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Installation

Experten-Info:

Dieser Artikel basiert auf dem Paket grub-pc für BIOS-Rechner bzw. Installationen im BIOS-Modus. Auf neueren EFI-Systemen wird das Paket grub-efi-amd64 eingesetzt.

Diese Anleitung gilt häufig für beide Modi, etwaige Abweichungen sind an den relevanten Stellen kenntlich gemacht.

Achtung!

Ein falsch konfigurierter/installierter Bootloader kann dazu führen, dass das System nicht mehr startet! Dann hilft der Artikel GRUB 2/Reparatur weiter.

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:


Du möchtest den Artikel für eine weitere Ubuntu-Version testen? Mitarbeit im Wiki ist immer willkommen! Dazu sind die Hinweise zum Testen von Artikeln zu beachten.

GRUB_2/grub-install.png Im Normalfall wird der Bootloader grub während einer Ubuntu-Installation automatisch installiert. Dabei muss man sich lediglich um die richtige Wahl des Ortes für den Loader kümmern, und das auch nur bei einem MBR/MPT Boot-System.

Dieser Artikel beschreibt, wie man GRUB manuell nachinstallieren kann. Verschiedene Gründe für die Notwendigkeit einer solchen Installation bedingen verschiedene Vorgehensweisen:

  1. stage1 und/oder core.img sind beschädigt oder durch ein anderes OS überschrieben.

  2. das betroffene OS soll nicht mehr dasjenige sein, welches mit seinen Konfigurationsdateien das Verhalten von grub bestimmt.

  3. grub soll unabhängig von Ubuntu betrieben werden ("stand-alone").

Grub nach einer Ubuntu-Installation

Bei einer Neuinstallation von Ubuntu auf einen neuen PC resp. ein neues Gerät (HDD/SSD) wird grub entsprechend dem Modus ("legacy"/EFI) automatisch mit den geeigneten Vorgaben installiert, und beim Start des PC das Betriebssystem mittels des Loaders von grub gestartet. In einem SingleSystem wird dabei das Menü des Bootmanagers nicht gezeigt (für Änderungen → GRUB 2/Konfiguration).

Bei sog. DualBoot (oder MehrBoot) Systemen sind die entsprechenden Seiten hier im Wiki zu beachten (→ Links ).

Grub-Dateien beschädigt

Wenn der Bootloaderteil des MBR beschädigt wurde z.B. durch versehentliches Überschreiben bei einer weiteren Installation, funktioniert grub nicht mehr. Als Reparaturmöglichkeit (→ GRUB 2/Reparatur) bietet sich eine einfache Neuinstallation an.

sudo grub-install /dev/sdx # "x" ist passend zu ersetzen für den betreffenden Datenträger 

Mit diesem Befehl werden sowohl der Loader als auch das core-img neu geschrieben, die eigentliche Konfiguration mithilfe der Dateien /etc/grub.d/* sowie /etc/default/grub sind davon nicht tangiert und die zuvor eingestellte Konfiguration bleibt erhalten. Es setzt allerdings voraus, dass man sich im zu reparierenden System befindet, sei es durch einen anderen Bootloader oder duch → chroot.

Achtung!

Bei einem grub-install wird keine → Sicherungskopie des MBR angelegt.

Grub in einen anderen Ort als den MBR installieren

Soll GRUB nicht in den MBR, sondern an eine andere Stelle platziert werden – dies ist regelmäßig der Fall, wenn der MBR bereits durch einen anderen Bootloader belegt ist und man diesen Zustand nicht verändern kann/will (Dualboot mit Windows) – dann bleiben folgende Alternativen:

  1. Installation in den MBR einer 2. Platte im PC

  2. als Variante von 1. auf einen USB Stick (das hat den Nachteil, der Stick muss bei einem fälligen grub update angeschlossen sein)

  3. Installation in einen PBR (Partitions Boot Record). Der Partitionstyp (primär/logisch) ist dabei unerheblich. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

