Ardour

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Ardour und seine Peripherie
  2. Installation
    1. Ardour 2
    2. Ardour 3
    3. Ardour 4
    4. Ardour 5
  3. Konzept und Merkmale
    1. Tracks/Busse
    2. Ein/Ausgänge
    3. Mischpult
    4. Arrangement
    5. Weitere Fenster
  4. Elementarer Signalverlauf
  5. Audio-Export
  6. Parallele zu VST: die Effekt-Plugins
    1. Einbindung über das Ardour-Mischpult
    2. Einbindung über JACK Rack
  7. Signalbearbeitung über JAMin
  8. Aufwendigerer Signalverlauf
  9. Ardour (ab Version 3) und MIDI
  10. Problembehebung
    1. Fehlermeldung:"the disk system on your c...
    2. Wenn Ardour nicht startet
    3. Wenn man nichts hört
    4. Überraschende Rückkopplung nach dem Star...
    5. Probleme mit einzelnen Funktionen bei de...
    6. Probleme bei der MIDI-Anbindung im Falle...
  11. Links
    1. Intern
    2. Extern

Ardour/ardour_logo.png Ardour 🇬🇧 ist ein Harddisk-Recorder und ein Audio-Workstationprogramm. Ursprünglich ein ProTools-Klon, hat es sich heute in Features und Bedienkonzept emanzipiert. Es bietet Audiospuren in unbegrenzter Zahl, in Verbindung mit JACK mächtige Routingfunktionen, ausgefeiltes Mixing, vollständige Automatisierung, Undo und Redo auch nach Beenden und Neustart des Programms, Unterstützung vielfältiger professioneller Audioformate (einschließlich Wav64, Broadcast etc.), regionenbasierte Bearbeitung mit einfacher Erstellung von Crossfades u.v.m. Jeder Bearbeitungsschritt ist nicht-destruktiv, auch Schnitte und Löschen einzelner Abschnitte von Audioaufnahmen lassen sich leicht rückgängig machen. Alle Aktionen im Mixer und in Effekt-Plugins geschehen in Echtzeit. Man hört also sofort, was geschieht, wenn man einen Regler bewegt.

Ardour besitzt eine Reihe eigener Audio-Effekte, unterstützt darüber hinaus die nativen Linux-Plugins in den Formaten LV2 und LADSPA. Diese Plugins lassen sich in einzelne Mixerspuren und/oder in den Masterkanal einfügen. Effekte lassen sich auch semi-destruktiv "anwenden". Über einen Umweg lassen sich auch Windows-VST-Plugins einbinden.

./ardour-2.0.png
Ardour auf zwei Bildschirmen

Ardour ist derzeit in vier Versionen erhältlich:

Je nach Ubuntu-Distribution sind in den Paketquellen unterschiedliche Ardour-Versionen enthalten. Mit Blick auf die umfangreichen Verbesserungen ist aber der Umstieg auf Ardour 4 oder 5 oder zumindest dessen Parallelinstallation sehr zu empfehlen. Linux-Multimedia-Distribution wie LibraZIK 🇫🇷, AV Linux 🇬🇧 und besonders Ubuntu Studio greifen in ihren standardmäßigen Paketquellen mitunter nicht auf die aktuellste Ardour-Version zurück. Auch dort kann man testweise eine Parallelinstallation der neuesten Version von Ardour 5 (Vorgehensweise siehe unten) vornehmen.

Hinweis:

Es ist empfehlenswert, vor der Erstinstallation von Ardour 5 von der Herstellerseite in jedem Fall die bereits in den jeweiligen Paketquellen enthaltene Ardour-Version zu installieren. Denn damit wird der Soundserver JACK automatisch eingerichtet – was man sonst per Hand erledigen müsste. Alle Ardour-Versionen (2, 3, 4 und 5) können bedenkenlos parallel installiert und verwendet werden.

Weitere Varianten von Ardour sind Waves' Tracks Live 🇬🇧, das auf unkomplizierte Aufnahmen von Live-Konzerten optimiert ist, sowie Harrisons Mixbus 🇬🇧 und Mixbus 32C 🇬🇧, die Ardour um ein virtuell-analoges Mischpult der Spitzenklasse erweitern.

Ardour und seine Peripherie

Alle professionellen Audioprogramme können unter Linux über den Soundserver JACK miteinander und mit externer Hardware kommunizieren, so dass Ardour leicht gemeinsam mit Programmen wie Rosegarden (MIDI) oder JAMin (Masteringprozessor) verbunden werden kann. Für das Bearbeiten von Videosoundtracks lässt sich auch schon Ardour 2 mit dem Videoplayer Xjadeo 🇬🇧 oder dem Schnittsystem Open Movie Editor 🇬🇧 synchronisieren. Einen Einblick in die praktische Nutzung - Audioschnitt, -montage und -mischung - am Beispiel der Herstellung von Podcasts oder Radiobeiträgen liefert der Artikel Ardour/Nutzung.

