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Erweiterte Konfiguration

Archivierte Anleitung

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Anmerkung: Viele der Einträge sind inzwischen veraltet, Etliches kann durch das Ubuntu Touch/UT Tweak Tool oder uVolMan fork erledigt werden, oder ist inzwischen problemlos in den Anwendungen für UBuntu Touch möglich. Einiges ist nach Ubuntu Touch/Tipps und Tricks ausgelagert worden

Dieser Artikel bezieht sich auf Ubuntu Touch, die Variante von Ubuntu für mobile Geräte mit Touchscreen.

Getestet wurde der Artikel für folgende Version(en):

Achtung!

Für jegliche Veränderungen an Ubuntu Touch ist der Besitzer selbst verantwortlich. Weder die Artikelautoren noch ubuntuusers.de haften, falls Probleme auftreten oder das benutzte Gerät im schlimmsten Fall nie mehr gestartet werden kann. Tiefe Systemeingriffe können dazu führen, dass Ubuntu Touch durch einen sogenannten Flashvorgang neu aufgespielt werden muss.

Unter bestimmten Umständen könnte auch dies unmöglich werden - das Gerät und damit auch die Daten sind dann unwiederbringlich zerstört. Schwere Systemeingriffe wie Schreibzugriff auf das System sind inoffiziell, können beispielsweise im Fall der Nutzung von apt-get schnell zu Problemen führen und sind allgemein häufig von Garantieleistungen der Gerätehersteller/Shops ausgenommen.

Wiki/Icons/ubuntutouch.png Dieser Artikel beschäftigt sich mit der erweiterten Konfiguration des Systems und erfordert teilweise ein tieferes Eingreifen ins System. Unter Ubuntu Touch/Einrichtung sind die Informationen zur grundlegenden Einrichtung von Ubuntu Touch[1] zu finden.

Einstellungen

Kontakte importieren sowie exportieren

Ubuntu Touch/Tipps und Tricks (Abschnitt „Kontakte-importieren-sowie-exportieren“)

Der einfache Import von Kontakten aus SIM-Karten sowie Emailanbietern bzw. Emailprogrammen ohne Terminal wurde bereits in Ubuntu Touch/Einrichtung (Abschnitt „Kontakte-importieren-sowie-exportieren“) beschrieben. Eine weitere Möglichkeit, Kontakte speziell von Ubuntu Touch Geräten mit dem Terminal zu exportieren, um sie z.B. zu sichern oder auf einem anderen Ubuntu Touch Gerät importieren zu können, ist die folgende: Man öffnet auf dem Ubuntu Touch Gerät ein Terminal[2].

Der Export wurde auf der Mailingliste 🇬🇧 beschrieben:

syncevolution --export /home/phablet/Documents/utcontacts.vcf backend=evolution-contacts database=Persönlich 

Die exportierte Datei utcontacts.vcf befindet sich anschließend im Ordner Documents auf dem Ubuntu Touch Gerät. Zum Import der so gesicherten Datei utcontacts.vcf geht man ähnlich vor:

syncevolution --import /home/phablet/Documents/utcontacts.vcf backend=evolution-contacts database=Persönlich 

Bevorzugte Anwendungen

Ubuntu Touch/UT Tweak Tool (Abschnitt „Anwendungs-Scope“)

Standardmäßig werden diese 6 Anwendungen oben in der App-Liste[3] angezeigt: phone, contacts, messages, camera, browser sowie clock. Mit dem Ubuntu Touch Tweak Tool kann man diese Favoriten anpassen.

Alternativ kann man auch im Terminal mittels des Befehls

gsettings set com.canonical.Unity.ClickScope core-apps '[\
"webbrowser-app" \
, "dekko.dekkoproject" \
, "com.ubuntu.developer.rschroll.beru" \
, "com.ubuntu.filemanager" ]' 

die bevorzugten Anwendungen konfigurieren. Die anzugebenden Namen sind den Dateinamen der .desktop-Dateien in /usr/share/applications bzw. /home/phablet/.local/share/applications entnehmbar. Mittels:

gsettings set com.canonical.Unity.ClickScope core-apps  '[]' 

lässt sich die Liste zurücksetzen und per:

gsettings set com.canonical.Unity.ClickScope core-apps  '[""]' 

eine leere Liste einstellen.

Neben den bevorzugten Icons oben im App Scope gibt es auch noch bevorzugte Icons, die auf dem linken Panel liegen, welches vom linken Rand nach rechts sichtbar gewischt werden kann. Die Icons dort können durch Tabben und Gedrückthalten händisch fixiert und entfernt werden.

