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Service Units

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Dieser Artikel befasst sich mit systemd Service Units. Diese dienen dazu, Dienste zu starten und zu stoppen. Zur Steuerung dient der systemd-eigene Befehl systemctl.

Wer eigene Service Units anlegen (oder bestehende Service Units editieren) möchte, sollte sich zunächst mit dem allgemeinen Aufbau der systemd/Units vertraut machen. Ein praktisches und funktionierendes Beispiel für eine komplette Service Units befindet sich im Howto/systemd Service Unit Beispiel.

Allgemein sieht eine minimale Service-Unit wie folgt aus:

[Unit]
# Abschnitt wird im Artikel systemd/Units beschrieben

[Service]
Type=simple
ExecStart=/PFAD/ZUM/BEFEHL/befehl

[Install]
# Abschnitt wird im Artikel systemd/Units beschrieben

Der Schlüssel ExecStart enthält den Befehl zum Starten des Dienstes. Wichtig ist, dass immer der volle Pfad zum Befehl angegeben wird. In diesem Abschnitt kann z.B. auch eingetragen werden, welche Befehle vor oder nach dem Start des eigentlichen Services ausgeführt werden sollen, unter welchem Benutzer und welcher Gruppe der Dienst läuft (Standard: root). Außerdem wird hier festgelegt, welchen Typ der Service haben soll. Das Type=simple im obigen Beispiel müsste nicht explizit angegeben werden, da dies der Vorgabewert ist.

Optionen für die [Service]-Sektion

Es können unter anderem folgende Schlüssel eingefügt werden:

Schlüssel Erklärung
ExecStart der Befehl, der beim Start der Unit ausgeführt wird
ExecStartPre der Befehl, der vor dem Start der Unit (also vor der Ausführung von ExecStart) ausgeführt werden soll
ExecStartPost der Befehl, der nach dem Start der Unit (also nach der Ausführung von ExecStart) ausgeführt werden soll
WorkingDirectory legt das Arbeitsverzeichnis fest, in dem die Prozesse ausgeführt werden. Das Verzeichnis muss als absoluter Pfad angegeben werden oder als ~. Bei letzterem wird das Homeverzeichnis des im Schlüssel User angegebenen Nutzers gewählt.
User legt fest, unter welchem Benutzer der Service laufen soll (Standard: root)
Group legt fest, unter welcher Gruppe der Service laufen soll

Die Schlüssel ExecStarPre und ExecStartPost dürfen auch mehrmals mit verschiedenen Befehlen vorkommen. Wichtig ist, dass bei den Werten für die Exec* Schlüssel immer der vollständige Pfad zum Programm/Skript mit angegeben wird, also z.B. ExecStart=/user/local/bin/mein_programm

Wie bei allen Units ist zu beachten, dass die Schlüssel immer mit Großbuchstaben beginnen und in CamelCase-Schreibweise geschrieben werden: ExecStart=...

Service-Typen

Wie oben erwähnt gibt es verschiedene Typen für einen Service. simple ist der Standardwert und die richtige Wahl für Dienste, welche permanent laufen, aber nicht "forken".

"Forkt" ein Service, d.h. erzeugt ein Dienst weiter Prozesse (wie es z.B. einige Webserver tun), dann muss der Service-Typ auf forking gesetzt werden.

Soll ein Service nur einmal laufen (z.B. ein "Aufräumskript", welche eine bestimmte Aufgabe erfüllt und dann beendet ist), dann wählt man als Service-Typ oneshot.

Eine vollständige Übersicht auch weiterer Typen inklusive Erklärungen ist in der systemd Dokumentation 🇬🇧 zu finden.

systemd kennt noch eine Vielzahl weiterer Schlüssel für diesen Abschnitt. Eine ausführliche Auflistung und Erklärung ist in der Dokumentation für Service 🇬🇧 als auch in der Dokumentation systemd.exec 🇬🇧 zu finden.

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extern

Diese Revision wurde am 12. April 2020 21:10 von noisefloor erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Dienste, System, systemd