
Bildschirmschoner und Energieverwaltungen spielen bei Linux Hand in Hand. Während der Bildschirmschoner nach kürzerer Zeit meist aktiv wird und mit optischen Mitteln die Inaktivität spielerisch überbrückt, übernimmt die Energieverwaltung danach das Kommando und schaltet Bildschirme ab, um speziell bei Notebooks Energie zu sparen und somit die Akkulaufzeit zu erhöhen. Aber auch der Xserver bietet von Haus aus solche Funktionen.
Unter Linux bringen die einzelnen Desktopumgebungen jeweils ihre eigenen Bildschirmschoner und Energieverwaltungen mit. Wobei hier anzumerken ist, dass sich die Bildschirmschoner letztendlich immer aus dem großen Reservoir an Animationen des XScreenSavers bedienen. Sie binden die Effekte nur über ihre eigenen Frontends ein.
GNOME arbeitet mit einem eigenen Bildschirmschoner, dem GNOME Screensaver
. Dieser ist vollständig in die Desktopumgebung eingebunden und wird auch direkt von GNOME-Programmen gesteuert. So bleibt der Bildschirmschoner beispielsweise inaktiv, wenn Totem ein Video im Vollbildmodus abspielt. Die Einstellungen findet man unter
"System -> Einstellungen -> Bildschirmschoner"
Hier kann man die verschiedenen Bildschirmschoner betrachten und testen, einen bestimmten Bildschirmschoner fest auswählen und den Bildschirmschoner über "Bildschirmschoner aktivieren, wenn der Benutzer untätig ist" (de-)aktivieren sowie den Bildschirm beim Einsetzen des Bildschirmschoner mittels "Bildschirm sperren, wenn der Bildschirmschoner aktiv ist" sperren lassen.
Um der Diashow einen eigenen Ordner zuzuweisen wählt man zuerst den Bildschrimschoner GLSlideshow aus. Nun in einem Editor [2] die Datei ~/.xscreensaver erstellen und folgenden Inhalt in diese kopieren:
chooseRandomImages: true imageDirectory: /home/BENUTZER/Pics
Hier den Pfad hinter imageDirectory: entsprechend anpassen.
Um den Dialog zur Aufhebung einer Bildschirmsperre ein eigenes Theme zuzuweisen lädt man zuerst ein solches zum Beispiel auf Gnome-Look.org
herunter. Als nächstes wird dieses Archiv entpackt [3] und die enthaltenen Dateien ins Verzeichnis /usr/share/gnome-screensaver/ kopiert.
Zuletzt muss man in der GNOME Konfiguration das neue Theme aktivieren. Hierzu verwendet man entweder den Konfigurationseditor [4] und ändert dort den Wert des Schlüssels "lock_dialog_theme" unter "/apps/gnome-screensaver/lock_dialog_theme" in diesem Beispiel auf molke oder aber nutzt folgenden Befehl im Terminal:
gconftool-2 --set --type=string /apps/gnome-screensaver/lock_dialog_theme 'molke'
Den Namen des Theme der eingetragen werden muss sieht man am Namen der gtkrc oder glade Dateien. Sie haben immer den Aufbau lock-dialog-Themename.gtkrc (oder .glade).
Während der GNOME-Bildschirmschoner rein für optische Effekte und die Sperrung des Bildschirmes zuständig ist, so obliegt der Energieverwaltung die Aufgabe den Bildschirm nach einer gewissen Zeit abzudunkeln bzw. komplett abzuschalten. Gerade auf einem Notebook sind diese Einstellungen sehr wichtig, um die Akkulaufzeit des Notebooks zu verbessern. Die Energieverwaltung findet man unter
"System -> Einstellungen -> Energieverwaltung"
Hier können jeweils für den Netz- und für den Akkubetrieb unter "Anzeige" unterschiedliche Einstellungen mittels "Bildschirm bei Leerlauf abdunkeln nach X Minuten" eingestellt werden.