Installation

Ardour 2

Ardour 2 ist bis einschließlich Ubuntu 14.04 in den offiziellen Paketquellen enthalten. Zu installieren [1] ist

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ardour 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://ardour

oder

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ardour-i686 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://ardour-i686

Ardour 3

Ardour 3 ist unter Ubuntu 14.04 in den offiziellen Paketquellen enthalten. Zu installieren [1] ist:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ardour3 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://ardour3

Ardour 4

Ardour 4 ist ab Ubuntu 16.04 in den offiziellen Paketquellen enthalten. Zu installieren [1] ist:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ardour 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://ardour

Ardour 5

Ardour 5 ist ab Ubuntu 17.10 in den offiziellen Paketquellen enthalten:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ardour 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://ardour

Nutzer älterer Versionen können es folgendermaßen installieren: Die etwa 90 bis 100 MB große Installationsdatei ist über die Download-Seite ⮷ der Entwickler erhältlich.

Hinweis!

Fremdsoftware kann das System gefährden.

Im Falle der Version Ardour 5.12.0 trägt die Installationsdatei für ein 64-Bit-System die Bezeichnung Ardour-5.12.0-x86_64.run. Der zugehörige Befehl lautet also:

/bin/sh ./Ardour-5.12.0-x86_64.run 

Hinweis:

Sobald man eine neue Ardour-5-Version installiert, fragt das Installationsprogramm, ob evtl. vorhandene ältere Programmversionen entfernt werden sollten. Wer ganz sichergehen möchte, kann eine bewährte alte Version parallel zur neuen behalten; wenn sich nämlich herausstellen sollte, dass einzelne Funktionen bei der neuen Version Probleme machen. Im Detail ergab sich das in der Vergangenheit z.B. beim Wechsel von Ardour 3.0 zu 3.1.10. Die Version 5.9 wiederum hatte ein Problem, Ardour-4-Projekte zu öffnen - was unter 5.8 noch funktionierte. Mehrere Versionen von Ardour auf einem Rechnersystem parallel zu betreiben, war und ist problemlos möglich.

Je nach BIOS- bzw. (U)EFI-Justage kann während der Installation eine Warnung auftauchen, die sich auf das Frequency Scaling 🇬🇧 der CPU bezieht (insbesondere bei Notebooks). Mit dem Frequency Scaling verträgt sich Ardour nicht in jeder Lebenslage. Die Warnung ist allerdings nicht dramatisch - man kann es erst einmal darauf ankommen lassen und auch mehrspurige Ardour-Projekte auf Rechnern mit aktiviertem Frequency Scaling bearbeiten. Sollten sich dann Hinweise ergeben, dass die Rechenleistung nicht ausreicht, kann man immer noch im BIOS/(U)EFI die Funktion deaktivieren.

Unterstützung von Plugin-Systemen

Für die Verwendung von VST-Plugins muss Ardour selbst entsprechend kompiliert werden. Inkompatible Lizenzen machen es unmöglich, fertige Ardourpakete mit VST-Unterstützung bereitzustellen.

Die beiden Ardour-2-Pakete unterstützten seit geraumer Zeit LADSPA-Plugins und bieten seit Ubuntu 10.04 von Haus aus auch LV2-Unterstützung. Mit Ardour 3, 4 und 5 können beide Systeme gleichermaßen verwendet werden.

Konzept und Merkmale

Ardour besteht im Wesentlichen aus zwei Sektionen, die auch die beiden zentralen Fenster ausfüllen:

Dieses Konzept unterscheidet sich daher von anderen Programmen, da es durch die Möglichkeiten im Verbund mit JACK ein nach allen Seiten offenes System darstellt und dadurch auch als ein (nahezu grenzenloses) Mischpult mit Audioarrangement-Funktionalität angesehen werden kann. So ist es möglich, jeden unter JACK laufenden Klangerzeuger, Arranger, Tracker o.ä. im Mischpult von Ardour mit anderen Signalen zu mischen, mit Effekten zu belegen oder auch darin aufzunehmen.

Hinweis:

Standardmäßig wird JACK über die graphische Software QjackCtl gesteuert. Was die Audio- und MIDI-Verbindungen angeht, ist die Darstellung dort womöglich nicht jedermanns Sache. Alternativ bietet sich hier das Programm Patchage 🇬🇧 an, in dem man mit der Maus auf dem Bildschirm buchstäblich Kabel verlegen kann (Patchage ist in den offiziellen Ubuntu-Paketquellen verfügbar). Noch einen Schritt weiter geht die JACK-Oberfläche in den Multimedia-Distributionen KXStudio und LibraZiK 🇬🇧, die ein besonders aufwendiges und variables Fenstersystem enthält: die Suite Cadence. Auf manchen Rechnern ist zu beobachten, dass dieses System zuverlässiger läuft als QJackCtl. Es enthält auch eine patchage-ähnliche Oberfläche für Verbindungsherstellungen.

Tracks/Busse

Ardour kennt prinzipiell zwei Arten von Kanälen oder Spuren:

Der grundlegende Unterschied ist, dass Busse nur einen frei belegbaren Kanalzug in einem Mischpult darstellen - und von mindestens einem Track "gefüttert" werden müssen -, Tracks hingegen sozusagen fest mit einer (digitalen) Bandmaschine verbunden sind - somit also auf Festplatte aufnehmen und von dort aus wiedergeben können. Ansonsten bestehen keine weiteren Unterschiede.