Mit gsettings können sie auch von der Kommandozeile aus manipuliert werden. Dies kann ggf. bequemer sein, um die Auswahl und Sortierung der angezeigten Icons festzulegen. Außerdem können auf diesem Weg auch selbst erstellte Icons (wie z.B. dieses) in die Leiste gelegt werden:

gsettings set com.canonical.Unity.Launcher items "[\
'appid://ubuntu-system-settings' \
, 'appid://openstore.mzanetti_openstore' \
, 'appid://unity-usage-mode' \
, 'appid://test' \
, 'appid://com.ubuntu.terminal_terminal' \
, 'appid://com.ubuntu.filemanager_filemanager' \
, 'appid://dekko.dekkoproject_dekko' \
, 'appid://webbrowser-app' \
, 'appid://com.mikeasoft.podbird_Podbird' \
, 'appid://com.ubuntu.developer.dylanwestra.stream-player_Stream-Player' \
, 'appid://com.ubuntu.developer.rschroll.beru_beru' ]" 

Tethering

Ubuntu Touch/UT Tweak Tool (Abschnitt „USB-Einstellungen“)

Tethering wird noch nicht bzw. nicht zuverlässig ohne Konfiguration im Terminal unterstützt. Es gibt nun jedoch einen WLAN-Hotspot in den Systemeinstellungen. Falls man es ausprobieren möchte, muss man das USB-Kabel an einen unterstützenden Computer anstecken sowie im Ubuntu Touch Terminal[2]

android-gadget-service enable rndis 

aufrufen. Das Handy kann nach der Nutzung zum Beispiel neugestartet werden, um wieder ADB benutzen zu können.

WLAN-Hotspot

Ubuntu Touch/Tipps und Tricks (Abschnitt „WLAN-Hotspot“)

Über "Systemeinstellungen → Hotspot" lässt sich mit wenigen Schritten ein Hotspot einrichten, um die Internetverbindung des Smartphones für andere WLAN-Geräte freizugeben. Umgekehrt ist es auch möglich, einen Hotspot auf dem PC für das Smartphone einzurichten, um z.B. ohne WLAN-Router Aktualisierungen über WLAN einspielen zu können.

Browsereinstellungen

Ubuntu Touch/Tipps und Tricks (Abschnitt „Browsereinstellungen“)

Standardmäßig wird beim Suchen innerhalb der Adresszeile des Browsers Google verwendet. Bei neueren Versionen können aber einige Suchmaschinen aus einer Liste ausgewählt werden.

Über die Konfigurationsdatei des Browsers ~/.config/webbrowser-app/webbrowser-app.conf kann eine ganz andere Suchmaschine eingestellt werden. Hierzu muss erst eine .xml-Datei für die gewünschte Suchmaschine entsprechend der OpenSearch Spezifikation im Ordner ~/.local/share/webbrowser-app/searchengines/ ablegt werden. Danach trägt man den Dateinamen der .xml-Datei in die Zeile mit der Option searchEngine in der Browserkonfiguration ein.

Um zum Beispiel DuckDuckGo als Suchmaschine zu konfigurieren, kann man das von DuckDuckGo zur Verfügung gestellte opensearch.xml unter ~/.local/share/webbrowser-app/searchengines/duckduckgo.xml ablegen und die Option searchEngine zu duckduckgo ändern. Die angepasste webbrowser-app.conf sieht wie folgt aus:

[General]
allowOpenInBackgroundTab=default
homepage=@Variant(\0\0\0\x11\0\0\0\x17http://start.ubuntu.com)
restoreSession=true
searchEngine=duckduckgo 

Cookies löschen

Ubuntu Touch/Tipps und Tricks (Abschnitt „Browsereinstellungen“)

Die Cookies des Webbrowsers lassen sich wie in einem Foreneintrag beschrieben löschen. Neuere Versionen bieten jedoch auf die Möglichkeit, über "Einstellungen → Datenschutz" den Browserverlauf zu löschen oder direkt in "Einstellungen" die Browsereinstellungen komplett zurückzusetzen, wobei dann auch die Lesezeichen betroffen sind.

Fenstermodus

Ubuntu Touch/UT Tweak Tool (Abschnitt „Unity-8“)

Normalerweise laufen alle Anwendungen in Ubuntu Touch im Vollbildmodus. Über die Befehle

gsettings set com.canonical.Unity8 usage-mode Windowed  

kann in den Fenstermodus und mittels

gsettings set com.canonical.Unity8 usage-mode Staged  

zurück in den Vollbildmodus gewechselt werden.

Der Fenstermodus ist Teil von Canonicals Convergence-Strategie (Konvergenz), welche darauf abzielt, sowohl eine Benutzeroberfläche für mobile Ubuntu Touch Geräte als auch für klassische Desktop-Anwendungsfälle zur Verfügung zu stellen.

