Dieser Artikel beschreibt, wie man eine Ubuntu-Desktop-CD auf einen USB-Stick kopiert, um den USB-Stick als CD-Ersatz zu verwenden. Dies ist von Nutzen, wenn der Computer über kein optisches Laufwerk verfügt oder die Ubuntu-Desktop-CD nicht erkannt wird, man also eine alternative Möglichkeit braucht, um Ubuntu zu installieren.
Damit das Booten vom USB-Stick funktioniert, muss das BIOS des Computers die Funktion „Boot from USB“ unterstützen. Gegebenenfalls muss man diese Option vorher im BIOS aktivieren und die Boot-Reihenfolge ändern. Der Stick muss natürlich ausreichend groß sein, also mindestens 700-750 MB haben.
Wenn der Computer trotz angeschlossenen USB-Sticks wie gewohnt startet, ist er nicht für den Start von USB eingerichtet. Diese Einstellung wird im BIOS vorgenommen. Die genaue Vorgehensweise dafür verrät die dem Computer oder Mainboard beiliegende Anleitung. In manchen Fällen kann man allerdings durch Drücken von Esc, F8 oder F12 (mag von BIOS-Hersteller zu BIOS-Hersteller variieren) gleich nach dem Einschalten des Gerätes ein Boot-Device-Menu aufrufen, von welchem USB gebootet werden kann. Dies ist manchmal die einzige Möglichkeit, von USB zu booten.
Da Apple-Rechner EFI statt BIOS verwenden ist hier ein etwas anderes Vorgehen notwendig. Dieses ist im Artikel Live-USB Apple erklärt.
Dieser Hinweis kann mindestens für Kubuntu 9.04 ignoriert werden. Für ältere oder andere *buntus kann aber gelten:
Wenn man Ubuntu von einem Live-USB-Stick aus installiert, werden keine USB-Sticks mehr automatisch eingehängt. Weil das Installationsprogramm davon ausgeht, dass es von einer CD-ROM installiert wurde, trägt es USB-Sticks in der /etc/fstab als CD-ROM-Laufwerk ein und blockiert damit den Laufwerksnamen für USB-Sticks. Den Eintrag einfach mit einem Texteditor entfernen und es geht wieder. Für Infos siehe fstab
Ab Intrepid Ibex Ubuntu 8.10 gibt es die neue Funktion, einen USB-Datenträger statt einer Desktop-CD als Installations- bzw. Testmedium zu nutzen. Das macht es möglich, von einem USB-Stick zu starten. Besonders vorteilhaft ist das auf Netbooks
oder sonstigen Computern ohne optisches Laufwerk. Dafür ist lediglich freier Speicherplatz in Höhe von min. 1000MB nötig.
Das dafür benötigte Programm ist bereits in einer (Ubuntu mit GNOME) Standardinstallation enthalten. Nachinstalliert [1] werden kann das Programm mit dem Paket
usb-creator
In Hardy Heron Ubuntu 8.04 kann das Paket über die Backports nachinstalliert werden.
|
| Programmansicht |
Das Programm kann man unter
„System - Systemverwaltung - USB-Startmedien-Ersteller“
starten.[2] Allerdings werden Root-Rechte benötigt [3]. Ist das Programm gestartet, hat man nun die Wahl, das Quellmedium anzugeben. Entweder man nutzt eine eingelegte Ubuntu-Desktop-CD oder man nutzt eine Ubuntu-Desktop-ISO-Datei. Letzteres wird über die Schaltfläche „Other“ eingehängt. Im mittleren Programmfensterbereich werden alle angeschlossenen und erkannten USB-Sticks angezeigt. Hier gibt man den gewünschten USB-Stick an.
Im unteren Bereich des Program kann man noch abschließend einstellen, ob man Dokumente und Einstellungen dauerhaft auf dem USB-Stick abspeichern möchte (Persistence Modus). Das hat den Vorteil, dass diese bei jedem Start erhalten bleiben. Möchte man das nicht, wählt man die Option „Discarded on shutdown, unless you save them elsewhere“.
Das war's auch schon, mit der Schaltfläche „Make Startup Disk“ wird nun der USB-Stick vorbereitet. Ist der Vorgang abgeschlossen, wählt man „Exit“.
Für die Erstellung eines bootbaren USB-Sticks wird folgendes Paket installiert [1]:
syslinux
![]() | ![]() |
| GParted | Boot-Markierung |
Es empfiehlt sich, den Stick zu formatieren und das Fat32 Dateisystem auszuwählen. Normalerweise ist der USB-Stick mit FAT16 formatiert. Dies ist aber unter Umständen nicht empfehlenswert, wenn man versucht, mehr als 224 Dateien in das Hauptverzeichnis zu speichern. Dies ist eine Grenze des FAT16-Dateisystems.
Am einfachsten gelingt die Formatierung mit einem grafischen Partitionierungsprogramm wie z.B. GParted oder QtParted. Dazu muss der Datenträger zunächst ausgehängt werden, danach das „Boot-Flag“ gesetzt werden. Man beachte die Bilder als Beispiel für GParted.