Dieses Konzept ist somit weitaus offener als beispielsweise das des proprietären Cubase, da es bei Ardour unter Monitorkanälen keine Trennung in Effekt-, Eingangs-, Monitor- oder Gruppenkanäle gibt und zusätzlich an jedem Eingang eines Monitorkanals beliebig viele Quellen in beliebig vielen Kanalkonstellationen anliegen können. So werden Busse also beispielsweise verwendet, um:

Alle Tracks oder Busse können innerhalb von Ardour eine beliebige Anzahl an Kanälen enthalten, somit kann man beispielsweise eine mehrkanalige Surroundaufnahme auf nur einer Audiospur aufzeichnen, die die entsprechende Anzahl Kanäle enthält. Die Kanalkonfiguration eines Tracks oder Busses kann zur Laufzeit, also nachträglich, frei geändert werden.

Ein/Ausgänge

Jeder Track oder Bus kann Signale aus beliebigen Quellen annehmen und ebenso an beliebige Empfänger senden. Das gleiche gilt für zwei spezielle Arten von "Effekten" im Mischpult: Inserts und Sends. Diese stellen an der Stelle, an der sie eingefügt wurden, einen Abgriff des Signals dar, das von dort aus jeden anderen Track/Bus, jeden anderen Eingang eines externen Programmes oder gar jeden Anschluss an der Soundkarte versorgen kann. Die "Verkabelung" kann dabei in der Benutzeroberfläche von JACK vonstatten gehen oder auch direkt in Unterfenstern in Ardour erfolgen. Durch diese nahezu grenzenlosen Möglichkeiten hebt sich Ardour im Verbund mit JACK deutlich von anderen HD-Recordinglösungen ab.

Eingänge

Bildschirmfoto_A2-Panoramaregler.jpg
Panoramaregler im Mischpult von Ardour 2, hier Mono-, Stereo- und 5-Kanal-Spur

Jedem Eingang kann die Anzahl an Kanälen (im Sinne von Streams, also z.B. mono=1, stereo=2, surround=5) frei vergeben werden. Jeder dieser Eingangskanäle kann nun mit einer Quelle, die innerhalb von JACK verfügbar ist, verbunden werden. Eine Quelle kann beispielsweise sein:

  • Eingangsstufe der Soundkarte

  • Ausgang eines anderen Programms

  • Ausgang eines Tracks/Busses in Ardour

  • Ausgang eines Sends oder Inserts in Ardour

Eingänge finden sich vor allem an Audio- und Monitorkanälen (Rechtsklick rechte Maustaste am oberen Ende eines Kanalzugs im Mischpult) und in Inserts.

Ausgänge

Jeder Ausgang kann sein Signal an beliebige (auch an mehrere) Empfänger schicken. Eine unterschiedliche Anzahl an Kanälen in einem Track/Bus/Send/Insert erfordert natürlich eine spezielle Form der Balance- oder Panoramaregelung, was Ardour durch ein sehr flexibel nutzbares Konzept ermöglicht.

Im Falle von Ardour 2 liegen die Regler im unteren Fünftel des Kanalzuges:

  • Mono: einfacher Panoramaregler R/L

  • Stereo: 2 Panoramaregler, die als Balanceregler verknüpft werden oder auch gegenläufig arbeiten können

  • Mehrkanal: zweidimensional freie Anordnung aller Kanäle und Quellen

Ab Ardour 3 wurde die Gestaltung der Panoramaregler geringfügig verändert:

  • Mono: einfacher Panoramaregler R/L

  • Stereo: gekoppelter Panoramaregler für beide Kanäle. Standardmäßig ist er mittig fixiert ("Equal Power Stereo"). Über einen Rechtsklick rechte Maustaste auf den Panoramaregler kann man ein Menü öffnen und dort Optionen aussuchen. Um wie gewohnt das Lautstärkeverhältnis der Stereokanäle zu verändern, wählt man "Stereo Balance" und kann danach den Regler verschieben.

Bildschirmfoto_A3-Stereobalance.jpg
Panoramaregler im Mischpult ab Ardour 3
  • Mehrkanal: Anordnung der Kanäle und Quellen über ein Zusatzfenster. Dorthin gelangt man über über einen Rechtsklick rechte Maustaste auf das Symbol der Panoramaregler und Klick linke Maustaste auf den anschließenden Menüpunkt "Bearbeiten".

Auch die Wahl der Anzahl an Kanälen in den Ausgängen kann in Ardour zu jeder Zeit erfolgen, wobei sich die Balanceregelung automatisch anpasst. Standardmäßig verbindet Ardour die Ausgänge von Spuren und Bussen mit dem Eingang des Masterkanals. Ein individuelle Verkabelung von Hand ist also nicht unbedingt erforderlich.

