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Deaktivieren

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Dieser Artikel beschreibt, wie man Netplan deaktiviert und - sofern notwendig - die Netzwerkkonfiguration auf andere Art und Weise gewährleistet.

Hinweis:

Aufgrund der Arbeitsweise von Netplan, sollte es in aller Regel nicht notwendig sein, Netplan zu deaktivieren.

Deaktivert man Netplan, so legen später installierte Pakete, die eine Netzwerkkonfiguration mittesl Netplan mitbringen, eventuell keine Netzwerkkonfiguration mehr an. Dies muss man dann selbst erledigen.

Alternative Konfiguration sicherstellen

Bevor man Netplan deaktiviert sollte man sich vergewissern, dass man die Netzwerkschnittstellen auf andere Art und Weise konfiguriert hat. Andernfalls kann man nach dem Deaktivieren von Netplan bzw. nach dem nächsten Neustart unter Umständen nicht mehr auf das Netzwerk bzw. Internet zugreifen.

Desktop-System

Auf einem Desktop-System erfolgt die Konfiguration standardmäßig auch bei Verwendung von Netplan ausschließlich durch den NetworkManager. Daher sind hier in der Regel keine besonderen Maßnahmen notwendig. Die Netzwerkkonfiguration sollte nach dem Deaktivieren daher genauso mittels NetworkManager gegeben sein, wie vor der Deaktivierung von Netplan.

Weitere Details zur Konfiguration des Netzwerkes mittels NetworkManager beschreibt der gleichnamige Artikel.

Server-System

Auf einem Server-System wird während der Installation eine Netplan-Konfiguration für die Netzwerkschnittstelle erstellt und entsprechend eine Konfigurationsdatei für systemd-networkd generiert. Sofern man nicht ohnehin selbst schon eine Konfigurationsdatei für systemd-networkd erstellt hat, kann man sich die von Netplan erzeugte(n) Konfigurationsdatei(en) aus dem Verzeichnis /run/systemd/network nach /etc/systemd/network kopieren.

sudo cp /run/systemd/network/* /etc/systemd/network 

Damit hat man nach dem Deaktivieren von Netplan die gleiche Netzwerkkonfiguration, wie vor dem Deaktivieren von Netplan. Benötigt man darüber hinaus gehende Konfigurationen, so führt einen der Artikel systemd-networkd weiter.

Zur Konfiguration mittels /etc/network/interfaces zurückkehren

Möchte man Netplan deaktivieren und die Konfiguration des Netzwerks mittels der Datei /etc/network/interfaces vornehmen, so gestaltet sich dies - unabhängig ob Desktop- oder Server-Installation - komplexer. Die Vorgehensweise ist im Artikel interfaces beschrieben.

Netplan-Konfigurations-Dateien umbenennen

Da Netplan nichts anderes macht als vom eigenen yaml-Format in das Format eines der Backends zu übersetzen, kann man einzelne oder alle Netplan-Konfigurationen einfach "deaktivieren", indem man sie umbenennt. Dazu hängt man hinter die Datei-Erweiterung - also hinter .ymal - z.B. noch ein .unused. Möchte man die Änderung direkt ohne Neustart anwenden, so muss man die entsprechende(n) Datei(en) noch aus dem Verzeichnis /run/... löschen. Nach einem anschließenden sudo netplan apply sollte(n) die betreffende(n) Netplan-Konfiguration(en) nicht mehr im entsprechenden Netzwerk-Dienst erscheinen.

Alternativ und auch für den Fall, dass sudo netplan apply noch nicht das gewünschte Ergebnis liefert, startet man den Rechner neu.

Bei dieser Methode wird Netplan weiterhin auf Veranlassung oder bei jedem Neustart ausgeführt, ignoriert aber die Konfigurationen, die umbenannt wurden und generiert dementsprechend für diese auch keine Backend-Konfiguration.

Durch Updates oder Paketinstallationen können jedoch eventuell neue oder zuvor genutzte Netplan-Konfigurationen (wieder) aktiviert werden. Gegebenenfalls bennent man diese dann (erneut) um.

Netplan vollständig deaktivieren

Hinweis:

Die Entwickler von Netplan haben bis jetzt noch keine offizielle Methode veröffentlicht, wie man Netplan deaktivert. Die nachfolgende Methode basiert auf Beobachtungen der Arbeitsweise von Netplan. Es ist denkbar, dass diese Methode folgende Probleme verursachen könnte:

  • Das Update des Paketes netplan.io scheitert.

  • Die Installation eines Paketes das von netplan.io abhängig ist scheitert oder verursacht Fehlermeldungen.

  • Bei der Installation von Paketen, die eine eigene Netzwerkeinstellungen mittels yaml-Datei einzurichten versuchen, können die betreffenden Netzwerkeinstellungen nicht vorgenommen werden.

Diese Probleme sollten sich gegebenenfalls umgehen lassen, indem man Netplan temporär wieder aktiviert.

Um Netplan vollständig zu deaktivieren, muss man zum einen das automatische Ausführen von Netplan während des Systemstarts unterbinden. Dazu entfernt man entweder die symbolische Verknüpfung netplan aus dem Verzeichnis /usr/lib/systemd/system-generators/:

sudo rm /usr/lib/systemd/system-generators/netplan 

oder man entzieht dieser die Ausführbarkeit:

sudo chmod a-x /usr/lib/systemd/system-generators/netplan 

Um zu verhindern, dass Netplan ausgeführt werden kann während das System läuft, entzieht man dem netplan-Befehl außerdem noch die Ausführbarkeit:

sudo chmod a-x /usr/sbin/netplan 

Nach einem Neustart hat man anschließend keine von Netplan erzeugten Netzwerk-Konfigurationen mehr. Nun kann und muss man das Netzwerk entweder mittels systemd-networkd oder NetworkManager konfigurieren. Alternativ kann man auch das Paket ifupdown installieren und nimmt die Einstellungen über die Datei /etc/network/interfaces vor.

Reaktivieren

Hat man Netplan vollständig deaktiviert und möchtes es wieder aktivieren so erledigt man das wie folgt:

Ausführung während des Systemstarts wieder herstellen:

sudo ln -s /usr/lib/netplan/generate /usr/lib/systemd/system-generators/netplan 

Bzw. falls man alternativ durch Entziehen der Ausführbarkeit deaktviert hat:

sudo chmod a+x /usr/lib/systemd/system-generators/netplan 

Die Ausführbarkeit des Befehls netplan wieder erlauben:

sudo chmod a+x /usr/sbin/netplan 

Diese Revision wurde am 19. September 2021 12:21 von noisefloor erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System, Netzwerk