Benutzer und Gruppen

Inhaltsverzeichnis
  1. Benutzer
    1. Sonderfall: Benutzer root
  2. Gruppen
  3. Werkzeuge zur Verwaltung von Benutzern und...
    1. Namenskonventionen
    2. Passwörter
    3. Grafisch
    4. Terminal
    5. Voreinstellung ändern
  4. Problembehebung
    1. Neue Gruppenzugehörigkeit sofort aktivie...
    2. Nummerierung der UID/GID
    3. USB-Gerät ist nicht als /dev/ttyUSB... v...
  5. Links
    1. Intern
    2. Extern

Wiki/Icons/users.png Linux kennt als Mehrbenutzer-Betriebssystem – wie alle unixoiden Betriebssysteme – das Konzept verschiedener Benutzer. Diese haben nicht alle unbedingt dieselben Rechte und Privilegien. Neben den eigentlichen Benutzerkonten für reale Personen existieren auf dem System noch viele Systemdienste mit einem eigenen Benutzerkonto. Dadurch wird erreicht, dass eine mögliche Schwachstelle in einem Dienst nicht zu große Auswirkungen auf das System haben kann.

Im Gegensatz zu vielen anderen Linux-Distributionen wird unter Ubuntu dem Systemverwalterkonto "root" kein Passwort zugewiesen, d.h. es gibt kein "klassisches" Administrator-Konto. Dies ist Absicht. Die Hintergründe und die Funktionen, um Aktionen mit Root-Rechten ausführen zu können, sind im Artikel sudo näher erläutert.

Benutzer

Die Benutzernamen unter Linux sind eigentlich aussagekräftig genug, um hier keine großen Erklärungen abgeben zu müssen. Die meisten Systemdienste bringen auch ihren eigenen Benutzer mit.

Benutzername Funktion
root Der Systemverwalter unter Linux
nobody Wird von Prozessen als Benutzerkennung verwendet, wenn nur ein Minimum an Rechten vergeben werden soll
cupsys Benutzer des Druckdienstes CUPS
www-data Benutzer des Webservers Apache

Diese Liste ließe sich noch deutlich erweitern, doch die meisten System-Benutzer sollten sich allein aus der Namensgebung heraus erklären.

Sonderfall: Benutzer root

Standardmäßig existiert unter Linux immer ein Konto für den Benutzer root mit der User-ID 0. Dies ist ein Systemkonto mit vollem Zugriff auf das gesamte System und damit auch auf alle Dateien und Einstellungen aller Benutzer.

Bei Ubuntu wird dem Benutzer root allerdings kein Passwort zugewiesen. Dadurch kann sich niemand unter dem Namen "root" anmelden.

Der erste anlegte Benutzer ist unter Ubuntu bzw. dessen Derivaten immer automatisch Mitglied der Gruppe sudo und kann so mit Root-Rechten arbeiten. Wie bei Bedarf weitere Nutzer dieser Gruppe hinzugefügt werden können ist weiter unten im Artikel erklärt.

Gruppen

Jeder Benutzer ist einer Hauptgruppe zugeordnet, kann daneben aber auch Mitglied weiterer Gruppen sein. Der Zugriff auf gewisse Hardware oder Dienste ist auf die Mitglieder einer bestimmten Gruppe beschränkt. So dürfen z.B. nur Benutzer, die zur Gruppe "audio" gehören, Klänge über die Soundkarte ausgeben. Möchte man nun einem Benutzer die Berechtigung für die Soundkarte geben, so erreicht man dies, indem man ihn in die Gruppe "audio" aufnimmt.

Die Hauptgruppe eines Benutzers spielt im Zusammenhang mit den Zugriffsberechtigungen auf Dateien und Verzeichnisse eine Rolle. Jede Datei ist immer Eigentum genau eines Benutzers. Daneben ist den Dateien aber auch eine Gruppe zugeordnet. Wenn ein Benutzer eine Datei erzeugt, dann wird seine Hauptgruppe als Gruppe bei der erzeugten Datei eingetragen.

