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Ion3

Archivierte Anleitung

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Anmerkung: Die Entwicklung von Ion3 wurde eingestellt. Alternativen sind im Artikel Fenstermanager (Abschnitt „Tilingfaehige“) zu finden.

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Ion3 🇬🇧 ist ein tiling-fähiger Fenstermanager für Fortgeschrittene, der sich gut in GNOME integrieren und sich fast komplett mit der Tastatur steuern lässt. Ion3 arbeitet im aufgeteilten ("tiled") Modus mit Rahmen ("Frames"), in die sich Xclients (die grafische Ausgabe von Anwendungen) ablegen lassen. Enthält ein Frame mehrere Xclients, werden diese in Form von Tabs am oberen Rand dargestellt. Zusätzlich gibt es noch den Vollbild- und den schwebenden ("floating ") Modus, bei dem die Xclients mit der Maus frei bewegt werden können.

Der Programmautor Tuomo Valkonen hat die Weiterentwicklung 2009 nach knapp 10 Jahren eingestellt und widmet sich laut eigener Aussage inzwischen interessanteren Dingen. Es gibt eine Weiterführung durch die Community unter dem Namen Notion 🇬🇧.

Installation

ion3.png
GNOME mit Ion3

Ion3 kann über die Paketverwaltung bis einschließlich Ubuntu 10.10 mit Hilfe folgenden Paketes installiert werden [1]:

  • ion3 (universe [2])

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ion3 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://ion3

Aus dem Quellcode kompilieren

Alternativ kann man die aktuelle Version von Ion3 (die oft nicht über die Paketverwaltung erhältlich ist) aus dem Quellcode kompilieren. Dazu muss man neben der in [3] erwähnten Pakete noch

  • lua5.1 (universe )

  • liblua5.1-0 (universe)

  • liblua5.1-0-dev (universe)

  • libx11-dev

  • x11proto-xext-dev

  • libsm-dev

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install lua5.1 liblua5.1-0 liblua5.1-0-dev libx11-dev x11proto-xext-dev  libsm-dev 

Oder mit apturl installieren, Link: ,libsm-dev

installieren [1].

Von der Projektseite 🇬🇧 kann der Fenstermanager als Archiv heruntergeladen und entpackt [4] werden. Vor der Installation muss noch die Datei system.mk geändert werden [5]:

# If you have installed Lua 5.1 from the official tarball without changing
# paths, this should do it.
LUA_DIR=/usr/local
LUA_LIBS = -L$(LUA_DIR)/lib -llua
LUA_INCLUDES = -I$(LUA_DIR)/include
LUA=$(LUA_DIR)/bin/lua
LUAC=$(LUA_DIR)/bin/luac

# If you are using the Debian packages, the following settings should be
# what you want.
#LUA_LIBS=`pkg-config --libs lua5.1`
#LUA_INCLUDES=`pkg-config --cflags lua5.1`
#LUA=/usr/bin/lua5.1
#LUAC=/usr/bin/luac5.1

zu

# If you have installed Lua 5.1 from the official tarball without changing
# paths, this should do it.
#LUA_DIR=/usr/local
#LUA_LIBS = -L$(LUA_DIR)/lib -llua
#LUA_INCLUDES = -I$(LUA_DIR)/include
#LUA=$(LUA_DIR)/bin/lua
#LUAC=$(LUA_DIR)/bin/luac

# If you are using the Debian packages, the following settings should be
# what you want.
LUA_LIBS=`pkg-config --libs lua5.1`
LUA_INCLUDES=`pkg-config --cflags lua5.1`
LUA=/usr/bin/lua5.1
LUAC=/usr/bin/luac5.1

Danach kompiliert/installiert das Programm, aber ohne Aufruf von ./configure [3].

Wenn man Ion3 aus den Paketquellen installiert hat, kann man ihn jetzt schon benutzen, indem man beim Anmeldebildschirm "Einstellungen → Sitzung wählen → Ion3" auswählt. Hat man Ion3 selbst kompiliert und will ihn ohne GNOME einsetzen, findet man unter [6] eine Anleitung dazu. Wer aber auf nicht auf das gewohnte "Look'n'Feel" von Ubuntu verzichten will und eigentlich auch jeder andere, der in den vollen Genuss von Ion3 kommen will, muss noch einiges anpassen.

