ubuntuusers.de

Ampache

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist mit keiner aktuell unterstützten Ubuntu-Version getestet! Bitte teste diesen Artikel für eine Ubuntu-Version, welche aktuell unterstützt wird. Dazu sind die Hinweise zum Testen von Artikeln zu beachten.

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./ampache_logo.png Ampache 🇬🇧 zählt zu den ältesten Streaming-Servern und wird immer noch aktiv entwickelt. Wer sich nun fragt, wozu man überhaupt einen Streaming-Server benötigt: Damit lassen sich die auf dem Server gespeicherten Musiktitel und Videos bequem im lokalen Netzwerk (LAN) oder auch über das Internet streamen. Man sollte einen solchen Server aber nicht mit einem Internetradio verwechseln. Während letzteres eine "Sendung" ausstrahlt, verteilt ersterer Musik (als Playlist) nur auf eine konkrete Nutzeranforderung. Diese könnte z.B. lauten: "Spiele das Album X von Interpret Y ab".

Funktionen:

Alternative (Musik-)Streaming-Server sind im Artikel Musik verwalten zu finden.

Installation

Voraussetzungen/Dependencies

Ampache benötigt sowohl einen Webserver mit PHP, als auch die Datenbank MySQL (Version 5.X) oder MariaDB (Version 5.X). Um die Abhängigkeiten (in diesem Beispiel wird MySQL verwendet) zu installieren:

  • apache2 (Apache 2.4)

  • libapache2-mod-php7.2

  • php7.2 (PHP)

  • php7.2-mysql

  • php7.2-common

  • php7.2-cli

  • php7.2-curl

  • php7.2-xml

  • php7.2-mbstring

  • php7.2-zip

  • php7.2-gd

  • php-gd

  • mysql-server-5.7

  • mysql-client-5.7

  • curl (cURL)

  • composer

  • git (Git)

Befehl zum Installieren der Pakete:

sudo apt-get install apache2 libapache2-mod-php7.2 php7.2 php7.2-mysql php7.2-common php7.2-cli php7.2-curl php7.2-xml php7.2-mbstring php7.2-zip php7.2-gd php-gd mysql-server-5.7 mysql-client-5.7 curl composer git 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://apache2,libapache2-mod-php7.2,php7.2,php7.2-mysql,php7.2-common,php7.2-cli,php7.2-curl,php7.2-xml,php7.2-mbstring,php7.2-zip,php7.2-gd,php-gd,mysql-server-5.7,mysql-client-5.7,curl,composer,git

Wer on-the-fly-Transcoding haben will, installiert am besten noch FFmpeg. (Dafür wird jedoch eine starke CPU benötigt.)

Manuelle Ampache-Installation (ab Ubuntu 18.04)

Nach der Installation der Voraussetzung wird die neuste Version von Github 🇬🇧 ⮷ heruntergeladen und in den Ordner des Webservers Ordner entpackt. Die Installation lässt sich danach einfach aktualisieren (siehe Upgrade Ampache 🇬🇧).

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

Die notwendigen Befehle zur Installation am Beispiel von Ubuntu 18.04 (Es wird hier sudo verwendet, da das Webserver-Verzeichnis für den normalen Nutzer nicht beschreibbar ist (es gehört root oder www-data, genaueres hierzu im Apache-Artikel):

cd /var/www/html
sudo git clone https://github.com/ampache/ampache.git
cd ampache
sudo composer install --prefer-source --no-interaction 

Die Ausführungsdauer der einzelnen Befehle kann sehr stark variieren.

Konfiguration von Mysql und Apache

Für die Datenbanksoftware (MySQL oder MariaDB) wird ein User mit Passwort und zugehörige Datenbank benötigt. Diesen Benutzer kann man von Hand erstellen, oder man überlässt es dem Installationsprogramm. Falls man es dem Installationsprogramm überlassen möchte, sollte man das Root-Passwort bereithalten. Diejenigen, die auf dem MySQL-Server noch andere Programme lagern, sollten eine Datenbank und den dazugehörigen User bereits erstellen.

Des Weiteren sollte noch der Apache-Webserver besser konfiguriert werden.

Experten-Info:

Die Verbindung zwischen Ampache (bzw. dem Apache-Server) und dem Client ist standardmäßig nicht verschlüsselt! Es ist jedoch empfehlenswert SSL einzurichten um die Sicherheit massiv zu erhöhen. Dies gilt insbesondere, wenn der Server über das Internet zugänglich gemacht werden soll.

Wenn der Server über das Internet zugänglich gemacht werden soll, empfiehlt es sich noch eine Firewall (z.B. Iptables mit oder ohne UFW einzurichten). Des Weiteren sollte der Artikel Sicherheits-Einmaleins/Server vorher gelesen werden.

Darauf fügt man noch folgenden Text in die Konfigurationsdatei (zwischen die Virtual Hosts) von Apache2 (Standardmäßig die Datei welche in /etc/apache2/sites-enabled liegt) ein.

1
2
3
<Directory /var/www/html/ampache>
        AllowOverride All
</Directory>

Des Weiteren sollte man noch in der Datei /etc/php/7.2/apache2/php.ini die Werte der Variablen upload_max_filesize und post_max_size erhöhen.