Mischpult

Das Mischpult kann alle vorhandenen Tracks und Busse darstellen. Am linken Rand befindet sich ein Fenster, in dem man bestimmt, ob einzelne Spuren oder ganze Gruppen ein- oder ausgeblendet werden sollen. Die Gruppenzuordnung von Spuren erfolgt jeweils im Kanalzug unter dem Fader. Am rechten Rand befindet sich der Masterkanal, der wenige Besonderheiten aufweist:

Den Großteil des Fensters nehmen die Kanalzüge ein. Deren Sortierung ist beliebig im Bereich am linken Rand per Drag&Drop wählbar. Das Signal durchläuft einen Kanalzug von oben nach unten:

Arrangement

Bildschirmfoto_Ardour-Editorfenster.jpg
Arrangement-Fenster in Ardour 3

Im Arrangement (auch "Editor-Fenster" genannt) können alle erstellten Tracks und Busse angezeigt und sortiert werden. Wie im Mischpult auch ist hier ein Zusammenfassen in Gruppe möglich. Die Sortierung wird auch hier per Drag&Drop im senkrechten Bereich am rechten Bildschirmrand vorgenommen, ebenso wie die Verwaltung der Spuren und Gruppen. Am linken Fensterrand kann man sich mit + E den Kanalzug der ausgewählten Spur einblenden lassen, daneben erscheinen untereinander die Bedienfelder der einzelnen Tracks und Busse. Den Großteil des Fensters nimmt das Arrangement selbst ein, in dem die Audiospuren mit ihren Inhalten auf der Zeitleiste angeordnet werden. Im Arrangement werden außerdem (auf separat einblendbaren Spuren) die Automationen des Mischpults visualisiert und können dort bearbeitet werden. Automatische Änderungen der Lautstärke oder des Panoramas (Balance) können als Kurven in spezielle Subspuren mit der Maus linke Maustaste eingezeichnet oder (im Automationsmodus) direkt durch Bewegen der Regler zur Laufzeit aufgenommen werden.

Weitere Fenster

Für die Anhänger üppiger optischer Darstellung bietet Ardour neben dem schon beschriebenen Editor und Mischpult weitere Fenster. Gerade wenn man mehrere Bildschirme am Rechner anschließen kann und darauf umfangreiche Projekte mit vielen Spuren bearbeitet, wird das interessant. Unter anderem gibt es

Arbeitet man nur an einem einzelnen Bildschirm, kann es sich immer noch lohnen, die unterschiedlichen Fenster auf mehrere Arbeitsflächen zu verteilen.

Elementarer Signalverlauf

In dieser Form durchläuft das Audiosignal also (hier von oben nach unten) mehrere Stufen:

Audio-Export

Die verbreitetste Methode, ein Ardour-Projekt abzuschließen, ist der Export in eine einzelne Audiodatei. Die kann man anschließend z.B. einem externen Empfänger übermitteln, online verfügbar machen u.v.m. Beim Export werden standardmäßig sämtliche Einstellungen in Klang, Lautstärke usw. übernommen, stummgeschaltete Spuren werden ausgelassen etc. Neben vollständigen Projekten kann man auch einzelne Regionen aus dem Arrangement/Editorfenster exportieren. Die exportierten Dateien finden sich normalerweise im Ardour-Ordner /export.

Hinweis:

Ardour 3 kann auf älterer Hardware beim Export mehrspuriger Projekte mit Pegelautomation o.ä. mitunter die Rechenkapazitäten überfordern. Das Resultat sind Aussetzer oder Knackser in der exportierten Datei. Helfen kann es hier, unterschiedliche Exportformate zu testen - gerade auch RIFF-WAVE mit 32-bit-Float. Mit Hilfe des sehr variablen Konvertierungsprogramms Soundconverter läßt sich die Datei anschließend in das gewünschte Format umwandeln. Unter Ardour 4 wurde das Exportproblem gelöst, sodaß sich auch insofern der Umstieg auf diese Version oder auf das neuere Ardour 5 empfiehlt.

Ardour darf aus rechtlichen Gründen nicht direkt ins MP3-Format exportieren; möchte man eine MP3 erzeugen, so sollte man in einem ersten Schritt in ein unkomprimiertes Format exportieren und die Datei anschließend z.B. im Soundconverter in eine MP3 umwandeln.

Mitunter kann es sinnvoll sein, beim Export Dithering mit einzuarbeiten. Hier muss im Einzelfall das Ohr entscheiden.

Hinweis:

Sofern in einer exportierten Datei Verzerrungen auftreten, hängt das häufig mit zu hohen Audio-Pegeleinstellungen im Editor zusammen. Passieren kann das auch dann, wenn alle Pegelausschläge unterhalb von 0 dB bleiben. Das einfachste Gegenmittel ist, den Pegel des Master-Busses abzusenken. Mit einem Probehören der lautesten Stellen kann man den Pegel korrigieren: Bleibt er unterhalb von -7 dB, sollten Verzerrungen ausgeschlossen sein.

Parallele zu VST: die Effekt-Plugins

Zu den Linux-Eigenheiten gehört, dass die in windows-basierten Tonstudio-Systemen verbreiteten VST-Plugins zumeist nur auf Umwegen oder mit einigem Aufwand nutzbar sind. Der einfachste Ausweg ist, auf die quelloffenen Pendants zu VST auszuweichen. Für den Einsatz mit Ardour steht eine große Anzahl freier Effekt-Plugins zur Verfügung. Die Skala umfaßt unter anderem

Verfügbar sind diese Effekte (insgesamt über fünfhundert Stück) in zwei unterschiedlichen Plugin-Formaten: LADSPA und LV2.

