Netplan

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Nutzung
  3. Netplan deaktivieren
  4. Links

Netplan 🇬🇧 dient zur Konfiguration der Netzwerkschnittstellen für die Desktop-Version und Ubuntu Server seit 17.10. Netplan ersetzt die bisherige Konfiguration über die Datei /etc/network/interfaces.

Die Konfiguration von Netplan erfolgt über Dateien im YAML-Format. Die Dateien können in den Verzeichnissen /run/netplan (wird zur Laufzeit des Systems anlegt), /lib/netplan/ (Dateien der Distribution) und /etc/netplan liegen, wobei letzteres der richtige Ort ist, um eigene Konfigurationsdateien abzulegen.

Wer keine statische IP-Konfiguration, virtuelle Netzwerkschnittstellen und ähnliches benötigt, kommt mit Netplan gar nicht direkt in Berührung, weil Netplan die Kontrolle an den NetworkManager (für Desktop-Systeme) bzw. system-networkd (für Server-Systeme) übergibt.

Netplan wird maßgeblich von Canonical entwickelt.

Installation

Netplan ist in der Grundinstallation von Ubuntu im Paket

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install netplan.io 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://netplan.io

enthalten[1].

Nutzung

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, wird sofern keine manuelle Konfiguration vorgenommen wird, eine Konfigurationsdatei automatisch erzeugt. Für Desktop-Systeme ist dies /etc/netplan/01-network-manager-all.yaml, mit folgendem Inhalt:

# Let NetworkManager manage all devices on this system
network:
  version: 2
  renderer: NetworkManager

network ist der oberste Knoten, also alle physischen Netzwerkschnittstellen. version: 2 gibt die YAML-Version an, wobei version: 2 bedeutet, dass YAML 1.1 benutzt wird, was der Standard für Netplan ist. renderer: NetworkManager besagt, dass die Kontrolle über die Netzwerkschnittstellen an den NetworkManager abgegeben wird. Die andere Alternative ist networkd. Dies wäre auch der Standardrenderer, wenn keiner angegeben wird.

Möchte man eigene Konfigurationsdateien schreiben, sind diese in /etc/netplan/ abzulegen. Der Name der Datei darf beliebig sein, muss aber die Endung .yaml haben. Zu beachten ist, dass die Dateien in lexikalische Reihenfolge gelesen werden. Hat man z.B. zwei Dateien 01-foo.yaml und 02-bar.yaml, würde zuerst 01-foo.yaml gelesen, dann 02-bar.yaml. Sind in den Dateien widersprüchliche / überlappenden Konfigurationen enthalten, wird immer die Konfiguration der später gelesenen Datei genutzt.

Hat man eigene Dateien angelegt, muss man anschließend noch den Befehl

netplan apply 

ausführen.

Wenn man vorsichtig mit der neuen Konfiguration sein möchte, dann kann man den Befehl

netplan try 

eingeben; hiermit wird die geänderte Konfiguration nur dann angenommen, wenn man innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (z.B. 120 Sekunden) die neue Konfiguration bestätigt.

Beispiel: statische Netzwerkkonfiguration

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network:
  version: 2
  renderer: networkd
  ethernets:
    eth0:
      addresses:
        - 10.10.10.2/24
      dhcp4: no
      gateway4: 10.10.10.1
      nameservers:
          addresses: [10.10.10.1,1.1.1.1]

Im Beispiel wird der Ethernetschnittstelle eth0 die IP-Adresse 10.10.10.2 zugewiesen, DHCP deaktiviert, als Gateway 10.10.10.1 und als DNS-Server 10.10.10.1 und 1.1.1.1. festgelegt. Für die Netzwerkschnitte ist dann systemd-networkd zuständig.

Netplan deaktivieren

Die Deaktivierung von Netplan, so dass stattdessen die vorherige Variante zur manuellen Konfiguration des Netzwerks über die interfaces Datei genutzt werden kann, ist im Wikiartikel Netplan/Deaktivieren beschrieben.