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VMware Workstation Player

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

In diesem Artikel geht es um die Installation und Benutzung des VMware Workstation Players (ehemals VMWare Player), einer Software zur Virtualisierung. Einen Einstieg in das Thema und weiterführende Informationen gibt es im Artikel zur Virtualisierung. Alte Versionen des VMware Players konnten virtuelle Maschinen nur ausführen, das Erstellen und Konfigurieren war der größeren Schwester VMware Workstation Pro vorbehalten. Seit Version 3 können mit dem Player auch eigene VMs erstellt werden.

Installation

VMware_Player_Installer.png
Grafischer Installationsassistent

Aktuelle Versionen von VMware Workstation Player 🇩🇪 kann man sich kostenlos (für nicht-kommerzielle Nutzung) beim Hersteller herunterladen 🇬🇧. Es ist keine Registrierung nötig. Hier ein Direktlink: VMware Workstation 🇬🇧⮷.

Nun öffnet man ein Terminal [3], wechselt in das Verzeichnis, in dem die heruntergeladene Datei liegt, und startet die Installation.

Im folgenden wird davon ausgegangen, dass man nur eine Installationsdatei herunter geladen hat.

Achtung!

Fremdpakete können das System gefährden.

cd /Pfad/zum/heruntergeladenen/Bundle/
sudo bash VMware-Player-*.bundle 

Daraufhin startet eine grafische Installation, die den Rest erledigt.

Benutzung

Hier wird die Benutzung des VMware Players in Version 3.1.x beschrieben. Die Bedienung anderer Versionen kann gegebenenfalls abweichen.

Player starten

Bei der Installation wurde ein Startmenüeintrag angelegt. Dieser befindet sich im GNOME-Menü unter

"Anwendungen → Systemwerkzeuge → VMware Player"

Alternativ kann das Programm mit dem Befehl vmplayer gestartet werden [4].

Bei aktuellen Kerneln kann es geschehen, dass VMware Player nicht startet. Es wird dann der "Kernel Module Updater" ausgeführt, wobei unter Umständen manche Kernelmodule nicht erstellt werden können. Was in diesem Fall zu tun ist, wird im Abschnitt Update beschrieben.

VMware_Player_Start.png
Auswahl Betriebssysteme

VM starten

Die Bedienoberfläche bietet nun folgende Möglichkeiten an:

  • "Create a New Virtual Machine" - Anlegen einer neuen VM.

  • "Open an existing Virtual Machine" - Um eine bestehende VM zu starten, muss man die zugehörige .vmx-Datei öffnen. Danach wird die VM sofort gestartet.

Bereits zuvor angelegte und gestartete VMs werden im linken Teil des Startfensters des VMware-Players aufgelistet und lassen sich darüber sofort starten.

VMware_Player_gestartet.png
Betriebssystem gestartet

Player bedienen

Im Gegensatz zu seinen größeren Geschwistern VMware Server und VMware Workstation lässt der Player nur wenige Änderungen an der virtuellen Maschine zu, genau so viel, wie zum Bedienen dieser nötig sind. Folgende Menüpunkte stehen bei einer gestarteten VM zur Auswahl:

  • VMware Player:

    • "Help" F1 - Öffnet Browser mit englischer Hilfe zum Programm

    • "About" - Öffnet Informationen zur Software und zur VM

    • "Enter ACE Client License" - Bei gewerblicher Nutzung kann man hier den gekauften Lizenzschlüssel eingeben

    • "Console" - Normaler Modus, d.h. die VM befindet sich komplett in einem Fenster des Wirtdesktops

    • "Unity" - Nahtlosmodus, d.h. der Desktop der VM integriert sich nahtlos in den Wirtdesktop. Das setzt die Gasterweiterungen (VMware Tools) voraus.

    • "Einstellungen" - Zum Einstellen des Verhaltens bei Schließen des VM-Fensters und ob das Programm nach Aktualisierungen suchen soll

    • "Shared Folders" - Zum Einstellen der gemeinsamen Ordner von VM und Wirt. Setzt die Gasterweiterungen (VMware Tools) voraus, kann aber die Sicherheit des Wirts beeinträchtigen.

    • "Troubleshoot"

      • "Change Memory Allocation" - Hier kann man die Größe des Arbeitsspeichers festlegen, der der VM zur Verfügung gestellt werden soll

      • "Message Log" - Anzeigen der Meldungen über die VM, kann hilfreich bei Fehlern und Problemen sein

      • "Reset" Strg + R - Sofortiger Neustart der VM

      • "Suspend and Quit" Strg + Z - Zustand der VM sichern und Player schließen (ähnlich einem Ruhezustand), wird beim nächsten Start wieder hergestellt

      • "Power Off and Quit" Strg + E - VM ohne Herunterfahren ausschalten und Player schließen

    • "Suspend and Quit" Strg + Q - Zustand der VM sichern und Player schließen (ähnlich einem Ruhezustand), wird beim nächsten Start wieder hergestellt

