HBCI Kartenleser
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Ergänzungen zum Artikel über Kartenleser und Smart Cards[3] um die beim Electronic Banking (auch Online-Banking, Home-Banking) spezifischen Belange.
HBCI ("Homebanking Computer Interface") war seit 1998 ein offener Standard der Deutschen Kreditwirtschaft (früher ZKA) für eine Schnittstelle im Bereich Electronic Banking und Kundenselbstbedienung, vorwiegend für Endkunden im privaten Bereich. Sie wurde in 2002 umbenannt in FinTS. FinTS steht für „Financial Transaction Services“ und wurde in Version 3.0 von ca. 2.000 deutschen Kreditinstituten implementiert, teilweise auch in Version 4.0. Auch FinTS ist spätestens seit dem 14.September 2019 mit dem flächendeckenden Einsatz der auf der europäischen Richtlinie PSD2 beruhenden SEPA Transaktionen veraltet, wird aber noch als Rückfalloption betrieben. PSD2 wird ab Oktober 2025 ersetzt durch PSD3.
Der Name "HBCI" ist jedoch auch noch heute (2026) mit zwei Bedeutungen gebräuchlich:
Als Synonym für Online-Banking bzw. Electronic Banking mit Funktionalitäten, die über die Webseiten der Banken hinausgehen. In diesem Sinne wird der Name in diesem Artikel verwendet.
Bei PSD2 und FinTS zur Bezeichnung einiger Sicherheitsverfahren, die auf dem alten Standard HBCI beruhen. („Alt“ bedeutet i.d.F. aber nicht „technisch veraltet“ oder gar „unsicher“!)
Kartenleser¶
Für Online-Banking benötigt man einen speziellen Kartenleser, der die von den Banken hierfür ausgegebenen Smart Cards[3] (gerne HBCI-Karten genannt) im Format einer EC-Karte lesen kann.
Geeignete Kartenleser¶
Die Geräte benötigen Treibersoftware. Unter Linux stehen Treiber in den Architekturen CT-API und PC/SC zur Verfügung. Man sollte bei einer neuen Anschaffung eines Kartenlesers unbedingt auf dessen Unterstützung von PC/SC achten und kein Gerät erwerben, welches nur das veraltete CT-API beherrscht, denn die zur Zeit noch gegebene Unterstützung dafür wird auslaufen. Wenn in der Beschreibung des Gerätes nur "HBCI" auftaucht und "PC/SC" fehlt, handelt es sich möglicherweise um ein veraltetes, nur mit CT-API betreibbares Gerät.
Der persönliche Bankberater sollte auch die Empfehlungen der Bank zur Geräteauswahl nennen können.
Für Online-Banking benötigt man ein Gerät für kontaktbehaftete Chipkarten. Das Gerät muss für diese Anwendung kein RFID bzw. NFC beherrschen. Es schadet aber nicht, wenn es das auch kann, wenn man den Kartenleser auch für andere Zwecke als Online-Banking verwenden will.
Die Deutsche Kreditwirtschaft hat den Sicherheitsstandard Secoder® entwickelt. Das Gerät sollte bzgl. dieses Standards zertifiziert sein. Nach Secoder gibt es Geräte unterschiedlicher Sicherheitsstufen, und die deutsche Kreditwirtschaft empfiehlt Anwendern die Sicherheitsstufe 3. Derartige Geräte müssen u.a. über ein eigenes Pin-Pad und ein eigenes Display verfügen.
Von Bearbeitern des UbuntuUsers-de-Wikis wurden einige Geräte der Hersteller Cherry und REINER SCT funktional getestet und tauglich für Online-Banking befunden, Details lese im Artikel Smart Cards.
Cherry ST-2100 UG: Leser mit Pin-Pad
Cherry ST-2000 UCZ: Leser mit Pin-Pad (zertifiziert, nicht mehr lieferbar)
Cherry KC 1000 SC: Leser in Tastatur mit Pin-Pad
Cherry KC 1000 SC-Z: Leser in Tastatur mit Pin-Pad (zertifiziert, nicht mehr lieferbar)
REINER SCT cyberJack RFID komfort (USB) vor 2026: Das Gerät ist nicht mehr lieferbar. Der Hersteller kündigt für das 2. Quartal 2026 einen Nachfolger an, über den noch keine Erfahrungen vorliegen.
REINER SCT cyberJack RFID standard (USB)
REINER SCT cyberJack one (USB)
REINER SCT cyberJack RFID basis: preiswertes Gerät ohne Pin-Pad und ohne Anzeige
Hinweis:
Bei der Verwendung der Tastaturen von Cherry ist zur Eingabe der PIN der Nummernblock zu benutzen und mit der Eingabetaste des Nummernblocks zu bestätigen.
Die Tastatur muss vor dem Systemstart bereits angeschlossen sein.
Die beim cyberJack one alternativ zu USB möglichen Kopplung mit Bluetooth eignet sich nicht für HBCI-Online-Banking.
Vorstehende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und mit der Nennung eines Gerätes ist keinerlei Empfehlung und keine Garantie verbunden.
Installation¶
Die Treibersoftware für einen HBCI-Kartenleser wird wie für jeden Kartenleser installiert[1]. Das wird im Artikel Smart Cards beschrieben.
Zusätzlich können je nach benutzter Anwendung noch zusätzliche Pakete erforderlich sein, beispielsweise:
aqbanking-tools (universe)
libchipcard-libgwenhywfar60-plugins (universe; bis 22.04)
Befehl zum Installieren der Pakete:
sudo apt-get install aqbanking-tools libchipcard-libgwenhywfar60-plugins
Test HBCI-Kartenleser¶
Nach der Installation der Treiber kann ein erster Test des HBCI-Kartenlesers erfolgen, wie im o.g. Artikel[3] beschrieben.
Beispielausgabe für ein Gerät cyberJack:
Using reader plug'n play mechanism Scanning present readers... 0: Reiner SCT cyberJack ecom_a (123456789) 00 00 Mo JUN 18 09:48:37 2018 Reader 0: Reiner SCT cyberJack ecom_a (123456789) 00 00 Card state: Card removed,
Wenn das Gerät gefunden wird, steckt man seine Smart Card für das Online-Banking in den Leser und prüft, ob sie gelesen werden kann. Dann sollte auch der HBCI-Kartenleser in der gewählten Banking-Anwendung funktionieren.
Anwendungen¶
Lese die Artikel Finanzverwaltung und Smart Cards (Abschnitt „Anwendungen“) für eine Übersicht von Anwendungen, die mit einem HBCI-Kartenleser arbeiten können.
Damit der Kartenleser mit dem gewünschten Programm zusammen arbeitet, muss dort ggf. noch eine Einrichtung vor genommen werden. Die Vorgehensweise dazu ist dem Handbuch des Programms zu entnehmen.
Links¶
Chipkartenleser – enthält auch Hinweise zu CT-API, PC/SC, Secoder und Sicherheitsstufen
Das HBCI-Protokoll und seine Sicherheitsqualitäten 🇩🇪 – aus Linux Magazin 08/2993
Die Deutsche Kreditwirtschaft bei Wikipedia und Die Deutsche Kreditwirtschaft 🇩🇪 im Internet:
Abkommen über die Datenfernübertragung zwischen Kunden und Kreditinstituten – Grundlage für Online-Banking
FinTS 🇩🇪
FinTS 4.0 🇩🇪