Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Es ist denkbar einfach, ein deutschsprachiges System zu erhalten. Während der Installation wird man gefragt, ob man zusätzliche Sprachpakete aus dem Internet herunterladen will. Dies funktioniert natürlich nur, wenn während der Installation bereits eine Internetverbindung, z.B. über einen Router, besteht. Bestätigt man die Frage mit "Ja", beginnt die Installationsroutine mit dem Download und der (automatischen) Installation der deutschen Sprachpakete. Geht alles gut, hat man nach dem Neustart ein komplett deutschsprachiges System.
In allen aktuellen Ubuntu Versionen steht der Punkt
"System -> Systemverwaltung -> Sprachunterstützung" (ab Ubuntu 7.10 "Gutsy Gibbon")
"System -> Administration -> Sprachunterstützung" (bis Ubuntu 7.04 "Feisty Fawn")
zur Verfügung. Dort wählt man als Sprache "Deutsch" und es werden die nötigen Sprachpakete automatisch installiert.
Seit Ubuntu "Intrepid Ibex" 8.10 kann man die Sprachpakete über den Dialog Sprachunterstützung sehr individuell installieren. So ist es kein Problem zusätzliche Rechtschreibprüfungen für andere Sprachen zu installieren, die dazugehörigen Sprachpakete jedoch wegzulassen. Ein deutschsprachiges Ubuntu mit zusätzlicher französischen Rechtschreibprüfung ist so problemlos machbar.
Unter KDE kann eine fehlende Sprachunterstützung über die KDE Systemeinstellungen nachinstalliert werden. Hier öffnet man das Modul "Land/Region & Sprache". Alternativ kann dieses Modul auch direkt über KRunner durch die Eingabe des Begriffes gestartet werden. Dabei reichen schon wenige Buchstaben um das Modul zu finden.
Über die Schaltfläche "Install New Language" kann eine neue Sprache installiert werden. Anschließend kann diese in der Liste "Sprachen" für KDE ausgewählt werden. Über die Schaltfläche "Select System Language" kann zusätzlich die komplette Systemsprache konfiguriert werden. Im Modul "Tastaturlayout" kann man noch die deutsche Tastaturbelegung auswählen.
Unter Xfce können die Sprachpakete unter
"Applications -> System -> Sprachunterstützung"
installiert werden. Dort wählt man als zu unterstützende Sprache sowie als Standardsprache "German" (Deutsch) - die nötigen Sprachpakete werden automatisch installiert.
Kommt es bei der automatischen Einrichtung zu Fehlern, läuft ein Upgrade nicht sauber oder hat man während der Installation noch keine Internetverbindung, so kann man die Sprachpakete nachinstallieren [1]. Benötigt werden folgende Pakete:
language-pack-de
language-pack-de-base
language-support-de
Je nachdem, welche grafische Oberfläche man verwendet (GNOME oder KDE), bzw. von welchem Projekt die verwendeten Programme stammen, muss man zusätzlich folgende Pakete installieren. Nach der Installation der Pakete muss die deutsche Sprache noch als Standard eingestellt werden.
Danach sollten die meisten Programme in deutsch verfügbar sein. Für einige Programme gibt es leider noch keine deutsche Übersetzung. Daher sind auch zusätzlich noch die englischen Sprachpakete installiert. Wer bei der Übersetzung helfen möchte, kann sich beim GNOME-Projekt bzw. beim KDE-Projekt oder auf der Homepage des jeweiligen Programmes informieren.
Für GNOME-Programme:
language-pack-gnome-de
language-pack-gnome-de-base
Nach der Installation [1] die Standardsprache im Anmeldemanager GDM (also dort, wo man Benutzernamen und Passwort eingeben muss) einstellen.
Für KDE-Programme:
language-pack-kde-de
language-pack-kde-de-base
kde-l10n-de (universe, [2], ab Intrepid Ibex)
kde-i18n-de (universe), nur für KDE3!
k3b-i18n (universe) - für K3b
koffice-i18n-de (universe) - für KOffice
Danach in den Systemeinstellungen: "Erweitert -> Anmeldungsmanager -> General -> Sprache -> Deutsch (de)" auswählen und wie oben beschrieben die Sprache für KDE festlegen.
Wenn man KDE-Programme unter GNOME nutzt, dann ist es evtl. erforderlich, nach der Installation der Sprachpakete (s.o.) die Sprache für die KDE-Programme umzustellen. Dazu muss man das Paket
systemsettings (ab Intrepid Ibex)
kde-systemsetting (bis Hardy Heron)
installieren [1], falls dies noch nicht im Zusammenhang mit einer anderen Installation geschehen ist. Nun öffnet man ein Terminal [3] und gibt dort folgenden Befehl ein
systemsettings
Nun öffnet sich das KDE-Kontrollzentrum. Hier klickt man nun bei englischer (deutscher) Beschriftung im Abschnitt "Personal" ("Persönliches") auf "Regional & Language" ("Land/Region & Sprache"). Im erscheinenden Fenster rechts unten auf "Select System Language" ("Systemsprache auswählen") klicken und dort "German (Germany)" ("Deutsch (Deutschland)") auswählen. Anschließend klickt man jeweils auf die Bestätigungsknöpfe (die mit den Haken), um die Einstellung zu übernehmen. Evtl. ist nun noch ein Neustart der grafischen Oberfläche nötig.