Benutzung

Die wichtigsten Tastenkürzel

TastenkürzelWirkung
Alt + F9 neuen Workspace erstellen
Alt + 0 bis 9 zu den Workspaces springen
Alt + , / . zum vorigen/nächsten Workspace springen
Alt + Tab ⇆ / P / N zum Frame rechts/oben/unten vom aktuellen
Alt + K + N / P zum nächsten / vorigen Tab innerhalb des Frames
Alt + K K zu Anwendung, die Aufmerksamkeit verlangt
Alt + S Frame vertikal aufteilen
Alt + K + S Frame horizontal aufteilen
Alt + H / V Frame horizontal / vertikal maximieren
Alt + Vollbildmodus für aktuelle Anwendung umschalten
Alt + A Frame in vorhandenes Tiling einbinden
Alt + K + B Frame in neues Tiling einbinden
Alt + K + R ausgewählen Frame nach vorne holen
Alt + R Größenänderungsmodus
Größenänderungsmodus verlassen
nichts / / Alt + B / F / P / N vergrößern / schrumpfen / bewegen nach rechts / links / oben / unten im Größenänderungsmodus
Alt + [linke Maustaste auf Tab]Frame verschieben
[linke Maustaste auf Rand] oder Alt + [rechte Maustaste auf Tab]Größe des Frames ändern
Alt + C markierte Anwendung schließen
Alt + K + C Beenden der markierten Anwendung erzwingen ("kill")
F2 Xterm starten
F3 Startmenü
F9 Workspace-Abfrage (siehe Layouts)
F12 Ion3 Hauptmenü
Alt + G Liste aller Fenster anzeigen

Wem diese Tastenbelegung zu umständlich ist, der findet unter "Alternative Tastenbelegung" Konfigurationsdateien mit einer einfacheren Tastenbelegung.

Programme starten

Mit F3 kann man ein Startmenü aufrufen, in dem man den Namen eines Programms eingeben kann. Dabei zeigt eine Liste alle passenden, vorhandenen Programme an. Die Einträge kann man mit F3 anwählen, mit wird ein Programm gestartet. Man kann Programmen auch eigene Tastenkürzel zum Starten zuweisen. Wer Programme wie von Ubuntu gewohnt starten möchte, findet bei GNOME-Panel einbinden Rat.

Konfiguration

Die Konfigurationsmöglichkeiten von Ion3 sind sehr mächtig und erst ein auf die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben angepasstes Ion3 ist richtig komfortabel. Anwendugsspezifische Einstellungen sind für die meisten Programme nicht nötig. Es gibt jedoch einige Programme, bei denen sich die Fenster sehr speziell verhalten. Ein Beispiel dafür ist GIMP. Durch die vielen Dialoge wird das Arbeiten mit den Standardeinstellungen zur Qual. Mit ein wenig Feintuning allerdings kann man sich meist auch mit solchen Programmen die Vorteile eines Tiling-Fenstermanagers zunutze machen. Im Folgenden werden Beispiele stets anhand von GIMP gegeben, sodass nebenbei mehrere Möglichkeiten der Konfiguration von Ion3 speziell im Bezug auf GIMP aufgezeigt werden.

Kopieren der Konfigurationsdateien

Bevor man mit der Konfiguration beginnt, sollte man den Ordner .ion3 in seinem Homeverzeichnis erstellen und alle Dateien (Ion's Konfigurationsdateien) aus dem Ordner /etc/X11/ion3 (Installation aus Paketquellen) oder /usr/local/etc/ion3 (Ion3 selbst kompiliert) hier hineinkopieren. In diesem Ordner kann man jetzt die Konfiguration für den jeweiligen Benutzer vornehmen. Wenn man die Konfiguration gleich für alle Benutzer ändern will, sollte man die Dateien nicht kopieren, sondern in ihren ursprünglichen Ordnern ändern.