Dieser Effekt-Fundus steckt komplett im Metapaket:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install ubuntustudio-audio-plugins 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://ubuntustudio-audio-plugins

Viele auf Medienbearbeitung ausgelegte Distributionen wie Ubuntu Studio, AV Linux 🇬🇧 oder KXStudio bringen das Paket automatisch mit.

Parametrischer_EQ_im_Mischpult.jpg
Effekt-Parameter im Mischpult

Einbinden kann man diese Plugins auf zweierlei Weise:

Beide Einbindungsformen kann man natürlich auch in ein und demselben Projekt parallel verwirklichen.

Hinweis:

Unter der 2017 erneuerten, auf Debian 9 basierenden Multimediadistribution AV Linux 🇬🇧 lassen sich Windows-VST-Plugins erstmals ohne sonderlichen Aufwand in ein Linux-System einbinden. Dazu wird die dort enthaltene besondere Version des Steuerprogramms Carla genutzt, die diese Plugins weitgehend in gleicher Weise wie linux-eigene Plugins handhaben kann. Erklärt wird die Vorgehensweise in einem Zeitschriftenartikel 🇩🇪. Carla kann wahlweise als separates Modul neben Ardour verwendet oder direkt in einen oder mehrere Ardour-Kanalzüge als Plugin eingebaut werden.

Einbindung über das Ardour-Mischpult

Hierzu kann man entweder das separate Mischpultfenster öffnen oder die Einstellungen im Kanalzug der einzelnen Spur vornehmen - den man über + E am linken Rand des Editorfensters plazieren kann. Der Übersichtlichkeit halber zeigt das Beispiel die Schritte im Mischpultfenster; im einzelnen Kanalzug läuft es aber prinzipiell genauso.

Man hat die Wahl, die Effekte vor oder hinter dem Pegelregler einzubinden - unterschiedliche Konsequenzen können sich da ergeben bei solchen Effekten, die auf hohe oder niedrige Lautstärken an ihrem Eingang klanglich reagieren, z.B. Verzerrer. Ardour 2 bietet zur variablen Einbindung zwei schwarze Felder ober- und unterhalb des Pegelreglers. Ins gewünschte Feld setzt man einen Rechtsklick rechte Maustaste und öffnet damit ein umfangreiches Menü. Neben den bereits oben erwähnten Inserts und Sends findet man hier die Liste der Plugins - wahlweise sortiert nach ihrer Art und nach ihrem Autor. Die gewünschten Plugins kann man direkt anwählen oder über einen "Plugin-Manager" aussuchen.

Ab Ardour 3 ist auch der Pegelregler selbst ("Fader") im schwarzen Plugin-Feld aufgeführt - die Effekt-Reihenfolge bestimmt man hier mit der Maus: indem man um den Fader herum die einzelnen Plugins gruppiert.

Steuerung der Effekt-Parameter

Zu jedem Effekt gehören unterschiedliche Parameter. Um an sie heranzukommen, klickt man rechts rechte Maustaste auf den Effekt - ein Untermenü öffnet sich. Mit einem Klick linke Maustaste auf "Steuerelemente" gelangt man in ein weiteres Menü. "Alle Regler zeigen" öffnet dort eine kompakte Übersicht aller Regler innerhalb des Fensters im Kanalzug.

Bildschirmfoto_Parametrischer_Entzerrer.jpg
Steuerungsfenster für Effekt-Parameter

Möchte man es etwas größer vor sich sehen, klickt man linke Maustaste auf "Mit einfachen Kontrollelementen editieren". Es öffnet sich ein Zusatzfenster, in dem man die Regler jetzt vergrößert vor sich hat. Zusätzlich kann man dort auch noch ein Analysefenster für das Plugin öffnen.

Die Veränderungen an den Reglern sind direkt im Abhörlautsprecher zu hören.

Automation der Effekt-Parameter

Das Zusatzfenster zur Steuerung der Effektparameter bietet auch die Möglichkeit, diese Parameter zu automatisieren: sie also mit dem Zeitablauf zu verändern und diese Veränderung im Ardour-Projekt fest aufzuzeichnen. Prinzipiell funktioniert das ganz ähnlich, wie es im Unterartikel zur Nutzung von Ardour für die Lautstärke-Automation beschrieben wird. Mit dieser Funktion kann man z.B. an bestimmten Punkten den Charakter eines Nachhalls verändern, einen Chorus-Effekt verstärken oder abschwächen, die Intensität einer Verzerrung anheben u.v.m.

Um die Effektparameter-Automation zu nutzen, klickt man linke Maustaste im Zusatzfenster rechts neben dem betreffenden Parameter auf "Manuell" und wählt im dann aufgeklappten Menü "Schreiben". Nach dem Starten der Wiedergabe lässt sich die Wertekurve des Parameters in Echtzeit aufzeichnen: indem man den zugehörigen Regler währenddessen mit der Maus verschiebt. Um das Ergebnis abzuhören, schaltet man danach im selben Menü auf "Wiedergabe" oder "Ändern". Über den Knopf "a" im Spurenfenster des Ardour-Editors und die dortige Auswahl der anzuzeigenden Automationen kann man die aufgezeichnete Kurve auch im Editorfenster einblenden, um sie dort z.B. an einzelnen Punkten manuell mit der Maus zu verändern.

