Eigene Desktopumgebung

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Einen Editor öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Komponenten
  2. Umgebung starten
  3. Programmauswahl
  4. Remaster erstellen
  5. Performance
  6. Links

Wiki/Icons/Oxygen/user-desktop.png Neben den im Artikel Desktop aufgezählten Desktop-Umgebungen, die ihre eigenen Werkzeuge wie Fenstermanager, Panel, Fensterumschalter und eventuell Applets für ihr Panel mitbringen, gibt es viele alleinstehende Fenstermanager. Diese haben ihre eigenen Qualitäten.

Eine eigene Desktop-Umgebung mit einem Fenstermanager, einem Panel und einem Dateimanager kann man sich leicht nach den eigenen Vorlieben zusammenstellen. Man sollte aber berücksichtigen, dass auch grafische Programme wie ein Webbrowser, ein Textverarbeitungsprogramm etc. Arbeitsspeicher benötigen. In der Praxis sind dann mind. 512 MiB RAM empfehlenswert. Das installierte Grundsystem wird zusammen mit der grafischen Oberfläche ca. 1,5 GiB auf der Festplatte benötigen.

Grundlagen zur Installationen einer eigenen Desktop-Umgebung enthält der Artikel Minimalinstallation.

Komponenten

Die folgenden Programmkomponenten bilden das Grundgerüst einer eigenen Desktop-Zusammenstellung.

XServer

Sobald das Grundsystem installiert ist, wird zunächst der XServer über das Paket xorg aufgespielt. Dieser bildet die Grundlage einer grafischen Oberfläche. Nützlich ist grundsätzlich auch ein grafisches Terminal, das man über das Paket xterm erhält.

Fenstermanager

Für ein schlankes System bieten sich an:

Panel

Im genannten Artikel Fenstermanager (Abschnitt „Panel“) und auch im Artikel GNOME Panel werden viele Funktionen eines Panels beschrieben. Eine Übersicht der verschiedenen Programme ist im Artikel Desktop (Abschnitt „Panels“) zu finden. Alternativ kann man auch einen Anwendungsstarter nutzen (diese sind im gleichen Artikel beschrieben).

Dateimanager

Irgendeine Art von Dateimanagement muss betrieben werden. Meist benutzt man dafür einen Dateimanager, stattdessen könnte allerdings auch ein Terminal verwendet werden.

Netzwerk-Manager

Speziell bei der Nutzung von WLAN ist ein Netzwerk-Manager sehr praktisch. Empfehlenswert sind der NetworkManager oder Wicd. Bei Nutzung eines kabelgebundenen LANs kann ein solcher entfallen, in dem man das Netzwerk statisch konfiguriert (siehe interfaces bzw. ab Ubuntu 17.10 Netplan).

Systemmonitor

Desklets sind kleine Erweiterungen für den Desktop, die als Systemmonitor dienen können. Ein Systemmonitor ist praktisch, um die Systemauslastung einschätzen zu können. Dann kann nachvollzogen werden, ob oder welcher Prozess zu viel Leistung schluckt und das System ausbremst.

Umgebung starten

Normalerweise ist auch ein Programm für eine grafische Anmeldung (siehe Displaymanager) installiert. Wenn man ohne grafische Anmeldung auskommt, kann man wieder ein wenig Hauptspeicher einsparen. Dann muss man nach dem Login die grafische Oberfläche manuell starten:

startx 

Welche Programme jetzt ausgeführt werden, kann man selbst definieren. Dazu legt man eine Startdatei an [1]. Um diese mit einem Displaymanager zu nutzen, nennt man sie ~/.xsession, ohne Displaymanager wird sie ~/.xinitrc genannt (Beispiele). Eine entsprechende Startdatei mit

würde zum Beispiel so aussehen:

1
2
3
4
5
#!/bin/bash
fbpanel &
gkrellm -w &
rox -t=oben
exec openbox

Das Resultat:

desktop.jpg

Programmauswahl

Um tatsächlich möglichst sparsam arbeiten zu können, sollte stets darauf geachtet werden, konsequent entsprechende Software zu benutzen. Es nützt herzlich wenig, zuerst einen sparsamen Fenstermanager zu installieren, um danach z.B. Firefox und LibreOffice (beide bekannt für ihren Ressourcenhunger) zu verwenden.

Programm-Empfehlungen

Für eine benutzbare Arbeitsumgebung auf solch einem "kleinen" System empfehlen sich die folgenden Programme [5], die einen geringen Hauptspeicher-Bedarf haben und gut funktionieren:

Weitere Vorschläge finden sich im Artikel empfohlene Anwendungen.

Remaster erstellen

Unter einem Remaster versteht man die Erstellung eines Ubuntu-Derivats – mit eigener Installations-CD. So kann das Ergebnis der eigenen Bemühungen gesichert und bei Bedarf bequem verteilt werden. Bei dieser Aufgabe helfen verschiedene Werkzeuge.

Leider setzen viele Werkzeuge noch Ubuntu 12.04 voraus und wurden nicht auf neuere Ubuntu-Versionen angepasst.

Remastersys

Remastersys ist ein Programm für Debian und Ubuntu zur einfachen Erstellung individueller Live-CDs bzw. -DVDs. Als Grundlage dient – im Gegensatz zu den anderen genannten Werkzeugen – das laufende System. Das Programm wird entweder per Terminal oder mittels grafischer Benutzeroberfläche ausgeführt.

Ubuntu Customization Kit

Das Ubuntu Customization Kit (UCK) ist ein Werkzeug, das beim Erstellen eigener Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu oder Edubuntu CDs/DVDs behilflich ist. Mit der grafischen Oberfläche des Programms lassen sich die Spracheinstellungen der Disc, sowohl für das Live-System als auch für den Startvorgang, anpassen.

Customizer

Customizer {en} bietet gegenüber UCK und ähnlichen Programmen einige Vorteile, die in der offiziellen Dokumentation {en} genauer erläutert werden.

LiveCD manuell remastern

Der Artikel LiveCD manuell remastern erklärt, wie man den Vorgang ohne die bisher genannten Werkzeuge durchführt.

Performance

Optimierungs-Möglichkeiten sind im Artikel Tuning beschrieben. Ob diese praktisch etwas bringen, ist umstritten: auf neuer Hardware wird man den Unterschied nicht merken, während ältere Computer nur durch Linux nicht schneller werden. Speziell bei Linux lautet die Tuning-Methode Nummer Eins: mehr Arbeitsspeicher (RAM) einbauen. Nummer zwei ist dann der Austausch der Festplatte gegen eine SSD.