Eigenes Startlayout einrichten

Ion3 merkt sich die Positionen alle Workspaces und Frames beim Ausloggen aus der Sitzung und zwar je nachdem, ob man Ion3 alleine oder in GNOME betreibt in der Datei ~/.ion3/default-session--0/saved_layout.lua oder ~/.ion3/gnome-session-Default/saved_layout.lua. Wenn man sich seine Workspaces und Frames nach seinen Vorlieben einrichtet, sich einmal aus- und wieder einloggt und dann den Schreibzugriff auf diese Datei unterbindet [8], startet Ion3 von da an immer mit diesem Layout. In dieser Datei kann man den Workspaces und Frames auch Namen geben. Das hat den Vorteil, dass man im nächsten Abschnitt Anwendungen sagen kann, wo sie geöffnet werden sollen. Workspaces heißen ursprünglich "WGroupWS", "WGroupWS<1>" usw., Frames "WFrame", "WFrame<1>"... . Diese kann man in den Zeilen, die

["name"] =

enthalten, festlegen. Weiterhin kann man einen Workspace ohne Frames für schwebende Fenster bereitzustellen. Hier ist eine Beispieldatei, die folgende drei Workspaces enthält:

  • web mit den Frames webbig, gaim1 und gaim2

  • etc mit den Frames etcbig, etc1 und etc2

  • float ohne Frames, für schwebende Fenster

In Ubuntu 8.10 wird das Layout nicht mehr am Ende einer GNOME-Session gespeichert. Wer ein gespeichertes Layout beim Start jeder GNOME-Session laden lassen möchte, muss sich eine gültige saved_layout.lua in den Ordner ~/.ion3/gnome-session-this-is-deprecated/ kopieren. Eine entsprechende Datei wird in dem Ordner ~/.ion3/default-session--0/ erstellt, wenn man im GDM eine reine Ion3-Session startet, sich das Layout seinen Wünschen entsprechend einrichtet und die Session wieder beendet.

Fensterspezifische Einstellungen (Winprops)

Um Einstellungen für einzelne Fenster (sogenannte "Winprops") zu erstellen, muss man "class" und gegebenenfalls "role" und "instance" eines Fensters/Programmes kennen. Um diese herauszubekommen, klickt man mit der rechten Maustaste auf das Tab eines Fensters und wählt "Window info". Es erscheinen die gewünschten Informationen. Bei GIMP kann man zum Beispiel anhand der "roles" "gimp-toolbox" und "gimp-image-window" den Werkzeugkasten vom Bildfenster unterscheiden. Diese Namen können sich bei neuen Programmversionen ändern. Dies sollte man bei Software- und insbesondere Distributions-Upgrades beachten. Als Beispiel erstellen wir ein Winprop für GIMP, damit es schwebend und auf dem Workspace "float" gestartet wird. Dazu muss man lediglich folgende Zeilen in die Datei cfg_kludges.lua einfügen [2]:

gimp-float.jpg
alle GIMP-Fenster schweben
defwinprop{
  class = "Gimp",
  instance = "gimp",
  target = "float",
  float = true
}

Mit einem entsprechenden Abschnitt mit target = "Ort" kann man Anwendungen auch an jedem anderen Ort starten lassen, sofern man den Namen des Ortes (der im Startlayout oder einem selbst definierten Layout definiert wird) kennt.

Damit wird GIMP benutzbar, der geneigte Leser wird jedoch bemängeln, dass man die Fenster selbst positionieren muss und dass Platz verschwendet wird.

Eine andere Möglichkeit ist daher, die drei Hauptfenster von GIMP in drei Tiling-Rahmen zu organisieren und die vielen kleinen Dialoge darüber schweben zu lassen. Dazu verwendet man folgende Winprops:

gimp.jpg
GIMP mit schwebenden Dialogen
defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  float = true
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-toolbox",
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-image-window"
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-dock"
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-startup",
}

Die erste versetzt alle GIMP-Fenster in den float-Modus, die anderen heben dies für einige Spezialfälle wieder auf.

