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SystemRescueCD

Archivierte Anleitung

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Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/help.png SystemRescueCd 🇬🇧 ist ein Gentoo Linux-System mit Datensicherungs- und Datenrettungsprogrammen sowie verschiedenen Systemwerkzeugen auf einer bootfähigen CD oder einem USB-Stick.

Das System unterstützt in der aktuellen Version mit einem 2.6-29-Kernel auch AMD64 und x86-64Bit Architekturen und steht unter der GPL2 (GNU General Public License Version 2). Das kompakte System ist auch gut für ältere Rechner geeignet, da die aktuelle Knoppix Live-CD stärker auf aktuelle Hardware ausgerichtet ist, sich dadurch auch Startschwierigkeiten ergeben können und für den hier angestrebten Verwendungszweck zu viele Programme als Ballast mitbringt. Die Programme können nach dem Systemstart über die Konsole oder zum Teil auch komfortabel über die grafische Benutzeroberfläche gestartet werden.

Die Möglichkeit eine Systemsicherung oder Wartungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen, bieten auch andere Live-Systeme. Weitere umfassende Informationen zum Thema Sicherheit und Datensicherung sind im Wiki zu finden.

Enthaltene Programmpakete

Die wichtigsten Programme im Überblick

Festplattenverwaltung:

Systemsicherung:

  • partimage - Sichern und Wiederherstellen ganzer Partitionen

Dateisysteme/Werkzeuge:

  • e2fsprogs - ext2/ext3 und ab Version 1.2* auch ext4 Dateisysteme / Hilfsprogramme

  • reiserfsprogs - reiser-Dateisystem Hilfsprogramme

  • reiser4progs - reiser4-Dateisystem Hilfsprogramme

  • xfsprogs - xfs-Dateisystem Hilfsprogramme

  • jfsutils - jfs-Dateisystem Hilfsprogramme

  • ntfsprogs - ntfs-Dateisystem Hilfsprogramme (bei neueren ntfs-3g Versionen bereits integriert, ca. ab 07/11)

  • dosfstools - DOS-Dateisystem Hilfsprogramme

  • ntfs-3g - Unterstützung für NTFS-Partitionen

  • Sfdisk 🇩🇪 - Partitionstabellen sichern und wiederherstellen

  • Test-Disk 🇬🇧 - Programm zur Datenwiederherstellung Anleitung 🇩🇪

Netzwerk:

  • nslookup 🇩🇪 - DNS-Server Hilfsprogramm

  • Samba - Zugang zu Windows-Netzwerken

  • NFS - Protokoll zum Dateiaustausch über das lokale Netzwerk

  • ping 🇩🇪 - Datenübertragung im Netzwerk testen

Weitere Anwendungen sind Firefox und Dillo (Webbrowser), Midnight-Commander (Dateimanager), der ClamAV-Virenscanner und diverse Editoren für die Konsole bzw. die grafische Oberfläche.

Eine Übersicht der wichtigsten Programme kann auch auf der Projektseite 🇬🇧 eingesehen werden.

Start-CD erstellen

Auf der Downloadseite ⮷ kann man sich das ISO-Abbild 🇩🇪 des Systems herunterladen und anschließend mit einem Brennprogramm eine startfähige CD erzeugen.

Installation auf USB-Stick

Eine Anleitung für die aktuelle Version 1.2* ist auf der Projektseite 🇬🇧 zu finden.

Folgende Pakete müssen installiert [1] werden um den USB-Stick startfähig (bootable) zu machen:

  • syslinux

  • mtools

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install syslinux  mtools  

Oder mit apturl installieren, Link: ,mtools

Da das ganze System inklusive aller enthaltenen Programme nur etwa 180MB an Speicherplatz benötigt (Version 3.1.1, Dez. 2012: 350MB), genügt bereits ein 256MB großer Speicherstick. Die Installation bietet zudem den Vorteil noch eigene Programme oder Scripte hinzufügen sowie Systemeinstellungen abspeichern zu können. Siehe dazu auch die Dokumentation 🇬🇧 auf der Projektseite.

Der Speicherstick sollte leer und mit FAT16-Dateisystem formatiert sein. Das lässt sich falls erforderlich unter Gnome mit GParted schnell erledigen. Danach muss der Stick noch einmal entfernt und erneut am Rechner angeschlossen werden, damit der Stick vom System als Laufwerk einbunden wird.

Danach wird über ein Terminal [2] folgender Befehl ausgeführt (ggf. mit sudo), wobei sdx* der vorab formatierte USB-Stick sein sollte, und je nach System sdx1, sdx2 usw. (oder sdb1, ...) sein kann.

syslinux -f /dev/sdx* 

Damit wird jetzt ein kleines Startprogramm auf dem Stick installiert. Das vorab gespeicherte ISO-Abbild kann jetzt einfach mit einem Archivmanager [3] geöffnet werden.

Alle Dateien müssen ohne Unterverzeichnisse einfach auf den USB-Stick kopiert werden. Dazu muss im verwendeten Archivmanager die Option "Alle Dateien" aktiviert und "Ordner neu anlegen" deaktiviert werden. Als Ziel wird bei "in Ordner entpacken" der USB-Stick angegeben. Damit wird sichergestellt, dass alle Dateien, auch aus den Unterverzeichnissen des ISO-Abbildes, direkt in das Hauptverzeichnis des USB-Sticks kopiert werden.

