Mit rsnapshot.org
ist es möglich, sogenannte "Snapshot"-Ordner zur Datensicherung zu erstellen (z.B. auf einer externen USB-Festplatte). In diesen Ordnern liegt eine Kopie der zu sichernden Verzeichnis-Struktur und der Dateien. Sie können aus diesen Ordnern heraus direkt gelesen/restauriert werden. Rsnapshot überprüft dabei selbstständig, welche Dateien neu hinzu gekommen sind oder entfernt wurden.
Vorteil von "rsnapshot": die Dateien und Verzeichnisse werden (wenn sie sich nicht geändert haben) nur ein mal gespeichert, in allen weiteren "Snapshots" wird lediglich ein "hardlink" auf die vorhandene Datei gesetzt. Das kostet fast keinen Platz und erlaubt viele Sicherungen ohne entsprechenden Platzverbrauch. Auch wenn viele "Snapshot"-Ordner erstellt wurden, belegt jede Datei, solange sie nicht geändert wurde, nur ein mal Plattenplatz.
Allgemeine Hinweise zum Thema Datensicherung und zu alternativen Programmen finden sich im entsprechenden Wiki-Artikel Datensicherung.
Für tägliche Datensicherungen gibt es in allen Ubuntu Versionen das Programm sbackup. Achtung: sbackup speichert den gesamten zu sichernden Verzeichnisbaum in einer einzigen Datei (einem komprimierten tar-Archiv mit der Endung .tgz). Ein Suchen und ggf. ein Zurückspielen einzelner Dateien aus einem mehrere GB großen tar-Archiv kann sehr lange dauern.
Rsnapshot befindet sich in den Quellen, das zu installierende Paket [1] ist.
rsnapshot (universe, [2])
Die Konfiguration von rsnapshot erfolgt über die Datei /etc/rsnapshot.conf. Diese Datei wird bei der Installation automatisch angelegt und kann mit einem Texteditor mit Root-Rechten [3] angepasst werden. Dort wird folgendes eingetragen:
Anzahl der täglichen Sicherungen ("interval hourly, daily usw."). In der Konfigurationsdaten die entsprechenden Zeilen einfach auskommentieren (Siehe Beispiel).
#interval hourly 6 interval daily 7 interval weekly 4 interval monthly 6
Name des Backup-Verzeichnisses ("snapshot_root") (kann auch auf externen Medien wie /media/usb.../snapshot/ liegen)
# All snapshots will be stored under this root directory. # snapshot_root /var/cache/rsnapshot/
Wenn das Backup auf einem externen Medium, z.B. einer USB-Platte, gespeichert werden soll, dann darf rsnapshot natürlich nur dann speichern, wenn die Platte auch tatsächlich am Rechner angeschlossen und eingeschaltet wird. Andernfalls würde rsnapshot die Sicherungen auf der lokalen Platte z.B. unter /media/usb... ablegen. Um dies zu verhindern, muss in /etc/rsnapshot.conf das Kommentarzeichen # vor dem Eintrag no_create_root 1 entfernt werden.
In /etc/rsnapshot.conf wird in den Zeilen, die mit backup beginnen, angegeben, welche Verzeichnisse zu sichern sind. Seit Version 1.2 gilt dabei folgender Syntax:
backup /home/ localhost/ backup /etc/ localhost/ backup /usr/local/ localhost/
Der zweite Parameter in jeder Zeile localhost/ stellt das Zielverzeichnis relativ zum Backup-Verzeichnis ("snapshot_root") dar. Möchte man eine Datei aus einem Backup vor einer Woche wieder herstellen findet man diese entsprechend dem hier gezeigten Konfigurationsbeispiel unter: /var/cache/rsnapshot/weekly.1/localhost/.
Verzeichnisse müssen mit / enden. Daher muss man z. B. /home/user/ statt /home/user benutzen.
Des weiteren muss beim Benutzen von "backup" die Syntax beachtet werden. Trennungszeichen ist hier Tab ⇆ und nicht ! Genauso muss auch beachtet werden, dass kein zusätzliches Leerzeichen hinter dem zu sichernden Verzeichnis steht (z. B. "home/user/ ").Außerdem kann in den Zeilen include und exclude angegeben werden, welche Dateien / Verzeichnisse ins Backup ein-/ausgeschlossen werden sollen.
exclude Recycled/ exclude Trash/ exclude lost+found/ exclude .gvfs/
Unbedingt sollte der Papierkorb ausgenommen werden (Recycled bzw. Trash unter Gnome). Den Ordner .gfvs auszunehmen, verhindert, dass keine alten Dateien gelöscht werden, obwohl sie in der Backupquelle nicht mehr verfügbar sind. Die Fehlermeldungen lauten sonst in etwa so:
1 2 3 | rsync: readlink_stat("/home/user/.gvfs") failed: Permission denied (13) IO error encountered -- skipping file deletion rsync error: some files/attrs were not transferred (see previous errors) (code 23) at main.c(1057) [sender=3.0.6] |
Siehe http://forum.ubuntuusers.de/topic/meldung-bei-rsnapshot:-.gvfs-failed:-permissi/#post-2223919
Aufgerufen wird rsnapshot dann im Terminal [4] mittels
sudo rsnapshot hourly
oder eben daily bzw. wie man es wünscht. Alternativ kann man den Snapshot auch mittels eines Cronjobs starten. Weitere Infos und Optimierungen stehen in den Links s.u.
Das Cronjob-System ist auf Desktop-Systemen nicht zu empfehlen, statdessen sollte die Ausführung mittels Anacron automatisiert werden. Das garantiert, dass beispielsweise Jobs, die einmal täglich ausgeführt werden sollen, auch ausgeführt werden, wenn der Rechner zu der in der crontab angegeben Zeit nicht läuft.
Zur Automatisierung mittels anacron geht man folgendermassen vor:
gksudo gedit /etc/cron.daily/rsnapshot
Hier folgende Zeilen eintragen
#!/bin/sh /usr/bin/rsnapshot daily
Abspeichern
Zur Sicherheit noch einmal
sudo chmod 755 /etc/cron.daily/rsnapshot
Cron neustarten:
sudo /etc/init.d/cron restart
Fertig!
Es wird jetzt jeden Tag einmal zu der in der crontab angegebenen Zeit
rsnapshot daily
ausgeführt.
Für eine stündliche, wöchentliche und monatliche Ausführung geht man wie oben beschrieben vor, tauscht jedoch
daily
gegen
hourly,
weekly,
oder monthly.
Install and setup rsnapshot to make automated backups
- Weitere Informationen zur Einrichtung und Benutzung
Rsnapshot-Seite von Backupcentral
- Ausführliche Informationen zur Plattformakompatibiliät und Anwendung
Automatische inkrementelle Backups mit rsnapshot
- Weitere Informationen zur Konfiguration und zum automatischen Start über cron / anacron
Datensicherung - Allgemeine Hinweise zur Datensicherung und zu alternativen Programmen
Diese Revision wurde am 3. Februar 2010 um 13:05 Uhr
von moron erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet:
Sicherheit
2004 – 2010 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten