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Live-USB

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Wiki/Icons/usb.png Dieser Artikel beschreibt, wie man eine Ubuntu Desktop-CD auf einen USB-Stick kopiert, um den USB-Stick als CD-Ersatz zu verwenden. Dies ist von Nutzen, wenn der Computer über kein optisches Laufwerk verfügt oder die Ubuntu Desktop-CD nicht erkannt wird, man also eine alternative Möglichkeit braucht, um Ubuntu zu installieren. Auf diese Art und Weise kann man auch gleich auf ein zweites externes Speichermedium installieren (siehe Installation auf externen Speichermedien).

Hybrid ISO-Images, die einfach mit dem Befehl dd übertragen werden können, sind ab Ubuntu 11.10 verfügbar. In den Versionen 8.04 bis 11.10 brachte Ubuntu auf der Desktop-CD den grafischen USB-Creator (auch für Windows) mit – ab 12.04 sollte man unter Windows eines der folgenden Programme verwenden: Linux Live USB Creator {en} (LiLi), Rufus {de} oder Win32 Disk Imager {en}.

Grundlagen

Damit das Booten vom USB-Stick funktioniert, muss das BIOS {de} des Computers die Funktion "Boot from USB" unterstützen. Gegebenenfalls muss man diese Option vorher im BIOS aktivieren und die Boot-Reihenfolge ändern. Der Stick muss natürlich ausreichend groß sein, also mindestens 700-750 MB haben, ab Version 14.04 Trusty Tahr werden mindestens 950 MB benötigt.

Wenn der Computer trotz angeschlossenem USB-Stick wie gewohnt von Festplatte startet, ist er nicht für den Start von USB eingerichtet. Diese Einstellung wird im BIOS vorgenommen. Die genaue Vorgehensweise dafür verrät die dem Computer oder Mainboard beiliegende Anleitung. In manchen Fällen kann man allerdings durch Drücken von Esc , F8 , F11 oder F12 (variiert nach BIOS-Hersteller) gleich nach dem Einschalten des Gerätes ein Boot-Device-Menu aufrufen, von welchem USB Festplatten oder Sticks gestartet werden kann. Dies ist manchmal die einzige Möglichkeit, von USB zu starten.

Bei älterer Hardware ist auch das oft nicht möglich. Dann hilft evtl. noch der Plop Boot Manager {de}, welcher das (Zitat)

"USB booten ohne BIOS Unterstützung (UHCI, OHCI und EHCI)"

ermöglicht.

An einem neueren PC mit USB 3.0 sollte darauf geachtet werden, dass ein USB-2.0-Stick an einem USB-2.0-Anschluss angeschlossen wird und nicht etwa an dem neueren USB-3.0-Anschluss.

Da neuere (und Apple) Rechner EFI statt BIOS verwenden, ist hier ein etwas anderes Vorgehen notwendig. Die Vorbereitung und das Aufbringen der Daten ist zur Zeit nur über UNetbootin sinnvoll möglich.

Hinweis:

Dieser Hinweis kann mindestens für Kubuntu 9.04 ignoriert werden. Für ältere oder andere *buntus kann aber gelten:

Wenn man Ubuntu von einem Live-USB-Stick aus installiert, werden keine USB-Sticks mehr automatisch eingehängt. Weil das Installationsprogramm davon ausgeht, dass es von einer CD-ROM installiert wurde, trägt es USB-Sticks in der /etc/fstab als CD-ROM-Laufwerk ein und blockiert damit den Laufwerksnamen für USB-Sticks. Zur Behebung den Eintrag einfach mit einem Texteditor entfernen. Für nähere Infos siehe fstab.

USB Creator

Man kann auch einen USB-Datenträger statt einer Desktop-CD als Installations- bzw. Testmedium nutzen.

Hinweis:

Unter Windows bitte den Linux Live USB Creator {en} (LiLi) verwenden.

Installation

Das dafür benötigte Programm ist unter Umständen bereits in einer Standardinstallation enthalten. Nachinstalliert [1] werden kann das Programm mit den Paketen:

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install usb-creator-gtk 

sudo aptitude install usb-creator-gtk 

oder

  • usb-creator-kde (für KDE)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install usb-creator-kde 

sudo aptitude install usb-creator-kde 

Benutzung

./screenshot.png
USB Creator

Der USB-Stick sollte bereits eine mindestens 750 MiB große FAT32-Partition enthalten (ab Ubuntu 14.04 Tahr 950 MiB). Wenn zusätzlich Daten gespeichert werden sollen (siehe unten), ist eine zweite Partition erforderlich. Zur Einrichtung kann man beispielsweise die Laufwerksverwaltung oder GParted verwenden.