Einbindung über JACK Rack

Wem die Einbindung über das Ardour-Mischpult optisch nicht so behagt und wer die Automation der Effektparameter nicht nutzen möchte, der kann die Plugins auch über das JACK Rack einbinden. JACK Rack fungiert dabei wie ein imaginärer Schrank voller Effektgeräte, der im Studio neben dem Mischpult steht. Der Größe dieses Effekt-Schrankes und der Einbindung seiner Elemente ins System sind dabei technisch kaum Grenzen gesetzt. Es sind also zwei Schritte nötig:

Auswahl und Steuerung der Effekte

JACK Rack bietet eine ähnlich breite Effektauswahl wie die unmittelbare Plugin-Einbindung in Ardour. Hier kann man also aus dem Vollen schöpfen.

Bildschirmfoto_Jackrack_mit_6_Kanaelen.jpg
JACK Rack in sechskanaliger Form

Gut kalkulieren sollte man schon hier, an wievielen Punkten ein Effekt mit unterschiedlichen Parametern eingebunden werden soll. Es kann z.B. sein, dass man einen parametrischen Equalizer für die Ardour-Spur 1 anders einstellen möchte als für die Spur 2. Sollen für alle Spuren dieselben Einstellungen gelten, schickt man sie einfach alle parallel durch den Effekt.

Möchte man unterschiedliche Einstellungen nutzen, hilft ein Trick: Entweder man öffnet JACK Rack in mehreren Instanzen. Oder man legt JACK Rack mit einer Vielzahl von Kanälen an. Hat man also in Ardour vier Stereo-Spuren mit acht Kanälen angelegt und möchte den EQ voll ausreizen, legt man auch JACK Rack direkt mit acht Kanälen an. Nach einem Klick linke Maustaste auf "Alle gruppieren" fächern sich die einzelnen Kanäle auf, und jeder Kanal des Effekts läßt sich dann in seinen Parametern separat einstellen. Möchte man einzelne Parameter für aller Kanäle gleichsetzen, klickt man in der zugehörigen Zeile auf "Gruppe".

Die Zahl der JACK-Rack-Kanäle läßt sich im Nachhinein zwar verändern; dann "vergisst" JACK Rack allerdings alle Effekte und muss wieder komplett neu bestückt werden. Um diese lästige Kleinarbeit zu vermeiden, sollte man also im Zweifelsfalle sicherheitshalber von vornherein eher mehr als weniger Kanäle anlegen.

Einbindung der Effekte

Jetzt kommt das JACK-Verbindungsfenster wieder ins Spiel. Dort sind sämtliche Kanäle von JACK Rack einzeln aufgeführt. Hier geht es also buchstäblich ans "Strippenziehen": die passende Ardour-Spur (oder der Ardour-Bus) muss durch den zugehörigen Kanal von JACK Rack geschickt werden.

Bildschirmfoto_JACKRack_verkabelt.png
Sechs JACK-Rack-Kanäle verkabelt

Hinweis:

Alternativ kann man auch hier wieder die Verbindungen in Patchage 🇬🇧 verlegen.

Dabei steuert man das Lautstärkeverhältnis der Spuren und Kanäle in den meisten Fällen weiter über Ardour. Ausnahme: wenn ein Signal gleichzeitig unbearbeitet und auch vom Effekt beeinflußt verwertet werden soll. Um hier das Lautstärkeverhältnis zwischen unbearbeitetem und Effektsignal zu steuern, lässt sich in JACK Rack ein Verstärkermodul hinzuschalten, mit dem man die Lautstärke des Effektsignals separat regeln kann. Als Beispiele bieten sich hier Simple Amplifier oder GCIA an.

Hinweis:

Damit man die umfangreichen Verkabelungen des JACK Rack nicht jedesmal von neuem manuell verlegen muss, bietet es sich an, die Konstellation aus dem JACK-Verbindungsfenster jeweils zu speichern. JACK bietet dazu die Möglichkeit im Fenster "Steckfeld"; dort speichert man die aktuelle Konstellation aller Audio- und MIDI-Verkabelungen in einem Schnappschuss-Verfahren.

Signalbearbeitung über JAMin

Bildschirmfoto_JAMin.jpg
JAMin mit parametrischem Equalizer (oben) und Dreiband-Kompressor (unten)

Zusätzlich zu den Ardour-Plugins und JACK-Rack-Effekten kann man das Signal auch noch mit JAMin bearbeiten. JAMin ist ein Mastering-Programm, das nicht zuletzt wegen seiner komfortablen Bedienoberfläche und variablen Möglichkeiten interessant ist. Neben Equalizern und mehrbändigen Kompressoren enthält JAMin lineare Filter, Spektralanalysewerkzeuge, Limiter und zusätzliche Klangprozessoren.

Man setzt JAMin also am besten ziemlich weit hinten in die Audio-Kette - beispielsweise zwischen den Ardour-Master-Bus und die Soundkarten-Ausgangsstufe. Oder aber zwischen einen in Ardour noch vorgeschalteten Sammel-Bus und den Ardour-Master-Bus: wenn man beispielsweise das JAMin-gemasterte Signal (via Master-Bus direkt noch in Ardour) in eine fertige Audio-Datei exportieren möchte.

