Dieser Artikel bezieht sich auf den NetworkManager ab Version 0.7, welcher ab Ubuntu 8.10 Intrepid Ibex enthalten ist. Für alle älteren Ubuntu-Versionen bis einschließlich Ubuntu 8.04 LTS Hardy Heron gilt der Artikel NetworkManager bis Hardy. Über Fremdquellen ist es aber auch möglich, neuere Versionen des NetworkManagers unter 8.04 LTS Hardy zu installieren

Der NetworkManager hat mit der Version 0.7, welche ab Ubuntu 8.10 Intrepid Ibex enthalten ist, eine umfassende Überarbeitung erfahren und deutlich an Funktionalität gewonnen. Der "neue" NetworkManager kann jetzt u.a.
mit statischen IP-Adressen umgehen
mit DSL-Einwahlverbindungen umgehen
sich per Handy (GPRS, UMTS...) ins Internet verbinden
VPN-Verbindungen verwalten
Damit beherrscht der NetworkManager 0.7, im Gegensatz zu den älteren Versionen, alle gängigen Verbindungsarten, um einen Zugang zum Internet zu bekommen. Des weiteren wurde die Bedienung überarbeitet und verbessert.
Der NetworkManager ist auch unter Intrepid Ibex in der Standardinstallation von K|X|Ubuntu enthalten, kann aber auch über das Paket
network-manager
und je nach Desktop
network-manager-gnome (Ubuntu, XUbuntu)
network-manager-kde (KUbuntu)
installiert werden [1].
Für Ubuntu Hardy Heron 8.04 gibt es von den Entwicklern des NetworkManagers eine PPA-Paketquelle
, das aktualisierte Pakete enthält
Um das Programm aus dem PPA
ppa von network-manager zu installieren, muss, abhängig von der Ubuntu-Version, eine der folgenden Paketquellen eingetragen werden:
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
deb http://ppa.launchpad.net/network-manager/ppa/ubuntu hardy main
Um die Quelle zu verwenden, sollte man den Signierungsschlüssel für diese Quelle einspielen. Dazu verwendet man folgenden Befehl:
sudo apt-key adv --recv-keys --keyserver keyserver.ubuntu.com BC8EBFE8
Eine Installation läuft identisch wie oben beschrieben ab. Sollte der NetworkManager bereits installiert sein, dann wird er über diese Quelle aktualisiert.
Der NetworkManager für KDE 4.1, also für Kubuntu Intrepid Ibex, hat einen geringeren Funktionsumfang, dieser wird weiter unten beschrieben.
Der NetworkManager wird beim Start von (X/K)Ubuntu in der Standardkonfiguration normalerweise direkt geladen und ist dann über ein Symbol in der Leiste erreichbar. Verwendet man eine eigene Desktopumgebung, so ist für die Benutzung lediglich zu beachten, dass ein Panel mit Benachrichtigungsfeld vorhanden sein muss. Der NetworkManager wird dann über den Befehl
nm-applet
gestartet.
Klickt man mit der linken Maustaste auf das Symbol, so sieht man alle im Moment verfügbaren Netzwerkverbindungen sowie die aktuell aktive Verbindung. Neben der Empfangsstärke wird angezeigt, ob das jeweilige Netz
verschlüsselt ist.
Möchte man die aktive Verbindung ändern, klickt man einfach auf eine andere verfügbare Verbindung. Neben diesen Informationen gibt es hier die Möglichkeit, weitere Einstellungen vorzunehmen:
"VPN-Verbindungen"
"Connect to Hidden Wireless Network" - Hier können die Daten eines versteckten WLAN Netzes eingegeben werden. Bereits bekannte WLAN-Netze können hier ausgewählt werden, ohne die Daten erneut einzugeben.
"Neues Funknetzwerk erstellen" - Einrichtung eines neuen Funknetzwerkes.
Klickt man mit der rechten Maustaste auf das Symbol und dann auf den Menüpunkt "Verbindungsinformationen", so erhält man in einem neuen Fenster Details wie eigene IP-Adresse, aktive Netzwerkschnittstelle, verwendeter Treiber etc..
Klickt man auf "Edit connections", kann man Verbindugen von Hand konfigurieren. Für jede Verbindungsart stehen grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verfügung:
"Hinzufügen" - legt eine neue Verbindung an
"Bearbeiten" - Editieren einer existierenden Verbindung
"Löschen" - löscht eine existierende Verbindung
Weiterhin kann man für kabelgebundene, DSL-Einwahl und Wireless-Verbindung einen Namen eingeben sowie festlegen, ob diese Verbindung automatisch gestartet werden soll.