Derzeit fehlt für eine praktikable Desktop-Nutzung des Gerätes noch die vollständige Unterstützung einer extern angeschlossenen Maus. Diese ist jedoch derzeit bereits in Arbeit und teilweise fertig (Stand: Januar 2016).

Durch Erzeugung von zwei Dateien: ~/.local/share/applications/unity-usage-mode.desktop

[Desktop Entry]
Name=Unity usage mode
Type=Application
Terminal=false
Icon=/usr/lib/arm-linux-gnueabihf/qt5/qml/Ubuntu/Components/Themes/Ambiance/artwork/spinner@30.png
Categories=Utility
Comment=Switch between windowed and fullscreen modes
X-Ubuntu-Touch=true
Exec=/home/phablet/.local/share/applications/unity-usage-mode.sh 

und ~/.local/share/applications/unity-usage-mode.sh

mode=$(gsettings get com.canonical.Unity8 usage-mode)
case $mode in
    "'Staged'")
        notify-send "Unity usage mode" "Switching to windowed mode"
        gsettings set com.canonical.Unity8 usage-mode Windowed 
    ;;
    "'Windowed'")
        notify-send "Unity usage mode" "Switching to fullscreen mode"
        gsettings set com.canonical.Unity8 usage-mode Staged 
    ;;
esac

bekommt man ein App Icon in der App Scope, welches das bequeme Umschalten zwischen den Modi ermöglicht.

Werbeblocker

Ubuntu Touch/Tipps und Tricks (Abschnitt „Werbeblocker“)

Es ist möglich, einen systemweiten, also nicht nur im Browser, wirksamen Werbeblocker einzurichten, welcher den Zugriff auf tausende bekannte Werbeserver grundsätzlich blockiert.

Hinweis:

Eine weiterentwickelte Version mit mehr Komfort, jedoch etwas mehr Einrichtungsaufwand ist im Forum verfügbar. Im Wiki wird nur auf die einfachere Version eingegangen.

Es bietet sich an, zunächst eine Datensicherung der Datei /etc/hosts ohne Werbeblocker anzulegen[5]:

sudo cp /etc/hosts /etc/hosts.orig 

Um systemweit einen Werbeblocker zu aktivieren, kann eine aktuelle Blockliste geladen und an das Ende der hosts-Datei eingefügt werden. Dazu kann man die Datei ~/ad-server-blocking.sh mit einem Editor[4] auf dem Ubuntu Touch Gerät anlegen:

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#!/bin/sh                                                                                           
# fetching ad_servers.txt from hosts-file.net 
# and make it clean, so it can be attached to 
# Ubuntu Touch /etc/hosts
wget "http://hosts-file.net/.%5Cad_servers.txt" -U "" -qO - \
| sed s/"127.0.0.1 localhost #IPv4 localhost"// \
| sed s/"::1 localhost #IPv6 localhost"// \
| tr -d '\r' \
> ad_server_blocking.txt 

Für die Ausführung des Scriptes sind Schreibrechte erforderlich. Das Script muss ausführbar gemacht werden:

chmod u+x ad-server-blocking.sh 

Danach muss es wenigstens einmal manuell ausgeführt werden. Zur Aktualisierung der Liste muss es erneut ausgeführt werden:

~/ad-server-blocking.sh 

Damit wurde die aktuelle Blockliste in die Datei ~/ad_server_blocking.txt geladen. Danach muss diese mit Root-Rechten[5] in die hosts-Datei angehangen werden:

cat ad_server_blocking.txt | sudo tee -a /etc/hosts 

Vor einer Aktualisierung sollte man zuvor die alten Einträge aus ~/ad_server_blocking.txt entfernen, jedoch keinesfalls die vorherigen Einträge der Datei. Einfacher ist es, wenn man die zuvor vorgeschlagene Datensicherung der Datei verwendet, um nicht manuell tausende Einträge mit einem Editor[4] aus der Datei löschen zu müssen:

sudo cp /etc/hosts.orig /etc/hosts 

Dies kopiert die originale Datei zurück in die Datei /etc/hosts. Danach kann man erneut das Script zur Aktualisierung aufrufen und anschließend den Befehl, um die soeben aktualisierte Liste in die hosts-Datei anzuhängen, welche ja momentan keine Werbeblockereinträge mehr enthält, nachdem sie mit dem vorherigen Befehl mit der Originaldatei ersetzt wurde.