Nun im Terminal [4] folgenden Befehl eingeben:
sudo syslinux -sf /dev/sdb1
/dev/sdb1 ist hierbei die Adresse des USB-Sticks und kann je nach Anschluss variieren. Falls man nicht weiß, welche Adresse zugewiesen wurde, hilft der Artikel zu Datenträgern weiter. Alternativ kann man z.B. GParted starten, denn dieses zeigt die Adresse des USB-Sticks an.
Wenn der Befehl ausgeführt wurde, sollte sich die Datei ldlinux.sys auf dem Stick befinden (Ggf. versteckte Dateien anzeigen lassen). Falls der syslinux-Befehl nicht korrekt ausgeführt und stattdessen nur eine Fehlermeldung ausgegeben wird, bieten die Problemlösungen am Ende dieses Artikels Hilfe.
Als nächstes wird der Inhalt der Ubuntu-CD auf den USB-Stick kopiert. Dazu extrahiert man entweder die Ubuntu .iso Image-Datei auf den Stick oder man kopiert den Inhalt der Ubuntu-CD auf diesen. Kopiert man über eine GUI sollte man auch auf die versteckten Verzeichnisse achten. Um Platz zu sparen werden die folgenden Dateien:
autorun.inf
start.exe
start.bmp
start.ini
umenu.exe
wubi.exe
und die Ordner:
bin
programs
nicht auf den USB-Stick kopiert, denn diese sind nur für den Start der Ubuntu-CD unter Windows-Betriebssystemen notwendig.
Als nächstes die folgenden Dateien in das Hauptverzeichnis des USB-Sticks kopieren:
casper/vmlinuz
casper/initrd.gz
install/mt86plus
Ab Ubuntu Karmic ist auf einigen Installationsdatenträgern initrd.gz durch initrd.lz ersetzt worden. Dies ist bei der Erstellung der syslinux.cfg zu beachten.
Aus dem Ordner /isolinux werden alle Dateien ins Hauptverzeichnis des USB-Sticks verschoben und den leeren Ordner löscht man anschließend. Nun wird im Hauptverzeichnis die Datei isolinux.bin gelöscht und die Datei isolinux.cfg in syslinux.cfg umbenannt.
Nun müssen noch die syslinux.cfg editiert [3] und die Verzeichnisverweise angepasst werden. Die /casper/ , /cdrom/ und /install/ Einträge werden in allen Pfaden gelöscht. Die Zeile DEFAULT /casper/vmlinuz muss z.B. zu DEFAULT vmlinuz geändert werden. Am Schluss sollte die syslinux.cfg ungefähr so ausschauen: (Beispiel für Ubuntu 7.04 Feisty Fawn) (Achtung im Ubuntu 8.04 LTS beinhaltet die Datei andere *.cfg Dateien, die auch bearbeitet werden müssen (speziell text.cfg))
DEFAULT live GFXBOOT bootlogo GFXBOOT-BACKGROUND 0xB6875A APPEND file=preseed/ubuntu.seed boot=casper initrd=initrd.gz quiet splash -- LABEL live menu label ^Start or install Ubuntu kernel vmlinuz append file=preseed/ubuntu.seed boot=casper initrd=initrd.gz quiet splash -- LABEL xforcevesa menu label Start Ubuntu in safe ^graphics mode kernel vmlinuz append file=preseed/ubuntu.seed boot=casper xforcevesa initrd=initrd.gz quiet splash -- LABEL driverupdates menu label Install with driver ^update CD kernel vmlinuz append file=preseed/ubuntu.seed boot=casper debian-installer/driver-update=true initrd=initrd.gz quiet splash -- LABEL check menu label ^Check CD for defects kernel vmlinuz append boot=casper integrity-check initrd=initrd.gz quiet splash -- LABEL memtest menu label ^Memory test kernel mt86plus append - LABEL hd menu label ^Boot from first hard disk localboot 0x80 append - DISPLAY isolinux.txt TIMEOUT 300 PROMPT 1 F1 f1.txt F2 f2.txt F3 f3.txt F4 f4.txt F5 f5.txt F6 f6.txt F7 f7.txt F8 f8.txt F9 f9.txt F0 f10.txt
Zum Abschluss muss der Computer neu gestartet werden und falls nötig, die Boot Reihenfolge noch geändert werden.
Die syslinux.cfg Datei kann noch um weitere Parameter erweitert werden, sodass ein deutsches Tastaturlayout benutzt wird und die meisten Menüeinträge auf Deutsch erscheinen. Dazu wird die syslinux.cfg Datei im Hauptverzeichnis des USB-Sticks geöffnet und dieser Eintrag hinzugefügt bzw. editiert.
