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Druckwerkzeuge

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/printer.png Dieser Artikel widmet sich verschiedenen Hilfsprogrammen rund um das Drucken. Dabei werden spezielle Programme für bestimmte Aufgaben und druckerspezifische Werkzeuge kurz besprochen. Dem Thema mehrseitige Ausgaben inkl. Falz widmet sich ein eigener Artikel: Broschürendruck.

Boomaga

Boomaga (Booklet manager) ist ein virtueller Drucker, mit dem die Ausgabe eines Druckauftrags angezeigt werden kann, bevor diese an einen Drucker übergeben wird. Durch seine Position zwischen Anwenderprogramm und Drucker erlaubt es eine universell nutzbare Druckvorschau auch bei Anwendungen, in denen diese Funktion nicht vorgesehen ist. Zusätzlich kann das Layout des Ausdrucks noch angepasst (Druck mehrerer Seiten auf einer) und mehrere Druckaufträge zu einem zusammengefasst werden.

Cron/Anacron

Tintenstrahldrucker können eintrocknen, wenn nicht regelmäßig gedruckt wird. Um das Austrocknen zu verhindern kann man mit Cron oder besser Anacron Cron (Abschnitt „Anacron-Anac-h-ronistic-Cron“) in einem regelmäßigem Abstand eine Testseiten drucken lassen. Anacron eignet sicher hierzu besser, da bei ausgeschaltetem Rechner ein verpasster Job nachgeholt wird. Als Beispiel soll hier Anacron einmal im Monat eine Testseite drucken. Hierzu erstellt man unter /etc/cron.monthly/ ein Skript und führt darin den lpr Befehl aus. Der Skriptname darf nur große und kleine Buchstaben, Ziffern, Unterstriche und Bindestriche enthalten aber keinen Punkt (z.B. /etc/cron.monthly/drucke_testseite). Der im Skript gezeigte Befehlt druckt einmal testseite.jpg auf dem im System als Standard eingerichtetem Drucker aus.

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#!/bin/bash
# Drucke Testseite auf dem Standarddrucker - Anzahl der Ausdrucke: -# 1
lpr -# 1 '/usr/share/cups/data/default-testpage.pdf'

CUPS-PDF

CUPS-PDF ist ein Backend für den Druckdienst CUPS. Es handelt sich ein Programm mit einer langen Tradition: bis einschließlich Ubuntu 8.04 war es standardmäßig vorinstalliert und wurde genutzt, um Dokumente programmunabhängig im PDF-Format drucken zu können. Ab Ubuntu 8.10 wurde es durch die Funktion gtkprint abgelöst, das zumindest bei GTK-basierenden Anwendungen eine Postscript- bzw. PDF-Datei direkt erzeugen kann. Dazu wird im Dialog "Drucken" der virtuelle Drucker "In Datei drucken" ausgewählt und das Ausgabeformat sowie der Name der Datei angegeben. Inzwischen enthält auch KDE eine entsprechende Funktion.

Möchte man in wirklich allen Programmen PDF-Dateien erzeugen, bietet sich dennoch die zusätzliche Einrichtung von CUPS-PDF an.

Tea4CUPS

Tea4CUPS 🇬🇧 ist ein weiteres Backend für CUPS, das umfangreiches Pre- und Postprocessing von Druckdaten und -aufträgen ermöglicht. Konkrete Beispiele wären das Senden des gleichen Druckauftrags an mehrere Drucker, das automatisierte Archivieren sämtlicher Druckaufträge als PDF-Dokumente oder auch das Unterbinden versehentlicher, doppelter Druckaufträge. Die Konfiguration wird in der Datei /etc/cups/tea4cups.conf vorgenommen. Als Filter können mitunter direkte Befehle oder Bash-Skripte unter Berücksichtigung verschiedener Umgebungsvariablen eingesetzt werden. Das Debian-Wiki bietet dazu im Artikel Tea4CUPS 🇬🇧 eine Übersicht mit verschiedenen Beispielen.

Tea4CUPS ist im Rahmen des Projekts PyKota 🇬🇧 in Python entwickelt worden und wurde unter GPL 2.0 🇬🇧 lizensiert.

Um das Backend verwenden zu können, muss folgendes Paket installiert [1] werden:

  • cups-tea4cups (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install cups-tea4cups 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://cups-tea4cups

GtkLP

./gtklp.png GtkLP 🇬🇧 ist ein weiteres grafisches Frontend für CUPS. Es hilft dem Benutzer, die optimalen Einstellungen für den/die vorhandenen Drucker zu finden. Man kann es auch als Erweiterung für die normalen Druckdialoge nutzen. GtkLP wird dann von Programmen wie ein Ghostscript-Drucker angesprochen: man braucht nur den gtklp als Druckbefehl einzutragen.

Einige Optionen:

  • gerade/ungerade Seiten drucken

  • umgekehrte Reihenfolge der Ausgabe

  • Druckqualität

  • Mehrere Seiten auf eine Seite drucken

Mit "Speichern unter" kann man mehrere Profile zum Ausdrucken erstellen.

