Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.
Ubuntu kann auf die Windows-Dateisysteme VFAT (FAT12, FAT16, FAT32) und NTFS lesend und schreibend zugreifen, allerdings sind einige Einschränkungen zu beachten.
Sowohl FAT- als auch NTFS-Dateisysteme werden automatisch von Ubuntu erkannt, so dass z.B. nach dem Anschließen eines USB-Sticks oder einer externen Festplatte diese automatisch eingebunden und auf dem Desktop angezeigt werden. Alle Windows-Partitionen interner Festplatten werden im GNOME-Hauptmenü unter "Orte" und in vielen Dateimanagern wie z.B. Nautilus aufgelistet und können durch Anklicken eingehängt werden.
Sollen die Windows-Partitionen der internen Festplatten schon direkt beim Systemstart ohne Benutzerinteraktion eingehängt werden, wird ein Eintrag in der Datei fstab benötigt. Diese Einstellungen können während der Installation unter "manuelle Partitionierung" erledigt werden oder später wie folgt:
Dazu muss die UUID der entsprechenden Partition ermittelt werden mit dem Befehl:
sudo blkid
und ein Verzeichnis zum Einhängen erstellt werden mit den folgenden Befehlen, wobei <Name> durch die gewünschten Bezeichnung ersetzt werden muss:
Falls die gewünschte Partition momentan schon gemountet ist, kann der <Name> ermittelt werden mit
df -h
dann muss die gewünschte Partition erst ausgehängt werden mit dem Befehl:
sudo umount /media/<Name>
Verzeichnis zum Einhängen erstellen:
sudo mkdir /media/<Name>
Danach wird die folgende Zeile in die Datei /etc/fstab hinzugefügt[2], wobei <UUID> vorher durch die ermittelte UUID (ohne Anführungszeichen!) und <Name> durch die gewünschten Bezeichnung ersetzt werden muss:
Wer auf die Sicherheitsvorteile einer UUID verzichten kann, oder sonst auf Probleme wie z.B. doppelte Anzeige stößt, kann auch einfach die UUID mit der Partitionsbezeichnung ersetzen:
/dev/sdaX /media/<Name> ntfs rw,auto,users,noexec,nls=utf8,umask=007,gid=46 0 0
Die Gruppe plugdev (gid=46) bietet sich nicht nur zur Verwaltung externer Datenträger an, da über eine solche Gruppe auch auf Mehrbenutzersystemen jeder Benutzer Zugriff erlangen kann, ohne dass die Zugriffe auf die Heim-Verzeichnisse beschränkt werden müssen.
Die option "noexec" bewirkt, dass keine Programme von der Partition gestartet werden können. Wenn Programme (z.B. mit wine) gestartet werden sollen ist hier die Option "exec" sinnvoll
Nach Änderungen in der Datei fstab muss die Datei neu eingelesen werden. Dies kann man entweder durch einen Neustart des Systems oder Eingabe des Befehls
sudo mount -a
bewirken.
Besonderheit bei Leerzeichen in Datei- und Ordnernamen siehe hier.
Sollte keine grafische Oberfläche installiert sein oder die Konsole bevorzugt werden, ist es wie folgt möglich die Dateisysteme mit mount einzuhängen[1], wobei <Gerät> durch das entsprechende Gerät, wie z.B. /dev/sda6, und <Ordner> durch den entsprechenden Einhängepunkt ersetzt werden muss:
sudo mount -t ntfs -o rw,auto,users,nls=utf8,umask=007,gid=46 <Gerät> <Ordner>
Hiervon kann man auch dann Gebrauch machen, wenn man vom Standard abweichende Mount-Optionen benötigt.
Im Gegensatz zu FAT-Dateisystemen installiert Ubuntu standardmäßig keine Routinen zur Wartung (Formatierung, Namens-, Größenänderung usw.) von NTFS-Partitionen. Dies kann durch Installation des Pakets
ntfsprogs (nur bis Ubuntu 11.04 Natty Narwhal)
nachgeholt werden[3]. Auf der Live-CD ist dieses bereits vorhanden.
Ab Ubuntu 11.10 Oneiric Ocelot ist ntfsprogs im Paket ntfs-3g enthalten. Möglich wurde dies durch die Zusammenlegung von 2 Projekten (s.a Ubuntu-changelog, Zeilen am 3.7.2011).
Es ist generell empfehlenswert Windows-Dateisysteme nur zum Dateiaustausch mit anderen Betriebssystemen oder Rechnern zu verwenden, da diese einige Einschränkungen im Vergleich zu Linux-Dateisystemen mitbringen. Auf jeden Fall sollten diese nicht für Linux als z.B. System- oder Homepartition verwendet werden!