  • Devices:

    • "CD/DVD (IDE)" - Virtuelles CD/DVD-Laufwerk, kann mit physischem Laufwerk oder mit CD-Abbild (ISO) verbunden ("Connect") oder getrennt/ausgeworfen ("Disconnect") werden

    • "Network Adapter"

      • "Disconnect" - Virtuelle Netzwerkverbindung kappen

      • "Bridged" - VM erscheint wie physisch unabhängiger Rechner im Netzwerk des Wirts

      • "NAT" - Virtuelle Netzwerkverbindung über NAT, d.h. Wirt und Gast kommunizieren in einem eigenen Netzwerk miteinander

      • "Host only" - VM kann ausschließlich mit dem Wirt kommunizieren

    • "Sound Card" - Ausgabe der virtuellen Soundkarte auf ein Soundgerät des Wirts umleiten ("Connect") oder abschalten ("Disconnect")

    • "USB" - Hat man bestimmte USB-Geräte am Wirt angesteckt, so kann man diese an das virtuelle System weiterleiten. Sie stehen dann aber dem Wirt erst wieder zur Verfügung, wenn sie von der VM getrennt wurden.

Kleine Symbole in der unteren rechten Ecke zeigen den Status der VM an, welche Laufwerke benutzt werden, Status der Sound- und Netzwerkkarte und eventuelle Statusnachrichten.

Hinweis:

In der unteren rechten Ecke wird angezeigt, welche Tastenkombinationen benötigt werden, um Maus und Tastatur zu einzufangen, d.h. der VM zur Verfügung zu stellen oder sie aus der VM zu lösen bzw. wieder dem Wirt zur Verfügung zu stellen. Die Einstellung wird bei der Konfiguration der VM festgelegt und kann mit dem Player nicht geändert werden. Die Tastenkombinationen können je nach VM anders sein. Die Standardeinstellungen sind Strg + G zum Einfangen und Strg + Alt zum Lösen.

Gasterweiterungen

Die Gasterweiterungen (VMware Tools) ermöglichen etwa das Verwenden gemeinsamer Ordner zwischen VM und Wirt, den Nahtlosmodus und das variable Einstellen der Bildschirmauflösung. Sie sind auf einem CD-Abbild (ISO) enthalten. Nähere Informationen erhält man im Artikel VMware/Tools.

VM beenden

Die VM kann beendet werden, indem man das virtuelle Betriebssystem herunter fährt oder in den Ruhezustand versetzt sowie wenn man den "Suspend" oder "Power Off" des Players nutzt. Wird die VM beendet, schließt sich auch der Player komplett.

No 3D Support is available from the host

Insbesondere bei der Verwendung von Intel-Grafik kann es vorkommen, dass trotz funktionierender 3D-Beschleunigung beim Start des Gastsystems die Meldung "No 3D Support is available from the host" erscheint. Abhilfe versprechen folgende Maßnahmen:

  • Eintragen von mks.enable3d="TRUE" und mks.gl.allowBlacklistedDrivers="TRUE" im vmx-File

  • Installation der "Texture compression library for Mesa" (Paket libtxc-dxtn-s2tc0)

Wenn das noch nicht hilft, kann man es noch mit den "Updated and Optimized Open Graphics Drivers" aus dem ppa:oibaf/graphics-drivers versuchen.

Tastaturprobleme

Es kann vorkommen, dass im VM-Fenster bestimmte Tasten bzw. Tastaturkombinationen nicht funktionieren (z.B. Strg + Alt + Entf ). Um dies zu beheben, erstellt/bearbeitet man im Homeverzeichnis die Datei /home/BENUTZER/.vmware/config [4] und fügt folgende Zeile ein:

xkeymap.nokeycodeMap = true 

(siehe auch diesen Blogbeitrag 🇩🇪 auf chrisbremer.de)

Update

Nach einem Update des Kernels des Wirtsystems werden beim ersten Starten des VMware-Players die Kernelmodule automatisch neu erstellt, die notwendig sind, um den VMware-Player zu benutzen. Falls das nicht automatisch passieren sollte, kann man die benötigten Kernelmodule mit folgendem Terminalbefehl auch manuell updaten:

sudo vmware-modconfig --console --install-all 

Hinweis:

Nach einem Update auf aktuelleren Kernel kann es vorkommen, dass der Befehl vmware-modconfig fehlschlägt. Der neue Kernelversion wird dann von VM-Player (noch) nicht unterstützt. Als Workaround ist Ubuntu dann mit der Kernelversion zu betreiben, unter der VMware-Player zuletzt lief.

VMware_Player_Uninstaller.png
VMware Player deinstallieren

Deinstallation

Die Deinstallation wird mittels Administrationsrechten in einem Terminal [3] gestartet:

sudo vmware-installer -u vmware-player 

Bei Versionen >=2.5 startet eine grafische Deinstallationsroutine.

Diese Revision wurde am 8. April 2020 10:18 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Emulation und Virtualisierung, unfreie Software