Auch KDE Plasma hat direkt einen Bildschirmschoner eingebaut. Diesen findet man in den KDE Systemeinstellungen im Menü unter
"Menü -> Recher -> Systemeinstellungen -> Arbeitsfläche -> Bildschirmschoner"
Hier können verschiedene Bildschirmschoner ausgewählt und sogar individuell eingerichtet werden, sowie unter "Erweiterte Einstellungen" Aktionen für die Ecken des Bildschirmes definiert werden. So kann man beispielsweise den Bildschirmschoner aktivieren, wenn man mit der Maus in eine Ecke des Bildschirms fährt. Des weiteren können in den "Einstellungen" Zeitspannen definiert werden, wann der Bildschirmschoner aktiviert und wann der Bildschirm gesperrt werden soll.
Ab Kubuntu 9.04 muss folgendes Paket installiert werden, um überhaupt Bildschirmschoner zur Auswahl zu haben:
kscreensaver
Die Energieverwaltung ist auch bei KDE ausgelagert. Man findet sie unter
"Menü -> Rechner -> Systemeinstellingen -> Erweitert -> Energieverwaltung"
Die Möglichkeiten zum individuellen Konfigurieren der Energieverwaltung ist im Artikel zur KDE Energieverwaltung beschrieben.
Xfce benutzt den GNOME-Screensaver als Bildschirmschoner. Dieser schaltet sich ein, wenn Maus oder Tastatur einige Zeit nicht genutzt werden. Die Zeitintervalle zur Aktivierung können in den Xfce Einstellungen unter
"Applications -> Einstellungen -> Einstellungsmanager -> Bildschirmschoner"
verändert werden. Außerdem stehen dem Benutzer unter anderem diese Möglichkeiten offen: Deaktivierung des Bildschirmschoners, leerer Bildschirm, einzelner Bildschirmschoner, zufälliger Bildschirmschoner sowie die Sperrung des Bildschirms. Des weiteren findet man in den erweiteren Einstellungen Konfigurationsmöglichkeiten zur Energieverwaltung, wie das Ausschalten des Monitors.
XScreenSaver
ist der Bildschirmschoner von Linux. Sämtliche Bildschirmschoner der Desktopumgebungen bedienen sich letztendlich aus dem großen Reservoir an Effekten und Bildschirmschonern des XScreenSavers, wenn sie auch nicht direkt die Oberfläche des XScreenSavers anzeigen.
Der XScreenSaver selber muss nur installiert werden, wenn man keine Desktopumgebung wie GNOME oder KDE installiert hat. Diese benutzen eigene Konfigurationsprogramme. Sollte man einen Fenstermanager ohne eine Desktopumgebung nutzen oder eine eigene Desktopumgebung erstellt haben, so muss das Paket
xscreensaver
installiert sein. Dazu kommen noch die einzelnen Bildschirmschoner, die in eigenen Paketen ausgelagert sind. Nutzt man einen schwächeren Rechner, ohne eine Grafikkarte mit Hardwarebeschleunigung, so sollte man auf die "-gl" Pakete verzichten. Diese Bildschirmschoner benutzen Effekte, die alte Grafikkarten nicht beherrschen.
xscreensaver-data
xscreensaver-data-extra (universe, [2])
xscreensaver-gl
xscreensaver-gl-extra (universe)
XScreenSaver wird nach der Installation mittels des Befehls [1]
xscreensaver
gestartet. Konfigurationen für den XScreenSaver können über das graphische Programm
xscreensaver-demo
vorgenommen werden.
Mit dem Schonerthema "GLSlideshow" können Bilder in zufälliger Reihenfolge als Bildschirmschoner benutzt werden. Standardmässig werden bei Ubuntu dabei einige Bilder aus dem Ordner /usr/share/backgrounds widergegeben. Möchte man einen eigenen Bilderordner nutzen, muss eine Datei mit folgendem Inhalt im Benutzerverzeichnis angelegt werden:
chooseRandomImages: true imageDirectory: /home/user/pfad/zum/bilderordner
Wobei der Benutzername und Pfad entsprechend angepasst und die Datei unter dem Namen .xscreensaver gespeichert werden muss.
