OEM Installation
Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:
Ubuntu 25.10 Questing Quokka
Ubuntu 24.04 Noble Numbat
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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:
Die OEM-Installation richtet sich in erster Linie an Firmen, die ihren Kunden ein vorinstalliertes Ubuntu ausliefern möchten und die Wahl des Benutzernamens und Passwortes aus Sicherheitsgründen diesem überlassen möchten. Letzteres kann auch für Privatanwender interessant sein, wenn sie ihren Rechner weitergeben möchten.
Dieser Artikel widmet sich der Umsetzung ab 24.0.1 ausschließlich unter
Ubuntu (Hauptversion) und
Edubuntu.
Lubuntu, Kubuntu und Ubuntu Unity benutzen die Installationssoftware Calamares 🇬🇧. Der OEM-Installation auf diesen Derivaten ist daher ein eigener Artikel gewidmet.
Hinweis:
Man tut dem Kunden einen großen Gefallen, wenn man eine tagesaktuelle Veröffentlichung oder zumindest eine Wartungsausgabe wie bspw. 24.0.3 verwendet.
Die erste Veröffentlichung (24.04 ohne weitere Ziffer) kann man zwar für die OEM Installation vorbereiten und diese auch durchführen, jedoch wird beim Kunden der Rechnername nicht abgefragt und auf „localhost“ festgelegt, was zu Problemen führen wird.
Vorbereitung¶
Es ist ein wenig Nacharbeit notwendig um die OEM-Installation verfügbar zu machen. Canonical hat dazu eine ausführlich Beschreibung (s. Links) veröffentlicht. Hier wird nur die einfachere Methode 1 beschrieben.
Nach dem Start des Desktop-Live-Medium beendet man die automatisch startende Installationsroutine.
deutsche Tastatur (optional)¶
Zunächst möchte man vielleicht das deutsche Tastaturlayout einstellen. Dies kann man grafisch erledigen oder einfach im Terminal [4].
setxkbmap de
Hinweis:
Im Terminal funktioniert das nur noch so lange wie auch die Kompatibilitätsschicht xwayland ausgeliefert wird. Falls die Umstellung der Tastatur nicht funktionieren sollte, ist in dieser Richtung zuerst zu forschen.
OEM verfügbar machen¶
Anschließend erstellt man das Verzeichnis [1] /usr/share/desktop-provision/ und darin die Datei whitelabel.yaml mit einem Editor [2] nach Wahl jeweils mit Root-Rechten [3] und folgendem Inhalt.
mode: oem
Mehrere OEM-Installationen¶
Möchte man nicht nur einmalig eine OEM-Installation durchführen, sondern mehrere, so bietet sich ggf. ein persistentes Livemedium an (ungetestet – Rückmeldung in der Diskussion zum Artikel erbeten). Ansonsten steht eine Änderung des Livemediums an (s. Links).
Installation des Grundsystems¶
Nun kann die Anwendung Install …buntu… [5] gestartet werden. Die Dialoge zu Benutzername, Passwort und Rechnername sowie der Zeitzone werden dabei übersprungen.
Mit dem Abschluss der Installation wird man aufgefordert den Rechner neu zu starten, was man jedoch nicht zun sollte. Nach dem Neustart in das eben installierte System würde mit der Einrichtung des Bentuzers begonnen werden. Daher wählt man „Test fortsetzen“ und „Herunterfahren“.
Hinweis:
Selbst wenn man den Ubuntu nach Test fortsetzen herunterfährt, kann es je nach Version und Hardware vorkommen, dass nach der Anzeige von Please remove the installation medium, then press ENTER mittels ENTER der Rechner nicht ausgeschaltet wird, sondern neu startet. Wenn man sich an die eigene Installation nicht erinnert oder eine aktuellere Version installiert, kann man zuächst das Livesystem (Stick/DVD) belassen und damit das Startverhalten testen. Sollte der Rechner tatsächlich neustarten, so kann man ihn nach dem erneuten Herunterfahren ausnahmsweise mit dem Einschaltknopf ausschalten.
Anpassungen¶
Möchte man Anpassungen vornehmen, so kann man ein Livesystem für das Kopieren und Bearbeiten von Dateien verwenden. Für die Installation von Programmen benötigt man zusätzlich eine chroot-Umgebung. Wenn man dies im Hinterkopf hat, kann man sich den Neustart nach der Installation auch sparen und Test fortsetzen wählen.
Änderungen, die auf Benutzerebene stattfinden, kann man noch nicht vornehmen, da kein Benutzer angelegt ist. Jedoch kann man in das Vorlagenverzeichnisses /etc/skel Konfigurationsdateien ablegen, die beim Anlegen aller neuen Benutzer in das jeweilige Benutzerverzeichnis kopiert werden. Jene müssen daher trotz Anpassung allgemeingültig bleiben.
Der Rechner beim Kunden¶
Beim Einschalten empfängt den Benutzer das Programm gnome-initial-setup mit den Dialogen:
| | | |
| Willkommen | Texteingabe | Ortungsdienste |
| | | |
| Zeitzone | Persönliche Informationen | Passwort |
| | ||
| Einrichtung abgeschlossen |
Nach dem Klick auf Ubuntu starten wird der gerade angelegte Benutzer angemeldet. Unter 25.10 wird das Herunterladen zusätzlicher Sprachpakete angeboten.
bekannte Probleme¶
Sollte man als Kunde einen Rechnername „localhost“ vorfinden, erkennbar z. B. im Terminal an „benutzername@localhost:~$ “, so wurde der eingangs erwähnte Hinweis nicht beachtet und die erste Veröffentlichung von 24.04 verwendet. Wie man dies beheben kann ist unter Rechnername beschrieben.
Wenn man dies schon festgestellt hat, dann wurde man auch nicht gefragt, ob man an Ubuntu Report 🇬🇧 teilnehmen möchte. Falls man dies nicht möchte, erstellt man mit dem Editor eine Datei ~/.cache/ubuntu-report/pending mit dem Inhalt:
{"OptOut": true}Links¶
Calamares/OEM Installation - OEM-Installation unter Kubuntu, Lubuntu & Ubuntu Unity