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Minecraft

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

minecraft_logo1.png Minecraft ist ein kommerzielles Open-World-Spiel von Mojang, welches sich großer Beliebtheit erfreut. Die Firma Mojang, welche Minecraft entwickelt, wurde 2014 an Microsoft verkauft. Neben der kostenpflichtigen Variante gab es eine kostenlose Classic-Variante, die sich im Browser spielen ließ. Diese ist seit Ende 2015 nicht mehr verfügbar.

Das Spiel für außerdem vielen Plattformen erhältlich: Linux, Windows, Windows 10, Windows 10 Mobile, Windows Phone, Nintendo New 3DS, Nintendo WiiU, Nintendo Switch, iOS, Android, AppleTV, Xbox One, Xbox360, RaspberryPI, PS3, PS4, PSVITA

Das Registrieren eines Benutzerkontos mit E-Mail-Adresse sowie selbst gewähltem Passwort ist Pflicht und erfolgt im Rahmen der Installation. Nur dann steht ein auf ca. 100 Minuten Spielzeit begrenzter Demo-Modus zur Verfügung. Wer danach weiterspielen möchte, muss das Spiel erwerben.

Freie, aber eingeschränkte Alternativen zu Minecraft findet man in den Spielen Minetest und Voxelands.

Voraussetzungen

Zwingende Bedingung für das Spielen von Minecraft ist eine bereits installierte Java Laufzeitumgebung (JRE). Für Ubuntu und Minecraft bis Version 1.11 wird OpenJDK in Version 7 oder neuer empfohlen, ab Minecraft 1.12 Version 8.

Die vollständigen offiziellen Systemanforderungen findet man unter den Links am Ende dieses Wiki-Artikels.

Installation

Im Folgenden wird die Installation der Java-Version beschrieben. Die Installation ist entweder über ein Debian-Paket (.deb), manuell oder über ein "Personal Packages Archiv" (PPA) [1] möglich.

Debian-Paket

Von minecraft.net 🇩🇪 werden DEB-Pakete ⮷ angeboten. Die unterstützten Ubuntuversionen und Architekturen werden aufgelistet. Nachdem man sie für die korrekte Ubuntuversion und Architektur geladen hat, müssen DEB-Pakete noch installiert werden.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Bei der Installation mittels Debain-Paket wird eine Java Laufzeitumgebung als Abhängigkeit geladen und auch automatisch einen Programmstarter angelegt.

Manuell

Die Datei Minecraft.jar von der Projektseite herunterladen ⮷ und in einen beliebigen Ordner, z.B. ~/Spiele/minecraft/ im Homeverzeichnis, speichern. Je nach Desktop-Umgebung muss die Datei noch ausführbar gemacht werden [2]:

chmod a+x ~/Spiele/minecraft/Minecraft.jar 

Das Spiel kann dann durch den folgenden Befehl im Terminal gestartet werden:

java -jar ~/Spiele/minecraft/Minecraft.jar  

Um Minecraft ohne Terminal zu starten, kann man optional sich einen Programmstarter [3] mit einem Editor [4] anlegen. Beispiel (BENUTZERNAME und Pfad müssen noch angepasst werden):

[Desktop Entry]
Type=Application
Name=Minecraft
Name[de]=Minecraft
Exec=java -jar /home/BENUTZERNAME/Spiele/minecraft/Minecraft.jar
Icon=/home/BENUTZERNAME/Spiele/minecraft/minecraft_icon.png
Terminal=false
StartupNotify=false
Categories=Game;

Um den Programmstarter im Menü sichtbar zu machen, speichert man ihn unter /home/BENUTZERNAME/.local/share/applications/minecraft.desktop ab. Damit ein Symbol neben dem Menüeintrag erscheint, muss noch ein passendes Bild unter /home/BENUTZERNAME/Spiele/minecraft/minecraft_icon.png abgelegt werden.