Layouts

Durch die Tastenkombination Alt + F9 erzeugt man einen neuen, horizontal in zwei Frames aufgeteilten Workspace. Die Taste F9 alleine gedrückt ruft dagegen eine Abfrage auf, bei der man durch Angabe eines Namens und eines Layouts einen neuen Workspace erstellen kann. Die möglichen Layouts sind in der Konfigurationsdatei cfg_layouts.lua definiert. Hier kann man natürlich auch nach Belieben eigene Layouts definieren.

Hierfür sind bereits Programmierkenntnisse von Vorteil. Man kann aber ein wenig bei den bereits vorhandenen Layouts abschauen. Folgendes Layout bewirkt z.B. ein Tiling mit horizontaler Aufteilung, bei dem der rechte Frame zusätzlich vertikal aufgeteilt wird (wie auf dem Bildschirmfoto am Anfang des Artikels):

ioncore.deflayout("1x2",
    mktiling(mksplit("horizontal", 
                     a_frame,
                     mksplit("vertical", a_frame, a_frame))
    )
)

a_frame steht dabei Synonym für

{
    type="WSplitRegion",
    regparams = {
        type = "WFrame", 
        frame_style = "frame-tiled"
                }
}

Als nächsten Beispiel wird dies ausgeschrieben, um ein Layout mit benannten Frames zu erstellen. Es wird ein Layout wie das auf dem Bildschirmfoto rechts für GIMP erstellt, indem folgender Code, in der Datei cfg_layouts.lua eingefügt wird:

gimp-layout.jpg
GIMP mit eigenem Layout
-- Gimp-Layout
ioncore.deflayout("gimp",
    mktiling(mksplit("horizontal", 
              mksplit("vertical",
                        mksplit("horizontal", {
                                                 type="WSplitRegion",
                                                      regparams = {
                                                                type = "WFrame", 
                                                                name = "g-dock",
                                                                frame_style = "frame-tiled"
                                                                  }
                                              }, {
                                                 type="WSplitRegion",
                                                      regparams = {
                                                                type = "WFrame", 
                                                                name = "g-toolbox",
                                                                frame_style = "frame-tiled"
                                                                  }
                                                 }),
                        {
                        type="WSplitRegion",
                             regparams = {
                                       type = "WFrame", 
                                       name = "g-dialogues",
                                       frame_style = "frame-tiled"
                                         }
                        }),
              {
              type="WSplitRegion",
                   regparams = {
                             type = "WFrame", 
                             name = "g-image-window",
                             frame_style = "frame-tiled"
                               }
              })
    )
)

Dadurch, dass den Frames feste Namen zugeordnet sind, kann man mit Hilfe von Winprops einzelnen Anwendungsfenstern sagen, in welchem Frame sie erscheinen sollen. Dazu darf man das Layout allerdings nicht für mehrere Workspaces gleichzeitig nutzen, da es jeden Namen nur einmal geben darf.

In dem Beispiel werden jetzt folgende Winprops genutzt, um jedem GIMP-Fenster seinen Platz zuzuordnen:

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  target = "g-dialogues"
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-toolbox",
  target = "g-toolbox"
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-image-window",
  target = "g-image-window"
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-dock",
  target = "g-dock"
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-startup",
  target = "gimp",
  new_group = "gimp"
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-file-save",
  target = "g-image-window"
}

defwinprop{
  class = "Gimp-2.6",
  role = "gimp-file-open",
  target = "g-image-window"
}

Dabei werden durch den ersten Winprop alle Fenster, die nicht aufgeführt sind (also die zahlreichen Dialoge) im Frame unten links dargestellt. Werkzeugkasten und Dock kommen in die beiden Frames oben links, Bildfenster und die beiden großen Dialoge "Datei öffnen" und "Datei speichern" in den großen Frame rechts.

Im Winprop für "gimp-startup" (GIMPs Ladefenster) wird durch die Angabe des Layoutnamens als target und new_group festgelegt, dass es im Workspace "gimp" erscheinen soll und diesen, falls nicht vorhanden, mit dem Layout "gimp" neu erstellt.

