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UT Tweak Tool

Dieser Artikel bezieht sich auf Ubuntu Touch, die Variante von Ubuntu für mobile Geräte mit Touchscreen.

Getestet wurde der Artikel für folgende Version(en):

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Achtung!

Für jegliche Veränderungen an Ubuntu Touch ist der Besitzer selbst verantwortlich. Weder die Artikelautoren noch ubuntuusers.de haften, falls Probleme auftreten oder das benutzte Gerät im schlimmsten Fall nicht mehr gestartet werden kann. Tiefe Systemeingriffe können dazu führen, dass Ubuntu Touch durch einen sogenannten Flashvorgang neu aufgespielt werden muss.

Unter bestimmten Umständen könnte auch dies unmöglich werden - das Gerät und damit auch die Daten sind dann unwiederbringlich zerstört. Schwere Systemeingriffe wie Schreibzugriff auf das System sind inoffiziell, und sind allgemein häufig von Garantieleistungen der Gerätehersteller/Shops ausgenommen.

Ubuntu_Touch/Programme/UTTT.png passwort-abfrage.png UT Tweak Tool ist ein mächtiges Werkzeug, mit dem weitreichende Optimierungen für, und Eingriffe in, das Ubuntu-Touch-System möglich sind. Es umfasst eine Vielzahl von Optionen, die zu Anfangszeiten von Ubuntu Touch gar nicht oder nur schwer über Terminal-Befehle zu verwirklichen waren. Um das zu erreichen, benötigt das Tool einen uneingeschränkten System-Zugriff. Daher wird bei jedem Öffnen des Programms das Passwort abgefragt. UT Tweak Tool umfasst Möglichkeiten, das Aussehen, Bedienbarkeit, und Klänge zu beeinflussen, bietet umfassende Informationen und Möglichkeiten zur Verwaltung von Anwendungen, und erleichtert die Systemzugänge über verschiedene Kanäle.

Installation

Das Programm kann über den Ubuntu Touch/OpenStore[1] bezogen werden.

Verwendung

UT Tweak Tool wird über den "App Scope"/"App Drawer" gestartet. Es öffnet sich in der "Verhalten"-Ansicht. Die weiteren Ansichten erreicht man über das Dropdown-Menu oben links.

Verhalten

Anwendungs Scope

"App-Favoriten" - hier können die Apps, die ganz oben im "App Scope" erscheinen sollen, festgelegt werde. Dazu das Plus-Symbol drücken, es erscheint eine Liste mit allen Apps und Scopes. Dort die gewünschte Anwendung aussuchen. Sortieren kann man die ausgewählten Apps, indem man das zu verschiebende Icon länger hält, und dann an die gewünschte Position zieht.

Ab OTA 12 ist diese Funktion obsolet, da es darin keinen "App Scope" mehr gibt.

vorschau.png

Unity 8

"Skalierung" - mit dem Schieberegler kann die gewünschte Größe der Gittereinheit in Pixeln festgelegt werden; im Vorschaufenster wird das Ergebnis gleich angezeigt. Mit "Test" kann man die Einstellung ausprobieren; UT Tweak Tool startet dann Unity8 neu. Die Einstellung bleibt dann für die Dauer der Sitzung bestehen. Ein Neustart würde die alten Einstellung wiederherstellen, sie muss erst mit "Anwenden" dauerhaft bestätigt werden.

"Handhabungsmodus" - der Handhabungsmodus regelt die Art und Weise, wie geöffnete Programme angezeigt werden.

  • "Gestaffelt" - ist die Standardeinstellung; jedes Fenster erscheint im Vollbildmodus (Ausnahme Side Stage), durch Wischen von der rechten Außenkante werden die Anwendungen "aufgeblättert".