Das Programm kann man bei

  • Unity und GNOME 3: über die Eingabe des Programmnamens usb-creator-gtk

  • KDE: "Programme -> System -> Startup Disk-Creator"

  • Xfce: "Einstellungen -> Startmedienersteller"

  • LXDE: "Systemwerkzeuge -> Startmedienersteller"

starten [2], allerdings werden Root-Rechte benötigt [8]. Ist das Programm gestartet, hat man nun die Wahl, das Quellmedium anzugeben. Entweder man nutzt eine eingelegte Ubuntu-Desktop-CD oder man nutzt eine Ubuntu-Desktop-ISO-Datei (z.B. von hier {en} {dl}). Letztere wird über die Schaltfläche "Weitere..." eingehängt. Im mittleren Programmfensterbereich werden alle angeschlossenen und erkannten USB-Sticks angezeigt. Hier wählt man den gewünschten USB-Stick aus.

Hinweis:

Die Option zur Datenspeicherung "In reservierten Extrabereich" steht nur zur Verfügung, wenn mindestens zwei Partitionen vorhanden sind.

Im unteren Bereich des Programm kann man noch abschließend einstellen, ob man Dokumente und Einstellungen dauerhaft auf dem USB-Stick abspeichern möchte ("In reservierten Extrabereich"). Das hat den Vorteil, dass diese bei jedem Start erhalten bleiben. Möchte man das nicht, wählt man die Option "Beim Herunterfahren verwerfen, falls sie nicht woanders gespeichert wurden".

Mit der Schaltfläche "Startmedium erstellen" wird nun der USB-Stick vorbereitet. Ist der Vorgang abgeschlossen, wählt man "Beenden".

Daten speichern

Man kann, hat man die Ubuntuversion auf den USB-Stick gespielt, diesem Dateien hinzufügen, welche man dann direkt aus der Live-Version heraus benutzen kann, ohne andere USB-Sticks einbinden zu müssen. Dazu kopiert man die Dateien direkt in die oberste Ebene des USB-Sticks. Hat man dann von diesem gebootet, liegen die zuvor gespeicherten Daten im Ordner /cdrom von wo aus man sie benutzen kann.

Probleme

Falls kein startfähiger USB-Stick erstellt werden kann, kann das an der verwendeten Programmversion von usb-creator bzw. dem Startmedienersteller liegen.

USB-Imagewriter

Der USB-Imagewriter eignet sich nicht für .iso-Dateien, sondern kann nur .img-Abbilder auf USB kopieren. Derlei Abbilder werden z.B. von Ubuntu Moblin Edition oder eben Moblin {en} zur Verfügung gestellt.

Installation

Das Programm kann aus den offiziellen Paketquellen installiert werden [1]:

  • usb-imagewriter (universe, bis Ubuntu 12.04)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install usb-imagewriter 

sudo aptitude install usb-imagewriter 

Benutzung

Die Benutzung ist denkbar einfach: Zunächst USB-Stick/-Festplatte anstecken, dann das Programm starten ("Anwendungen > Zubehör > ImageWriter"), .img-Abbild auswählen, Zielgerät auswählen und schreiben.

Live USB-Stick mit UNetbootin

Eine weitere einfache Möglichkeit, einen Installations-USB-Stick zu erzeugen, ist das Programm UNetbootin. Hat man dieses Programm installiert und gestartet, muss man noch das Betriebssystem, welches man gerne vom USB-Stick booten möchte, auswählen. Dann noch den USB-Stick auswählen, von dem man booten möchte, den Rest macht das Programm. Allerdings ist unter UNetbootin das normale Startmenü wie auf der Live-CD nicht erreichbar - die verwendete ISO startet mit den Voreinstellungen (englische Tastenbelegung, englische Desktopumgebung).

Multiboot-Stick mit MultiSystem

Soll sich auf dem Stick mehr als eine bootbare Distribution befinden, so bietet sich eine Einrichtung mit dem Programm MultiSystem an. Bereits heruntergeladene Abbilddateien (z.B. .isos) können über die Programmobefläche per Drag&Drop einfach hinzugefügt werden. Das Programm unterstützt dabei über 200 Systeme, die automatisch eingerichtet werden können.

Manuelle Erstellung mittels dd

Falls alle Stricke reißen, kann das heruntergeladene Hybrid-ISO-Image ohne weitere Aufwände mittels dd (Disk Doubler - Bitweises Kopieren von Dateisystemen) auf den Stick gespielt werden. Dieser Weg kann notwendig sein, wenn andere als Debian- oder Ubuntu-Images auf den Stick kopiert werden sollen.

Problembehebung

Partition number could not be detected

Diese Meldung gibt der USB-Creator oder USB-Startmedien-Ersteller aus. Die Partitionierung des USB-Sticks wurde nicht erfolgreich erkannt oder ist fehlerhaft. Dies kann z.B. bei noch nie verwendeten Sticks vorkommen. Hier hilft oft ein Neupartitionieren [7].

isoinfo: Unable to find Joliet SVD

Diese Meldung wird vom USB-Creator ausgegeben (bzw. in der grafischen Oberfläche wird das angewählte ISO image nicht angenommen/angezeigt). In dem Fall sollte der Live-USB-Stick mit der manuellen Methode via dd erstellt werden.

Operating System not found

Bei dieser Fehlermeldung beim Startversuch ist die Lösung recht trivial. Der USB-Stick wurde noch nicht als bootbar markiert, d.h. das Boot-Flag wurde nicht gesetzt [7].

