Für die GNOME Shell sind in Ubuntu 11.10 noch keine Erweiterungen in den offiziellen Ubuntu-Paketquellen enthalten. Die Erweiterungen müssen über verschiedene Fremdquellen installiert werden.
Der Funktionsumfang der GNOME Shell lässt sich über diverse Erweiterungen, Extensions genannt, ausdehnen und individuell anpassen. So kann das bekannte Wetter-Applet neben der Uhr seinen Dienst wieder aufnehmen, das zweite GNOME Panel am unteren Bildschirmrand ist wieder da und sogar das Anwendungsmenü aus GNOME 2 taucht wieder auf. Ungewöhnlich in GNOME 3.2 ist die Verwaltung von Arbeitsflächen: Diese werden bei Bedarf erstellt und entfernt. Eine Erweiterung stellt auch hier den bekannten Zustand aus GNOME 2 wieder her. Mit dieser kurzen Einführung
kann jeder seine eigenen Erweiterungen erstellen.
Um die Erweiterungen installieren und aktivieren zu können, muss die GNOME Shell und das GNOME Tweak Tool installiert sein.
Die Erweiterungen werden aus der Fremdquelle heruntergeladen und im Verzeichnis ~/.local/share/gnome-shell/extensions abgelegt. Sollen die Erweiterungen für alle Benutzer systemweit verfügbar sein, müssen diese in das Verzeichnis /usr/share/gnome-shell/extensions abgelegt werden.
Seit der Version 3.2.1 hat sich das Installieren und Starten von Extensions stark vereinfacht.
Auf extensions.gnome.org können sie einfach via Kippschalter implementiert werden.
Nach einem Neustart der Shell mittels Alt + F2 und der Eingabe von R werden die neuen Erweiterungen gefunden und können mit dem GNOME Tweak Tool unter "Shell-Erweiterungen" aktiviert werden.
Falls Alt + F2 nicht aktiviert ist kann man dies unter Tastatur > Tastenkürzel > System nachholen.
Ein Video
zu den Erweiterungen aus der Webupd8 Paketquelle. Zur Installation wird ein PPA [1] benötigt.
Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:
ppa:webupd8team/gnome3
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Weitere Informationen bietet die
PPA-Beschreibung vom Benutzer/Team webupd8team.
Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.
Nach dem Aktualisieren der Paketquellen können die Erweiterungen installiert [2] werden. Anschließend muss eine installierte Erweiterung noch über das GNOME Tweak Tool aktiviert werden.
Ein Programmstarter für die obere Panelleiste, das dem Starter von GNOME 2.3 ähnelt.
gnome-shell-extensions-apps-menu (ppa)
„Ausschalten“, „“ und „Bereitschaft“ über das Benutzermenü.
gnome-shell-extensions-alternative-status-menu (ppa)
Wird ein unterstützter Mediaplayer, z.B. Banshee, Rhythmbox oder Amarok gestartet, so erweitert sich das GNOME Panel um ein Noten-Symbol. Ein Klick auf das Symbol öffnet sich eine komplette Steuermöglichkeit für den aktuell laufenden Player.
gnome-shell-extensions-mediaplayer (ppa)
Nach der erneuten Anmeldung wird mit dem Ausführen eines unterstützten Players die Erweiterung im Hintergrund mit gestartet.
Erweiterungen die Teil des Linux Mint Desktops sind werden mit dem Präfix mgse aufgeführt. Linux Mint
soll in der Version 12 einen Desktop erhalten, der trotz Verwendung der GNOME Shell in Aussehen und Bedienung GNOME 2 sehr nahe kommen soll. Dies wird durch folgende Erweiterungen erreicht (unteres Panel, Mint Menü, Fensterleiste unten):
mgse-bottompanel (ppa)
mgse-menu (ppa)
mgse-windowlist (ppa)
Die Erweiterungen können auch unabhängig voneinander genutzt werden.
Ein Monitor-Konfigurations-Icon für das obere GNOME Panel.
gnome-shell-extensions-xrandr-indicator (ppa)
CPU und RAM-Auslastung werden im oberen GNOME Panel als Grafen dargestellt.
gnome-shell-extensions-system-monitor (ppa)
Um GNOME Shell Themes verwenden zu können, muss man folgendes Paket installieren:
gnome-shell-extensions-user-theme (ppa)
Nach Aktivieren der Erweiterung kann man mit Hilfe des GNOME Tweak Tool Themes auswählen.