PPA vor Ubuntu 16.10

Die Nutzung eines PPAs hat den Vorteil, dass Minecraft über die Paketverwaltung installiert werden kann.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:minecraft-installer-peeps/minecraft-installer

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams minecraft-installer-peeps zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann das folgende Paket installiert werden [5]:

  • minecraft-installer (ppa)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install minecraft-installer 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://minecraft-installer

PPA ab Ubuntu 17.10

Die Nutzung eines PPAs hat den Vorteil, dass Minecraft über die Paketverwaltung installiert werden kann.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:flexiondotorg/minecraft

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams flexiondotorg zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann das folgende Paket installiert werden [5]:

  • minecraft-installer (ppa)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install minecraft-installer 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://minecraft-installer

Spielmodi

./2012-08-20_23.12.40.png
Spieleszene

Es gibt neben normalem Grünland viele sogenannte „Biome“ wie z.B. Wüsten, Sümpfe und Schneelandschaften. Die kostenpflichtige Vollversion wird durch Updates regelmäßig erweitert.

Überlebensmodus

Der Überlebensmodus ist der Standardmodus in Minecraft. Der Spieler muss Rohstoffe abbauen und daraus Werkzeuge herstellen ("craften"). Des Weiteren muss man essen, um nicht zu verhungern, und sich nachts gegen Monster verteidigen oder sich einen Unterschlupf bauen.

Kreativmodus

Der Spieler kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Alle Blöcke stehen unbegrenzt zur Verfügung und man kann in der Welt herumfliegen. Man bekommt keinen Schaden oder Hunger und NPCs (vom Spiel erzeugte Kreaturen) greifen nicht an.

Abenteuermodus

Der Spieler kann weder Blöcke abbauen noch platzieren. Das Interagieren – z.B. mit Schaltern – oder das Handeln mit Dorfbewohnern sind weiterhin möglich. Dieser Modus bietet also die Möglichkeit, in einer vorher konstruierten Welt gewisse Aufgaben zu bewältigen.

Hardcore-Modus

In diesem Modus ist permanent der Schwierigkeitsgrad "Schwierig" eingestellt und ein Umstellen ist nicht möglich. Ansonsten ist das Spielprinzip mit dem Survival-Mode identisch. Stirbt der Spieler im Hardcore-Mode, wird die gesamte Map gelöscht und man muss sich eine neue erstellen.

Zuschauermodus

Der Zuschauermodus ähnelt dem Kreativmodus, ist aber kein dauerhafter Spielmodus, denn in diesem Modus kann man nicht in das Spielgeschehen eingreifen, sondern nur zuschauen. Dieser Modus ist ideal, um Welten von anderen Spielern zu betrachten, da man zum Einen auch durch Wände und den Böden fliegen kann und zum Anderen auch die Sicht von anderen Spielern, aber auch von Monstern übernehmen kann.

Multiplayer

Auf zahlreichen verschiedenen Servern kann man mit Freunden oder anderen Minecraft spielen. Egal ob Wettkämpfe, Minigames wie SkyWars oder BedWars, auf Erkundungstur gehen, oder einfach nur bauen!

Spielstand

Bei Minecraft wird der Spielstand kontinuierlich gespeichert und ein Zwischenspeichern ist nicht möglich. Um den aktuellen Spielstand manuell zu speichern, den zum Spielstand gehörigen Ordner ~/.minecraft/saves komplett sichern. Zur Wiederherstellung des Spielstands diesen wieder zurückkopieren. Durch eine Synchronisation des Verzeichnisses mittels eines Cloud-Dienstes ist rechner- und plattformunabhängiges Spielen einer Minecraft-Karte auch ohne Server möglich.

Anpassungen

Best_body_and_best_helmet.png
Skin

Es gibt viele Möglichkeiten, das Spiel optisch an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, z.B. durch Skins (Charakter). Links und Anleitungen hierzu sind im Minecraftwiki 🇩🇪 zu finden.

Resource-Packs

./ovos_rustic_redemption-2.0.jpg
Texture Pack „Ovo's Rustic Redemption 2.0“

Die Standard-Texturen der Blöcke, Items, Töne und Nicht-Spieler-Figuren können geändert werden, indem ein „Resource-Pack“ installiert wird.

Wenn ein Resource-Pack gefunden ist, wird es unausgepackt in den Ordner ~/.minecraft/resourcepacks/ kopiert. (Der Ordner kann auch im Spiel unter "Resource Packs → Open resource pack folder" aufgerufen werden.) Jetzt muss nur noch das Resource-Pack im selben Menü ausgewählt werden.

