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Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Dieser Artikel beschreibt die Datei /etc/network/interfaces, eine Konfigurationsdatei, in der alle Netzwerk-Schnittstellen aufgelistet und konfiguriert werden können. Die Netzwerkschnittstellen (auch -Interfaces ) haben Namen wie eth0, ath0, wlan0, usw.

Die hier gemachten Einstellungen werden bspw. beim Systemstart genutzt, um eine Netzwerkverbindung herzustellen. Man kann aber auch später von Hand ein Interface mittels sudo ifdown <iface> abschalten bzw. mit sudo ifup <iface> wieder aktivieren und dabei die Regeln aus /etc/network/interfaces befolgen.

Aufbau

Achtung!

Die Einträge für die Loopback {de} Netzwerkschnittstelle dürfen nie entfernt oder geändert werden! Sie sind ein elementarer Teil von Linux. Fehlt dieser Eintrag so können Programme nicht mehr miteinander kommunizieren.

Eine korrekte /etc/network/interfaces könnte beispielsweise so aussehen:

## Loopback interface
auto lo
iface lo inet loopback

## LAN interface
auto eth0
iface eth0 inet static
    address 192.168.0.97
    netmask 255.255.255.0
    gateway 192.168.0.1

## WLAN interface
auto ath0
iface ath0 inet dhcp
   wpa-driver wext
   wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

Die Datei ist nach einem festen Muster aufgebaut. Ein Interface-Eintrag mit dhcp sieht so aus:

# typisches Interface mit dhcp
auto eth0
iface eth0 inet dhcp

Ein Interface-Eintrag ohne dhcp sieht so aus:

auto eth1
iface eth1 inet static
address 192.168.0.12
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.0.1

Die Zeile "auto <iface>" sorgt dafür, dass die entsprechende Netzwerkschnittstelle beim Starten des Rechners automatisch geladen wird. Soll ein Interface beim Starten nicht aktiviert werden, kann die Zeile einfach mit einer Raute "#" davor auskommentiert werden.

Eine Schnittstellen Beschreibung fängt immer mit der Zeile "iface <iface> inet dhcp" oder "iface <iface> inet static" an, je nachdem ob DHCP genutzt wird oder nicht. Wird DHCP benutzt so sind keine weiteren Einträge einzugeben (es sei denn, es handelt sich um ein WLAN-Interface, siehe auch wpa supplicant).

Statische IP-Konfiguration

Eine statische IP-Konfiguration ist nötig, wenn es im lokalen Netzwerk keinen DHCP-Server gibt, der einem eine IP zuweisen kann. Jeder moderne Router erlaubt normalerweise die automatische IP-Zuweisung, so dass DHCP bevorzugt genutzt werden sollte. Ist dies nicht möglich, muss man der Netzwerkkarte manuell eine IP vergeben. Dazu muss man in der Konfiguration drei Angaben machen:

  • address - Die Adresse des eigenen Rechners. Bei Heimnetzen wählt man meistens eine IP aus dem Bereich der Privaten IP-Adressen {de} also beispielsweise aus dem Bereich 192.168.0.1 bis 192.168.0.255.

  • netmask - Bezeichnet die Netzmaske {de} des Netzwerks. Im oben angeführten Beispiel muss die Netzmaske 255.255.255.0 sein. D.h. dass alle zusammengeschlossenen Rechner, bei denen die ersten drei Zahlen der IP identisch sind, zum gleichen Netzwerk gehören.

  • gateway - Die IP des Gateways {de} also im Normalfall die IP des Routers, über den man in das Internet möchte.

DNS-Server angeben

Normalerweise steht der nutzende DNS-Server in der Datei /etc/resolv.conf. Benutzt man z.B. DHCP, so werden diese Einträge automatisch in die Datei geschrieben. Informationen hierzu findet man im Wiki IP-Adresse wechseln. Der zu nutzende DNS-Server lässt sich jedoch auch in die /etc/network/interfaces eintragen. Dazu muss das Paket

  • resolvconf (universe, [2])

über die Paketverwaltung installiert [1] werden. Anschließend definiert man die Nameserver in dieser Art.

auto eth0
iface eth0 inet static
    address 192.168.0.10
    netmask 255.255.255.0
    gateway 192.168.0.1
    dns-nameservers 192.168.0.10 10.10.0.2

WLAN-Konfiguration

In der /etc/network/interfaces sind auch Einstellungen möglich, welche die Verbindung zu WLAN-Routern bzw. AccessPoints erlauben (siehe Beispiel oben). Die genaue Konfiguration ist in den folgenden Artikeln näher behandelt:

  • wpa supplicant beschreibt die Nutzung von WPA/WPA2 und vielen anderen modernen Techniken (WEP wird auch noch unterstützt)

  • wireless-tools beschreibt die Verbindung über WEP und ganz ohne Verschlüsselung

Aktivierung

Damit die neuen Einstellungen sofort wirksam werden, führt man den Befehl

sudo /etc/init.d/networking restart 

aus. Dadurch werden alle Netzwerkkarten einmal deaktiviert und wieder aktiviert, so dass für alle Karten die geänderten Einstellungen aktuell werden.

Diese Revision wurde am 23. April 2009 um 11:09 Uhr von martingr erstellt.
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