    • im Bereich vor der Partition muß ein 1 MiB großer Freiraum geschaffen werden (die neueren Werkzeuge für eine Partitionierung berücksichtigen das automatisch). Nur in diesen Freiraum kann man im Terminal [1] einen funktionsbereiten Bootloader mit seinen Imagedateien einbringen. Dieses Vorgehen kann auch während einer Neuinstalltion beschritten werden → Ubuntu Installation (Abschnitt „Geraet-fuer-die-Bootloaderinstallation“)

    • der entsprechende Befehl lautet sudo grub-install --force /dev/sdxy (dabei steht "x" für das Gerät, "y" für die Partition)

    • Ein derart installierter grub kann aber nicht selber booten, sondern muss vom vorhergehenden Bootloader auf dem MBR aufgerufen werden. Als Ergebnis einer Abfrage mittels des Skriptes GRUB-Umgebung analysieren ergibt sich diese (beispielhafte, sdxy=sdb5) Ausgabe:

      /dev/sdb: Kein GRUB 00
      /dev/sdb1: Kein GRUB 00
      /dev/sdb2: Kein GRUB 00
      /dev/sdb5: GRUB 2 v1.99

Experten-Info:

Man beachten, dass eine Installation von GRUB in einen Partitionsbereich (PBR) nur mit sog. Blocklisten unterstützt wird (und den Schalter --force erforderlich macht). Außerdem muss ein anderer Bootloader / Bootmanager benutzt werden, um das System zu starten.

Vollständige Neuinstallation

Bei einer vollständigen Neuinstallation werden nicht nur stage1 und core.img neu geschrieben, sondern auch die Konfigurationsdateien in /etc/grub.d/* und /etc/default/grub. Bei Bedarf sind also diese Dateien zu sichern, oder man verwendet bei der Deinstallation nicht den Schalter purge, sondern remove (→ Hinweis in alte Dateien deinstallieren)-

Gleiche Paketversion / externe Pakete

Soll die gleiche Paketversion (→ GRUB-Umgebung analysieren (Abschnitt „GRUB-Version“)) verwendet werden, sind vorab keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Falls keine Internetverbindung besteht oder hergestellt werden kann, sind zunächst die erforderlichen Pakete (für den BIOS Bootmodus)

(für den EFI-Modus an Stelle von grub-pc)

mit einem anderen Rechner herunterzuladen.

Wiki/Icons/develop.png Mit den vorstehenden Links lädt man sich jeweils aus den Ubuntu-Archiven die GRUB-2-Pakete der passenden Ubuntu-Version herunter. Es ist die für das eigene System entsprechende Architektur zu wählen.

Achtung!

Wählt man eine abweichende Grub-Version, scheitert die Installation auf Grund von falschen Paketabhängigkeiten. Ein Anpassen der entsprechenden Dateien führt zu unüberschaubaren Veränderungen des Systems bis hin zur Zerstörung.

Hinweis:

Da die GRUB-2-Pakete im Prinzip autark sind, ist bei dem Wunsch, eine neuere/ältere Version von GRUB zu verwenden, eine andere Herangehensweise erforderlich → Sonderformen.

im laufenden System / per chroot

Je nachdem, wie man Zugang zum zu reparierenden System erhält, sind unterschiedliche Maßnahmen erforderlich.

  1. Das System lässt sich noch starten, z.B. mit SG²D, mit Starten-mit-Hilfe-der-Kommandozeile oder dem Starten-mit-Hilfe-des-Rettungsmodus, dann sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich

  2. Wenn das Starten des Systems mit den o.g. Verfahren nicht gelingt, muss man per chroot ins System wechseln, siehe → GRUB 2/Reparatur (Abschnitt „chroot-Methode“) oder chroot/Live-CD.

alte Dateien deinstallieren

Zunächst sind die alten GRUB-Dateien zu entfernen, um Störeinflüsse der alten Konfiguration auf die Neuinstallation auszuschließen.

sudo apt-get purge grub-* os-prober grub-gfxpayload-lists 

Hinweis:

