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Beispiele

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:


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Dieser Artikel zeigt praktische Beispiele für Desktop-Dateien und deren Verwendung zu Veranschaulichung der generellen Ausführungen in den Artikeln:

Hinweis:

Die Beispiele wurden individuell für unterschiedliche Ubuntu-Versionen und Desktops getestet, jedoch konnten nicht alle Varianten/Kombinationen Berücksichtigung finden. Fehlfunktionen bitte im Forum ansprechen.

Beispiele für Programmstarter

Dies sind Desktop-Dateien mit einer Zeile Type=Application.

Zu den Besonderheiten bei der Ablage solcher Dateien als Symbol auf der Desktop-Oberfläche siehe die Artikel:

Kommandozeilen-Programm

Den zur Abfrage der verfügbaren Blockgeräte oft benötigten Befehl

lsblk -lf /dev/disk/*/* 

kann man über eine Desktop-Datei im Menü verankern:

# ~/.local/share/applications/lsblk.desktop
[Desktop Entry]
Type = Application
Name = Massenspeicher auflisten
Comment = Blockgeräte für Massenspeicher anzeigen
Icon = drive-multidisk.png
Categories = System;UserMenu;
StartupNotify = false
Terminal = true
Exec = bash -c "lsblk -lf /dev/disk/*/* ; read"

Man beendet die Anzeige mit der Eingabetaste .

Java-Programm starten

Dies wird hier am Beispiel des in Java geschriebenen Editors jEdit unter openjdk-11-jre gezeigt:

[Desktop Entry]
Name=Java-Programm jEdit starten
Exec=/usr/lib/jvm/java-11-openjdk-amd64/bin/java -jar /usr/share/jedit/jedit.jar
Type=Application
Terminal=false
Icon=/usr/share/icons/hicolor/48x48/apps/jedit.png

Für eine andere Java-Runtime ist natürlich die Zeile Exec= anzupassen.

Java-Programm per Dateimanager starten

Für den Start einer selbst nicht ausführbaren Datei, beispielsweise einer Java-Datei (.jar-Datei) aus dem Fenster eines Dateimanagers wie Nautilus (Unity, GNOME 3) muss über eine Desktop-Datei ein Beziehung zwischen den MIME-Typen für Java-Programme und der ausführbaren Datei der Java-Runtime hergestellt werden. Diese Diskussion im Forum bietet Lösungsvorschläge.

Ein Beispiel für eine entsprechende Desktop-Datei (hier für OpenJDK 11 64-Bit):

[Desktop Entry]
Name=OpenJDK 11 Runtime
Name[de]=OpenJDK 11 Laufzeitumgebung
Comment=open with OpenJDK Java
Comment[de]=mit OpenJDK Java öffnen
Exec=/usr/lib/jvm/java-11-openjdk-amd64/bin/java -jar %f
Terminal=false
Type=Application
Icon=openjdk-11
MimeType=application/x-java-archive;application/java-archive;application/x-jar;

Hier muss der vollständige Pfad zur Java-Runtime-Datei angegeben werden, weil diese nicht über die Umgebungsvariable PATH auffindbar ist.

Für Oracle Java passt man diese Datei entsprechend an. Nach diesem Schema können natürlich auch Textdateien mit Programmen für beliebige andere Programmiersprachen durch Zuweisung einer passenden Runtime-Datei ausgeführt werden.

Shell-Skript: Netzwerk verbinden

Manchmal wünscht man sich einen simplen Knopf zum Aktivieren des Netzwerks, beispielsweise um einen WLAN Hotspot zu starten. Man benötigt dazu ein Skript, welches mit Kommandozeilenbefehlen für NetworkManager das jeweilige Netzwerkprofil aktiviert und eine Desktop-Datei zur Einbindung in die GUI.