Das bedeutet also: Beim Starten von GIMP wird ein neuer Workspace mit dem gewünschten Layout erstellt und jedes GIMP-Fenster hat seinen festen Platz, an dem es dargestellt wird, ohne irgendein anderes Fenster zu überlappen. Das heißt natürlich nicht, dass man beim Arbeiten nicht beispielsweise den Frame "g-image-window" (rechts) weiter aufteilen kann, um mehrere Bilder nebeneinander anzuzeigen.

Wenn man das Erstellen von eigenen Layouts einmal beherrscht, ist es verglichen mit einem eigenen Startlayout der wesentlich elegantere Weg, da die Workspaces erst beim Starten eines Programmes erzeugt werden und vorher nicht stören. Außerdem kann man so auch bei der Verwendung mehrerer XServer Winprops mit Targets verwenden, ohne das dadurch festgelegt wird, auf welchem XServer man betreffende Anwendung starten muss. (Wenn man nur ein Startlayout verwendet, legt man damit die Namen der Frames schon fest.)

Alternative Tastenbelegung

Die Standardmäßige Tastenbelegung ist schwer zu merken und einige Tastenkombinationen sind mit einer Hand kaum zu bewerkstelligen. Darum gibt es hier (cfg_ioncore.lua, cfg_tiling.lua) Konfigurationsdateien mit einer alternativen Tastenbelegung, bei der sich alle wichtigen Befehle bequem mit der linken Hand ausführen lassen.

Das sind die wichtigsten Tastenkürzel der alternativen Belegung:

TastenkürzelWirkung
Alt + F9 neuen Workspace erstellen
Alt + 0 bis 9 zu den Workspaces springen
Alt + A / X zum vorigen/nächsten Workspace springen
Alt + Tab ⇆ / S / Y zum Frame rechts/oben/unten vom aktuellen
Alt + Windows + X / A zum nächsten / vorigen Tab innerhalb des Frames
Alt + Windows Windows zu Anwendung, die Aufmerksamkeit verlangt
Alt + W Frame vertikal aufteilen
Alt + D Frame horizontal aufteilen
Alt + H / V Frame horizontal / vertikal maximieren
Alt + B Vollbildmodus für aktuelle Anwendung umschalten
Alt + E Frame in vorhandenes Tiling einbinden
Alt + Windows + X Frame in neues Tiling einbinden
Alt + Windows + R ausgewählen Frame nach vorne holen
Alt + R Größenänderungsmodus
oder R Größenänderungsmodus verlassen
nichts / / Alt + X / A / S / Y vergrößern / schrumpfen / bewegen nach rechts / links / oben / unten im Größenänderungsmodus
Alt + [linke Maustaste auf Tab]Frame verschieben
[linke Maustaste auf Rand] oder Alt + [rechte Maustaste auf Tab]Größe des Frames ändern
Alt + C markierte Anwendung schließen
Alt + Windows + C Beenden der markierten Anwendung erzwingen ("kill")
F2 Xterm starten
F3 Startmenü
F9 Workspace-Abfrage (siehe Layouts)
F12 Ion3 Hauptmenü
Alt + G Liste aller Fenster anzeigen

Natürlich kann man die Tastenkürzel auch seinen eigenen Bedürfnissen anpassen. Die meisten Tastenbelegungen werden in der Datei cfg_ioncore.lua und einige weitere in cfg_tiling.lua eingestellt. Die Dateien sind selbsterklärend. Man muss nur die Tasten ändern oder um eine Tastenkombination zu deaktivieren, die Zeilen auskommentieren, was in Lua mit einem am Anfang einer Zeile geht. Wenn man bei einer Taste nicht weiß, wie sie heißt, hilft xev (im Terminal [7]). Xmodmap kann ebenfalls hilfreich sein. "META" ist normalerweise Alt .

Aussehen

Man kann das Aussehen von Ion3 mit Stilen (styles) verändern. Dazu drückt man mehrmals F12 , bis im Hauptmenü ein Stil ausgewählt ist, zum Beispiel styles/look_cleanios. Dann drückt man . Man kann durch das Erstellen entsprechender Dateien in ~/.ion3 auch eigene Stile erstellen. Den farblich an das Gnome-Theme "DarkRoom" angepassten Stil aus dem Bildschirmfoto oben gibt es hier zum downloaden.