Will man den Werbeblocker deaktivieren, weil zum Beispiel sonst einige wenige Webseiten diesen erkennen und dazu auffordern, den Werbeblocker auszuschalten, kann man die hosts-Datei auch unterwegs mit der Terminal App nochmal mit ihrem Original austauschen:

sudo cp /etc/hosts /etc/hosts.adblocker && sudo cp /etc/hosts.orig /etc/hosts   # Werbeblocker AUS 

Durch das Kopieren anstatt Verschieben ist sichergestellt, dass dem System stets eine hosts-Datei zur Verfügung steht, ansonsten könnte sie für einige Sekunden fehlen und das System damit in einen inkonsistenten und instabilen Zustand überführen.

Soll der Werbeblocker wieder aktiviert werden, wird umgekehrt verfahren, wobei nur ein Kopiervorgang nötig ist:

sudo cp /etc/hosts.adblocker /etc/hosts   # Werbeblocker AN 

Der Einfachheit halber kann man in der Terminal App die History benutzen, um die Befehle wieder aufzurufen, ohne sie erneut eintippen zu müssen. Dazu scrollt man mit zwei Fingern nach unten. Im Abschnitt oben verlinkten Forenbeitrag ist auch eine etwas aufwendigere Version mit Programmstartern beschrieben.

Besonderheiten

Ubuntu Touch/Tipps und Tricks (Abschnitt „Besonderheiten“)

Systemd

Es wird insbesondere ab dem Channel vivid systemd verwendet, wie es auch ab Ubuntu 15.04 vermehrt eingesetzt wird. Das Startverhalten von Ubuntu Touch unterscheidet sich aufgrund spezieller Änderungen für die Besonderheiten von Smartphones teilweise von dem von Ubuntu und nimmt dabei im hardwarenahen Bereich wie Treibern Anleihen 🇬🇧 von Android.

Partitionierung

Die Systempartition ist standardmäßig schreibgeschützt. Änderungen erfolgen durch etwa sechs-wöchentliche Systemaktualisierungen. Das Homeverzeichnis liegt auf einer eigenen Partition und beinhaltet auch alle Apps, während Ubuntu seine Programme im Systemverzeichnis /usr/bin und nur die Einstellungen im Homeverzeichnis des jeweiligen Nutzers speichert.

Es gibt keine Swappartition, sondern ggf. eine Datei /home/phablet/SWAP.img sowie aktiviertes zRam. Einige spezielle Partitionen für das Recovery-System sowie mitbenutzte Android-Bestandteile usw. kommen hinzu. Ein paar weitere Einzelheiten sind dem Artikel Ubuntu Touch/Sicherung und Wiederherstellung zu entnehmen.

Verzeichnisstruktur

Aufgrund der bereits unter Partitionierung dargelegten Gründe gibt es einige Abweichungen in der Verzeichnisstruktur. Beispielsweise liegen Apps im Verzeichnis /userdata/system-data/opt/click.ubuntu.com, welches durch Mehrfach-Mounts auch über die Verzeichnisse /opt/click.ubuntu.com sowie /home/phablet/click.ubuntu.com erreichbar ist. Diese Verzeichnisse sind also exakt dieselben, nur unter anderem Namen erreichbar, ähnlich einem Symlink. Die Einstellungen der Apps liegen meist im Ordner ~/.config sowie temporäre Dateien im Ordner ~/.cache. Einzelheiten der Verzeichnisstruktur des Homeverzeichnisses sind bereits einem anderen Artikel zu entnehmen. Die restliche Verzeichnisstruktur unterscheidet sich jedoch nicht grundlegend von der von Ubuntu.

Paketformat

Das derzeitige Paketformat sind .click-Pakete, welche später zu einem neuen Paketformat mit .snappy-Paketen weiterentwickelt werden sollen. Auch der Ubuntu App Store soll dann entsprechend ersetzt werden.

Scripte und spezielle Funktionen

Benachrichtigung per SMS

Mit

/usr/share/ofono/scripts/send-sms /ril_0 TELEFONNUMMER "SMS TEXT" 0 

kann man sich auch selbst eine SMS senden, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt.

Problembehebung

Da es nicht für jeden selbstverständlich ist, sei hier nochmal gesagt, dass viele Anfangsprobleme bereits durch Aktualisierungen behoben wurden und werden. Im Gegensatz zu Ubuntu erscheinen auch neue Programmversionen und Funktionen durch regelmäßige Aktualisierungen als Rolling_Release. Aktuelle Probleme und Lösungen werden im Abschnitt Problembehebung des Artikels Archiv/Ubuntu Touch/Launchpad (Abschnitt „Problembehebung“) gelistet.

Intern

Extern

Diese Revision wurde am 29. März 2020 13:45 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Ubuntu, Ubuntu Phone