Aufwendigerer Signalverlauf

Bindet man alle Effekt-Plugins, JACK Rack, JAMin etc. in den Signalweg ein, ergibt sich also (von oben nach unten) eine ganze Reihe einzelner Stufen:

Zusätzlich bietet Ardour auch die Möglichkeit, besondere Monitor-Busse anzulegen.

Ardour (ab Version 3) und MIDI

Zu den Fortschritten gegenüber Ardour 2 gehören bei Ardour 3 und mehr noch bei Ardour 4 und 5 umfangreiche MIDI-Funktionen. Nur ein Beispiel von vielen - und ein relativ einfaches - ist das Anbinden eines externen Controllers (also eines Steuerpultes mit "echten" Reglern und Knöpfen), mit dem sich der Bedienungskomfort wesentlich steigern läßt; auch wenn Ardour bereits mit Maus und Tastatur seinen vollen Funktionsumfang bietet. Die hier beschriebene Erst-Anbindung besteht aus einer ganzen Reihe einzelner Schritte; einmal erledigt, lässt sich die Prozedur aber auch weitgehend automatisieren.

Hinweis:

Wie oben angedeutet, sollte man im Falle von Ardour 3 bei Problemen mit dieser Funktion alternativ andere, mitunter auch ältere Versionen testen. Es kann vorkommen, dass diese besser funktionieren. Die hier beschriebene Anbindung eines MIDI-Controllers ist in begrenztem Maße auch schon unter Ardour 2 möglich; allerdings bietet Ardour 3 wesentlich mehr Komfort. Im Ganzen sind die Funktionen bei Ardour 4 noch einmal wesentlich verbessert worden, sodaß diese Version 4 wie auch Ardour 5 auch aus diesen Gründen noch einmal klare Vorteile gegenüber der Version 3 aufweist.

Die MIDI-Verbindung zwischen Ardour und dem Steuerpult verläuft über ALSA und JACK. Es gibt daneben eine alternative, etwas einfachere Methode über ALSA-MIDI, die aber womöglich weniger zuverlässig arbeitet und auf die dieser Artikel deshalb nicht näher eingeht (die Ardour-3-Hilfeseiten 🇬🇧 schildern sie unter "First option" näher). Die hier beschriebene Methode ("Second option") über JACK-MIDI läßt sich auf eine in den Hilfeseiten 🇬🇧 (unter "Automatically calling a2jmidid when starting Jack" und "Automating the qjackctl connection") beschriebene Weise auch automatisieren.

Als Beispiel kommt hier die Anbindung der Mackie MCU Pro 🇬🇧 zur Sprache. Mit anderen Pulten wie dem Behringer BCF/BCR2000 🇬🇧 verfährt man analog.

Zur Vorbereitung installiert man ein kleines Programm, das die MIDI-Brückenfunktion zwischen ALSA und JACK wahrnimmt: a2jmidid 🇬🇧. Dieses Programm ist in den offiziellen Paketquellen enthalten:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install a2jmidid 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://a2jmidid

a2jmidid -e 

JACK_mit_a2j-MIDI-Verbindungen
JACK-Einstellungsfenster mit MIDI-Verbindungen

In der Konsole erscheinen nun die Brückenverbindungen; außerdem kann man die einschlägigen "Anschlüsse" der Brücken im JACK-Fenster "Verbindungen" in der Registerkarte "JACK-MIDI" erkennen. Ober- oder unterhalb sind dort auch die MIDI-"Anschlüsse" von Ardour 3 oder 4 aufgelistet.

Ardour-Tastenbelegung_im_Controller
Konfigurationsfenster für Taster eines Controllers

Hinweis:

In den Multimedia-Distributionen LibraZiK 🇬🇧, KXStudio und TangoStudio 🇬🇧 sind große Fortschritte bei der autmatischen Anbindung des externen Steuerpultes gemacht worden: Schon beim Start eines Ardour-Projektes wird das Pult erkannt und eingebunden. Die Funktion weist mitunter allerdings zumindest bei KXStudio noch Aussetzer auf, sodass man das Pult dann, wie oben beschrieben, per Hand einbinden muss.

Problembehebung

Fehlermeldung:"the disk system on your computer could not keep up with Ardour"

Diese Fehlermeldung bei Aufnahmen von Audio mit Ardour kann vielfältige Ursachen haben. Vor allem hängt der Fehler mit den niedrigen Audio-Hardware- Puffereinstellungen zusammen, mit denen Ardour standardmäßig arbeitet. Abhilfe kann das Ändern des "track-buffer-seconds"-Parameters in der Datei /.ardour2/ardour.rc bringen. (Das Verzeichnis liegt versteckt im Home-Verzeichnis des jeweiligen Nutzers). Alternativ kann man auch den Wert Frames/Periode im JACK-Einstellungsfenster erhöhen.

Der Standardwert für "track-buffer-seconds" beträgt "5" und kann zur Problembeseitigung erhöht werden.

Achtung!

Wird "track-buffer-seconds" auf einen zu hohen Wert eingestellt (>10) kann dies Performance und Latenz verschlechtern.