Mods

Inzwischen gibt es zahlreiche Mods zu Minecraft. Wie man diese installieren kann, wird im Artikel Minecraft Forge beschrieben. Als nützliches Werkzeug hilft der Minecraft Modinstaller bei der Installation von Mods.

Problembehebung

Soundprobleme

Es kann vorkommen, dass das Spiel wegen Soundproblemen mit PulseAudio abstürzt. Teilweise setzt der Sound bereits im Vorfeld des Absturzes aus. Dieses Problem kann umgangen werden, wenn Minecraft mit folgendem Befehl gestartet wird:

padsp java -jar Minecraft.jar 

Mehr Speicher für Java

Außerdem kann man Java und damit Minecraft beim Start mehr Speicher zuweisen. Ab Minecraft Version 1.6 wird empfohlen, dies innerhalb des Profileditors im Minecraft-Launcher statt auf der Kommandozeile umzusetzen.

1
java -Xmx1024M -Xms512M -cp minecraft.jar net.minecraft.LauncherFrame

Dies weist Java einen initialen Heap von 512 MiB und einen maximalen Heap von 1024 MiB (1 GiB) zu.

Achtung!

Ein zu großer Heap kann kontraproduktiv sein, da dann die entsprechend umfangreichere Garbage_Collection im Gegenzug Geschwindigkeitseinbußen oder Lags erzeugen kann. In der Regel sollte 1 GiB vollkommen ausreichend sein. Außerdem steht der von Java reservierte Speicher dem restlichen System nicht zur Verfügung. Man sollte immer genug Speicher für das System übrig lassen.

AMD-Grafikkarte

radeon

Leider genügt oft die Leistung des Treibers den hohen Ansprüchen Minecrafts nicht und der proprietäre fglrx-Treiber wurde eingestellt.

libjsig

Zunächst muss der Pfad zur Bibliothek libjsig.so ermittelt werden. Diese ist Teil der Java-Laufzeitumgebung (JRE) und normalerweise unter /usr/lib/jvm/ zu finden. Mit dem Befehl [1]:

update-alternatives --display java

wird die Position des aktuell verwendeten Java-Binarys bestimmt. Die libjsig sucht man relativ dazu unter ../lib.

Nun Minecraft im Installationsverzeichnis mit folgendem Befehl starten:

LD_PRELOAD=/PFAD/ZUR/libjsig.so java -jar minecraft.jar

Experten-Info:

Verursacht wird der Fehler dadurch, dass Signale, die für die JVM bestimmt sind, vom fglrx-Treiber abgefangen werden. Mit LD_PRELOAD=... wird die libjsig geladen, welche sich in das Signal-Handling einklinkt und dafür sorgt, dass alle Signale bei der JVM ankommen.

Nvidia-Grafikkarte

Bei Nvidia-Karten hat man häufig mit diesem Fehler zu kämpfen:

"java.lang.IllegalStateException: Only one LWJGL context may be instantiated at any one time."

Hier ist es andersherum als beim ATI-Grafikkartentreiber - Minecraft läuft nur mit der proprietären Variante, nicht aber mit dem Open-Source-Treiber. Das heißt, in "Systemeinstellungen → Zusätzliche Treiber" muss der Treiber aktiviert werden, welcher mit „Empfohlen“ gekennzeichnet ist. Nach einem Neustart startet Minecraft auch wieder.

Wine

Achtung!

Man sollte Minecraft in Kombination mit Wine nur im Notfall benutzen, weil es mit der Windows-Version von Java in Wine zu Problemen und Geschwindigkeitseinbußen kommen kann.

Wine installieren [6] und in den Konfigurationen das Betriebssystem auf Windows 7 setzen. Der Rest sollte unverändert bleiben. Anschließend die Offline-Java-Version 🇩🇪 ⮷ für Windows herunterladen. Diese macht man ausführbar und installiert sie mit Wine. Die Java-Version von Minecraft mit dem in Wine installierten Java starten.

Minecraft auf zweitem XServer starten

Es kann vorkommen, dass Minecraft auf einigen Systemen mit dem Prozess X bzw. dem XServer in Konflikt gerät, und die Framerate massiv absinkt (<1 fps). Dieses Problem kann man umgehen, indem man Minecraft auf einem separaten XServer über eine virtuelle Konsole startet.