Unter dem Reiter "Wired" sind alle "normalen" kabelgebundenen Netzwerkverbindungen zusammengefasst. Bearbeitet man eine bestehende Verbindung oder fügt eine neue hinzu, so findet man im Reiter "IPv4 Setting" die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten.
Über "Methode" legt man fest, wie die Netzwerk-Schnittstelle mit Daten für IP-Adresse, Netmask und Gateway und DNS-Server versorgt werden soll. Dabei gibt es fünf Möglichkeiten:
| Methoden | |
| Methode | Funktion |
Automatisch (DHCP) | IP-Adresse, Netmask, Gateway und DNS-Server werden von einem DHCP-Server bezogen. |
Automatisch (DHCP) nur Adressen | IP-Adresse, Netmask und Gateway und werden von einem DHCP-Server bezogen. DNS-Server müssen vom Nutzer angegeben werden. |
Manuell] | Alle Daten müssen vom Nutzer angegeben werden. |
Nur per Link-Local | Die Daten werden über Avahi ermittelt. Dies ermöglicht die automatische Konfiguration eines ganzen Netzwerkes ohne DHCP-Server. |
Gemeinsam mit anderen Rechnern | An dieser Netzwerkschnittstelle wird für die anderen Computer des Netzwerks per Dnsmasq ein DHCP- und ein DNS-Server zur Verfügung gestellt. IP-Adresse, Netmask und Gateway werden automatisch konfiguriert. Außerdem stellt der Computer NAT-Funktionen für das Netzwerk bereit. Auf diese Weise ist es anderen Rechnern im Netzwerk möglich, die Internetverbindung dieses Rechners zu nutzen. |
Viele Benutzer richten das System so ein, dass man keine Zugangsdaten beim Anmelden (login) innerhalb von GDM eingeben muss. Dadurch wird der GNOME Schlüsselbund nicht mehr automatisch aufgesperrt, und man muss bei jedem Start des Systems den Schlüssel zum Schlüsselbund von Hand eingeben. Um dies zu umgehen, kann man entweder die Konfiguration des Schlüsselbunds verändern oder in den WLAN-Einstellungen den Punkt "Für alle Benutzer verfügbar" aktivieren [1] oder das Paket libpam-keyring installieren [2].
1: Launchpad: Wifi auto-connection asks for keyring password
2: UbuntuForums: NetworkManager Always Asking Keyring Authentication
Im Reiter "Wireless" findet man alle WLAN-Netzwerke, zu denen man sich schon einmal verbunden hat. Sollte man in Reichweite eines dieser WLANs sein, so wird der NetworkManager automatisch eine Verbindung zu ihnen aufnehmen. Sollte man dies nicht wollen, so muss man die unerwünschten WLANs löschen.
Verbindet man sich zu einem noch unbekannten verschlüsselten Netzwerk, so werden automatisch die Zugangsdaten abgefragt und (optional) auch gespeichert, so dass sie beim nächsten Verbindungsaufbau zu diesem WLAN nicht mehr eingetragen zu werden brauchen. In den Einstellungen lassen sich nachträglich die Daten des WLAN-Routers verändern. Der Punkt "IPv4 Setting" ist identisch mit dem unter Kabelgebundene Verbindungen.
Der NetworkManager merkt sich, zu welchen drahtlosen Netzwerken man sich in der Vergangenheit verbunden hat, und stellt automatisch eine Verbindung zu bekannten Netzen her. Möchte man eines der bekannten WLANs nicht mehr benutzen, so muss man es aus der Liste in diesem Reiter löschen.
Die Verbindung ins Internet via Mobiltelefon oder UMTS-Karte ist über den Reiter "Mobiles Breitband" erreichbar. Richtet man eine neue Verbindung ein, öffnet sich ein Assistent, der die Grundeinrichtung für alle gängigen deutschen und internationalen Anbieter vornimmt.
Anschließend muss man unter "Mobiles Breitband" fehlende Angaben gegebenenfalls von Hand nachtragen. Der Punkt "IPv4 Setting" ist identisch mit dem unter Kabelgebundene Verbindungen.
Anmerkung: Wenn ein Passwort auf der SIM-Karte vorhanden ist, wird dies bei der ersten Verbindung mit dem Mobilfunknetz abgefragt.
Über den Reiter "VPN" lassen sich Verbindungen zu virtuellen privaten Netzwerken aufbauen, welche beispielsweise oft in Unternehmen oder Universitäten benutzt werden, um den Netzwerkzugang nur authorisierten Benutzern zu gestatten oder um Mitarbeitern von zuhause oder unterwegs Zugang zum internen Netzwerk zu ermöglichen.