Hier folgt nun eine Liste der Gruppen, die üblicherweise Benutzern zugewiesen werden. Nicht alle dieser Gruppenzugehörigkeiten lassen sich über die einfachen GUIs der Desktop-Umgebungen setzen.

Gruppe Funktion 16.04 18.04
sudo Administrator-Aufgaben mittels sudo ausführen Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png
adm Nur Benutzer, die in dieser Gruppe sind, dürfen Logdateien ansehen Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png
audio Audio-Geräte verwenden Wiki/Icons/Tango/dialog-cancel.png Wiki/Icons/Tango/dialog-cancel.png
cdrom CD-ROM Laufwerke benutzen Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png
dialout Serielle Geräte benutzen (z.B.: Modems, Palm Pilots) Wiki/Icons/Tango/dialog-cancel.png Wiki/Icons/Tango/dialog-cancel.png
dip Werkzeuge verwenden, die eine Verbindung durch Einwahl herstellen Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png
fuse Auf Geräte des FUSE zugreifen Wiki/Icons/Tango/dialog-cancel.png Wiki/Icons/Tango/dialog-cancel.png
lpadmin Drucker einrichten und über CUPS konfigurieren. Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png
plugdev Zugriff auf externe Speichergeräte automatisch ermöglichen Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png
sambashare Mit Samba Usershares einrichten Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png Wiki/Icons/Tango/dialog-ok.png
video Video-Beschleunigung oder TV-Karten benutzen Wiki/Icons/Tango/dialog-cancel.png Wiki/Icons/Tango/dialog-cancel.png

Hinweis:

Durch die ständige Weiterentwicklung von Ubuntu kann es vorkommen, dass bestimmte Gruppenzugehörigkeiten nicht mehr benötigt werden, die Funktion aber trotzdem zur Verfügung steht.

Werkzeuge zur Verwaltung von Benutzern und Gruppen

Benutzer und Gruppen können sowohl aus den Desktop-Umgebungen heraus als auch mittels Konsole bearbeitet werden. Im Folgenden werden die Grundfunktionen beschrieben.

Namenskonventionen

Die Namen von Benutzern und Gruppen unterliegen gewissen Einschränkungen:

  1. Sie müssen mit einem Kleinbuchstaben beginnen.

  2. Danach können weitere Kleinbuchstaben, Ziffern (0-9), - (Minuszeichen) oder _ (Unterstrich) folgen. Zur Kompatibilität mit Konten auf Samba-Rechnern wird außerdem $ am Ende des Benutzernamens unterstützt.

  3. Sie dürfen nur einmal auf dem System vergeben sein.

Diese Regeln sind in der Datei /etc/adduser.conf festgelegt.

Passwörter

Jedem Benutzer muss ein Passwort zugewiesen werden. Bei der Passwortvergabe sollte darauf geachtet werden, keine deutschen Sonderzeichen (ä,ö,ü,ß) zu verwenden. Sollte das Keyboardlayout einmal partout auf Englisch stehen, kann man sich sonst nicht mehr anmelden.

Grafisch

Die grafischen Oberflächen zur Benutzer- und Gruppenverwaltung sind in eigenen Artikeln beschrieben:

Terminal

Selbstverständlich lassen sich auch alle Aktionen zur Benutzerverwaltung über ein Terminal ausführen. Hier soll keine vollständige Ausführung zu diesen Kommandos erfolgen, sondern nur eine kurze Einleitung gegeben werden, um eine Basis zu vermitteln. Mehr zu den einzelnen angeführten Befehlen findet sich in der Befehlsübersicht.

Informationen über den aktuellen Benutzer

id 

Anzeigen der Benutzer in einzelnen Gruppen

less /etc/group 

Benutzer hinzufügen

sudo adduser BENUTZERNAME 

Weitere Details in adduser.