  • "Fenster-Modus" - damit werden die Apps wie auf Desktop-Rechnern in einzelnen Fenstern dargestellt. Die Fenstergröße kann durch Halten und Ziehen an den Kanten verändert werden, durch Halten und Ziegen an der Panelleiste wird das ganze Fenster bewegt. Die Fenster können über das Panel, wie auf dem Desktop üblich, geschlossen, verborgen oder in den Vollbildmodus geschaltet werden. Der Fenstermodus ist Teil von Canonicals Convergence-Strategie (Konvergenz), welche darauf abzielt, sowohl eine Benutzeroberfläche für mobile Ubuntu-Touch-Geräte als auch für klassische Desktop-Anwendungsfälle zur Verfügung zu stellen.

  • "Automatisch" - wechselt direkt von "Gestaffelt" zum "Fenster-Modus", wenn das Gerät an einen externen Bildschirm angeschlossen oder eine Maus eingesteckt, und zurück, wenn die Verbindung beendet wird (Aktivierung für extere Bildschirme in "Systemeinstellungen → Helligkeit & Anzeige → Externer Bildschirm").

"Starter" - Hier kann das Verhalten der Starterleiste beeinflusst werden.

  • Die Anzeige kann für den Fenstermodus automatisch verborgen werden, im gestaffelten Modus verschwindet die Leiste immer nach kurzer Zeit.

  • Außerdem kann die Größe der Icons, und dadurch die Breite der Leiste, festgelegt werden.

Diese Features sind z.B. für das BQ Aquaris HD M10 schon im Betriebssystem ("Systemeinstellungen → Starter") vorgesehen, für das Fairphone2 hingegen nicht.

"Indikatoren" - Einstellungen für die Statusleiste, über die etliche Dinge aufgerufen werden können.

  • "Allgemein" Wer das Indikatoren-Menü nicht nutzen möchte, kann es hier ausschalten, dann lässt sich das Menü nicht mehr herunter ziehen.

  • "Akku" - Zur besseren Kontrolle kann der Ladezustand des Akkus in Prozent eingeblendet werden.

  • "Datum und Zeit" - Hier kann über "Kalender anzeigen" der laufende Monat in das Menü eingeblendet werden, ggf. lassen sich auch "Ereignisse anzeigen", die im Kalender verzeichnet sind. "Kalenderwoche anzeigen" bezieht sich auf die Startansicht in der Kalender-App, die damit auf die Wochenansicht geschaltete wird. Diese Option ist in aktuellen Ubuntu-Touch-Versionen auch im Kalender selbst aktivierbar.

"Kantenempfindlichkeit"

Diese Einstellungen sind für die Verwendung mit einer angeschlossenen Maus verwendbar, nur der letzte Eintrag hat Relevanz für den Touchscreen. Über Schieberegler lassen sich hier die Werte zur Einstellung festlegen. Dabei geht es um die Breite der Bereiche an dem Bildschirmkanten, die für die "Drückaktionen" mit der Maus an den Rändern verwendet werden. Diese Bereiche werden in "Grid Units" (Gittereinheiten) angegeben; das ist keine feste Einheit, sondern eine Berechnung auf Grundlage der Bildschirmgröße (siehe Details zu Grid Units 🇬🇧, Was bedeutet gu 🇬🇧). Dabei werden für kleine Bildschirmen weniger Einheiten für Breite des Bildschirms eingesetzt, 50 z.B. für das Fairphone 2, 5"-Bildschirm, 90 für ein BQ HD m10 mit 10"-Bildschirm. Eine Vorstellung bekommt man, wenn man in den Einstellungen die Breite der Starterleiste/Größe der Icons festlegt: eine Breite von 12 Gittereinheiten entspricht auf dem Fairphone2 knapp einem Viertel der Bildschirmbreite, auf einem BQ-Tablet nur etwa einem Achtel.

  • "Empfindlichkeit der Kantenbarriere" - legt den Wert fest, wie stark mit der Maus an die Kante gestoßen werden muss, um Aktionen wie das Auffächern der laufenden Apps, Einblenden der Starterleiste o.ä. auszulösen. Je höher der Wert, desto kräftiger muss gestoßen werden.

