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OggVideoTools

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Die OggVideoTools sind eine Sammlung kleiner Programme für die Kommandozeile zur Erstellung und Bearbeitung von OGG-Videodateien (d.h. Videos, die den OGG-Container und den Theora-Codec benutzen. Dateiendung ist in der Regel *.ogv). Mit manchen dieser Tools lassen sich auch Ogg/Vorbis codierte Audiodateien (Endung *.ogg bzw. *.oga) bearbeiten.

Installation

Die OggVideoTools könnnen direkt aus den Quellen installiert werden

  • oggvideotools (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install oggvideotools 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://oggvideotools

Die einzelnen o. g. Programme können dann sofort gestartet werden.

Bedienung

Im Folgenden sollen am Beispiel einer mit den OggVideoTools erstellten Diashow einige Funktionen der einzelnen Komponenten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) vorgestellt werden.

Erstellung einer Diashow ohne Ton

Vorbereitung

oggSlideshow unterstützt die gängigen Bildformate JPG und PNG. Prinzipiell kann man natürlich den Namen jedes Einzelbildes in die Kommandozeile eingeben, um die Reihenfolge der Bilder in der Diashow festzulegen. Bei einer größeren Anzahl von Bildern empfiehlt es sich, alle gewünschten Bilder in einen Ordner zu kopieren und ggf. so umzubenennen, dass ihre alphanumerische Reihenfolge ihrer Abfolge im späteren Film entspricht.

optionale Größenanpassung der Bilder

oggSlideshow kann nur Bilder verarbeiten, die nicht mehr als die doppelte Bildgröße des geplanten Videos aufweisen, anderenfalls wird das Rendern des Films mit einer Fehlermeldung abgebrochen. Falls das Seitenverhältnis der Bilder (z.B. 4:3) nicht mit dem des Videos (z.B. 16:9) übereinstimmt, kann oggSlideshow zwar die Leinwandgröße durch Hinzufügen von schwarzen Rändern korrigieren, jedoch (in Abhängigkeit von der Hardware) ggf. nur unter erheblichem Zeitaufwand. Es wird daher dringend empfohlen, die Bilder zuvor mittels einer Bild-Stapelverarbeitung wie z.B. XnViewMP oder Fotoxx auf die richtige Leinwandgröße zu konvertieren.

Rendern

Beim Rendern stehen mehrere Optionen zur Verfügung:

OptionBedeutung
-l<Zahl>Anzeigedauer eines Einzelbildes in Sekunden
-t<...>Übergangseffekt, Präsentationstyp
-tp keine Übergänge (plain)
-tkbleichter Kameraschwenk (Ken Burnes-Effekt) = Standardeinstellung
-tcfKreuzblendeneffekt (cross fading)
-tblUnschärfeeffekt (bluring)
-d<Zahl>Datenrate pro Sekunde (in Bytes)
-s<Breite>x<Höhe>Bildgröße (Standardeinstellung: 480 x 320)
-f<Zahl>Bildwiederholfrequenz (Standardeinstellung: 24 pro Sekunde)
-o <Dateiname.ogv>Name der Ausgabedatei (output file)

Allgemein:

oggSlideshow -l<Länge in s>  -d<Datenrate pro s> -o [Ausgabedatei] [Bild1][Bild2][Bild3]... 

Beispiel:

oggSlideshow -l7.5 -tp -d1024000 -s1280x720 -o Diaschau.ogv *.jpg 

Alle JPG-Dateien des Ordners werden nun zur Datei "Diaschau.ogv" im Bildformat 1280 auf 720 Pixel zusammengefügt. Alle 7,5 Sekunden wechselt das Bild ohne Überblendungseffekte.

Zusammenführen von Dateien desselben Typs

  • Mit oggCat können nun verschiedene OGG oder OGV-Dateien zusammengeführt werden. Denkbar wäre es, z.B. verschiedene Diashows mit Filmen aus bewegten Bildern zu kombinieren.

  • Man kann aber auch verschiedene Musiktitel kombinieren, um eine Audiospur zur musikalische Untermalung für den erzeugten Film zu kreieren.

  • Falls zwischen den Musiktitel eine stille Passage eingefügt werden soll, so kann man mittels oggSilence ein "stilles" Audiofile erzeugen, das sich dann mit den Musiktiteln zusammenführen lässt, z.B:

oggSilence -l3000 Stille.ogg 

Die stumme Datei "Stille.ogg" hat eine Länge von 3 Sekunden (3000ms).

  • Kommando für das Zusammenführen:

oggCat [Zieldatei] [Quelldatei 1] [Quelldatei 2] 

Beispiel:

oggCat Audio.ogg "Europe - The Final Countdown.ogg" Stille.ogg "The Beatles - Eleanor Rigby.ogg" 

Zwischen den beiden zusammengeführten Musiktiteln befindet sich nun eine Pause von 3 Sekunden.

Schneiden

OGG, OGV oder OGA-Dateien lassen sich mit oggCut schneiden. Sinnvoll ist dies, wenn die Länge der Audiodatei dem Film angepasst werden soll. Ist das Audiofile nämlich länger als z.B. die Diashow, dann bleibt das letzte Bild bis zum Ende der Audiospur stehen.

Die Optionen -s (=Startpunkt) und -e (=Endpunkt) legen den Abschnitt fest, der ausgeschnitten und in eine neue Datei geschrieben werden soll. Die Quelldatei bleibt dabei erhalten.

oggCut -s [Zeit in Millisekunden] -e [Zeit in ms] [Quelldatei] [Ausgabedatei] 

Falls man das Video oder Audio nur am Ende kürzen möchte, kann man die Startoption weglassen, ebenso natürlich auch umgekehrt die Option -e, falls man nur den Anfang kürzt. Alternativ zur Option -e kann man mit -l die Länge des Abschnitts festlegen.

Beispiel: Das wie oben beschrieben erzeugte Audiofile hat eine Länge von 7 min 10s = 430.000ms und soll um 10 Sekunden gekürzt werden, damit es zum Film passt. Es soll also nach 420.000ms enden.

oggCut -e 420000 Audio.ogg "Audio (geschnitten).ogg" 

Bug

Sollen nur wenige Sekunden vom Ende einer Quelldatei in eine neue Zieldatei geschrieben werden, so ist diese deutlich zu klein und enthält keinen lesbaren Datenstrom (Fehlermeldung z.B. unter Clementine: "invalid data stream").

Alternative

Mit dem grafischen Tool mp3splt lassen sich auch OGG/Vorbis-Audiodateien (aber leider keine OGG-Videos) teilen und Ausschnitte daraus in neue Files abspeichern. Hier tritt der oben beschriebene Fehler nicht auf.

Zusammenführen von Film und Ton (Multiplexen)

Mit oggJoin kann jetzt unser Film mit der passenden Musik unterlegt werden:

oggJoin [Zieldatei] [Quelldatei 1: Video] [Quelldatei 2: Audio] 

Dokumentation

Genauere Beschreibungen zur Bedienung und dem Funktionsumfang der einzelnen Komponenten kann man nach Installation der OggVideoTools im Terminal mit dem Befehl

man 1 [Name der Komponente] 

nachschlagen, also z.B.

man 1 oggCut 

Intern

Extern

Diese Revision wurde am 10. Februar 2021 13:11 von mubuntuHH erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Codec, Audio, Multimedia, Installation, Video, Vorbis