Über die Schaltfläche "Hinzufügen" ruft man einen Assistenten auf, über den sich die VPN-Verbindung einrichten lässt. Zuvor muss man aber noch mit der Paketverwaltung die geeigneten Module für die VPN-Methode installieren [1]:
network-manager-pptp (universe,)- Für PPTP
network-manager-vpnc (universe) - Für Cisco VPN Concentrator via vpnc
Zur Zeit (22. April 2009) ist es noch nicht möglich mehrere VPN-Verbindungen gleichzeitig herzustellen (siehe Bug 504763).
Ab Ubuntu "Jaunty Jackalope" 9.04 hat sich anscheinend im NetworkManager (v0.7.1) etwas geändert. Möchte man eine VPN-Verbindung und gleichzeitig andere Netzwerke verwenden, bspw. eine LAN-Verbindung oder Internetverbindung über PPPOE, dann sollte man unter den IPv4-Einstellungen der VPN-Verbindung unter „Routen...“ die Option „Diese Verbindung nur für Ressourcen dieses Netzwerks verwenden“ aktivieren. Ansonsten hat man zwar die VPN-Verbindung, kann aber auf bspw. keine normale LAN-Verbindung oder Internetverbindung über PPPOE mehr zugreifen.
Es gibt Internet-Anbieter, die ihren Kunden nicht den korrekten Benutzernamen in ihren Briefen mitteilen, darunter fallen beispielsweise die Angebote der deutschen Telekom. Der Benutzername setzt sich hier immer aus verschiedenen Nummern zusammen, die im Brief mit den Zugangsdaten enthalten sind.
T-Online: Bei T-Online setzt sich sich der Benutzername aus Anschlusskennung, T-Online-Nummer und Mitbenutzernummer zusammen. Letztendlich muss die Kennung so xxxxxxxxxxxxyyyyyyyyyyyy#zzzz@t-online.de aussehen. Die einzelnen Zeichen stehen hier für
x = T-Online-Anschlusskennung 12-stellig
y = T-Online-Nummer meist 12-stellig
z = Mitbenutzer meist 0001
Das Zeichen # zwischen T-Online-Nummer und Mitbenutzernummer wird nur benötigt, falls die T-Online-Nummer weniger als zwölf Stellen hat, stört aber nicht, wenn man es trotz zwölfstelliger T-Online-Nummer eingibt.
T-DSL Business: Laut Mitteilung des Anbieters ist der Loginname z.B. "012450025364", korrekt ist aber "t-online-com/012450025364@t-online-com.de"
Im Reiter "DSL" kann man DSL-Einwahlverbindungen verwalten. Richtet man eine neue Verbindung ein, so müssen in der Karte "DSL" die entsprechenden Zugangsdaten eingetragen werden. Das Feld Dienst kann in den meisten Fällen frei gelassen werden. Sollte die Einwahl nach der Einrichtung des Zugangs trotz richtigen Passworts nicht funktionieren, kann ein Neustart des Systems weiterhelfen.
Die IPv4-Einstellung für eine PPPOE-Verbindung sind erst ab NetworkManager 0.7.1 (unter Ubuntu "Jaunty Jackalope" 9.04) verfügbar.
Auch Kubuntu 8.10 verwendet den Netzwerk-Manager 0.7, allerdings ist hier der über das Menü erreichbare Funktionsumfang geringer. Hier kann man "nur" Netzwerk und WLAN Verbindungen konfigurieren.
Der Netzwerk-Manager ist als Symbol
in der Kontrollleiste sichtbar. Klickt man mit der Maus darauf, so kann man einen der folgenden Menüpunkte auswählen:
"new connection" eine neue Verbindung einrichten
"Deactivate connection" - eine bestehende Verbindung beenden oder WLAN ganz deaktivieren
"Configure Notifications" - hier kann man einstellen, mit welchem Signal sich der NetworkManager bei welchem Ereignis (z.B. mit "Netzwerk verbunden", "Verbindung verloren") melden soll; die Einstellmöglichkeiten sind sehr detailliert.
"Edit connections" - eine eingerichtete Verbindung bearbeiten
Über den o.g. Punkt "new connection" kann man eine neue Verbindung konfigurieren. Man kann zwischen einem kabelgebunden Netzwerk und WLAN wählen, wobei die Schritte teilweise gleich sind.