Sind alle Dateien ohne Fehlermeldung entpackt und kopiert, ist die Installation abgeschlossen. Alternativ können die Dateien auch direkt von der aus dem ISO-Image erzeugten CD kopiert werden.

System starten

Boot-CD einlegen oder USB-Stick anschließen. Rechner neu starten.

Je nach verwendetem Medium , CD oder USB-Stick, muss im BIOS 🇩🇪 des Rechners noch die Bootreihenfolge eingestellt werden.

Nachdem das System von CD oder USB-Stick gestartet ist findet man sich im Anfangsbildschirm wieder, und kann über die Funktionstasten Hilfe zu speziellen Startoptionen bekommen oder direkt mit der Eingabetaste die Startsequenz aktivieren. Im laufe des Startvorgangs wird man noch einmal aufgefordert das Tastaturlayout festzulegen. Für eine deutsche Tastatur mit Umlauten wird Nr.10 ausgewählt.

Wurde das System vollständig geladen, befindet man sich in der Eingabekonsole und kann direkt verschiedene Programme, wie z.B. partimage aufrufen.

Mit diesem Befehl wird die grafische Benutzeroberfläche gestartet:

startx 

Auf der Oberfläche sind bereits einige Startverknüpfungen angelgt. Durch einen Klick mit der rechten Maustaste auf den Desktop erhält man Zugriff auf das System- und Programmenü.

Startoptionen

Die Tasten F1 bis F6 am Boot-Prompt zeigen eine Übersicht der möglichen Befehle.

Syntax: [Kernelversion] [Option] [Option] ...

Beispiel: rescuecd net-setup dodhcp setkmap=de

Kernelversionen:

  • rescuecd - Standard-32-bit-Kernel (Voreinstellung)

  • vmlinuz2 - alternativer 32-bit-Kernel (bei Startproblemen)

  • rescue64 - Standard-64-bit-Kernel

Netzwerk und Werkzeuge:

  • net-setup - initialisiert eine Ethernet-Schnittstelle (z.B. net-setup eth0)

  • dodhcp - DHCP-Client wird gestartet (in Verbindung mit net-setup verwenden)

  • memtest - Tool zur Überprüfung des Hauptspeichers memtest (RAM)

Start-Parameter:

  • docache - es werden alle Systemdateien in den Hauptspeicher (RAM) kopiert. Die Start-CD oder USB-Stick kann nach dem Bootvorgang entfernt werden. Dafür sind mindestens 300MB Hauptspeicher erforderlich.

  • setkmap=de - es wird direkt das deutsche Tastaturlayout geladen. Die Abfrage entfällt.

  • ide=nodma - DMA-Modus für Festplattenlaufwerke wird deaktiviert

  • all-generic-ide - Alternative bei Problemen mit der Festplattenerkennung oder falls das System beim Bootvorgang "hängt"

  • forcevega - lädt den VESA-Treiber für die Grafikkarte beim Start des xSystems (forcevesa)

  • doxdetect - bei Problemen mit dem xSystem

  • apci-off - erweiterte Energieverwaltung ausgeschaltet (Acpi)

  • noapic - Steuerung der Interruptverteilung ausgeschaltet (APIC)

  • irqpool - alternative Interruptsteuerung für Geräteerkennung.

Disketten-Images

Direkt nach dem Start können einige Programme über enthaltene Disketten-Images gestartet werden. Hilfe mit Taste F2 :

  • memtest - testet den Hauptspeicher (RAM) des Systems.

  • ntpass - editiert oder setzt Windows Passwörter auf NTFS-Partitionen zurück.

  • freedos - 🇩🇪 rrlaubt das Starten von DOS-Programmen (Freedos

  • gag - startet einen grafischen Bootmanager.

  • ranish - startet einen Partitionsmanager Projektseite 🇬🇧

  • aida - DOS Hardware Diagnose-Werkzeug.

  • disk* - startet das System von der angegebenen Festplatte.

  • floppy - startet das System über das Diskettenlaufwerk.

  • dban - Mini Linux-Distribution. Löscht Daten sicher und vollständig (DBAN)

Siehe auch die Beschreibung 🇬🇧 auf der Projektseite.

Laufwerke einbinden

Damit z.B. eine Datensicherung mit partimage möglich ist muss ein Laufwerk eingehängt werden (mount). Dazu wird zuerst ein Einhängepunkt (Mountpoint), also ein Verzeichnis, z.B. backup mit folgendem Befehl unter /mnt erstellt:

mkdir /mnt/backup 

Einen Überblick über die vom System erkannten Laufwerke erhält man durch folgende Befehle mit GNU Parted. Die Nummer der angezeigten Partitionen entspricht den Systemlaufwerken sdx*

parted
print all
quit 

Anschließend kann das Laufwerk auf dem die Daten abgelegt werden sollen eingehängt (gemounted) werden, wobei sdx* dem Ziellaufwerk entspricht. Das zu sichernde Laufwerk (Quelldatenträger) darf nicht eingebunden werden.

mount /dev/sdx* /mnt/backup 

Unter partimage kann dann als Zielverzeichnis /mnt/backup/NAME_DER-SICHERUNGSDATEI.gz angegeben werden. Die Daten werden nun auf das vorab eingebundene Ziellaufwerk sdx* geschrieben.

Diese Revision wurde am 9. August 2018 22:43 von BillMaier erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System, Sicherheit