Auch muss man den mod_rewrite von Apache aktivieren und der Ampache-Ordner soll dem Webserver gehören. Damit alle Änderungen auch übernommen werden, muss der Webserver einmalig neugestartet werden:

sudo a2enmod rewrite
sudo chown -R www-data:www-data /var/www/html/ampache
sudo /etc/init.d/apache2 restart 

Konfiguration

./ampache_installation.png Jetzt sind alle notwendigen Komponenten installiert und man kann mit dem Browser über die Adresse http://<SERVER-IP>/ampache oder http://localhost/ampache (letzteres nur bei einer lokalen Installation) die Einrichtung vornehmen. Zunächst stellt man die Sprache auf Deutsch ein und klickt auf "Start configuration". Die Konfiguration erfolgt in drei Schritten. Es ist alles selbsterklärend, deshalb hier nur eine kurze Zusammenfassung der Installation über das Web-Interface:

  1. Auf der ersten Seite gibt man das MySQL Passwort für den root-Benutzer ein. Es ist weiterhin empfehlenswert, den Haken für einen eigenen MySQL-Benutzer ampache zu setzen. In diesem Falle setzt man auch für diesen ein Passwort. Mit einem Klick auf "Datenbank einfügen" geht es weiter zur nächsten Seite. Alternativ kann man auch den bereits erstellten Benutzer angeben.

  2. Im zweiten Schritt geht es darum, eine Konfigurationsdatei für Ampache zu erstellen. Man kontrolliert die zuvor eingegebenen Daten nochmals und klickt auf "Schreibe Konfiguration". Wenn man alles richtig gemacht hat, kann man nun sehen, dass dort wo vorher in rot "error" stand, jetzt in grün "OK" steht. Ansonsten muss oben nochmals aktualisiert werden bis alle drei Konfigurationen ein grünes "ok" haben. Nun folgt "Weiter zu Schritt 3".

  3. Hier gibt man ein Passwort für den Benutzer admin (oder einen anderen selbstbenannten Nutzer) ein. Mit diesem Benutzer und dem gesetztem Passwort kann man sich dann zum ersten Mal anmelden. Damit ist die Basis-Konfiguration abgeschlossen.

Zu beachten ist, dass manchmal die Passwörter im zweiten Schritt nochmals eingetragen werden müssen. Und dass man mehrfach einen Error bekommt, welcher mit dem Drücken der drei "Schreiben"-Knöpfe für die einzelnen Konfigurationsdateien behoben werden kann. Diese Knöpfe bewirken, dass die jeweiligen Konfigurationsdateien für Ampache geschrieben werden. Je nachdem kann es vorkommen, dass nach dem Drücken von einem dieser Knöpfe die Inhalte der Konfigurationsfelder zurückgesetzt werden.

Benutzung

./ampache_login.jpg Unabhängig davon, ob man nur Musik hören oder Ampache konfigurieren möchte, ist eine Anmeldung Pflicht. Diese erfolgt über einen Webbrowser mit der Adresse http://<Server-IP>/ampache bzw. auf dem eigenen Rechner mit http://localhost/ampache. Wenn man noch keinen weiteren Benutzer eingerichtet hat, verwendet man dafür den Benutzer admin (oder den während der Installation angelegten Nutzer).

Musik/Videos hinzufügen

Schließlich muss man noch Musik/Videos der Datenbank hinzufügen. Links oben im Menü wählt man die Kategorie "Admin" aus und klickt auf "Einen Katalog hinzufügen". Anschließend gibt man einen beliebigen, kurzen Namen und den kompletten Pfad zum Medienordner ein (z.B. /var/data/movies). Wer einen lokalen Musik-Server betreiben möchte, muss diesen Ordner noch via Samba, NFS oder FTP freigeben, damit Benutzer dort auch eigene Musik hinterlegen können.

Wenn Pfade im eigenen Homeverzeichnis, wie beispielsweise /home/BENUTZERNAME/Musik/, nicht akzeptiert werden, muss man für diesen Ordner alle Rechte (777) setzen oder auf einen anderen Ordner, z.B. /media/Musik/, als Medienablage ausweichen.

Daraufhin einfach die Mediendateien hinzufügen und das Nutzererlebnis genießen. (Wenn die Mediendateien nicht erscheinen, einfach unter "Kataloge Anzeigen" auf "Update" gehen und dann absenden.)

Benutzer hinzufügen

Aus Sicherheitsgründen sollte man (als admin) einen weiteren, unprivilegierten Benutzer anlegen, der nur zum Abspielen der Mediendateien berechtigt ist.

Audioplayer

Prinzipiell eignet sich jeder AudioPlayer, der Streams wiedergeben kann, als Abspieler für Ampache - allerdings immer in Kombination mit einem Webbrowser bzw. der Weboberfläche. Mit welchem AudioPlayer man direkt (ohne Weboberfläche) auf Ampache zugreifen kann, ist dieser Tabelle 🇬🇧 zu entnehmen.

Amarok 2

Mit dem Audioplayer Amarok kann man auch direkt auf einen Ampache-Server zugreifen. Hierzu muss man unter "Einstellungen → Amarok einrichten → Internet-Dienste" das Ampache-Plugin aktivieren und anschließend seine Benutzerdaten sowie die IP des Servers (bei funktionierendem DNS den Hostnamen) eintragen.

Diese Revision wurde am 3. Februar 2020 18:15 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Multimedia, Netzwerk, Server, Internet, ungetestet