Weitere nützliche Befehle rund um den XScreenSaver kann man folgender Liste entnehmen. Sämtliche xscreensaver-command-Befehle funktionieren nur, wenn der XScreenSaver zuvor gestartet wurde.
| Befehl | Bedeutung |
xscreensaver -no-splash | Startet den XScreenSaver ohne Splash-Screen. |
xscreensaver-command -next | Startet den Bildschirmschoner mit dem nächsten Thema. |
xscreensaver-command -prev | Startet den Bildschirmschoner mit dem vorherigen Thema. |
xscreensaver-command -activate | Startet den Bildschirmschoner mit einem beliebigen Thema. |
xscreensaver-command -demo | Ruft die Einstellungen auf. |
xscreensaver-command -prefs | Ruft ebenfalls die Einstellungen auf. |
xscreensaver-command -exit | Beendet den XScreenSaver. |
xscreensaver-command -restart | Startet XScreenSaver neu. |
xscreensaver-command -lock | Startet einen Bildschirmschoner und sperrt den Bildschirm. Um wieder auf die Arbeitsfläche zu gelangen muss das Benutzer-Passwort eingegeben werden. |
Der XServer selber bringt Stromsparfunktionen mit. Diese funktionieren unabhängig von der eingesetzen Desktopumgebung und überlagern diese eventuell sogar. So kann es vorkommen, dass man in der Desktopumgebung alle Bildschirmschoner und Stromsparfunktionen deaktiviert hat und trotzdem dunkelt der Monitor nach einigen Minuten Inaktivität ab.
Dies liegt daran, dass der XServer die Stromsparmöglichkeiten von Monitoren mit DPMS-Funktionen erkennen und nutzen kann. Um diese Funktion zu (de-)aktivieren, muss die Konfigurationsdatei /etc/X11/xorg.conf des Xservers mit einem Texteditor mit Root-Rechten bearbeitet werden [2]. Die DPMS Funktionen werden in der Sektion "Monitor" aktiviert, sobald dort die Option "DPMS" gesetzt wurde. Der Abschnitt sieht dann beispielsweise so
Section "Monitor"
Identifier "Standardbildschirm"
Option "DPMS"
EndSectionaus. Die einzelnen Funktionen lassen sich durch einen zusätzlichen Abschnitt (den "ServerFlags") weiter anpassen. Dieser Abschnitt existiert normalerweise in der xorg.conf nicht, sollte er fehlen, so fügt man ihn einfach am Ende ein.
Section "ServerFlags"
Option "BlankTime" "0" # Zeit wann der Monitor Schwarz wird (Standard: 10 Minuten)
Option "StandbyTime" "0" # Zeit wann der Monitor in den Standby geht (Standard: 20 Minuten)
Option "SuspendTime" "0" # Zeit wann der Monitor in den Suspend geht (Standard: 30 Minuten)
Option "OffTime" "0" # Zeit wann sich der Monitor abschaltet (Standard: 40 Minuten)
EndSectionDiese Optionen sind generell nur für VESA-DPMS-kompatible Bildschirme geeignet und werden auch nicht von allen Videotreibern unterstützt. Man muss also ausprobieren, ob diese Einstellungen auf dem eigenen System überhaupt eine Wirkung zeigen. Mit dem Kommando
xset -q
... DPMS (Energy Star): Standby: 0 Suspend: 0 Off: 0 DPMS is Enabled Monitor is On ...
kann man überprüfen, welche Optionen gesetzt sind und ob DPMS aktiviert ist.
Diese Revision wurde am 22. Dezember 2009 um 11:52 Uhr
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