Dazu wie folgt vorgehen:

  1. Zuerst benötigt man ein einfaches Skript, welches die minecraft.jar mit den dazugehörigen Parametern startet:
    In diesem Bsp. die Datei minestart.sh im Verzeichnis ~/Spiele/Minecraft/ (wo in diesem Beispiel auch die minecraft.jar liegt):

    1
    2
    #!/bin/bash
    java -Xmx1024M -Xms512M -jar ~/Spiele/Minecraft/minecraft.jar
    
  2. Um den nun folgenden Befehl bequem ausführen zu können, ein weiteres Skript (z.B. xmc) mit Rootrechten in /usr/local/bin/ mit diesem Inhalt erstellen:

    1
    2
    #!/bin/bash
    xinit /usr/bin/ck-launch-session ~/Spiele/Minecraft/minestart.sh -- :1
    
  3. Nun kann man sich auf der virtuellen Konsole anmelden und mit dem Befehl xmc Minecraft starten.
    Mit F11 kann Minecraft nun noch auf volle Größe gebracht werden.

Probleme mit der Tastatur

Neo2-Layout

Bei der Benutzung des Tastatur-Layouts Neo2 kommt es zum Hängen der Umschalttaste ( ). Wurde diese betätigt, so kann mittels Esc das Hauptmenü aufgerufen und auf den Fensterrahmen geklickt werden. Dieser Vorgang ist nach jeder Benutzung der Umschalttaste zu wiederholen.

Eine weiterer Workaround ist es, das Tastatur-Layout auf ein anderes umzuschalten (z.B. Standard QWERTZ). Anschließend kann die Umschalttaste betätigt werden, ohne dass es zum Hängen kommt.

Tastenkürzel

Eine Auswahl an Tastenkürzeln - diese kann man im Menü Esc unter "Options... → Controls..." frei definieren.

Tastenkürzel
Taste(n)Funktion
W + A + S + D Steuerung des Charakters
         Springen
Ducken, von Pferden absteigen, von Loren aussteigen
E Inventar öffnen
Q Gegenstand wegwerfen
1 - 9 + mittlere Maustaste (Mausrad)Gegenstände auswählen
linke Maustaste Block/Gegenstand abbauen
rechte Maustaste Setzen, ablegen und aufrufen
Esc Menü
T Chat
F1 Ansicht für Bildschirmfoto (Das HUD wird ausgeblendet)
F2 Bildschirmfotos aufnehmen. Diese werden im Homeverzeichnis unter .minecraft/screenshots gespeichert.
F3 bzw. + F3 Zusätzliche Informationen anzeigen
F5 Ansicht 3rd-Person
F11 Vollbild
F8 Weiche Mausbewegung für Kamerafahrten

Infobox

Minecraft
Originaltitel: Minecraft
Genre: Open-World-Spiel / Adventure
Sprache: multilingual
Veröffentlichung: 10. Mai 2009
Publisher: Mojang AB 🇬🇧
Systemvorausetzungen: Minimal: Windows 7 oder höher, Intel Core i3-3210 3.2 GHz / AMD A8-7600 APU 3.1 GHz oder gleichwertig, 2 GB Arbeitsspeicher, Grafik Intel HD Graphics 4000 oder AMD Radeon R5 mit OpenGL 4.41Discrete: Nvidia GeForce 400 Series oder AMD Radeon HD 7000 mit OpenGL 4.4, DirectX 11.0 Empfohlen: Windows 10, Intel Core i5-4690 3.5GHz / AMD A10-7800 APU 3.5 GHz oder gleichwertig, 4 GB Arbeitsspeicher, Grafik GeForce 700 oder AMD Radeon Rx 200 mit OpenGL 4.5, DirectX 11.0 oder höher
Medien: Download
Strichcode / EAN / GTIN: /
Aktuelle Version: 1.15.2
Aktuelle Entwicklungs-Version: 1.15.2-pre2
Läuft mit: Java

minecraft_logo.png

Diese Revision wurde am 21. Juni 2020 12:51 von tomtomtom erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Open-World-Spiel, Java, Spiele, Linux-Spiel, unfreie Software