Dateien können systembedingt bei FAT32 nicht mehr als 4 GB umfassen.
Da es sich im Falle von NTFS um ein proprietäres Dateisystem handelt, gibt es unter Linux keine Dateisystemüberprüfung. Sollten unter Umständen Inkonsistenzen auftreten, weil die Partition z.B. nicht korrekt ausgehängt wurde oder der Computer abgestürzt ist und diese unter Linux nicht mehr eingehängt werden können, ist es nur möglich diesen Zustand in einem Windows-Betriebssystem wieder zur korrigieren. Normalerweise reicht es dazu einmal Windows zu starten und die externe Festplatte wieder auszuhängen bzw. den PC korrekt herunterzufahren.
Wenn man auf NTFS-Partitionen trotz ausreichender Rechte den Fehler "bash: ./Programm.sh: Permission denied" erhält, fehlt die "exec" Option beim mount-Befehl bzw. im fstab-Eintrag.
UUID=<UUID> /media/<Name> ntfs rw,auto,users,exec,nls=utf8,umask=007,gid=46 0 0
Linux verwendet zur Verwaltung der Besitz- und Zugriffsrechte die UNIX-FACL (Filesystem Access-Control-List). Diese wird von keinem der Windows-Dateisysteme unterstützt. FAT kennt keine Dateirechte oder Dateizugehörigkeiten, und das Rechtesystem von NTFS ist ohne größeren Aufwand
nicht mit dem von Linux kompatibel. Eine erweiterte Version von ntfs-3g
, die auch diese Möglichkeit bieten soll, ist zwar in Arbeit, aber derzeit noch nicht als stabiles Release verfügbar (Januar 2010).
Aus diesen Gründen kann Ubuntu auf Windows-Partitionen für einzelne Ordner und Dateien keine Besitz- und Zugriffsrechte verwalten. Statt dessen werden diese beim Einbinden von Windows-Partitionen für die gesamte Partition festgelegt.
Von VFAT-Dateisystemen aus sind weder harte noch symbolische Verknüpfungen (Symlinks) möglich. Von Linuxdateisystemen aus sind aber symbolische Verknüpfungen zu Zielen auf VFAT-Partitionen erlaubt.
Anders als bei VFAT sind auf NTFS-Partitionen sowohl harte als auch symbolische Verknüpfungen zulässig, allerdings werden symbolische von Windows nicht erkannt, sodass sie nur für Linux gültig sind. Entsprechend wird auch in Linux den in Windows eingerichteten symbolischen Verknüpfungen nicht gefolgt.
Beim Verschieben von Dateien auf eine Windows-Partition geht der Zeitstempel (Datum und Uhrzeit) der letzten Änderung verloren, wenn sich dabei der (scheinbare) Besitzer ändert. Um dies zu umgehen wird die Windows-Partition nicht als Eigentum von "Root" (uid=0), sondern als Eigentum desjenigen Benutzers, dem die zu kopierende Datei gehört, eingebunden. Das geschieht mit der Mountoption uid=1000, wobei 1000 - im Regelfall die Nummer des Standardnutzers nach der Installation - durch die entsprechende Benutzernummer ersetzt werden muss.
Auf NTFS-Partitionen scheint neuerdings auch defaults,users,permissions zu helfen (bitte verifizieren).
Das in reinen Linux-Netzwerken am häufigsten verwendete Netzwerk-Protokoll ist NFS. Dieses eignet sich jedoch nur eingeschränkt, um Ordner oder Dateien von Windows-Dateisystemen freizugeben.
Mit FAT ist es nicht möglich aufgrund des Fehlens permanenter Inode-Nummern (siehe hier
).
Mit NTFS ist der Export mittels NFS erst ab Ubuntu Jaunty 9.04 möglich.
Partitionierung: Erstellen und Verändern von Partitionen
MS-Windows Integration: Hinweise zum Parallel-Betrieb von Linux und Windows auf einem Rechner oder in einem Netzwerk.
Linux-Partitionen unter Windows: Auch der umgekehrte Weg ist möglich.
Externe Laufwerke statisch einbinden und Einbindung per UUID
vfat-tipps:
Pro-Linux: Tipps zum vfat-Dateisystem unter Linux mit praktischen Anwendungsbeispielen vom 17.01.2005
NTFS-3G in Wikipedia
http://www.ntfs-3g.org/:
Projektseite zum Linux-Treiber NTFS-3G
Changelog / Versionshistorie "NTFS-3G" 
Diese Revision wurde am 5. Januar 2012 um 14:24 Uhr
von primus pilus erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet:
mount, fstab, Windows, Installation, System, Partition
2004 – 2011 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten