Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Es ist denkbar einfach, ein deutschsprachiges System zu erhalten. Während der Installation wird man gefragt, ob man zusätzliche Sprachpakete aus dem Internet herunterladen will. Dies funktioniert natürlich nur, wenn während der Installation bereits eine Internetverbindung, z.B. über einen Router, besteht. Bestätigt man die Frage mit "Ja", beginnt die Installationsroutine mit dem Download und der (automatischen) Installation der deutschen Sprachpakete. Geht alles gut, hat man nach dem Neustart ein komplett deutschsprachiges System.
In allen aktuellen Ubuntu Versionen steht der Punkt
"System -> Systemverwaltung -> Sprachunterstützung"
zur Verfügung. Dort wählt man als Sprache "Deutsch" und es werden die nötigen Sprachpakete automatisch installiert.
Die Sprachpakete kann man über den Dialog Sprachunterstützung sehr individuell installieren. So ist es kein Problem zusätzliche Rechtschreibprüfungen für andere Sprachen zu installieren, die dazugehörigen Sprachpakete jedoch wegzulassen. Ein deutschsprachiges Ubuntu mit zusätzlicher französischen Rechtschreibprüfung ist so problemlos machbar.
Unter KDE kann eine fehlende Sprachunterstützung über die KDE Systemeinstellungen nachinstalliert werden. Hier öffnet man das Modul "Land/Region & Sprache". Alternativ kann dieses Modul auch direkt über KRunner durch die Eingabe des Begriffes gestartet werden. Dabei reichen schon wenige Buchstaben um das Modul zu finden.
Über die Schaltfläche "Install New Language" kann eine neue Sprache installiert werden. Anschließend kann diese in der Liste "Sprachen" für KDE ausgewählt werden. Über die Schaltfläche "Select System Language" kann zusätzlich die komplette Systemsprache konfiguriert werden. Im Modul "Tastaturlayout" kann man noch die deutsche Tastaturbelegung auswählen.
Unter Xfce können die Sprachpakete unter
"Applications -> System -> Sprachunterstützung"
installiert werden. Dort wählt man als zu unterstützende Sprache sowie als Standardsprache "German" (Deutsch) - die nötigen Sprachpakete werden automatisch installiert.
Unter LXDE können die Sprachpakete unter
"Einstellungen -> Sprachunterstützung"
installiert werden. Dort wählt man als zu unterstützende Sprache sowie als Standardsprache "German" (Deutsch) - die nötigen Sprachpakete werden automatisch installiert.
Kommt es bei der automatischen Einrichtung zu Fehlern, verläuft ein Upgrade nicht sauber oder hatte man während der Installation noch keine Internetverbindung, so kann man die Sprachpakete nachinstallieren [1]. Benötigt werden folgende Pakete:
language-pack-de
language-pack-de-base
language-support-de
Je nachdem, welche grafische Oberfläche man verwendet (GNOME oder KDE), bzw. von welchem Projekt die verwendeten Programme stammen, muss man zusätzlich folgende Pakete installieren. Nach der Installation der Pakete muss die deutsche Sprache noch als Standard eingestellt werden.
Danach sollten die meisten Programme in deutsch verfügbar sein. Für einige Programme gibt es leider noch keine deutsche Übersetzung. Daher sind auch zusätzlich noch die englischen Sprachpakete installiert. Wer bei der Übersetzung helfen möchte, kann sich beim GNOME-Projekt bzw. beim KDE-Projekt oder auf der Homepage des jeweiligen Programmes informieren.
Für GNOME-Programme:
language-pack-gnome-de
language-pack-gnome-de-base
Nach der Installation [1] die Standardsprache im Anmeldemanager GDM (also dort, wo man Benutzernamen und Passwort eingeben muss) einstellen.
Für KDE-Programme:
language-pack-kde-de
language-pack-kde-de-base
kde-l10n-de (universe))
k3b-i18n (universe, für K3b )
koffice-i18n-de (universe, für KOffice )
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install language-pack-kde-de language-pack-kde-de-base kde-l10n-de k3b-i18n koffice-i18n-de
sudo aptitude install language-pack-kde-de language-pack-kde-de-base kde-l10n-de k3b-i18n koffice-i18n-de
Danach in den Systemeinstellungen: "Erweitert -> Anmeldungsmanager -> General -> Sprache -> Deutsch (de)" auswählen und wie oben beschrieben die Sprache für KDE festlegen.
Wenn man KDE-Programme unter GNOME nutzt, dann ist es evtl. erforderlich, nach der Installation der Sprachpakete (s.o.) die Sprache für die KDE-Programme umzustellen. Dazu muss man das Paket
systemsettings ()
installieren [1], falls dies noch nicht im Zusammenhang mit einer anderen Installation geschehen ist. Nun öffnet man ein Terminal [2] und gibt dort folgenden Befehl ein
systemsettings
Nun öffnet sich das KDE-Kontrollzentrum. Hier klickt man nun bei englischer (deutscher) Beschriftung im Abschnitt "Personal" ("Persönliches") auf "Regional & Language" ("Land/Region & Sprache"). Im erscheinenden Fenster rechts unten auf "Select System Language" ("Systemsprache auswählen") klicken und dort "German (Germany)" ("Deutsch (Deutschland)") auswählen. Anschließend klickt man jeweils auf die Bestätigungsknöpfe (die mit den Haken), um die Einstellung zu übernehmen. Evtl. ist nun noch ein Neustart der grafischen Oberfläche nötig.
Benutzer, die bisher nur unter Windows gearbeitet haben, sind es oftmals gewohnt, Sonderzeichen wie beispielsweise den Klammeraffen "@" über die Tastenkombination Strg + Alt + Q zu erzeugen. Dies ist eine Eigenart von Windows. Unter Linux geht dies mit Alt Gr + Q. Man benutzt also "nur" die rechte AltGr-Taste.
Eventuell ist nach der Installation auch die Tastatureinstellung nicht korrekt. Dies bemerkt man z.B. daran, dass die spitzen Klammern "<" oder ">" nicht funktionieren oder die Pipe "|" sich nicht erzeugen lässt. In diesem Fall muss die Tastatur noch korrekt angegeben werden.
In dem Menü
"System -> Einstellungen -> Tastatur"
unter dem Punkt "Belegungen" wählt man das Tastaturmodell "Generic 105-key (Intl) PC" aus und ergänzt als Belegung "Germany Eliminate dead keys" für das deutsche Tastaturlayout.
"Systemeinstellungen -> Land/Region & Sprache -> Tastaturlayout"
unter dem Punkt "Tastaturtyp" wählt man das Tastaturmodell "Generic 105-key (Intl) PC" aus und fügt zu "Aktive Belegungen" "Germany" für das deutsche Tastaturlayout ein.
"Applications -> Einstellungen -> Tastatureinstellungen"
unter dem Punkt "Layouts" kann man die Konfigurationseinstellungen ändern. Üblicherweise übernimmt Xfce die Einstellungen des Xservers. Sollte man ein anderes Tastaturlayout nutzen wollen, so kann man die Option "Use X configuration" deaktivieren und eigene Einstellungen wählen. Üblicherweise als "Generic 105-key (Intl) PC" und "de" sowie "nodeadkeys" als Variante.
Erst ab Ubuntu 11.04 ist das Programm lxkeymap vorhanden, mit dem sich die Tastatursprache bzw. das -layout bequem grafisch ändern lässt. Unter Lubuntu ist es im Menü unter "Einstellungen -> Lxkeymap" zu finden. Siehe auch LXDE Einstellungen.
Falls in der virtuellen Konsole oder der initrd (z.B. bei Passworteingabe für LUKS) das falsche Tastaturlayout verwendet wird, kann man es mit dem folgendem Befehl umstellen (erst ab Ubuntu 11.04 verfügbar):
sudo dpkg-reconfigure keyboard-configuration
Hier wählt man das Tastaturmodell (z.B. "Generische PC-Tastatur mit 105 Tasten (Intl)"), die Belegung (z.B. "Deutsch") und die Variante (z.B. "Deutsch (ohne Akzenttasten)"). Die restlichen Einstellungen kann man für gewöhnlich auf der Voreinstellung lassen.
Die Änderungen werden nach einem Neustart wirksam.
Zur Vorsicht sollte die Veränderung der Einstellungen außerhalb vom Fenstermanager (KDE/GNOME) gemacht werden, d.h. in der Konsole. Dazu meldet man sich vor der Änderung von der grafischen Oberfläche ab und erst anschließend wieder an.
Ubuntu benutzt als Grundzeichensatz utf-8 als Kodierung. Man hat jedoch die Möglichkeit, die Kodierung in wenigen, einfachen Schritten zu ändern. Hier wird als Beispiel auf den Zeichensatz de_DE.ISO-8859-15@euro umgestellt.
Zunächst muss sichergestellt sein, dass die zukünftig gewünschte Kodierung auf dem System vorhanden ist. Dies geschieht mit folgendem Befehl:
sudo locale-gen de_DE@euro
Es können auch andere oder mehrere Kodierungen angegeben werden. Eine Liste der möglichen Angaben ist in der Datei /usr/share/i18n/SUPPORTED enthalten. Die erste Spalte beschreibt dabei den Schlüssel, welcher in obigem Befehl angegeben werden muss. Die zweite Spalte definiert die genaue Kodierung.
Abschließend muss die systemweite Festlegung in den Dateien /etc/environment und /etc/default/locale an der Variable LANG, also LANG="de_DE.ISO-8859-15@euro" vorgenommen werden. Letztere Datei muss nur angepasst werden, wenn diese vorhanden ist. Dies ist z.b. bei Dapper (Ubuntu 6.06) noch nicht der Fall. Mögliche Werte lassen sich zuvor mit dem Befehl locale -a erfragen. Zum Bearbeiten der Dateien müssen diese mit Rootrechten in einem Editor[3] geöffnet werden.
Die Änderung wirkt sich erst nach einer Neuanmeldung aus.
Wenn ein Benutzer eine andere Kodierung benötigt als systemweit eingerichtet, ist dies in der Datei ~/.profile anzugeben [3]:
export LANG=de_DE@euro
Nach dem nächsten Login wird diese Einstellung dann übernommen. Der Befehl locale sollte etwas in dieser Art ausgeben:
LANG=de_DE@euro LC_CTYPE="de_DE@euro" LC_NUMERIC="de_DE@euro" LC_TIME="de_DE@euro" LC_COLLATE="de_DE@euro" LC_MONETARY="de_DE@euro" LC_MESSAGES="de_DE@euro" LC_PAPER="de_DE@euro" LC_NAME="de_DE@euro" LC_ADDRESS="de_DE@euro" LC_TELEPHONE="de_DE@euro" LC_MEASUREMENT="de_DE@euro" LC_IDENTIFICATION="de_DE@euro" LC_ALL=
Es kann passieren, dass im Textmodus (also außerhalb eines grafischen Systems direkt am Terminal) Sonderzeichen und Umlaute falsch dargestellt werden. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass der falsche Zeichensatz eingestellt ist. Dies kann man überprüfen, indem man an der Kommandozeile eingibt:
< /etc/default/console-setup grep CODESET
Wenn man eine andere Ausgabe erhält als
CODESET="Lat15"
oder (ab Natty)
CODESET="Uni2"
ist ein falscher Zeichensatz aktiviert. Den richtigen Zeichensatz kann man mit folgendem Befehl einstellen:
sudo dpkg-reconfigure console-setup
Mit diesem Befehl wird die virtuelle Konsole neu eingerichtet. Man kann nun überall die Standardeinstellungen übernehmen, bis man nach dem Zeichensatz gefragt wird. Hier muss man nun "Latin1 und Latin5 - westeuropäische und türkische Sprachen" oder ". Kombiniert - Latein, slawisches Kyrillisch, Griechisch" (Standard ab Natty) auswählen. Nach einem Neustart des Rechners sollte die virtuelle Konsole problemlos die deutschen Umlaute darstellen.
Mit Hilfe des Programms
localepurge (universe)
lassen sich unerwünschte oder überflüssige Sprachpakete entfernen. Allerdings sollte man bei der Benutzung zwingend darauf achten, niemals die englischen Sprachdateien zu entfernen.
Die Verwendung von localepurge kann u.U. zu Problemen mit der Paketverwaltung führen!
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von aasche erstellt.
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