LABEL live menu label ^Start or install Ubuntu kernel vmlinuz append file=preseed/ubuntu.seed boot=casper initrd=initrd.gz quiet splash locale=de_DE bootkbd=de console-setup/layoutcode=de --
Falls nach dem Start vom USB-Stick Spracheinstellungen vorgenommen werden sollen, ist der Artikel zu Spracheinstellungen hilfreich.
Weitere Einstellungsmöglichkeiten sind mit dem Programm Ubuntu Customization Kit
möglich. UCK ist ein Werkzeug, das beim Erstellen eigener Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu oder Edubuntu Live-CDs behilflich ist. Die Spracheinstellungen der CD, sowohl für das Live-System, als auch für den Startvorgang, können mit der grafischen Oberfläche des Programms angepasst werden und das System kann auf einen aktuellen Stand gebracht werden.
Eine weitere, einfachere Möglichkeit, einen Installations USB-Stick zu erzeugen ist das Programm UNetbootin. Hat man dieses Programm installiert und gestartet, muss man nur noch das Betriebssystem, welches man gerne vom USB-Stick booten möchte auswählen. Dann muss man noch den USB-Stick auswählen, von dem man booten möchte und der Rest macht das Programm.
Diese Meldung gibt der USB Creator oder USB Startmedien-Ersteller aus. Es wurde die Partitionierung des USB-Sticks nicht erfolgreich erkannt oder sie ist fehlerhaft. Dies kann z.B. bei noch nie verwendeten Sticks vorkommen. Hier hilft oft ein Neupartitionieren, beispielsweise mit einem der oben erwähnten Programme.
Bei dieser Fehlermeldung beim Startversuch ist die Lösung recht trivial. Der USB-Stick wurde noch nicht als bootbar markiert, d.h. das Boot-Flag wurde nicht gesetzt. Dazu hier mehr.
Andernfalls liegt es daran das die Partition als Festplatte und nicht als Floppydisk Partitioniert ist. Dies kann man erreichen indem an die Partition von auf dem Stick von /dev/sdX1 über den Umweg der Lokalen Festplatte nach /dev/sdX verschiebt, dazu einfach folgende Befehle anpassen und ausführen:
sudo dd if=/dev/sdX1 of=./Desktop/usb-stick.img bs=10M sudo dd of=/dev/sdX if=./Desktop/usb-stick.img bs=10M
Es kommt vor, dass ein defekter oder falscher Bootsektor installiert bzw. noch gar keiner vorhanden ist. Dies kommt z.B. vor, wenn ein veränderter U3-Stick verwendet wird.
Das folgende Paket wird benötigt:
mbr
Nun mittels der Konsole am verwendeten Gerät den folgenden Befehl durchführen:
install-mbr /dev/sdX
Das war es auch schon. Wenn keine Fehlermeldung ausgegeben wurde, ist der neue Bootsektor jetzt installiert und es kann erneut versucht werden vom Gerät zu starten.
In vielen BIOS-Versionen gibt es die Option „USB Legacy Support“. Diese sollte eingeschaltet werden, denn damit nutzt das BIOS einen eigenen Treiber für USB-Geräte. Sonst sind die USB-Sticks unsichtbar, sofern nicht das Betriebssystem einen eigenen USB-Treiber mitbringt.
Das in Ubuntu eingesetzte Syslinux
ist fehlerhaft. Es kann unter Umständen vorkommen, dass der Befehl
syslinux -sf /ADRESSE/PARTITION
keine Wirkung zeigt und die Fehlermeldung
Usage: syslinux [-sf] [-o offset] device
angezeigt wird. In diesem Fall benötigt man die aktuelle Version von Syslinux. Diese kann man hier
im tar.gz Format herunterladen. Nachdem die Datei extrahiert [4] wurde, wechselt man in das Verzeichnis und in den Ordner unix und öffnet ein Terminal [2] und gibt den Befehl
sudo ./syslinux -sf /Adresse/Partition
ein, wobei die Adresse und Partition natürlich anzupassen ist. Nun sollte der Befehl erfolgreich ausgeführt werden und die Datei ldlinux.sys auf den Stick kopiert worden sein.
Wenn Ubuntu während des Hochfahrens stehen bleibt und ein blinkender Cursor erscheint, muss mit Strg + Alt + F1 in den Textmodus gewechselt werden. Dort sollte zumindest eine „Loading ...“-Meldung oben stehen, doch der Rest scheint eingefroren. Nach dem Betätigen der ⏎-Taste, müsste Ubuntu nun starten.
Wenn das nicht hilft, sollte geprüft werden, ob das versteckte Verzeichnis „.disk“ kopiert wurde, da es in grafischen Dateimanagern standardmäßig nicht angezeigt wird, wodurch es beim Kopieren leicht vergessen wird.
Manchmal kann es erforderlich sein, einen Live-USB-Stick unter Windows zu erstellen. Auch für diesen Fall ist UNetbootin zu empfehlen, da es nativ auf Windows ausgeführt werden kann.
Diese Revision wurde am 11. Januar 2010 um 19:56 Uhr
von XubuntuNaru erstellt.
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