Benutzer löschen

  • Nur Benutzer löschen:

    sudo deluser BENUTZERNAME 
  • Benutzer inkl. der Daten aus dem Homeverzeichnis löschen:

    sudo deluser --remove-home BENUTZERNAME 

Weitere Details in deluser.

Neuen Benutzer hinzufügen und seine primäre Gruppe bestimmen

sudo adduser BENUTZERNAME --ingroup GRUPPENNAME 

Bestehenden Benutzer einer weiteren Gruppe hinzufügen

sudo usermod -aG GRUPPENNAME BENUTZERNAME 

Standardgruppe eines Benutzers ändern

sudo usermod -g GRUPPENNAME BENUTZERNAME 

Benutzer aus einer Gruppe entfernen

sudo deluser BENUTZERNAME GRUPPENNAME 

Eine neue Gruppe erstellen

sudo addgroup GRUPPENNAME 

Benutzernamen ändern

Der Benutzername lässt sich leicht mittels

usermod -l NEUERNAME ALTERNAME 

ändern. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der zu ändernde Benutzername gerade nicht aktiv (d.h. nicht am System angemeldet) ist.

Hinweis:

Dies funktioniert nicht bei einem verschlüsselten Benutzerverzeichnis, siehe ecryptfs/verschlüsseltes Benutzerverzeichnis umbenennen

Damit auch das Benutzerverzeichnis entsprechend zum neuen Namen NEUERNAME geändert wird, muss jetzt noch ein weiterer Befehl folgen:

usermod -d /home/NEUERNAME -m NEUERNAME 

Vollständigen Benutzernamen ändern

Wenn man nur den vollständigen Benutzernamen (Vor-/Nachname) ändern möchte, nicht aber den Anmelde-Benutzernamen, kann man dies mit

sudo chfn -f NEUER_VOLLSTÄNDIGER_NAME BENUTZERNAME 

erreichen. Siehe auch chfn.

Passwort ändern

  • Eigenes Passwort ändern:

    passwd 
  • Passwort eines anderen Benutzers ändern:

    sudo passwd BENUTZERNAME 

Weitere Informationen erhält man im Artikel passwd.

Voreinstellung ändern

Wenn man die Voreinstellung ändern möchte, so dass die Dateien künftig neu angelegter Benutzer nicht von Anderen lesbar sind, so geht das im Terminal [1] mit dem Befehl

sudo dpkg-reconfigure adduser 

Die Frage "Wünschen Sie systemweit lesbare Home-Verzeichnisse" sollte man hier dann auf "Nein" setzen.

Problembehebung

Neue Gruppenzugehörigkeit sofort aktivieren

Wenn man einen Benutzer einer weiteren Gruppe zuordnet, muss sich dieser Benutzer prinzipiell erst ab- und wieder neu anmelden, bevor die neue Gruppenzugehörigkeit aktiv wird. Mit dem Befehl newgrp kann man das umgehen.

Nummerierung der UID/GID

In seltenen Fällen kann es nützlich sein festzulegen, wie Benutzerkonten (UID) und Gruppen (GID) nummeriert werden. Normalerweise beginnt Ubuntu hier bei 1000. Der Startwert kann in der Datei /etc/login.defs festgelegt werden. Beispiele:

UID_MIN 500
GID_MIN 500

USB-Gerät ist nicht als /dev/ttyUSB... verfügbar

Das kann dadurch verursacht sein, dass der aktuelle Benutzer nicht in der Gruppe tty eingetragen ist. Kontrollieren lässt sich das für den aktuellen Benutzer mit dem Befehl:

groups 

Wie der aktuelle Benutzer zur Gruppe tty hinzugefügt werden kann, ist oben beschrieben. Eine Möglichkeit, den Benutzer xyz zur Gruppe hinzuzufügen, ist:

sudo addgroup xyz tty 

Intern

Extern