Ein geeignetes Skript inkl. einer Beschreibung seiner Funktionsweise findet man hier:

Man macht die heruntergeladene Datei ausführbar und verschiebt sie mit dem Namen Netzwerkprofil entweder in einen Ordner, der über die Umgebungsvariable PATH gefunden wird oder an eine beliebige Stelle in seinem Benutzerverzeichnis; dann muss man allerdings in der Desktop-Datei bei Exec den vollständigen Pfad angeben.

Zur Einbindung in die GUI dient diese Desktop-Datei:

# ~/.local/share/applications/NM-profile.desktop
[Desktop Entry]
Type	=	Application
Name	=	Netzwerk-Verbindung
Icon	=	network-transmit-receive
Categories =	Network;
Terminal =	true
MimeType =	application/octet-stream;
#  Das zu startende Programm wird als ausführbare Datei über PATH gefunden:
Exec	=	Netzwerkprofil %f
#  Bei alternativen Aufrufmethoden muss der Pfad angepasst werden:
#Exec	=	/home/USERNAME/Skripte/Netzwerkprofil %f
#Exec	=	sh -c "~/Skripte/Netzwerkprofil %f"

Actions	=	up;down;status;edit;wifi-off;wwan-off;off;
[Desktop Action up]
Name	=	Verbindung aktivieren
Exec	=	Netzwerkprofil up

[Desktop Action down]
Name	=	Verbindung trennen
Exec	=	Netzwerkprofil down

[Desktop Action status]
Name	=	Verbindungsstatus
Exec	=	Netzwerkprofil status

[Desktop Action edit]
Name	=	Verbindungseditor starten
Exec	=	nm-connection-editor

[Desktop Action wifi-off]
Name	=	WLAN (Wifi) ausschalten
Exec	=	nmcli radio wifi off

[Desktop Action wwan-off]
Name	=	Breitband (WWAN) ausschalten
Exec	=	nmcli radio wwan off

[Desktop Action off]
Name	=	Netzwerk ausschalten
Exec	=	nmcli networking off

Man startet in der GUI die Applikation Netzwerk-Verbindung, z.B. aus dem Menü Anwendungen oder aus dem Panel.

GNOME-Desktop-mit-Symbol-mit-Submenue.png

Die Applikation zeigt in einem Fenster des Dateimanagers alle gespeicherten Verbindungsprofile an, von denen man eines auswählt und öffnet. Beim ersten Versuch muss man noch den Mimetyp application/octet-stream einmalig eben dieser Applikation zuordnen. Das gewählte Verbindungsprofil wird aktiviert; das Ergebnis sieht man in einem Terminal-Fenster.

Die Desktop-Datei erlaubt auch die Ausführung diverser weiterer Aktionen aus dem (oft über die rechte Maustaste rechte Maustaste erreichbaren) Kontextmenü, das können dann Aufrufvarianten des Skriptes oder ganz andere Befehle sein.

Beispiele für Lesezeichen

Dies sind Desktop-Dateien mit einer Zeile Type=Link.

Man kann bei manchen Desktops solche Dateien auf der Desktop-Oberfläche ablegen und dann bequem mit einem Klick die hinterlegte Stelle im Internet, eigenem Netzwerk oder eigenem Rechner öffnen.

Dies funktioniert nicht beim GNOME-Desktop, aber beispielsweise bei Xubuntu 20.04.

Webseite

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[Desktop Entry]
Name= Forum bei UbuntuUsers.de
Type= Link
URL= https://forum.ubuntuusers.de/
Icon=

Verzeichnis

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[Desktop Entry]
Name= Meine Dokumente
Type= Link
# Den Wert in der folgenden Zeile für eigene Bedürfnisse anpassen!
URL= /home/USERNAME/Dokumente/
Icon=

Zweckmäßigerweise ergänzt man diese Desktop-Dateien noch um die Angabe eines Ikons, dessen Datei man im Ordner ~/.icons/ ablegt.

Diese Revision wurde am 10. Dezember 2022 09:50 von kB erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: GNOME 3, Xfce, KDE, LXDE, Desktop, MATE, LXQt, Budgie