  • "Kantenbarriere minimal notwendiger Druck" - legt den minimalen Wert fest, mit wie viel Schwung mit der Maus an die Kante gedrückt werden muss, wenn der Wert für Empfindlichkeit auf 100 steht .

  • "Kantenbarriere maximal notwendiger Druck" - legt den maximale Wert fest, mit wie viel Schwung an die Kante gedrückt werden muss, wenn der Wert für Empfindlichkeit auf 1 steht.

  • "Breite des Wischbereichs an der Kante" - Werte von 1 bis 6 Gittereinheiten sind möglich, die Aktionen werden bei Wischstart innerhalb dieses Streifens angestoßen.

Ton

"Nachrichten"

  • "Nutzerdefinierter Nachrichtenton" - Hier lässt sich statt der über die "Systemeinstellungen → Klang → Nachricht empfangen" einstellbaren Standardtöne ein eigenen Signalton festlegen. Die Abspieldauer sollte nicht länger als 10 Sekunden sein, da die Datei komplett abgespielt wird und nicht abgebrochen werden kann. Es wird dafür die Datei /usr/share/sounds/ubuntu/notifications angelegt, um Fehlfunktionen für Apps wie Fluffychat zu vermeiden. Diese Datei wird mit jeder Aktualisierung des Systems wieder überschrieben und muss dann neu erstellt werden. Über "Auswählen" kann zum gewünschten Ton navigiert werden, mögliche Format siehe Ubuntu Touch/Einrichtung (Abschnitt „Formate“). Falls die Datei auf einer externen Speicherkarte liegt, kann sie natürlich nicht verwendet werden, wenn diese entfernt/gewechselt wird. Der Ton lässt sich hier auch wieder auf den Standardton zurückstellen.

Für die Klingeltone der Telefonfunktion ist die Auswahl eigener Töne bereits mit der Standardinstallation ("Systemeinstellungen → Klang → Klingelton)" möglich.

three-designs.png

Experimentell

"Systemdesign ändern" - Designauswahl für die Anzeige. Die Änderungen wirken sich nur auf nach einer Umstellung geöffneten Anwendugen aus; so kann man in einer Sitzung unterschiedliche Designs auf verschiedenen Apps einsetzen

  • "Ambiance (Standarddesign)" - schwarze Schrift auf weißem Hintergrund.

  • "SuruDark (Dunkles Design)" - weiße Schrift auf schwarzem Grund, spart ggf. etwas Energie, blendet in dunkler Umgebung weniger.

  • "SuruGradient (Testdesign, nicht unterstützt)" - hell-lila Schrift auf lila Grund, wenig Kontraste, von weiter weg so gut wie unlesbar.

Nicht alle Apps lassen sich unter den Suru-Designs gut verwenden, so z.B. Netinfo, in dem die Schrift unter unter SuruDark so gut wie unlesbar ist.

Apps + Scopes

Aus einer Liste der installierten Apps lässt sich die gewünschte auswählen, es öffnet sich ein Fenster mit zwei Reitern. In dem Fenster können über das Mülltonnensymbol rechts oben Apps deinstalliert werden, das funktioniert, anders als im Ubuntu Touch/OpenStore auch ohne Internetverbindung. Nicht entfernen lassen sich die Scopes, also System-Anwendungen, es erscheint entsprechend kein Mülleimer.

Man kann im Menü links oben direkt unter der Titelleiste angeben, was angezeigt werden soll: "Alle Apps anzeigen" , "Enthält ein App", "Enthält einen Scope".

Allgemein

Dieser Reiter liefert eine kurze Beschreibungen mit Versionsangabe und Name der Anwendung.