Tipps

Integration in GNOME

Zuerst muss der GNOME-Desktop deaktiviert werden. Dazu nimmt man im Konfigurationseditor [9] unter "apps → nautilus → preferences → show_desktop" das Häkchen raus.

Dann integriert man Ion3 wie unter [10] beschrieben in GNOME. Dabei ist gegebenenfalls der Abschnitt "GNOME-Splash-Screen wird sehr lange angezeigt" zu beachten.

GNOME-Panel einbinden

Standardmäßig bringt Ion3 eine eigene Statusbar mit, die man aber durch den GNOME-Panel ersetzen kann. Dazu startet man GNOME am besten noch einmal mit Archiv/Metacity und richtet sich ein Panel am unteren Bildschirmrand ein, in das man alles packt, was man benötigt, allerdings keine Fensterliste. Die braucht man mit Ion3 nicht und sie funktioniert auch nicht. Andere Panels werden gegebenenfalls gelöscht. Das verbleibende Panel klickt man mit rechts an und wählt "Eigenschaften". Im erscheinenden Dialog wählt man unter Ausrichtung "Unten". "Auto-Verbergen" sollte deaktiviert sein (es funktioniert mit Ion3 nicht), "Ausdehnen" sollte um Platz zu sparen ebenfalls deaktiviert sein. Später kann das Panel auch unter Ion3 bearbeitet werden.

Nun müssen folgende Stellen in folgenden Konfigurationsdateien verändert werden:

vorhernachher
cfg_defaults.lua:
dopath("mod_statusbar")--dopath("mod_statusbar")
--dopath("mod_dock")dopath("mod_dock")
cfg_dock.lua:
mode="floating",mode="embedded",
wenn das Panel unten rechts statt links sein soll außerdem:
pos="bl",pos="br",
grow="right",grow="left",

Zudem muss in die Datei cfg_kludges.lua folgender Winprop definiert werden:

defwinprop{
  class="Gnome-panel",
  instance="gnome-panel",
  target="dock"
}

Frames durchsichtig machen, damit das GNOME-Hintergrundbild zu sehen ist

Zuerst muss man wissen, welchen Stil man verwendet (Stil auswählen), da diese Einstellung für jeden Stil einzeln gesetzt werden muss. Dann fügt man in der entsprechenden Konfigurationsdatei (z.B. look_cleanios.lua) in der Rubrik de.defstyle("*", die Zeile

transparent_background = true,

ein. Falls vorhanden, muss dieser Wert auch in der Rubrik de.defstyle("frame", auf true gesetzt werden.

Beispiel:

de.defstyle("*", {
    transparent_background = true,
    shadow_colour = "#ffffff",
    ...
})

de.defstyle("frame", {
    background_colour = "#000000",
    transparent_background = true,
})

Allgemeine Tipps

Den Pfad erweitern, damit F3 mit eigenen Befehlen funktioniert

Der Einsatz von Ion3 lohnt sich besonders, wenn sich die Liste der Befehle, die man mit F3 erhält, leicht erweitern lässt. Dies ist jedem Benutzer möglich, indem er seine PATH-Variable z.B. um den Pfad ~/bin erweitert. Damit Ion3 davon auch etwas mitbekommt, muss dies in der Datei ~/.profile geschehen (nicht in der .bashrc)! Folgende Zeilen fügen der PATH-Umgebungsvariable den Ordner bin im Homeverzeichnis des Benutzers hinzu:

# set PATH so it includes user's private bin if it exists
if [ -d "$HOME/bin" ] ; then
    PATH="$HOME/bin:$PATH"
fi

Wenn man nun den Ordner ~/bin erstellt und mit eigenen Shell-Skripten füllt, wird Ion3 diese Skripte als Befehle anbieten.

Hinweis: Damit die Skripte in die Liste der Befehle aufgenommen werden, müssen sie mit

chmod u+x <shell-skript-name> 

ausführbar gemacht werden.

Diese Revision wurde am 11. Februar 2020 08:38 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Fenstermanager, Desktop