizit gestartet werden:

sudo hald --daemon=yes --verbose=yes 

Allerdings muss er auch manuell wieder geschlossen werden:

sudo killall hald 

DRM-Modul testen

Mit einer Testseite 🇬🇧 von Adobe kann man überprüfen, ob der Flash-Player nun DRM-fähig ist. Auf der Seite findet man einen Player, in den man folgende URL einfügen kann:

http://drmtest2.adobe.com:8080/Content/anonymous.f4v

Wenn das Video abgespielt wird, funktioniert das DRM-Modul korrekt.

Hinweis:

Der Aufruf der Testseite scheint zwingend notwendig zu sein, damit Streams auf anderen Seiten überhaupt funktionieren.

Browser-Unterstützung

DRM-Inhalte können mit einem laufenden HAL-Daomons systemweit und browserunabhängig genutzt werden, sofern der Browser die Schnittstelle "Netscape Plugin API" (NPAPI) unterstützt. Ausnahmen sind Chromium und Google Chrome, die NPAPI ab Version 34 nicht mehr unterstützen.

Problembehebung

Unter Umständen kann es nötig sein, die lokalen Lizenzen für DRM-Inhalte zurückzusetzen. Ab Flash 10.3 kann dies laut Adobe auch für Linux lokal vorgenommen werden 🇬🇧. Falls auch der Online-Einstellungs-Manager 🇬🇧 versagen sollte, hilft evtl. noch der Menüpunkt Protected content der Advanced Settings 🇬🇧.

Intern

Extern

Diese Revision wurde am 10. Mai 2019 07:48 von frustschieber erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: nach-trusty-ins-archiv, Flash, Internet, unfreie Software, Adobe Flash, Kopierschutz, Multimedia