Für ein kabelgebundenes Netzwerk wird man zuerst gefragt, ob man "Use manual configuration" nutzen will. Setzt man das Kreuzchen hier nicht, geht der NetworkManager davon aus, dass DHCP genutzt wird. Wird das Häkchen gesetzt, so muss man alle Werte wie IP-Adresse, Gateway etc. von Hand eintragen. Im folgenden Fenster kann man noch einen Namen für die Verbindung vergeben und festlegen, ob diese automatisch gestartet werden soll. Zum Schluss klickt man noch auf "Configure & save", um die Einstellungen zu speichern.
Die Einrichtung einer WLAN-Verbindung verläuft ähnlich, nur daß hier zusätzlich die ESSID des Funknetzwerkes vorgegeben werden muss. Weiterhin kann man noch angeben, ob und welche Verschlüsselungsmethode verwendet werden soll.
Will man eine bereits eingerichtete Verbindung editieren, so klickt man auf den Menüpunkt "Edit connections". Im folgenden Fenster wählt man die zu editierende Verbindung aus und klickt auf "Verbindung bearbeiten". Die folgenden Dialoge sind identisch mit denen von eine neue Verbindung erstellen.
Der NetworkManager verwaltet nur Netzwerkgeräte, die noch nicht über die Konfigurationsdatei /etc/network/interfaces bereits manuell eingerichtet wurden. Sollte der NetworkManager ein Gerät also nicht finden, so muss diese Datei überprüft werden und eventuell bereits bestehende Konfigurationen aus ihr entfernt werden.
Wenn die Drahtlose Verbindung mit WPA/2 Verschlüsselung fehlschlägt, kann es am wpasupplicant liegen. Das Problem kann gelöst werden, indem die neueste Version von wpasupplicant aus den Debian Quellen installiert wird: http://packages.debian.org/unstable/net/wpasupplicant
Im Forum erscheinen immer wieder Benutzer, bei denen der NetworkManager nicht mehr im Panel der Desktopumgebung erscheint. Dieses Problem lässt sich meist sehr einfach lösen.
Der NetworkManager besitzt keinen Starteintrag im Anwendungsmenü der Desktopumgebungen, er erscheint nur als kleines Icon im sogenannten "Benachrichtigungsfeld"-Applet im Panel von GNOME. Löscht man dieses Applet aus Versehen, so findet man natürlich auch nicht mehr den NetworkManager. Man muss das "Benachrichtigungsfeld"-Applet wieder zum Panel hinzufügen. Weitere Informationen hierzu findet man im Artikel GNOME Panel in Wiki.
Ein andere Fehlerquelle ist die Möglichkeit, dass der NetworkManager beim Anmelden (login) erst gar nicht mehr gestartet wird. Das Laden von Programmen nach dem Einloggen übernimmt bei GNOME die Sitzungsverwaltung. Hier muss ein Haken bei "Network Manager / Network Manager applet" gesetzt sein, sonst wird der NetworkManager nicht geladen und erscheint natürlich auch nicht im Panel. Weitere Informationen hierzu findet man im Artikel Sitzungsverwaltung hier im Wiki.
Wenn eine Verbindung nicht möglich ist, obwohl der Stick vom NetworkManager erkannt wird, schafft das Deaktivieren der PIN (am einfachsten: SIM-Karte in Handy einlegen und dann PIN deaktivieren) rasche Abhilfe. Weitere Informationen kann man diesen Thread aus dem ubuntu-austria.at Forum entnehmen.
Der NetworkManager kann mehr als nur eine Verbindung auf- und wieder abbauen. Der NetworkManager kann bei Verbindungsauf- und Abbau Skripte ausführen. Diese Funktionen sind jedoch nicht von der grafischen Oberfläche aus erreichbar. Dies macht der NetworkManager über die sogenannten Dispatcher-Skripte, die ausgeführt werden, wenn der NetworkManager eine Aktion durchführt, z.B. wenn er sich zu einem WLAN verbindet oder davon trennt. (mehr)
Die abgespeicherte Konfiguration der mobilen Breitbandverbindungen (UMTS) befindet sich in dem versteckten Ordner ~/.gconf/system/networking/connections, wobei ~ das eigene Homeverzeichnis darstellt. Zur Navigation durch und teilweise auch der Bearbeitung der XML-Dateien eignet sich auch der grafische gconf-editor, welcher sich auf der Konsole aufrufen läßt. Zur automatischen Verarbeitung (Löschen, Kopieren, Verändern...) eignet sich desweiteren das gconftool und der Nachfolger gconftool-2 (siehe man gconftool-2).
Diese Revision wurde am 4. Dezember 2009 um 21:20 Uhr
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