Mit purge – im Gegensatz zu removeman apt-get – werden auch die Konfigurationsdateien gelöscht, daher sind einige der Optionen/Abfragemasken nicht relevant, allerdings ist diese Abfrage obsolet, da so oder so die Konfigurationsdateien gelöscht werden.

grub2-uninst.png Bedienung in der Eingabemaske: In dieser Abfragemaske (s. auch die entsprechenden Bilder weiter unten) kann man mit den Pfeiltasten , auf den gewünschten Eintrag steuern. Ausgewählt wird der gewünschte Eintrag mit der Leertaste          , was durch ein "[*]" angezeigt wird. Ein erneutes Drücken der Leertaste          hebt die Auswahl wieder auf. Abschließend bestätigt man diese Auswahl durch Drücken der Eingabe-Taste .

Installieren

Das Installieren und gleichzeitige Einrichten erfolgt im Terminal

  • für den BIOS-Modus:

sudo apt-get update
sudo apt-get install grub-pc os-prober grub-gfxpayload-lists 

  • bei Verwendung externer Pakete müssen zunächst die heruntergeladenen Pakete in ein Verzeichnis des zu reparierenden Systems kopiert werden, z.B. /tmp (für den Fall des Arbeitens mit chroot sind folgende Schritte erforderlich: System_Name ermitteln, /tmp Verzeichnis leeren mit sudo rm -f /media/ubuntu/System_Name/tmp/*.deb, Dateien aus dem Standard Download-Verzeichnis des LiveSystems kopieren mit sudo cp -f /home/ubuntu/Downloads/*.deb /media/System_Name/tmp/ , anschließend wechselt man in dieses Verzeichnis mit cd /media/ubuntu/System_Name/tmp)

sudo dpkg --install <Verzeichnis_der_deb-Dateien>*.deb 

  • Für den EFI-Modus gelten die folgenden Befehle:

sudo apt-get update
sudo apt-get install grub-efi-amd64-signed os-prober # Alternativ: grub-efi-amd64, oder bei 32-Bit-EFI: grub-efi-ia32 

Während das Paket grub-pc installiert wird, kommen einige Abfragemasken zur Konfiguration von Grub 2.

grub2-install-abfrage.png grub2-install-cli.png grub2-install-config.png grub2-install-location.png
*1) *1) *2) *2)
hier wird abgefragt, wie mit der alten /etc/default/grub Datei verfahren werden soll. der Hinweis "auf alle Orte" ist eher kontraproduktiv, GRUB gehört in den MBR der Platte, die im Setup vorangestellt wird. hier wird der Ort für stage1 von GRUB festgelegt *a) *b)
*1) diese Masken erscheinen nur, wenn bei einer Aktualisierung auch neue GRUB-Dateien aktualisiert werden.
*2) diese Masken erscheinen nur nach purge
*a) Handelt es sich um einen RAID-Verbund, so kann man durch gleichzeitiges Setzen eines "[*]" in allen beteiligten Datenträgern stage1 und core.img installieren. Damit ist auch bei einem Ausfall eines Datenträgers das direkte Booten über das BIOS durch entsprechende Auswahl möglich.
*b) Bei bewußtem oder versehentlichen Auslassen einer Auswahl erscheint ein weiterer Hinweis mit der Möglichkeit zum Rücksprung

Nach erfolgter Reinstallation von GRUB ist eine Plausibilitätsprüfung der relevanten GRUB-Dateien angezeigt, ehe man die chroot-Umgebung verlässt, resp. einen reboot durchführt.

Sonderformen

Grub kann auch unabhängig von einem Ubuntu/Linux betrieben werden. Dabei kommen die Optionen --boot-directory und die Angabe des Ortes für stage1 des Install-Befehls zum Tragen.

sudo grub-install --target=i386-pc --recheck --removable --boot-directory=<Verzeichnis/grub-Dateien> /dev/sdx  

siehe → Universal stand-alone grub für BIOS und EFI auf USB flashkey und internen HDD und SSD

intern

extern

Diese Revision wurde am 30. Januar 2021 14:13 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Bootloader, Installation