  • "Hintergrundsuspendierung verhindern" - (für jede App möglich), sinnvoll für Apps, die auch bei abgeschaltetem Display oder im Hintergrund für andere Apps laufen sollen (Beispiel: OSM Scout Server als Voraussetzung zur Nutzung von PureMaps mit Offline-Karten).

löschen.png

  • "Speicherplatznutzung" - liefert eine Auflistung des verwendeten Speicherplatzes der App, unterteilt in Anwendungsgröße, Cache-Größe, Datengröße und Einstellungsdatengröße. Über die "Löschen..."-Schaltfläche lassen sich in einem Einstellungsfenster einzeln die Löschung des Cache, der Anwendungsdaten und der Einstellungsdaten ausführen. So können Apps vollständig entfernt werden; über den Löschvorgang aus dem OpenStore heraus bleiben die Konfigurations- und Anwendungsdaten auf dem Gerät zurück. Hier sollte man vor dem Löschen überprüfen, ob Anwendungsdaten nicht noch anderweitig benötigt werden.

Abhängigkeiten

In der englischen Version heißt der Reiter "Hooks"), was den Inhalt besser trifft. Hier lässt sich einsehen, welche Rechte die Apps benötigen und auf welche Bereiche sie zugreifen können. Wenn die App mehrere Bestandteilen hat, werden alle aufgeführt, die Informationen können durch Tippen auf die jeweilige Leiste aufgeklappt werden.

System

System

"Click-Pakete installieren" - Falls man .click-Pakete aus anderen Quellen als dem OpenStore verwenden möchte, kann man sie hier "Auswählen..." (es öffnet sich eine Art Dateiverwaltung, in der zum Speicherort des Pakets navigiert wird) und dann "Installieren"

"Schreibzugriff einrichten" - Hier lassen sich die Schreib- und Leserechte für das gesamte System einstellen - mit größter Vorsicht zu behandeln, da so das gesamte System manipulierbar wird!

  • "[nur Lesen] Standardeinstellung"

  • "[Lesen-Schreiben] temporär (nur bis Neustart) "

  • "[Lesen-Schreiben] permanent (bleibt nach Neustart)"

"SSH Einstellungen"

  • "SSH Zugriff aktivieren" - das Gerät für die Nutzung von SSH vorbereiten, weitere Schritte dazu in SSH.

"Systeminformationen" - Informationen zur verwendeten Version von Ubuntu Touch sowie zur Hardware,

USB-Einstellungen

"ADB Einstellungen"

  • "USB Modus" - Festlegen des Modus, wenn das Gerät per USB-Kabel mit einen Rechner verbunden wird, möglich sind:

    • "MTP" - Dateiübertragung vom Rechner zum Ubuntu-Touch-Gerät verwenden

    • "RNDIS" - damit ist Tethering möglich, also die Nutzung der Internetverbindung des Ubuntu-Touch-Geräts durch den verbundenen Rechner.

  • "Fehlerbehandlung (Debbuging)"

    • "Zugriff auf Fehlerbehandlung entziehen" - ermöglicht den Widerruf einer zur ADB-Nutzung gegebenen Źustimmung zum Zugriff über eine USB-Verbindung. Das kann bei Problemen mit ADB nötig sein.

Werkzeuge

"Dienste"

  • "Dienste neu starten" - erzwingt den Neustart von Unity8 bei Problemen oder zur Aktualisierung, ohne das Gerät ganz herunterfahren zu müssen. Mit dem Neustart von Unity8 werden auch alle Programm auf dem Gerät geschlossen, also zuvor alle nicht gespeicherten Daten sichern! Sinnvoll auch, wenn für über Anbox installierte Apps die Icons mehrfach angezeigt werden, nach einem Unity8-Neustart erscheinen sie erst mal wieder nur einfach.

intern

  • Ubuntu Touch

    • Terminal - Befehle für Ubuntu Touch ausführen, auch als App

    • Tipps - Bildschirmfotos, externe Tastatur, Hotspot, Werbeblocker, Skripte...

extern

Diese Revision wurde am 23. März 2020 11:32 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System, Sicherheit, Ubuntu Touch