Andernfalls liegt es daran, dass die Partition als Festplatte und nicht als Floppydisk partitioniert ist. Dies kann man erreichen, indem man die Partition auf dem Stick von /dev/sdX1 über den Umweg der lokalen Festplatte nach /dev/sdX verschiebt (genügend freien Festplattenplatz vorausgesetzt). Dazu folgende Befehle anpassen und ausführen:

sudo dd if=/dev/sdX1 of=~/usb-stick.img bs=10M
sudo dd of=/dev/sdX if=~/usb-stick.img bs=10M
sudo rm ~/usb-stick.img 

Defekter Startsektor

Es kommt vor, dass ein defekter oder falscher Bootsektor installiert bzw. noch gar keiner vorhanden ist. Dies tritt z.B. auf, wenn ein veränderter U3-Stick verwendet wird. Das folgende Paket wird benötigt:

  • mbr

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mbr 

sudo aptitude install mbr 

Nun in einem Terminal-Fenster den folgenden Befehl ausführen (X bitte anpassen!):

install-mbr /dev/sdX 

Wenn keine Fehlermeldung ausgegeben wurde, ist der neue Bootsektor jetzt installiert und es kann erneut versucht werden, vom Gerät zu starten.

Stick wird beim Booten nicht erkannt

In vielen BIOS-Versionen gibt es die Option "USB Legacy Support". Diese sollte eingeschaltet werden, denn damit nutzt das BIOS einen eigenen Treiber für USB-Geräte. Sonst sind die USB-Sticks unsichtbar, sofern nicht das Betriebssystem einen eigenen USB-Treiber mitbringt.

Bootvorgang stoppt

Sollte beim Start vom Stick die Fehlermeldung

"unable to find a medium containing a live file system"

auftauchen, hilft trivialerweise manchmal das Umstecken des USB 2.0-Sticks von einem USB-3.0-Anschluss an einen USB 2.0-Anschluss.

Wenn Ubuntu während des Hochfahrens stehen bleibt und ein blinkender Cursor erscheint, muss mit Strg + Alt + F1 in den Textmodus gewechselt werden. Dort sollte zumindest eine "Loading ..."-Meldung oben stehen, doch der Rest scheint eingefroren. Nach dem Betätigen der -Taste müsste Ubuntu nun starten.

Wenn das nicht hilft, sollte geprüft werden, ob das versteckte Verzeichnis .disk kopiert wurde. Dieses wird in grafischen Dateimanagern standardmäßig nicht angezeigt, wodurch man es beim Kopieren leicht vergessen kann.

Bootvorgang bleibt bei Plymouth-Animation hängen

Wenn Ubuntu bei der Animation von Plymouth stehenbleibt, kann man durch Drücken von beispielsweise Esc oder F1 die dahinter verborgenen Meldungen lesen. Bei einer persistenten Installation von Ubuntu 10.04 auf USB-Stick kann dort eine Meldung erscheinen, die darauf hindeutet, dass das CDROM-Laufwerk /dev/sr0 nicht gefunden wird. Dies hängt jedoch mit einem fehlenden Diskettenlaufwerk zusammen, falls tatsächlich keines vorhanden bzw. korrekt angeschlossen ist. Man sollte dann das ohnehin nicht vorhandene Floppy-Laufwerk oder den Floppy-Controller im BIOS des Computers deaktivieren.

Probleme beim Boot von FAT32-Sticks

Sollte es beim Booten vom USB-Stick zu einer der folgenden Fehlermeldung kommen, können 2 Lösungsstrategien angewandt werden.

no default or ui configuration directive found
Error: No configuration file found
Could not find kernel image: linux
  1. Bei älteren Rechnern (z.B. Compaq Evo d510e) kann es sein, dass der Rechner bzw. sein Betriebssystem beim Booten nicht mit dem neueren FAT32 Dateisystem auf dem USB-Stick zurecht kommt.

    • Lösung: Den Stick auf FAT16 umformatieren (z.B. in Windows im Dateiexplorer mit rechter Maustaste auf das Sticksymbol klicken, und als Format den Eintrag vor FAT32, "MS DOS" genannt, auswählen). Dann mit diesem Stick den bootfähigen Stick erstellen.

  2. Eine andere Ursache kann darin liegen, dass für den Bootvorgang benötigte Dateien wegen unpassender Benennungen nicht gefunden werden.

    • Lösung: Folgende Umbenennungen durchführen: den Ordner isolinux in syslinux, die darin enthaltenen Dateien isolinux.bin in syslinux.bin und isolinux.cfg in syslinux.cfg

unknown keyword in configuration file

Stoppt der Bootvorgang mit obiger Fehlermeldung, entfernt man mit einem Texteditor aus der Datei /syslinux/syslinux.cfg das Wort ui aus der letzten Zeile und bootet erneut.

Bootprobleme

Bei allen anderen Problemen beim Start hält man sich an die folgenden Artikel:

Diese Revision wurde am 28. Juli 2014 19:19 von aasche erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Installation, System