Weitere Erweiterungen sind in der Webupd8 Team PPA enthaltenen und können, wie oben beschrieben, Installiert und über das GNOME-Tweak-Tool konfiguriert werden. Da die Anzahl der Erweiterungen stark zunimmt sei hier nur auf die obigen Bespiele verweisen, weitere Informationen stehen auf der Webseite
zur Verfügung.
Das aus GNOME 2 bekannte "Timer Applet" hat den Weg in die GNOME Shell gefunden. Es gibt derzeit noch kein PPA und DEB-Paket für GNOME 3.2. Man muss sich das aktuelle Quelltext-Paket von der Projektseite
herunterladen. Dieses entpackt man und findet darin ein Skript, welches die Erweiterung installieren und auch deinstallieren kann. Doch bevor man dies tut, muss man eine kleine Änderung an der Datei gnome-shell-timer-config.py vornehmen, da sonst der Einstellungsdialog nicht erscheint. Die erste Zeile muss folgendermaßen geändert werden:
1 | #!/usr/bin/env python |
Folgender Befehl installiert die Erweiterung (man muss im selben Verzeichnis wie das Skript sein und wird nach dem Passwort gefragt):
./make.sh install
und folgender deinstalliert sie wieder:
./make.sh uninstall
Anschließend muss die Erweiterung wie oben beschrieben aktiviert werden.
Neben der Suche über Google und Wikipedia lassen sich leicht andere Suchmaschinen hinzufügen, zum Beispiel Scroogle
, welche eine SSL-gesicherte und anonymisierte Suchabfrage bietet.
Hierzu muss lediglich im Verzeichnis /usr/share/gnome-shell/search_providers eine entsprechende .xml-Datei erstellt werden, wobei die vorhandenen Dateien hierfür als Vorlage dienen können.
Als Beispiel der Inhalt für die Scroogle Suche:
1 2 3 4 5 6 7 | <OpenSearchDescription xmlns="http://a9.com/-/spec/opensearch/1.1/"> <ShortName>Scroogle</ShortName> <Description>Scroogle Suche</Description> <InputEncoding>UTF-8</InputEncoding> <Image width="16" height="16">data:image/x-icon;base64</Image> <Url type="text/html" method="GET" template="https://ssl.scroogle.org/cgi-bin/nbbwssl.cgi?Gw={searchTerms}"/> </OpenSearchDescription> |
Den obigen Inhalt als scroogle.xml mit Root-Rechten [4] im Verzeichnis /usr/share/gnome-shell/search_providers speichern, nach einem Neustart der Shell mittels Alt + F2 und der Eingabe von R steht die neue Suchabfrage zur Verfügung.
In einem Archiv, sowohl für GNOME 3.0 wie auch für GNOME 3.2, bietet GNOME Shell Frippery
einige Erweiterungen zum Download an:
Move the clock - die Position der Uhr ist verschiebbar
Favourites in panel - Programmstarter können in der oberen Leiste hinterlegt werden
Applications menu in panel - entfernt die Aktivitäten und ersetzt diese durch das bekannte Programmmenü
Disable dynamic workspaces - Arbeitsflächen werden nicht mehr dynamisch erzeugt oder gelöscht
Shut Down menu - Ubuntu über das Benutzermenü beenden
Bottom panel - erzeugt ein GNOME Panel am unteren Bildschirmrand
Das Archiv gnome-shell-frippery-0.3.0.tgz
für GNOME 3.2 herunter geladen. Die Dateien des Archivs müssen in das Verzeichnis Installationsverzeichnis entpackt [5] werden. Nach dem Entpacken muss man sie noch aktivieren.
Fedora Wiki
- Artikel zum Thema GNOME Shell Erweiterungen
GNOME Mailingliste
- Info: geplante Extensions
GNOME LIVE
- "Bauanleitung" für eigene Erweiterungen
Webupd8
- Aktuelle News und Tipps zu Linux und Ubuntu
Diese Revision wurde am 20. Mai 2012 09:47 von V for Vortex erstellt.
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