Eventuell ist nach der Installation auch die Tastatureinstellung nicht korrekt. Dies bemerkt man z.B. daran, dass die spitzen Klammern "<" oder ">" nicht funktionieren oder die Pipe "|" sich nicht erzeugen lässt. In diesem Fall muss die Tastatur noch korrekt angegeben werden.
In dem Menü
"System -> Einstellungen -> Tastatur"
unter dem Punkt "Belegungen" wählt man das Tastaturmodell "Generic 105-key (Intl) PC" aus und ergänzt als Belegung "Germany Eliminate dead keys" für das deutsche Tastaturlayout.
"Systemeinstellungen -> Land/Region & Sprache -> Tastaturlayout"
unter dem Punkt "Tastaturtyp" wählt man das Tastaturmodell "Generic 105-key (Intl) PC" aus und fügt zu "Aktive Belegungen" "Germany" für das deutsche Tastaturlayout ein.
"Applications -> Einstellungen -> Tastatureinstellungen"
unter dem Punkt "Layouts" kann man die Konfigurationseinstellungen ändern. Üblicherweise übernimmt Xfce die Einstellungen des Xservers. Sollte man ein anderes Tastaturlayout nutzen wollen, so kann man die Option "Use X configuration" deaktivieren und eigene Einstellungen wählen. Üblicherweise als "Generic 105-key (Intl) PC" und "de" sowie "nodeadkeys" als Variante.
Zur Vorsicht sollte die Veränderung der Einstellungen außerhalb vom Fenstermanager (KDE/GNOME) gemacht werden, d.h. in der Konsole.
Ubuntu benutzt als Grundzeichensatz utf-8 als Kodierung. Man hat jedoch die Möglichkeit die Kodierung in wenigen, einfachen Schritten zu ändern. Hier wird als Beispiel auf den Zeichensatz de_DE@euro ISO-8859-15 umgestellt.
Zunächst muss sichergestellt sein, dass die zukünftig gewünschte Kodierung auf dem System vorhanden ist. Dies geschieht mit folgendem Befehl:
sudo locale-gen de_DE@euro
Es können auch andere oder mehrere Kodierungen angegeben werden. Eine Liste der möglichen Angaben ist in der Datei /usr/share/i18n/SUPPORTED enthalten. Die erste Spalte beschreibt dabei den Schlüssel, welcher in obigem Befehl angegeben werden muss. Die zweite Spalte definiert die genaue Kodierung.
Abschließend muss die systemweite Festlegung in den Dateien /etc/environment und /etc/default/locale an der Variable LANG vorgenommen werden. Letztere Datei muss nur angepasst werden, wenn diese vorhanden ist. Dies ist z.b. bei Dapper (Ubuntu 6.06) noch nicht der Fall. Mögliche Werte lassen sich zuvor mit dem Befehl locale -a erfragen. Zum Bearbeiten der Dateien müssen diese mit Rootrechten in einem Editor[4] geöffnet werden.
Die Änderung wirkt sich erst nach einer Neuanmeldung aus.
Wenn ein Benutzer eine andere Kodierung benötigt als systemweit eingerichtet, ist dies in der Datei ~/.bashrc anzugeben [4]:
LANG=de_DE@euro export LANG
In einem Terminal [3] muss nun die eigene .bashrc neu eingelesen werden:
source ~/.bashrc
Sollte dies nicht zum Erfolg führen, den PC neu starten.
Danach sollte die gewünschte Kodierung abrufbar sein. Der Befehl
locale
sollte etwas in dieser Art ausgeben:
LANG=de_DE@euro LC_CTYPE="de_DE@euro" LC_NUMERIC="de_DE@euro" LC_TIME="de_DE@euro" LC_COLLATE="de_DE@euro" LC_MONETARY="de_DE@euro" LC_MESSAGES="de_DE@euro" LC_PAPER="de_DE@euro" LC_NAME="de_DE@euro" LC_ADDRESS="de_DE@euro" LC_TELEPHONE="de_DE@euro" LC_MEASUREMENT="de_DE@euro" LC_IDENTIFICATION="de_DE@euro" LC_ALL=
Es kann passieren, wenn man in Ubuntu Dapper Drake das Paket libc aktualisiert (zum Beispiel bei einem Upgrade), dass die Locales falsch eingestellt sind man eine Perl Fehlermeldung oder dergleichen bekommt. Um dieses Problem zu lösen, installiert man entweder wieder die libc aus Dapper oder aktualisiert die Locales ebenfalls.
Es kann passieren, dass im Textmodus (also außerhalb eines grafischen Systems direkt am Terminal) Sonderzeichen und Umlaute falsch dargestellt werden. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass der falsche Zeichensatz eingestellt ist. Dies kann man überprüfen indem man an der Kommandozeile eingibt:
cat /etc/default/console-setup | grep CODESET
Wenn man eine andere Ausgabe erhält, als
CODESET="Lat15"
, dann ist ein falscher Zeichensatz aktiviert. Den richtigen Zeichensatz kann man mit folgendem Befehl einstellen:
sudo dpkg-reconfigure console-setup
Mit diesem Befehl wird die virtuelle Konsole neu eingerichtet. Man kann nun überall die Standardeinstellungen übernehmen, bis man nach dem Zeichensatz gefragt wird. Hier muss man nun "Latin1 und Latin5 - westeuropäische und türkische Sprachen" auswählen. Nach einem Neustart des Rechners sollte die virtuelle Konsole problemlos die deutschen Umlaute darstellen.
Diese Revision wurde am 1. Januar 2010 um 13:40 Uhr
von martingr erstellt.
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