Es muss das folgende Paket installiert [1] werden:

  • gtklp (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtklp 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://gtklp

Manueller Duplexdruck

Wenn man mehrere Seiten auf eine drucken will und zudem noch beidseitig (Duplex), muss man nur unter Ausgabe die entsprechenden Einstellungen machen: "Papierausnutzung → Seiten pro Blätter → 4" und "gerade Seiten" oder "ungerade Seiten " je nach Drucker).

Hinweis:

"Druckbereich" gibt nicht die Seiten des Dokuments, sondern der Ausgabe an. Wenn ein Dokument zum Beispiel 20 Seiten hat und man 4 pro Seite ausdruckt, besteht die Ausgabe aus 5 Seiten. Bei einem Druckbereich von 1-4 werden also nicht die ersten 4 Seiten des Dokuments gedruckt, sondern 1-16.

PhotoPrint

./photoprint_logo.png Ein sehr leistungsfähiges und vielseitiges Programm zum Ausdrucken von Fotos, Postern, CDs etc. Verwendet werden standardmäßig die CUPS-Gutenprint-Treiber; u.a. mit TurboPrint ist auch randloser Ausdruck möglich - einen entsprechenden Drucker vorausgesetzt. Eine genaue Beschreibung findet sich im Artikel PhotoPrint.

PosteRazor

./posterazor_logo.png Dieses Programm macht es möglich, große Bilddateien in mehrere Teile zu zerschneiden. Anschließend kann man diese Teile einzeln ausdrucken und die Seiten mit Klebstoff wieder zu einem Ganzen zusammenfügen. PosteRazor automatisiert die Druckvorstufe für den großformatigen Posterdruck und macht billigen Posterdruck auch mit A4-Druckern möglich. Weitere Informationen im Artikel PosteRazor.

Druckerspezifische Werkzeuge

Epson Printer Utility

Epson bietet seit Anfang 2015 im Epson Download Center 🇬🇧 das Tool "epson-printer-utility" (manpage 🇬🇧) für Tintenstand und Düsenreinigung an. Das Programm muss aus dem Terminal mit dem Befehl

epson-printer-utility 

gestartet werden. Alternativ kann man sich einen Starter für einfachere Verwendung anlegen (siehe dazu bitte auch How to get “Epson Printer Utility” to start from Launcher in Ubuntu? 🇬🇧).

Falls beim Terminal-Start vom "epson-printer-utility" die Fehlermeldung

Communication daemon down, Error code = -1

erscheint, dann muss man manuell den Dienst für das Epson-Backend starten

sudo systemctl start ecbd.service 

und danach den Terminal-Befehl epson-printer-utility wiederholen.

mtink

mtink 🇩🇪 ist ein Programm für ältere Epson-Tintendrucker, das den Füllstand von Tintenpatronen auslesen, die Düsen reinigen und den Druckkopf ausrichten kann. Die problemlosere Alternative auch für ältere Geräte ist das "epson-printer-utility". Folgendes Paket muss installiert [1] werden:

  • mtink (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mtink 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://mtink

Nach der Installation hat man nun zwei Programme:

  • mtink - grafischer Statusmonitor

  • ttink - die Kommandozeilenversion von mtink

Beide Programme benötigen Root-Rechte [2]. Mit dem Befehl [3]:

gksudo mtink 

wird der Füllstand der Patronen angezeigt. Anmerkung: ab Ubuntu 13.10 muss vorher noch das Paket gksu nachinstalliert werden.

Ab Ubuntu 11.04 muss noch ein Kernelmodul geladen (und anschließend entladen) werden. Damit ändert sich der Aufruf zu:

sudo modprobe usblp
gksudo mtink
sudo modprobe -r usblp 

ttink

In einem Terminal [3] gibt

ttink -l 

eine Liste der bekannten Drucker aus. Es sollte jedoch mit jedem Epson-Drucker funktionieren. Der Epson C44UX taucht z.B. nicht auf, aber er funktioniert.

sudo ttink -d /dev/usb/lp0 

zeigt den Füllstand der Patronen an (sofern der Drucker per USB angeschlossen und lp0 ist). Mit

sudo ttink -d /dev/usb/lp0 -c 

werden die Düsen gereinigt.

Weitere Optionen:

Optionen
Parameter Beschreibung
-d GERÄTEDATEI, --device GERÄTEDATEI Siehe obige Beispiele - zwingend erforderlich!
-m NAME, --model NAME oder NUMMER Ohne diese Angabe wird der Drucker automatisch bestimmt
-D, --D4 D4-Protokoll immer verwenden
-r, --reset Drucker zurücksetzen
-c, --clean Düsenreinigung
-n, --nozzle-check Düsentest
-s, --status Standardauftrag
-a, --align-head Köpfe ausrichten
-e, --exchange-ink Patronen wechseln
-i, --identity Drucker-Identifizierung ausgeben (nicht bei allen Druckern möglich)
-v, --version Version ausgeben
-l, --list-printer Bekannte Drucker ausgeben
-L D4 Protokollausgabe zur Fehlerdiagnose auf stderr
-u Textausgabe erfolgt in UTF-8 Kodierung

HPLIP Toolbox

Bei installiertem hplip-Treiber gibt es ein grafisches Programm zum Ausführen diverser Wartungsoperationen für HP-Drucker. Weitere Details sind im Artikel HPLIP zu finden.

Diese Revision wurde am 24. April 2019 00:44 von BillMaier erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Drucker, System, Hardware, Büro, Übersicht