Des Weiteren kann dieser Fehler mit Performanceproblemen des Dateisystems/Laufwerks in Verbindung gebracht werden. Siehe hierzu den Artikel Tonstudio/Konfiguration#"noatime"

Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang auch die Umgebung, in der die Aufnahmen stattfinden. Während in ruhiger Umgebung zuhause oder im Studio alles bestens funktioniert, kann dieser Fehler bei Aufnahmen in einer Live-Situation oder im Proberaum plötzlich auftreten. Dies hängt mit den dort vorhandenen, starken Vibrationen zusammen, welche die Latenzzeiten der Festplatte beim Lesen und Schreiben dramatisch erhöhen und somit den Lese-/Schreibfluss behindern können. Unabdingbar für die Lösung dieses Problems ist eine ordentliche Absicherung des Datenträgers gegen Vibrationen. Zusätzlich hilft hier auch ein Erhöhen der "track-buffer-seconds"-Einstellung, wie oben beschrieben. Eventuell kann sich auch die Investition in ein sehr schnelles SSD-Speichergerät lohnen.

Wenn Ardour nicht startet

Je nach Hardware-Konfiguration und/oder verwendeter Linux-Distribution kann es hier schon einmal Schwierigkeiten geben, besonders im Falle von Ardour 2: der Start des Programms stockt oder bricht ab. In den meisten Fällen liegt das Problem im Zusammenspiel zwischen Ardour und JACK. Bei den nötigen Justagen kann die deutschsprachige Anleitung zu JACK eine gute Hilfe sein.

Um dem Problem auf die Spur zu kommen, kann es sinnvoll sein, JACK einmal separat zu starten und zu testen, ob er für sich allein genommen läuft. Tut er dies nicht, kann hier schon der Fehler liegen, ohne dass es etwas mit Ardour zu tun hätte.

Hier nur knapp zusammengefaßt ein paar schnelle Möglichkeiten zur Fehlerbeseitigung, wenn Ardour nicht starten will:

Hinweis:

Wenn man Ardour verwenden möchte, JACK sich aber permanent zu starten weigert, kann man ab Ardour 4 auf die Möglichkeit ausweichen, Ardour direkt mit ALSA kooperieren zu lassen; das gilt für Audio- wie auch für MIDI-Verbindungen. JACK bleibt dann außen vor.

Wenn man nichts hört

Wie oben im Abschnitt Konzept und Merkmale beschrieben, handelt es sich bei Ardour um ein recht aufwendiges Studiosystem, und ähnlich wie in einem wirklichen Studiomischpult mit seinen Kanalzügen, Sammelschienen etc. kann man vor dem Problem stehen, dass ein Signal, das man in den Eingang hineingibt, nicht dort herauskommt, wo man es eigentlich erwartet. Häufig ist in solchen Fällen eine Verbindung irrtümlich falsch geschaltet oder ein Pegelregler zugezogen. Die Überprüfungen beginnen sollte man in dem oben im Abschnitt Elementarer Signalverlauf umrissenen Bereich.

Überraschende Rückkopplung nach dem Start

In seltenen Fällen kann es passieren, dass unmittelbar nach dem Ardour-Start laute Heul- oder Pfeiftöne aus den Lautsprechern kommen, die auf Rückkopplungen hindeuten. Sofern die Verbindungen in JACK unverdächtig sind, sollte man die Reglerstellungen

Dort setzt man probehalber einen Regler nach dem anderen auf Null, bis man den "Schuldigen" gefunden hat. Auch auf dieser Ebene können nämlich manchmal unerwünschte Rückkopplungen entstehen - womöglich sind sie noch "übriggeblieben" von der vorherigen Benutzung anderer Audioprogramme.

Probleme mit einzelnen Funktionen bei der MIDI-Anbindung eines Steuerpultes

Zumindest im Falle der Mackie MCU Pro kann es gelegentlich vorkommen, daß einzelne Funktionen nach Herstellen der MIDI-Verbindung nicht arbeiten: z.B. werden die Kanalbezeichnungen auf der LCD-Anzeige der MCU Pro nicht wiedergegeben, Ardour reagiert nicht auf die Laufwerkstasten, die Zeitanzeige der MCU Pro arbeitet nicht o.ä. Fehler dieser Art tauchen bei einzelnen Distributionen häufiger auf (Ubuntu Studio), bei anderen (KXStudio, TangoStudio 🇬🇧, LibraZIK 🇬🇧) seltener.

In solchen Situationen kann man sich mit dem simplen Schritt behelfen, alle MIDI-Verbindungen zu kappen, Ardour komplett zu schließen, JACK zu stoppen und QJackCtl zu schließen und danach das gesamte Procedere des Projektöffnens und der Verbindungsherstellung noch einmal durchzuführen. Sollte der Fehler auch dann noch nicht verschwunden sein, sollte man das System komplett neu starten. Nach erneutem Herstellen der Anbindung funktioniert sie dann erfahrungsgemäß.

Probleme bei der MIDI-Anbindung im Falle von Ardour 3

Grundsätzlich sollte man testen, ob die eingesetzte Ardour-3-Version mit dem individuellen Steuerpult harmoniert.

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